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Hochschule für Politik München

Die Hochschule für Politik München (HfP) – Munich School of Politics and Public Policy ist eine institutionell selbständige Einrichtung an der Technischen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Auftrag
  2. 2. Entstehung und Neuordnung
  3. 3. Aktuelle Studiengänge
  4. 4. Früheres Diplomstudium
  5. 5. Institution, Lehre und Einordnung

Profil und Auftrag

Die Hochschule für Politik München (HfP), auch Munich School of Politics and Public Policy, ist eine institutionell selbständige Einrichtung an der Technischen Universität München (TUM). Sie bietet Studiengänge der Politikwissenschaft beziehungsweise Politischen Wissenschaft an. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts wird sie vom Bayerischen Landtag finanziert. Ihr Sitz ist seit 2016 das Brienner Forum am Königsplatz in München. Rektor ist seit 2021 Urs Gasser. Im Sommersemester 2023 hatte die Hochschule 608 Studierende; 2022 beschäftigte sie 59 Mitarbeiter.

Kennzeichnend ist die Verbindung einer politikwissenschaftlichen Ausbildung mit Themen an der Schnittstelle von Politik und Technik. Dabei geht es unter anderem darum, Folgen des technologischen Fortschritts für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu untersuchen, etwa in den Bereichen Energie, Umwelt, Klimawandel, Big Data, Datensicherheit und Mobilität. Big Data bezeichnet sehr große und vielfältige Datenmengen, deren Auswertung besondere technische Verfahren erfordert.

Entstehung und Neuordnung

Die HfP wurde am 14. Juli 1950 nach dem Zweiten Weltkrieg auf Veranlassung der US-Besatzungsmacht gegründet. Ihr Ziel war Reeducation, also Erziehung zur Demokratie, um die Demokratie im Nachkriegsdeutschland zu etablieren. Zunächst war sie eine Körperschaft des privaten Rechts. Seit dem 27. Oktober 1970 ist sie gesetzlich eine „institutionell selbständige Einrichtung an der Universität München“ und besitzt damit ein eigenes, nur für sie geltendes Hochschulgesetz. Deshalb gilt das Bayerische Hochschulgesetz für sie nur teilweise. Den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts hat sie seit dem 16. Februar 1981.

Lange bestehende Konflikte zwischen dem Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der HfP verschärften sich 2011 nach der Emeritierung des Rektors Peter Cornelius Mayer-Tasch. Die Sozialwissenschaftliche Fakultät der LMU hielt Lehrinhalte und Personal für reformbedürftig und wollte die gesetzlich vorgeschriebene Zusammenarbeit beenden. Der Bayerische Landtag richtete daraufhin 2012 einen Unterausschuss für ein Zukunftskonzept ein. Nach dem Willen aller Landtagsfraktionen sollten das berufsbegleitende Studium und der integrationswissenschaftliche Ansatz erhalten bleiben.

Am 24. November 2014 beschloss der Bayerische Landtag das Gesetz zur Neuausrichtung der HfP; es trat am 1. Dezember 2014 in Kraft und übertrug die Trägerschaft von der LMU an die TUM. Aus 350 Bewerbungen aus dem In- und Ausland wurden sieben Professoren berufen, die zum 1. März oder 1. Juli 2016 ihren Dienst antraten. Im Wintersemester 2016/17 begann der Bachelorstudiengang Politikwissenschaft, im Wintersemester 2017/18 der Masterstudiengang Politics & Technology. Beide können in Vollzeit oder Teilzeit studiert werden.

Aktuelle Studiengänge

Der Bachelorstudiengang Politikwissenschaft besteht seit dem Wintersemester 2016/17 und schließt mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Neben den klassischen Teilbereichen der Politikwissenschaft umfasst er Grundlagenmodule in Wirtschaft und Recht sowie Inhalte aus Technik- und Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin. Beispiele für behandelte Felder sind Mobilität, Energie, Big Data und Gesundheit. Im Wintersemester 2016/17 waren 80 Bachelorstudierende eingeschrieben, darunter 19 Teilzeitstudierende. 47 waren männlich und 33 weiblich; die Frauenquote betrug 41,25 %. Acht Studierende beziehungsweise 10,00 % kamen aus sieben Nationalitäten.

