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Impfung

Sie dient der Aktivierung des Immunsystems gegen spezifische Stoffe. Impfungen wurden als vorbeugende Maßnahme gegen Infektionskrankheiten entwickelt. Später …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip und Formen der Immunisierung
  2. 2. Verabreichung, Impfpläne und besondere Situationen
  3. 3. Wirksamkeit, Sicherheit und Nutzen
  4. 4. Empfehlungen, Herdenschutz und Impfpflicht
  5. 5. Geschichte und große Impfprogramme
  6. 6. Impfungen bei Tieren

Grundprinzip und Formen der Immunisierung

Eine Impfung ist die Gabe eines Impfstoffs, um vor einer meist übertragbaren Krankheit zu schützen. Sie aktiviert das Immunsystem gegen bestimmte Merkmale eines Erregers. Vorbeugende Impfungen richten sich vor allem gegen virale und bakterielle Infektionskrankheiten; außerdem gibt es Impfstoffe für Krebsimmuntherapien.

Bei der aktiven Impfung bildet der Körper selbst eine spezifische Abwehr. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger, die bei immunkompetenten Menschen die Krankheit nicht auslösen sollen. Totimpfstoffe enthalten abgetötete Erreger oder einzelne Bestandteile. Dazu gehören Toxoidimpfstoffe mit biologisch unwirksam gemachten Erregertoxinen, etwa Tetanus-Toxoid. RNA-Impfstoffe wurden 2020 erstmals gegen SARS-CoV-2 zugelassen.

Impfstoffbestandteile werden als körperfremde Antigene erkannt. Lymphozyten bilden daraufhin unter anderem langlebige Gedächtniszellen. Bei einem späteren Kontakt mit dem ähnlichen Antigen des echten Erregers entsteht schnell eine spezifische Abwehr: Plasmazellen produzieren Antikörper, während T-Lymphozyten und NK-Zellen an der zellulären Abwehr beteiligt sind. Totimpfstoffe benötigen meist mehrere Dosen für den Basisschutz und spätere Auffrischungen; Lebendimpfstoffe erzeugen nach wenigen Tagen einen tragfähigen Schutz. Verschiedene Lebendimpfstoffe werden gleichzeitig oder mit mindestens vier Wochen Abstand gegeben. Für Totimpfstoffe untereinander oder zusammen mit Lebendimpfstoffen sind keine notwendigen Abstände vorgesehen.

Bei der passiven Impfung erhält eine Person fertige Antikörper. Sie wirkt sofort, aber nur einige Wochen, weil keine Gedächtniszellen entstehen. Sie dient besonders als Notfallmaßnahme nach möglicher Ansteckung, etwa bei tetanusgefährdeten Wunden, Tollwutverdacht oder Kontakt mit Hepatitis-B-haltigem Blut. Bevorzugt werden monoklonale menschliche oder homologe Antikörper; tierische Fremdseren können Serumkrankheit oder einen allergischen Schock auslösen. Bei einer Simultanimpfung werden aktive und passive Impfung an möglichst weit voneinander entfernten Körperstellen verabreicht.

Eine natürliche passive Immunisierung ist der Nestschutz: Antikörper der Mutter gelangen über die Placenta zum ungeborenen Kind und schützen es einige Wochen bis Monate. Muttermilch liefert sekretorische Antikörper, die das Risiko von Magen-Darm-Erkrankungen senken, aber beispielsweise nicht vor Masern schützen.

Verabreichung, Impfpläne und besondere Situationen

Aktive Impfstoffe werden meist mit einer Spritze unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts verabreicht: intradermal in die Haut, subkutan unter die Haut oder intramuskulär in den Muskel. Üblich ist die intramuskuläre Injektion in den Oberarm; bei Kindern ist auch der Oberschenkel zulässig. Die Injektion aktiver Impfstoffe in den mittleren Gesäßmuskel gilt wegen geringerer Wirksamkeit und häufigerer Komplikationen als überholt. Manche Impfstoffe werden oral als Schluckimpfung oder nasal gegeben. Die Pulverinjektion in die Epidermis befindet sich in Entwicklung.

Eine Auffrischungsimpfung oder Boosterimpfung erneuert nach der Grundimmunisierung durch eine geringe Dosis meist binnen etwa einer Woche den Schutz. Die nötigen Abstände hängen von Erreger und Impfstoff ab. Gegen Keuchhusten und Diphtherie werden nach aktueller Empfehlung Auffrischungen alle zehn Jahre benötigt, gegen Influenza jährlich. Zusätzliche Teilimpfungen eines „2+1“- oder „3+1“-Schemas gehören dagegen zunächst zur Grundimmunisierung; sechs Monate danach folgt regulär die Auffrischung. Für COVID-19 verkürzte die STIKO am 21. Dezember 2021 den empfohlenen Boosterabstand für die betroffenen Grundimmunisierten von sechs auf mindestens drei Monate.

