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Jürgen Aring
Jürgen Aring (* 2. Juli 1961 in Salzkotten) ist ein deutscher Geograph und Stadtplaner. Seit 2015 leitet er als Vorstand den vhw – Bundesverband für Wohnen …
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Person und berufliche Rolle
Jürgen Aring (* 2. Juli 1961 in Salzkotten) ist ein deutscher Geograph und Stadtplaner. Seit 2015 leitet er als Vorstand den vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Seine Arbeit verbindet wissenschaftliche Forschung mit der praktischen Begleitung von Entwicklungsprojekten in Städten und Regionen.
Ausbildung und beruflicher Weg
Aring studierte bis 1987 in Münster und Oslo Geographie, Bau- und Planungsrecht, Soziologie, Ökonomie und Städtebau. Anschließend arbeitete er im DFG-Forschungsprojekt „Krisenregion Ruhrgebiet“.
Ab 1989 betreute er beim Beratungsunternehmen empirica Stadtentwicklungsprojekte in nahezu allen deutschen Stadtregionen. 1999 wurde er an der Universität Oldenburg im Fachgebiet Stadt- und Regionalplanung zum Dr. rer. pol. promoviert. Ab 2002 führte er seine Forschungs- und Beratungstätigkeit mit dem selbst begründeten Büro für angewandte Geographie fort.
Von 2005 bis 2012 war Aring ordentlicher Professor für Stadt- und Regionalplanung an der Universität Kassel. 2011 hatte er eine Gastprofessur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Von 2012 bis 2014 vertrat er die Professur für Raumwirtschaftspolitik an der Technischen Universität Dortmund.
Forschung und Planungsthemen
Arings thematische Schwerpunkte umfassen Wohnungs- und Bodenmärkte, Suburbanisierung, regionale Kooperation, demografischen Wandel in dünn besiedelten Räumen mit Bevölkerungsrückgang sowie Bildungslandschaften. Bildungslandschaften verknüpfen Bildung und Stadtentwicklung.
Kennzeichnend ist der Perspektivwechsel zwischen Quartier, Stadt und Region. Außerdem verbindet seine Arbeit Prozesse, die gegensätzlich erscheinen können: Metropolisierung, also die Konzentration von Bedeutung in Metropolräumen, und Peripherisierung, also Entwicklungen von Rand- oder abgelegenen Räumen. Er betreute unter anderem die Entwicklung der 2006 von der Ministerkonferenz für Raumordnung beschlossenen Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland.
Fachliche Gremien und Veröffentlichungen
Seit 2010 ist Aring Mitglied im Beirat für Raumentwicklung beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Weitere Mitgliedschaften bestehen in der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) sowie im Deutschen Verband für Angewandte Geographie (DVAG).
Zu seinen Veröffentlichungen zählen Arbeiten über Bildungslandschaften und Stadtentwicklung, „Inverse Frontiers – Selbstverantwortungsräume“ (2013), europäische Metropolregionen (2009), „Regiopolen. Die kleinen Großstädte in Zeiten der Globalisierung“ (mit Iris Reuther, Hrsg., 2008), „Neue Leitbilder der Raumentwicklung in Deutschland“ (mit Manfred Sinz, 2006) und „Suburbia – Postsuburbia – Zwischenstadt“ (1999).