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Frühlings Erwachen (Musical)

Frühlings Erwachen (Musical) ; Liedtexte, Steven Sater deutsch: Nina Schneider ; Literarische Vorlage, Frank Wedekind: Frühlings Erwachen ; Originalregie, Michael …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Aufbau
  2. 2. Handlung
  3. 3. Figuren
  4. 4. Musik und Instrumentierung
  5. 5. Aufführungen und Auszeichnungen

Überblick und Aufbau

„Frühlings Erwachen“ (englisch: „Spring Awakening“, deutscher Untertitel: „Das Rock-Musical“) ist ein Musical mit Musik von Duncan Sheik sowie Buch und Liedtexten von Steven Sater; die deutschen Liedtexte stammen von Nina Schneider. Es beruht auf Frank Wedekinds Drama „Frühlings Erwachen“ von 1891.

Die Handlung spielt im Deutschland des späten 19. Jahrhunderts, konkret 1891, und behandelt Pubertät, sexuelle Neugier, Leistungsdruck und die fehlende Aufklärung durch Erwachsene. Die Jugendlichen geraten in Konflikt mit einer bürgerlichen Moral, die über Sexualität nicht offen spricht. Das Musical besteht aus zwei Akten mit 11 Szenen im ersten und 10 Szenen im zweiten Akt. Die Originalregie führte Michael Mayer, die Choreographie stammt von Bill T. Jones.

Handlung

In einer kleinen deutschen Stadt erleben Wendla Bergmann, Melchior Gabor und Moritz Stiefel die Unsicherheiten des Erwachsenwerdens. Erwachsene lassen ihre Fragen zu Sexualität weitgehend unbeantwortet; statt Aufklärung wird weiterhin die Geschichte vom Storch vorgeschoben. Zu den Problemen gehören Schulleistungen, Ablösung vom Elternhaus, Sexualität und Erwartungsdruck.

Melchior ist ein guter, kritischer Schüler, der kirchliche Lehren ablehnt und Moritz mit einem bebilderten Essay über Unterschiede zwischen den Geschlechtern helfen will. Moritz ist schulisch schwächer und steht unter dem Anspruch seiner Eltern, sehr gute Leistungen zu erbringen. Obwohl er die erforderliche Punktzahl erreicht, wird er wegen der Entscheidung der Lehrer nicht versetzt. Als auch Melchiors Mutter ihm Geld für eine Flucht nach Amerika verweigert und seine Eltern ihm Vorwürfe machen, nimmt Moritz sich das Leben.

Melchior und Wendla zeugen bei einem Treffen auf einem Heuboden ein Kind. Melchior wird in eine Erziehungsanstalt geschickt: Die Erwachsenen machen ihn für Moritz’ Tod verantwortlich und werfen ihm vor, Schande über Wendla und ihre Familie gebracht zu haben. Wendlas Mutter erkennt anhand von Blässe und Übelkeit die Schwangerschaft, nachdem ein Arzt sie diagnostiziert hat. Sie bringt Wendla zu Herrn Schmidt, der das ungeborene Kind entfernen soll. Wendla stirbt nach dem erzwungenen Eingriff; als Todesursache wird Bleichsucht vorgeschoben.

Auch Martha Bessel und ihre Schwester Ilse stehen für Gewalt im Elternhaus: Martha berichtet, dass ihr Vater sie fast täglich schlägt und weitere schlimme Dinge mit ihr tut. Ilse wurde bereits aus dem Haus gesetzt und fand in einer Künstlerkolonie Unterschlupf.

Figuren

Wendla bemerkt die Veränderungen ihres Körpers und fragt ihre Mutter, wie Kinder entstehen. Diese erklärt nur, ein Kind entstehe, wenn ein Mann und eine Frau sich von ganzem Herzen lieben. Wendlas Unwissenheit und ihr späterer Tod machen die Folgen fehlender sexueller Aufklärung sichtbar.

Melchior vertraut weder auf die Aufklärung durch Eltern noch durch die Kirche und sucht selbst nach Antworten. Moritz kann mit seinen Gefühlen, körperlichen Veränderungen und dem schulischen sowie familiären Druck nicht zurechtkommen. Martha und Ilse verdeutlichen zusätzlich die Gefährdung Jugendlicher durch häusliche Gewalt und sexuelle Übergriffe.

Musik und Instrumentierung

Die Musik verbindet Rock-, Pop- und Folkrock-Songs. Lieder des ersten Akts sind unter anderem „Mama Who Bore Me“ / „Mama“, „All That’s Known“ / „Diese Welt“, „Touch Me“ / „Spür mich“, „The Dark I Know Well“ / „Was sich nicht erzählen lässt“ und „I Believe“ / „Ich vertrau’“.

Im zweiten Akt folgen unter anderem „The Guilty Ones“ / „Die Schuldigen“, „Don’t Do Sadness“ / „Mach’ nicht auf traurig“, „Blue Wind“ / „Winterwind“, „Left Behind“ / „Es bleibt zurück“, „Totally Fucked“ / „Im Arsch“, „Those You’ve Known“ / „Nicht mehr hier“ und „The Song of Purple Summer“ / „Das Lied vom Wind des Sommers“.

Die Orchestrierung verwendet Bass, Cello, Viola und Violine; Drums, Percussion, Glockenspiel, Tambourin, Djembé und Shaker; außerdem Gitarre, Harmonium, Piano und Zuspielband.

Aufführungen und Auszeichnungen

Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit wurde das Musical im Mai 2006 Off-Broadway uraufgeführt; die Off-Broadway-Premiere der Atlantic Theater Company lief vom 15. Juni bis 5. August 2006. Vom 10. Dezember 2006 bis 18. Januar 2009 war es im Eugene O’Neill Theatre in New York zu sehen. Die Londoner Produktion spielte vom 23. Januar bis 21. März 2009 im Lyric Hammersmith und anschließend bis 30. Mai im Novello Theatre.

Die deutschsprachige Erstaufführung hatte Previews ab 14. März 2009 und Premiere am 21. März 2009 im Wiener Ronacher; sie lief bis 30. Mai 2009. Die deutsche Erstaufführung folgte am 29. Juni 2011 am Deutschen Theater München, inszeniert von Matthias Davids in Nina Schneiders Neuübersetzung. Weitere aufgeführte deutsche Spielorte sind Theater Baden-Baden (17. Februar bis 30. März 2012), Oper Halle (10. Februar 2017 bis 20. Juni 2018), Junges Theater Bonn (25. April 2025 bis 24. Januar 2026) und Staatstheater Braunschweig (8. Mai bis 21. Mai 2026).

Das Werk erhielt acht Tony Awards, darunter Best Musical, Auszeichnungen für Buch, Originalmusik, Regie, Choreographie, Orchestrierung und Lichtdesign. Hinzu kommen vier Drama Desk Awards, der Grammy Award 2008 für Best Musical Show Album sowie weitere Preise, etwa der New York Drama Critics’ Circle Award für Best Musical. Für deutsche Inszenierungen liegen die Lizenzen bei Josef Weinberger Musikverlagszentrum Wien (Österreich), Musikverlag und Bühnenvertrieb Zürich (Schweiz) und Musik und Bühne Verlagsgesellschaft Wiesbaden (Deutschland).

Lernvideos zu Frühlings Erwachen (Musical)

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