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Informationstechnische Grundbildung
Informationstechnische Grundbildung (Informationstechnologische Grundbildung) oder auch Informationstechnischer Grundkurs (ITG) bezeichnete in Deutschland …
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Begriff und Bedeutung
Informationstechnische Grundbildung, auch Informationstechnologische Grundbildung oder Informationstechnischer Grundkurs (ITG), bezeichnete in Deutschland seit Anfang der 1990er Jahre ein schulisches Bildungsziel oder ein eigenes Fach. Ziel war es, Grundkenntnisse der Arbeit mit dem Computer zu vermitteln. Die ITG konnte fachübergreifend angelegt sein oder als eigenes Unterrichtsfach erscheinen.
Heute ist die Situation verändert: In den meisten Bundesländern gibt es in der Sekundarstufe I und in der gymnasialen Oberstufe ein eigenes Fach Informatik. Als Ausnahmen nennt der Artikel Berlin, Brandenburg und Hessen. Der Artikel weist außerdem darauf hin, dass er überarbeitet werden soll, weil es Überschneidungen mit Informatikunterricht gibt und Inhalte möglicherweise veraltet sind.
Entwicklung und Einordnung
Seit der Entwicklung der Netzwerktechnologien, besonders des Internets seit der Mitte der 1990er Jahre, wurde statt ITG häufig auch von Informations- und Kommunikationstechnischer Grundbildung (IKG) gesprochen. In Hessen wurde diese Bezeichnung verwendet. In der Berufsbildenden Schule gibt es das Fach im informations- und kommunikationstechnischen Handlungsfeld.
Mit der Zeit wurde deutlich, dass es nicht nur um Programmieren und Textverarbeitung geht. Die Einsatzfelder wurden breiter. Medienkompetenz und Methodenkompetenz wurden zunehmend als Schlüsselqualifikationen anerkannt. Auch die von der Gesellschaft für Informatik erstellten Bildungsstandards beziehen sich darauf; laut Artikel sind diese bislang nicht von der KMK anerkannt.
Unterrichtliche Umsetzung
Die Vermittlung informationstechnischer Grundkenntnisse wurde in den Unterricht aller Klassenstufen eingefügt und zusätzlich in verschiedene Unterrichtsfächer integriert, zum Beispiel in Deutsch. Auch die Grundschule wird einbezogen, dort besonders über den Sachunterricht.
In den ersten Jahren wurde ITG oft von Mathematiklehrkräften unterrichtet, später zunehmend von Informatiklehrkräften mit eigenem Studium. Für Lehrkräfte und Lehramtsanwärter aller Schulformen und Fächer gab es Unterstützungsmaßnahmen zum Kompetenzerwerb bei der Umsetzung der ITG, auch von kommerziellen Computerunternehmen.
Typische Inhalte
Zu den Inhalten der ITG gehörte der praktische Umgang mit verschiedenen Arten von Software: Textverarbeitungsprogramme, Tabellenkalkulationsprogramme, Präsentationsprogramme, Dateiverwaltungsprogramme, Bildbearbeitungsprogramme und Grafiksoftware.
Außerdem umfasste ITG Informations- und Kommunikationssysteme, Simulationen und Modellbildung. Vermittelt werden sollte auch die grundlegende Funktion von Hardware, also der technischen Bestandteile eines Computers, sowie von Prozessdatenverarbeitungen, zum Beispiel im naturwissenschaftlichen oder technischen Unterricht.
Beispiel aus der Lehrbuchentwicklung
Als frühes Beispiel nennt der Artikel das erste deutschsprachige Lehrbuch mit dem Titel Informationstechnische Grundbildung (ITG), das 1986 im Klett-Verlag erschien. Ideen- und Herausgeber war der Unternehmer Alfons Rissberger.
Rissberger zeigte laut Artikel bereits in der 2. Auflage von 1990 in seinem „Ausblick“ die Grundlagen und Auswirkungen von E-Learning eingehend auf. E-Learning bezeichnet Lernen mit elektronischen oder digitalen Medien.