Kombinationsimpfstoffe schützen mit einer Injektion gegen mehrere Krankheiten und verringern Termine, Kosten und Belastung. Beispiele sind MMR gegen Masern, Mumps und Röteln, MMRV zusätzlich gegen Windpocken sowie hexavalente Impfstoffe gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B. Eine gesundheitliche Gefahr durch zusätzliche Impfstoffkomponenten bei unklarem Impfstatus besteht grundsätzlich nicht; nach sehr häufigen Tetanus- oder Diphtherieimpfungen wurden jedoch ausnahmsweise starke lokale Arthus-Reaktionen beobachtet.

Lebendimpfstoffe sind ab drei Monaten vor und während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Totimpfstoffe können im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel gegeben werden; im ersten nur bei dringender individueller Indikation. In der Stillzeit sind Impfungen allgemein ohne Beschränkung möglich. Menschen mit Immunschwäche erkranken häufiger und schwerer an vermeidbaren Infektionen. Totimpfstoffe gelten für sie als sicher, Lebendimpfstoffe können unter immunsuppressiver Therapie kontraindiziert sein und erfordern eine Einzelfallentscheidung; empfohlen wird ihre Gabe spätestens vier Wochen vor Therapiebeginn. Auch direkte Kontaktpersonen sollten vollständig geschützt sein.

Leichte Infekte bis 38,5 °C, frühere Fieberkrämpfe, Antibiotikaeinnahme und chronische Krankheiten sind laut Robert Koch-Institut keine allgemeinen Impfhindernisse. Auch eine Immunschwäche ist keine pauschale Gegenanzeige; Ausnahmen betreffen bestimmte Lebendimpfstoffe.

Wirksamkeit, Sicherheit und Nutzen

Keine Impfung schützt zu 100 Prozent. Sie senkt jedoch die Erkrankungswahrscheinlichkeit und häufig auch die Schwere des Verlaufs deutlich. Die Wirksamkeit wird anhand von Antikörpertitern und vor allem in klinischen Studien beurteilt, möglichst in randomisierten kontrollierten Studien. Dabei werden Laborwerte oder Häufigkeit und Schwere von Erkrankungen zwischen Impf- und Kontrollgruppe verglichen. Eine absichtliche Infektion mit schweren Erregern ist ethisch nicht vertretbar. In Europa erfolgt die Zulassung nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch die zuständigen Behörden; in Deutschland überwacht das Paul-Ehrlich-Institut Impfstoffe auch nach der Markteinführung.

Impfstoffe gegen stark veränderliche oder in vielen Untertypen vorkommende Erreger, etwa Influenza oder Pneumokokken, können teilweise vor allem schwere Komplikationen verhindern. Aluminiumhaltige Adjuvanzien sind Wirkungsverstärker, die die Immunantwort verbessern. COX-hemmende Schmerz- und Fiebermittel wie Acetylsalicylsäure sowie möglicherweise Paracetamol können die Antikörperbildung beeinträchtigen; deshalb wird empfohlen, einige Zeit vor und nach Impfungen darauf zu verzichten.

Typische Impfreaktionen sind vorübergehende Schmerzen, Spannung oder Schwellung an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Impfkomplikation geht darüber hinaus. Bei etwa 5 Prozent der Maserngeimpften treten milde, nicht ansteckende „Impfmasern“ auf, die nach 1–3 Tagen abklingen. Allergisch-anaphylaktische Schocks sind sehr selten: Im Artikel werden 33 Fälle bei 25,2 Millionen Dosen genannt, keiner davon tödlich. Bekannte Langzeitschäden, die erst Jahre nach der Impfung entstehen, gibt es nicht; Impfbestandteile werden rasch abgebaut. Sehr seltene Nebenwirkungen können allerdings erst durch langjährige statistische Beobachtung erkannt werden.

In Deutschland müssen Ärzte seit dem 1. Januar 2001 Verdachtsfälle melden, die über eine übliche Impfreaktion hinausgehen. Von 3328 Meldungen bis Ende 2003 bei etwa 30 Millionen Dosen jährlich galt nur bei 0,2 Prozent ein Zusammenhang als gesichert. Spontanmeldungen dienen dem Erkennen von Warnsignalen, erlauben allein aber keine zuverlässige Berechnung der Häufigkeit.

Hohe Impfquoten bremsen die Erregerzirkulation und können Herdenimmunität erzeugen, die auch Säuglinge, ältere oder immungeschwächte Menschen schützt. Die Basisreproduktionszahl R₀ bezeichnet die Zahl weiterer Personen, die ein Infizierter in einer ungeschützten Bevölkerung ansteckt. Unter idealen Bedingungen werden für Masern bei R₀ = 12–18 mindestens 83–94 Prozent Immunisierte benötigt; für Polio bei R₀ = 5–7 etwa 80–86 Prozent. Eine schnelle Impfaktion um einen Ausbruch heißt Riegelimpfung.

