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Haus der Solidarität Onlus
Das Haus der Solidarität fungiert als ein Sozialprojekt, das ökosoziale Organisationen und Menschen in schwierigen Lebenslagen beherbergt. Haus der Solidarität
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Aufgabe und Rahmen
Das Haus der Solidarität „Luis Lintner“ Onlus (HdS) ist eine Sozialgenossenschaft in Brixen in Südtirol, Italien. Es wurde 2002 vom Verein Haus der Solidarität eröffnet und nach dem Südtiroler Missionar Luis Lintner benannt, der 2002 starb. Sein Motto lautet „Kunterbuntes Zwischenwohnen.“
Das HdS ist ein Sozialprojekt für Menschen in schwierigen Lebenslagen und für ökosoziale Organisationen. Seine Schwerpunkte sind Resozialisierung und Überbrückung: Menschen erhalten vorübergehend Unterstützung, um eine Notlage zu bewältigen und wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Dabei arbeitet das Haus mit Einzelfallarbeit, also Unterstützung für einzelne Personen je nach ihrer Situation, und Gemeinwesenarbeit, also Zusammenarbeit und Begegnung im sozialen Umfeld. Der Aktionsraum ist Südtirol.
Unterstützung und Zusammenleben
Im Haus leben Südtirolerinnen und Südtiroler sowie Menschen mit Migrationshintergrund, die Hilfe benötigen. Dazu zählen unter anderem ausländische Mitbürger, Obdachlose, Haftentlassene, psychisch Kranke, sozial Schwache, kriminelle Jugendliche und Suchtkranke.
Das HdS will Grundbedürfnisse von Menschen in Not befriedigen. Im Alltag leben Einzelpersonen und Familien verschiedener Generationen, Kulturen, Religionen und Geschlechter zusammen. Das Haus möchte Solidarität praktisch umsetzen, Integration fördern, mit Nachhaltigkeit experimentieren und Not schnell sowie unbürokratisch lindern. Ein wichtiges Ziel ist ein Ausgleich und friedliches Zusammenleben zwischen Kulturen, Generationen und Religionen.
Arbeitsräume stellt das Haus der Organisation für eine solidarische Welt (oew), Oikocredit, Afzack und Otelo – Offenes Technologielabor zur Verfügung.
Besonderes Konzept
Kennzeichnend ist das Zusammenleben von Menschen, die im Leben stabil sind, mit Menschen in Schwierigkeiten sowie mit Organisationen und Initiativen. Die Beteiligten sollen sich gegenseitig bereichern.
Das HdS lässt sich nicht eindeutig nur als Flüchtlingseinrichtung, Notschlafstelle, Mehrgenerationenhaus, Cohousing-Projekt oder Coworking-Space beschreiben. Es verbindet diese Konzepte. Gleichzeitig begleitet es mehr als 50 Menschen, etwa psychisch oder körperlich Kranke, Haftentlassene, Geflüchtete und Suchtkranke, beherbergt fünf Organisationen und dient als Ort für Veranstaltungen und Begegnungen.
Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende arbeiten eng zusammen. Das Haus ist politisch, religiös und ideologisch frei und ungebunden. Es finanziert sich ohne öffentliche Beiträge und ist nach eigener Darstellung finanziell autonom. Neue Ansätze werden ausprobiert; Erfahrungen werden an Interessierte, Politik und Gesellschaft weitergegeben.
Zahlen und Wirkung
Nach den Angaben des Artikels hat das HdS bereits mehr als 1.000 Menschen in schwierigen Lebenslagen überbrückt; jährlich sind es mehr als 100 Personen. Es schrieb bisher jedes Jahr schwarze Zahlen und trug zwei Drittel eines Umbaus von über 1,5 Millionen Euro selbst.
Pro Jahr sind etwa 50 Gruppen im Haus zu Gast. Mehr als 20 Veranstaltungen finden jährlich statt, darunter das überregional bekannte Musikfestival Zugluft Open-Air; über 5.000 Personen kommen jährlich ins HdS. Das Haus arbeitete mit mehr als zehn Organisationen zusammen, und drei Start-ups gingen daraus hervor. Außerdem besteht regelmäßiger Kontakt zu Universitäten und Studierenden aus dem In- und Ausland, etwa für Austausch, Praktika und Forschungsarbeiten.
Auszeichnungen und Dokumentation
Für seine Arbeit erhielt das Haus 2008, 2010 und 2011 den Cultura-Socialis-Preis. 2013 bekam es gemeinsam mit den Comboni Missionaren den Bischof-Josef-Gargitter-Preis; die Laudatio hielt Martin M. Lintner, ein Neffe von Luis Lintner. 2018 erhielt das Haus den Alpine Pluralism Award in der Kategorie „Measures for managing social change brought by migration with mutual benefits for migrants and local host societies“.
Internationale Aufmerksamkeit erhielt das Projekt auch durch eine Reportage in der Süddeutschen Zeitung und durch eine Filmdokumentation von Andreas Pichler. Sein Dokumentarfilm Der Sechste Kontinent wurde am 7. Juni 2018 veröffentlicht und erreichte beim Alpine Pluralism Award 2018 den 1. Platz in derselben Kategorie.