Der Masterstudiengang Politics & Technology besteht seit dem Wintersemester 2017/18 und endet mit dem Master of Science (M.Sc.). Er ist inter- und transdisziplinär: Er verbindet Politikwissenschaft mit anderen Fachgebieten und richtet sich auf Politikfelder zwischen Politik und Technik. Zu den politikwissenschaftlichen Modulen gehören „Democracy in the Digital Age“, „Governance of Big Transformations: Environmental, Social & Technological Aspects“ und „Global Governance, Ethics & Technology“. Zusätzlich werden ingenieur- und naturwissenschaftliche Module der TUM angeboten, etwa zu „Digital Technology“, „Urbanization, Mobility, Energy“, „Social Responsibility and Corporate Governance“ sowie „Economics & Policy“. Ein umfangreiches professorales Mentoringprogramm begleitet das Studium. Im Wintersemester 2017/18 studierten 34 Personen im Master, davon sechs in Teilzeit. 20 waren männlich, 14 weiblich; 15 Studierende beziehungsweise 44,12 % waren international und vertraten 13 Nationalitäten.

Studiengebühren erhebt die HfP nicht. Je Semester fällt nur der Studentenwerksbeitrag an.

Früheres Diplomstudium

Der Diplomstudiengang Politische Wissenschaft wird nicht mehr angeboten. Bereits begonnene Studien mussten bis zum 31. Dezember 2019 abgeschlossen werden. Im Wintersemester 2016/17 waren noch 183 Studierende eingeschrieben; 104 waren männlich und 83 weiblich, bei einer Frauenquote von 44,39 %. 31 Studierende beziehungsweise 16,58 % waren international und stammten aus 18 Nationalitäten.

Das Studium bestand aus einem jeweils abgeschlossenen Grund- und Hauptstudium. Es umfasste vier Lehrbereiche: Theorie der Politik, Recht und Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Internationale Politik und neueste Geschichte. Im Grundstudium wurden Grundkurse, Proseminare und Arbeitsgemeinschaften besucht; das Hauptstudium enthielt Vorlesungen, Hauptseminare und speziell auf das Diplom vorbereitende Seminare.

Auch Bewerber ohne Hochschulreife konnten nach bestandener Aufnahmeprüfung zum Grundstudium zugelassen werden. Für das Diplom mussten sie die allgemeine Hochschulreife durch Abitur- oder Begabtenprüfung nachholen; dafür gab es eigene Arbeitsgemeinschaften. Das Grundstudium dauerte vier Semester, bei Studierenden ohne Hochschulreife sechs Semester, und endete mit Diplom-Vorprüfung oder Abschlussprüfung. Das nur für Studierende mit Hochschulreife zugängliche Hauptstudium dauerte weitere vier Semester und endete mit der Diplomprüfung. Der Abschlussgrad lautete „Diplomaticus scientiae politicae Universitatis“ (Dipl.sc.pol.Univ.) und wurde von der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, zuvor von der Philosophischen Fakultät I, der LMU verliehen.

Institution, Lehre und Einordnung

Die Hochschulbibliothek wurde beim Umzug in die TUM-Bibliothek integriert. Die Zeitschrift für Politik erscheint vierteljährlich. Sie behandelt aktuelles politisches Geschehen sowie Theorien und Schriften klassischer Politik- und Sozialwissenschaftler.

An der reformierten HfP gibt es Professuren und Lehrstühle unter anderem für Digital Governance, Umwelt- und Klimapolitik, europäische und globale Governance, internationale Beziehungen, Public Policy, Computational Social Science and Big Data, Global Health, globale Sicherheit und Technologie, Policy Analysis, Political Data Science, Political Economy sowie politische Philosophie und Theorie. Governance bezeichnet dabei die Steuerung und Regelung gemeinsamer Angelegenheiten durch staatliche und andere gesellschaftliche Akteure.

Im Academic Ranking of World Universities der Jiaotong-Universität Shanghai erreichte die TUM beziehungsweise HfP 2023 im Fach Politikwissenschaft deutschlandweit Platz 6 in der Kategorie Global Ranking of Academic Subjects. Im CHE-Ranking erhielten beide Studiengänge sehr gute Bewertungen, besonders für Lehrangebot und Betreuung. Im Times Higher Education World University Ranking belegte die TUM als Trägerin der HfP 2025 weltweit Platz 26.

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