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Institut für Föderalismus
Das Institut für Föderalismus (kurz: IFÖ) ist ein Forschungszentrum mit Sitz in Innsbruck. Neben der wissenschaftlichen Erforschung von Föderalismus und …
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Aufgabe und Ziele
Das Institut für Föderalismus (IFÖ) ist ein Forschungszentrum in Innsbruck, Österreich. Es wurde am 15. Juli 1975 gegründet, wird von Peter Bußjäger als Institutsdirektor geleitet und trägt das Motto „Bürgernah. Effizient. Europäisch.“ Sein Schwerpunkt liegt auf Föderalismus und Dezentralisierung.
Föderalismus bezeichnet die Aufteilung staatlicher Aufgaben und Zuständigkeiten auf mehrere Ebenen, etwa Bund und Länder. Dezentralisierung bedeutet, Entscheidungen und Aufgaben nicht nur zentral, sondern auch auf nachgeordneten oder regionalen Ebenen wahrzunehmen. Das Institut erforscht diese Themen wissenschaftlich und vermittelt die Idee des Föderalismus an die Öffentlichkeit.
Getragen wird das IFÖ von den österreichischen Ländern Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Es verfolgt drei Hauptziele: die wissenschaftliche Forschung und Förderung der Föderalismusforschung, die Weiterentwicklung des Föderalismus in Österreich und im europäischen Mehrebenensystem sowie die sachliche Fundierung öffentlicher Diskussionen über Föderalismus und Dezentralisierung. Bei der Weiterentwicklung sind besonders demokratische Leistungsfähigkeit, Effizienz und die ökonomische Theorie des Föderalismus wichtig.
Forschung und Vermittlung
Das Institut arbeitet in Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Es veröffentlicht wissenschaftliche Studien und mehrere Publikationsreihen, betreibt einen Blog sowie eine Föderalismus-Datenbank und organisiert Fachtagungen. Forschungsergebnisse werden außerdem über Newsletter, Newsbeiträge und Social Media verbreitet. Das Institut beantwortet regionale und nationale Medienanfragen zur aktuellen Föderalismusforschung.
Zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten über Föderalismus und Dezentralisierung schreibt das IFÖ jährlich den Föderalismuspreis aus. International ist es Mitglied der International Association of Centers for Federal Studies (IACFS). Es war 2002 und 2021 Träger und Veranstalter der jährlichen IACFS-Fachkonferenz. Außerdem fördert und unterstützt es die Winter School on Federalism and Governance, die von Eurac Research und der Universität Innsbruck ausgerichtet wird.
Fachbibliothek
Das Institut verfügt über eine Fachbibliothek, die als Präsenzbibliothek geführt wird. Das bedeutet, dass die Medien vor Ort benutzt werden. Sie steht allen Interessierten offen.
Der Bestand umfasste 2023 über 11.000 Medien: mehr als 3500 Bücher und 8000 ausgewählte Zeitschriftenartikel aus in- und ausländischen Fachzeitschriften. Inhaltliche Schwerpunkte sind Föderalismus, Dezentralisierung, Regionalismus und Regionalpolitik, Staatstheorie, öffentliche Finanzen und Wirtschaft, öffentliches Recht, Politik und öffentliche Verwaltung. Weitere Themen sind österreichische Geschichte, die Europäische Union sowie Südtirol, die Schweiz und Deutschland.
Entwicklung des Instituts
Das Institut wurde am 15. Juli 1975 unter dem Namen Institut für Föderalismusforschung an der Universität Innsbruck gegründet. Die Trägerländer Vorarlberg und Tirol gründeten es als außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtung. 1977 gründete das Institut gemeinsam mit anderen Zentren und Instituten der Föderalismusforschung die IACFS, wurde aber erst 1996 formell deren Mitglied. Im Jahr 2000 erhielt es den heutigen Namen Institut für Föderalismus.
Salzburg trat 1979 als drittes Trägerland bei, schied 2004 aus und wurde 2019 erneut Trägerland. Oberösterreich kam 2003 hinzu, Niederösterreich 2019. Peter Pernthaler leitete das Wissenschaftsinstitut vom Gründungsjahr bis Ende 2000. Seit 2001 ist Peter Bußjäger sein Nachfolger.
Leitung und Veröffentlichungen
Das Institut wird durch ein Kuratorium geleitet. Jedes der fünf Trägerländer entsendet vier Vertreter, die von der jeweiligen Landesregierung bestellt werden. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen den Trägerländern und wird jeweils von einem Vertreter eines Trägerlandes geführt.
Das Kuratorium entscheidet über wesentliche Angelegenheiten, insbesondere Arbeitsprogramm, Haushaltsplanung und Personalfragen. Zudem stellt es die Verbindung zu den Landesregierungen und Landtagen der fünf Trägerländer her.
Regelmäßige Veröffentlichungen und Informationen erscheinen unter anderem als „Föderalismus-Info“, „FÖDOKS“, „IFÖ-Schriftenreihe“, „IFÖ-Online Publikationen“ und „Föderalismusbericht“. Die Datenbank Föderalismus-Monitor stellt Kennzahlen und repräsentative Umfrageergebnisse zu Föderalismus in Österreich bereit. Mit den „IFÖ Talks“ produziert das Institut Interview-Videoclips zu Föderalismus-Themen.