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Gerard Toal
Gerard Toal (irisch: Gearóid Ó Tuathail) (* 21. September 1962 in Smithborough) ist ein irischer Geograph, der als Professor für Internationale Beziehungen …
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Geograph und Kritische Geopolitik
Gerard Toal, irisch Gearóid Ó Tuathail, (* 21. September 1962 in Smithborough) ist ein irischer Geograph und Professor für Internationale Beziehungen an der Virginia Tech in Blacksburg. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter der Kritischen Geopolitik.
Kritische Geopolitik untersucht geopolitische Vorstellungen und Argumentationen nicht als neutrale Beschreibungen von Raum und Macht, sondern fragt danach, wie solche Deutungen hergestellt werden. Toal beschäftigte sich zunächst mit der Dekonstruktion klassischer und aktueller geopolitischer Argumentationen im globalen Maßstab. Dekonstruktion bedeutet hier, die Voraussetzungen und die Entstehung solcher Argumentationen kritisch zu analysieren. Später konzentrierte er sich auf den Kaukasus sowie Bosnien-Herzegowina.
Ausbildung und Schriften
Toal studierte zunächst Geschichte und Geographie an der National University of Ireland und schloss 1982 mit dem Bachelor-Examen ab. 1984 machte er an der University of Illinois das Master-Examen in Geographie. 1989 wurde er an der Syracuse University im Fach Politische Geographie zum Ph.D. promoviert. Seine Dissertation hieß „Critical Geopolitics: The Social Construction of Place and Space in the Practice of Statecraft“; Doktorvater war John A. Agnew.
Zu seinen ausgewählten Schriften gehören „Critical geopolitics. The politics of writing global space“ (University of Minnesota Press, Minneapolis 1996, ISBN 0816626022), „Bosnia remade. Ethnic cleansing and its reversal“ (Oxford University Press, New York 2011, ISBN 9780199730360) und „Near Abroad: Putin, the West, and the Contest Over Ukraine and the Caucasus“ (Oxford University Press, New York 2017, ISBN 978-0-19-025330-1). Gemeinsam mit Simon Dalby gab er „Rethinking geopolitics“ (Routledge, New York 1998, ISBN 0415172500) sowie „The geopolitics reader“, 2. Auflage (Routledge, New York 2006, ISBN 0415341477), heraus.
Auf Deutsch erschienen 2001 die Beiträge „Geopolitik – zur Entstehungsgeschichte einer Disziplin“ und „Rahmenbedingungen der Geopolitik in der Postmoderne: Globalisierung, Informationalisierung und die globale Risikogesellschaft“ in „Geopolitik. Zur Ideologiekritik politischer Raumkonzepte“ (Promedia, Wien). Der erste Beitrag ist eine gekürzte, von Elisabeth Binder und Gerhard Hard übersetzte Fassung des ersten Kapitels von „Critical geopolitics. The politics of writing global space“.