Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Jahrbuch für Politik und Geschichte

Es ist ein interdisziplinäres wissenschaftliches Periodikum zu den Themenfeldern Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. Inhaltsverzeichnis. 1 Entstehung …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Bedeutung
  2. 2. Entstehung und Forschungsansatz
  3. 3. Aufbau und Verantwortliche
  4. 4. Schwerpunkte der Bände
  5. 5. Wissenschaftliche Aufnahme

Gegenstand und Bedeutung

Das Jahrbuch für Politik und Geschichte (JPG) ist ein interdisziplinäres wissenschaftliches Periodikum zu Erinnerungskultur und Geschichtspolitik. Erinnerungskultur bezeichnet den gesellschaftlichen Umgang mit Vergangenheit; Geschichtspolitik meint die politische Nutzung und Deutung von Geschichte. Das Jahrbuch erscheint seit 2010 im Franz-Steiner-Verlag in Stuttgart, in der Regel jährlich, und veröffentlicht deutsch- und englischsprachige Beiträge aus den Memory Studies sowie der Politik- und Geschichtswissenschaft.

Sein Ausgangspunkt ist, dass Politik Geschichte unter anderem zur Rechtfertigung und Legitimation, zur Selbstdarstellung, zur argumentativen Auseinandersetzung und zur zeitlichen Orientierung verwendet. Geschichte prägt daher nicht nur öffentliche Erinnerungskulturen, sondern dient auch politischen Akteuren als wichtige Ressource.

Entstehung und Forschungsansatz

Der fachwissenschaftliche Hintergrund entstand seit den 1980er-Jahren: In der deutschen und internationalen Politik- und Geschichtswissenschaft entwickelte sich die systematische Erforschung des politisch-kulturellen Umgangs mit Geschichte. Seit den 1990er-Jahren schlug sich diese interdisziplinäre Richtung der Memory Studies in zahlreichen Studien nieder. 1996 wurde der Arbeitskreis für Politik und Geschichte in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft gegründet; aus ihm ging das JPG hervor.

Gegründet wurde das Jahrbuch von Claudia Fröhlich, Horst-Alfred Heinrich und Harald Schmid. Es versteht sich als wissenschaftliches Forum für unterschiedliche Forschungen über den politischen Umgang mit Geschichte. Dazu gehören rechtshistorische Untersuchungen der strafrechtlichen „Vergangenheitsbewältigung“, politik- und zeitgeschichtliche Arbeiten zur Geschichts- und Vergangenheitspolitik, kulturwissenschaftliche Studien über das Erinnern sowie Analysen der Bedeutung von Geschichte bei Übergängen zur Demokratie („Transition to democracy“). Die Herausgeber bezeichneten es als das erste deutsche Periodikum, das eigens den oft fachübergreifenden Forschungen zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur gewidmet sei.

Aufbau und Verantwortliche

Die Bände enthalten die Rubriken „Schwerpunkt“, „Aktuelles Forum“, „Fundstück“ und „Forschungsbericht“; seit Band 3 kommt „Atelier & Galerie“ hinzu. Redaktion und Herausgeberschaft liegen bei Claudia Fröhlich und Harald Schmid. Horst-Alfred Heinrich war Mitherausgeber der Bände 1 und 2, Birgit Schwelling der Bände 4 und 5. Die Printausgabe trägt die ISSN 2191-2289.

Schwerpunkte der Bände

Die bisher genannten Schwerpunktthemen zeigen die Bandbreite des Jahrbuchs:

  • Band 1 (2010): „Historische Gerechtigkeit“
  • Band 2 (2011): „Extremismus und Geschichtspolitik“
  • Band 3 (2012): „Brauchen Demokratien Geschichte?“
  • Band 4 (2013): „Geschichte ausstellen“
  • Band 5 (2014): „25 Jahre europäische Wende“
  • Band 6 (2015): „Geschichtspolitiken und Erinnerungskulturen global“
  • Band 7 (2016–2019): „Virtuelle Erinnerungskulturen“

Wissenschaftliche Aufnahme

Fachzeitschriften bewerteten das Jahrbuch positiv. Die „Neue Politische Literatur“ nannte es ein interessantes, innovatives und couragiertes Projekt. Die „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“ sah darin einen eindrucksvollen Beleg dafür, dass eine neue Zeitschrift notwendig sein könne. „Francia-Recensio“ hob besonders die multiperspektivische, also mehrere wissenschaftliche Sichtweisen verbindende Anlage hervor.

Weiterlesen