Impfprogramme senkten in den USA mehrere Erkrankungen um mehr als 92 Prozent und die entsprechenden Todesfälle um mindestens 99 Prozent. Die WHO erklärte die Welt 1980 für pockenfrei. Impfungen können auch wirtschaftlich günstig sein: Eine österreichische Modellrechnung von 2003 bezifferte die Ersparnis je Masernimpfung auf etwa 600 Euro. Eine fraktionierte Dosis kann bei Knappheit sinnvoll sein, wenn mit Teilmengen trotz geringerer individueller Wirksamkeit insgesamt mehr Fälle verhindert werden; dies wurde für Gelbfieber und Kinderlähmung gezeigt. Der Artikel nennt außerdem Studien zu positiven Begleiteffekten, etwa geringeren Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz; als mögliche Erklärung werden vermiedene Entzündungsprozesse genannt.

Empfehlungen, Herdenschutz und Impfpflicht

In Deutschland erstellt die Ständige Impfkommission (STIKO) den Impfkalender. Sie bewertet unter anderem das Risiko einer Infektion, Weitergabe, Krankenhaus- oder Intensivbehandlung und des Todes. Die Länder legen darauf beruhend öffentlich empfohlene Impfungen fest; seit dem 1. April 2007 übernehmen die Krankenkassen die Kosten der STIKO-Empfehlungen. In der Schweiz beraten das Bundesamt für Gesundheit und die Schweizerische Kommission für Impffragen, in Österreich der zuständige Impfausschuss.

Zu den Standardimpfungen für Kinder gehören unter anderem Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, Pneumokokken, Rotaviren, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und HPV. Weitere Impfungen richten sich nach Alter, Vorerkrankungen, Beruf, Reisegebiet oder besonderer Exposition, beispielsweise gegen Influenza, COVID-19, FSME, Hepatitis A, Meningokokken, Tollwut, Gelbfieber, Cholera oder Typhus. Im Januar 2023 empfahl die STIKO HPV-Impfungen vom 9. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr mit Nachholen bis 17, Herpes-Zoster-Impfung allgemein ab 60 Jahren und für Risikopersonen ab 18 sowie Diphtherie- und Tetanusauffrischungen für Erwachsene alle zehn Jahre.

Impfmüdigkeit bezeichnet das Vernachlässigen oder Ablehnen empfohlener Impfungen. Sinkt die Impfquote unter die für den Herdeneffekt notwendige Schwelle, werden besonders Menschen gefährdet, die nicht selbst geschützt werden können. Bei Masern empfiehlt die WHO wegen der hohen Ansteckungsfähigkeit mindestens 95 Prozent Durchimpfung. Gegenmaßnahmen sind Impfkalender, Beratung, Nachholimpfungen und die Europäische Impfwoche der WHO.

Eine Impfpflicht ist eine gesetzlich vorgeschriebene Impfung. Das deutsche Infektionsschutzgesetz erlaubt bei schweren, epidemisch drohenden Krankheiten entsprechende Rechtsverordnungen. Seit März 2020 verlangt das Masernschutzgesetz von nach 1970 Geborenen in bestimmten Gemeinschafts-, Gesundheits- und Flüchtlingseinrichtungen einen Nachweis des Masernschutzes. Impfgegner lehnen Impfungen grundsätzlich ab, etwa aus religiösen Gründen, wegen befürchteter Schäden oder aufgrund von Verschwörungserzählungen. Laut Artikel sind ihre zentralen Behauptungen wissenschaftlich widerlegt; die WHO zählt Impfskepsis zu den zehn größten weltweiten Gesundheitsgefahren.

Geschichte und große Impfprogramme

Pocken waren die erste Krankheit, gegen die Menschen gezielt immunisiert wurden. Chinesische Ärzte brachten pulverisierte Krusten leicht Erkrankter in die Nase; die erste gesicherte schriftliche Quelle stammt von Zhang Lu aus dem Jahr 1695. Lady Mary Wortley Montagu berichtete 1718 über ein ähnliches Verfahren im Osmanischen Reich. Während der Bostoner Pockenepidemie 1721 wurde die Variolation zur Eindämmung eingesetzt; Cotton Mather hatte davon durch den versklavten Afrikaner Onesimus erfahren.

