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Horst Claus Recktenwald

Die Gewährleistung der Vollbeschäftigung nach den Erkenntnissen der neueren nationalökonomischen Forschung, Dissertation, Universität Mainz, 1949 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung, Hochschullehre und Forschung
  3. 3. H. C. Recktenwald-Preis für Nationalökonomie
  4. 4. Wichtige Werke und Herausgaben
  5. 5. Ämter und Ehrungen

Person und Bedeutung

Horst Claus Recktenwald (25. Januar 1920 in Spiesen – 28. April 1990 in Nürnberg) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, insbesondere Finanzwissenschaftler. Seine Arbeiten befassten sich mit der Ordnung und Steuerung der Wirtschaft, der Geschichte ökonomischer Lehrmeinungen sowie mit Theorie und Politik der öffentlichen Wirtschaft. Dazu gehörten unter anderem die Nutzen-Kosten-Analyse und das öffentliche Einnahmen- und Ausgabensystem.

Ausbildung, Hochschullehre und Forschung

Recktenwald studierte an der Universität Mainz, an der er promoviert wurde und sich habilitierte. Nach Professuren an den Universitäten Darmstadt und Freiburg im Breisgau wurde er 1963 auf den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwissenschaft, an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg berufen.

Er war unter anderem Mitherausgeber des Journal of Public Economics und der Zeitschrift Public Finance Quarterly. Außerdem begründete er eine Faksimile-Edition der Klassiker der Nationalökonomie. An den Kommentarbänden wirkten führende Forscher, darunter auch Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften, mit.

Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehörten Ordnungstheorie und Ordnungspolitik sowie dogmenhistorische Forschungen, also die Untersuchung der Entwicklung wirtschaftswissenschaftlicher Lehrmeinungen. Ein besonderer Gegenstand seiner Arbeit war Adam Smith; Recktenwald übersetzte dessen Werk Wealth of Nations ins Deutsche. Weitere Forschungsfelder waren die Theorie und Politik der öffentlichen Wirtschaft, die Nutzen-Kosten-Analyse sowie öffentliche Einnahmen und Ausgaben.

H. C. Recktenwald-Preis für Nationalökonomie

Hertha Auguste Recktenwald (4. März 1921–2. Februar 2008), Ehrensenatorin der Universität Erlangen-Nürnberg und Recktenwalds Ehefrau, gründete am 17. Dezember 1993 eine Stiftung. Ziel der Stiftung ist es, die Forschung auf dem Gebiet der Volkswirtschaftstheorie durch den H. C. Recktenwald-Preis für Nationalökonomie zu fördern.

Der Preis wurde erstmals 1995 verliehen. Als bisherige Preisträger nennt der Artikel Edmond Malinvaud (1995), Joseph E. Stiglitz (1998; Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 2001), Paul Krugman (2000; Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 2008), Paul Romer (2002) und Oliver E. Williamson (2004). Weitere Preisverleihungen sind nicht bekannt.

Wichtige Werke und Herausgaben

Recktenwalds Dissertation Die Gewährleistung der Vollbeschäftigung nach den Erkenntnissen der neueren nationalökonomischen Forschung erschien 1949 an der Universität Mainz. Seine Habilitationsschrift Steuerinzidenzlehre. Grundlagen und Probleme wurde 1958 veröffentlicht. Die Steuerinzidenzlehre untersucht die theoretische und empirische Verteilung von Abgaben und Kosten; eine überarbeitete und ergänzte zweite Auflage erschien 1966 unter dem Titel Steuerüberwälzungslehre. Theoretische und empirische Verteilung von Abgaben und Kosten. Eine englische Fassung erschien 1971 unter dem Titel Tax Incidence and income redistribution. An introduction.

Weitere eigenständige Schriften waren Das Kapitalbudget in finanz- und volkswirtschaftlicher Sicht (1962), Die Finanzwissenschaft unserer Zeit (1965), Ordnungstheorie und ökonomische Wissenschaft (1985), Vademecum zu einem frühen Klassiker der ökonomischen Wissenschaft (1987) sowie Die fränkische Universität Altdorf, deren zweite Auflage 1990 erschien.

Als Herausgeber veröffentlichte Recktenwald unter anderem Lebensbilder großer Nationalökonomen (1965), Gelehrte der Universität Altdorf (1966) und Finanztheorie (1969; zweite Auflage 1970). Er gab außerdem die Reihe Die Nobelpreisträger der ökonomischen Wissenschaft in vier Bänden heraus, bis Band 2 selbst und anschließend Karl-Dieter Grüske. 1974 war er Herausgeber und Übersetzer von Adam Smiths Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen. Zu seinen Nachschlagewerken gehören das Lexikon der Staats- und Geldwirtschaft (1983) und das Wörterbuch der Wirtschaft (1990).

Ämter und Ehrungen

Recktenwald war von 1978 bis 1981 Präsident des Institut International de Finances Publiques (IIPF) und anschließend dessen Ehrenpräsident. 1983 wurde er in die Leibniz-Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz gewählt.

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