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Herpetologie

Die Herpetologie (von altgriechisch ἑρπετόν herpeton „kriechendes Tier“) ist die Lehre und Kunde von den Tierklassen der Amphibien (Lurche) und Reptilien …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Gegenstand und Teilgebiete
  2. 2. Fachgesellschaften und wissenschaftlicher Austausch
  3. 3. Ausgewählte Literatur und Fachzeitschriften

Gegenstand und Teilgebiete

Die Herpetologie ist ein Teilgebiet der Zoologie. Sie ist die Lehre und Kunde von den Tierklassen der Amphibien (Lurche) und Reptilien (Kriechtiere). Zu den Amphibien zählen Frösche, Kröten, Schwanzlurche, Molche und Schleichenlurche. Die Reptilien umfassen Schlangen, Echsen, Doppelschleichen, Schildkröten, Wasserschildkröten, Krokodile und Brückenechsen.

Die Herpetologie untersucht diese Tiergruppen umfassend. Ihre wichtigsten Arbeitsfelder sind:

  • Morphologie und Anatomie: Morphologie bezeichnet die Lehre vom Körperbau, Anatomie die Untersuchung des Aufbaus des Körpers.
  • Physiologie und Ethologie: Physiologie befasst sich mit den Lebensvorgängen, Ethologie mit den Verhaltensweisen der Tiere.
  • Embryologie und Genetik: Embryologie untersucht die Entwicklung, Genetik den Vererbungsmodus.
  • Paläontologie, Phylogenese und Taxonomie: Diese Bereiche erforschen die Stammesgeschichte, die Verwandtschaftsbeziehungen und die Klassifizierung der Amphibien und Reptilien. Dabei werden auch fossile Amphibien untersucht, beispielsweise Gerrothorax pulcherrimus aus der Trias.
  • Faunistik, Zoogeographie und Ökologie: Faunistik beschreibt die Tierwelt bestimmter Gebiete, Zoogeographie untersucht die Verbreitung und Ausbreitungsgeschichte von Tierarten, Ökologie ihre Beziehungen zur Umwelt.

Damit verbindet die Herpetologie heutige Untersuchungen lebender Tiere mit der Erforschung fossiler Formen und ihrer stammesgeschichtlichen Beziehungen. Sie umfasst sowohl Grundlagenforschung über Körper, Entwicklung und Evolution als auch Untersuchungen zur Verbreitung und zu den Umweltbeziehungen.

Herpetologisch interessierte Studierende wählen je nach Neigung ein Hauptfach aus den genannten Biowissenschaften. Das ist besonders dann erforderlich, wenn eine Hochschule kein eigenes Hauptfach Herpetologie anbietet.

Fachgesellschaften und wissenschaftlicher Austausch

Zahlreiche internationale, nationale und regionale Gesellschaften widmen sich der Herpetologie oder einzelnen ihrer Teilgebiete. Beispiele sind die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, die Österreichische Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH), die Societas Europaea Herpetologica (SEH), die Society for the Study of Amphibians and Reptiles (SSAR) und die Herpetological Society of Japan (HSJ).

Diese Gesellschaften bilden den organisatorischen Rahmen für die Beschäftigung mit Amphibien und Reptilien. Der wissenschaftliche Austausch erfolgt unter anderem über Fachliteratur und begutachtete Zeitschriften.

Ausgewählte Literatur und Fachzeitschriften

Die Literatur zur Herpetologie umfasst Übersichten über Lurche und Kriechtiere, Untersuchungen zu fossilen Amphibien, regionale Bestimmungs- und Artenwerke sowie Fachwörterbücher. Ein Beispiel ist der fünfte Band von Grzimeks Tierleben über Fische 2 und Lurche, herausgegeben von Günther E. Freytag, Bernhard Grzimek, Oskar Kuhn und Erich Thenius und veröffentlicht bei dtv in München 1980.

Zur Paläontologie gehört Hanna Hellrungs Arbeit über Gerrothorax pustulogomeratus, einen Temnospondylen aus dem Unteren Keuper von Kupferzell, die am 31. Januar 2003 in den Stuttgarter Beiträgen zur Naturkunde erschien. Auch ein 2008 in Nature veröffentlichter Beitrag über einen frühen Batrachier aus dem Unterperm von Texas und den Ursprung von Fröschen und Salamandern wird genannt.

Für Fachbegriffe gibt es das Wörterbuch der Herpetologie von K. Kabisch unter Mitarbeit von Johannes Klapperstück aus dem Jahr 1990. Ein historisch bedeutendes Werk ist J. N. Laurentis lateinische Schrift Specimen medicum …, die 1768 in Wien erschien und 217 Seiten umfasst.

Die Zeitschrift Herpetologica wurde 1936 gegründet. Sie erscheint vierteljährlich, wird von Experten begutachtet und veröffentlicht originale Forschungsarbeiten und Aufsätze zur Biologie von Reptilien und Amphibien. Als weitere Fachangebote werden Salamandra – German Journal of Herpetology und der Laurenti-Verlag für Feldherpetologie, Herpetologie und Säugetierkunde genannt.

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