Edward Jenner infizierte 1796 einen Jungen mit Kuhpocken und zeigte später dessen Schutz gegen Menschenpocken. Louis Pasteur formulierte 1864 die Keimtheorie und entwickelte mit Émile Roux 1881 einen Milzbrand- sowie 1885 einen Tollwutimpfstoff. Robert Koch wies 1876 den Milzbranderreger und 1881 das Tuberkulosebakterium nach. Emil von Behring führte 1890 die passive Immunisierung gegen Diphtherie ein und erhielt dafür 1901 den ersten Nobelpreis für Medizin.

Zu wichtigen Einführungsdaten gehören Pocken 1796, Tollwut 1885, Diphtherie 1923, Tetanus 1927, Influenza 1936, Polio 1955/1960, Masern 1968, Hepatitis B 1981, HPV 2006 und COVID-19 2020/21. Frühe Impfstoffe waren nicht immer sicher: Beim Lübecker Impfunglück 1930 starben 77 Kinder an einem verunreinigten Präparat. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Entwicklung, Prüfung und Produktion systematisiert; seit 1967 gibt es weltweite Impfprogramme unter Schirmherrschaft der WHO.

Das Pockenprogramm führte zur globalen Ausrottung: Der vorletzte natürliche Fall wurde 1977 in Somalia dokumentiert, der letzte Todesfall ereignete sich 1978 bei Janet Parker. Gegen Polio senkten Impfungen die deutschen Fallzahlen von 4670 im Jahr 1961 auf weniger als 50 im Jahr 1965. Wegen einer Vakzine-assoziierten Poliomyelitis nach Schluckimpfung mit einer Häufigkeit von 1:890.000 bei der Erstimpfung wird in Deutschland seit 1998 ein Totimpfstoff injiziert. Amerika gilt seit 1994, der Westpazifik seit 2000 und Europa seit 2002 als poliofrei; weltweit war die Krankheit laut Artikel noch nicht ausgerottet.

Masernfälle gingen mit steigenden Impfquoten stark zurück, doch Impflücken verursachten wiederholt regionale Epidemien. Ähnlich zeigt Keuchhusten den Zusammenhang zwischen Impfquote und Erkrankungshäufigkeit: In der DDR wurden bei etwa 90 Prozent Impfquote Kinder weitgehend geschützt; nach sinkenden Quoten stieg die Häufigkeit in den neuen Bundesländern von 0,2 Fällen je 100.000 Einwohner 1991 auf 20,4 im Jahr 2000.

Gegen mehrere Erreger, darunter HIV, Hepatitis C und viele Enteroviren, standen laut Artikel noch keine Impfstoffe zur Verfügung. Weiterentwicklungen nutzen gezielt gentechnisch erzeugte Antigene, neue Verabreichungsformen und therapeutische Impfungen. Seit 2006 sind Rotavirus- und HPV-Impfstoffe verfügbar; ein therapeutischer Impfstoff gegen Prostatakrebs wurde 2010 in den USA zugelassen.

Impfungen bei Tieren

Auch Haus- und Nutztiere werden geimpft; Empfehlungen für Deutschland erstellt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin. Tierimpfungen erfolgen meist subkutan und werden im Impfpass dokumentiert. Für Reisen innerhalb Europas benötigen Hunde, Katzen und Frettchen in der Regel eine gültige Tollwutimpfung im EU-Heimtierausweis. Staatlich angeordnete Impfungen dienen der Tierseuchenbekämpfung; eine Ringimpfung aller empfänglichen Tiere um einen Seuchenherd kann dessen Ausbreitung begrenzen.

Bei Hunden gelten Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis und Tollwut als Core-Komponenten, gegen die jeder Hund geschützt sein sollte. Katzen werden besonders gegen Katzenschnupfen und Panleukopenie geimpft; für Freigänger werden je nach Lage Tollwut und bis zum Alter von acht Jahren FeLV berücksichtigt. Vakzineassoziierte Fibrosarkome bei Katzen treten mit etwa 1:10.000 selten auf; deshalb wird bevorzugt in die Flanke geimpft. Frettchen können gegen Staupe und Tollwut, Kaninchen gegen Myxomatose und RHD geimpft werden. Für Pferde gelten Tetanus, Pferdeinfluenza sowie EHV-1 und EHV-4 als zentrale Impfungen; bei Turnieren ist die Influenzaimpfung vorgeschrieben.

Bei Nutztieren gelten besondere Seuchenregeln. Die prophylaktische Impfung gegen Maul- und Klauenseuche wurde 1991 in der EU verboten; im Ausbruchsfall ist grundsätzlich die Tötung betroffener Bestände vorgesehen, für Notfälle existiert eine Impfstoffbank. Bei Geflügel ist in Deutschland die Impfung bestimmter Hühnerbestände gegen Salmonella Enteritidis vorgeschrieben; für Hühner und Truthühner besteht außerdem Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit. Tierimpfungen können Erkrankungen verhindern, den Antibiotikaeinsatz senken und die Leistung landwirtschaftlicher Bestände verbessern.

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