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Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History

Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History · 1 Gebäude · 2 Gründung · 3 Tätigkeitsfelder · 4 Literatur · 5 Weblinks · 6 Einzelnachweise …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Leitung
  2. 2. Gründung und institutionelle Entwicklung
  3. 3. Forschung und Vermittlung

Einordnung und Leitung

Die Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History (frzph) ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Universität Flensburg. Sie ist direkt dem Präsidium der Hochschule zugeordnet und befindet sich im Prinzenpalais in Schleswig. Bis zum 31. Dezember 2018 trug sie den Namen Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZRG). Seit dem 1. Januar 2019 ist Uwe Danker alleiniger Direktor.

Die Einrichtung untersucht insbesondere die Zeit- und Regionalgeschichte Schleswig-Holsteins seit dem Beginn der Industrialisierung. Ihre Arbeit verbindet historische Forschung mit Fragen der Geschichtsdidaktik, also der Vermittlung und des Lehrens von Geschichte, sowie mit dem Einsatz Neuer Medien in der Geschichtsvermittlung.

Gründung und institutionelle Entwicklung

Die Vorgängereinrichtung IZRG wurde 1992 von der Landesregierung Schleswig-Holsteins neu gegründet. Anlass war die Einschätzung der SPD Schleswig-Holstein, die damals die Landesregierung bildete, sowie zahlreicher Geschichtsvereine und unabhängiger Forscher, dass die bisherige Forschung zur Zeitgeschichte und besonders zur NS-Zeit am Historischen Seminar der Universität Kiel größtenteils unzulänglich gewesen sei. In vielen Orten Schleswig-Holsteins waren seit dem Ende der 1970er Jahre Geschichtsvereine zur Erforschung der NS-Zeit entstanden. Zusätzlich wurde kritisiert, dass der damals zuständige Landeshistoriker noch 1984 die Phase des Nationalsozialismus als „zeithistorisch nicht besonders interessante politische Landschaft“ bezeichnet hatte.

Die Initiative zur Gründung ging vom „Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins“, vom „Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein“ (AKENS), vom SPD-nahen „Beirat für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein“ sowie vom SPD-Landtagsabgeordneten Kurt Hamer aus. Zum Institut gehörte ein Kuratorium, das die Arbeit begleiten und beraten sollte; es wird heute „Beirat“ genannt. Von Anfang an waren unter anderem der Arbeitskreis für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der AKENS und der Beirat für Geschichte darin vertreten. Später wurde auch die zuvor kritisierte Universität Kiel beteiligt. Manfred Jessen-Klingenberg war von 1998 bis zu seinem Tod Vorsitzender des Kuratoriums.

Die drei ersten Direktoren des IZRG waren Uwe Danker, Detlef Korte, der frühere Sprecher des AKENS, und der Historiker Gerhard Paul. Zwischen dem Kuratorium, den Direktoren und den beiden Gremien kam es bald zu einem großen und langanhaltenden Streit. Dieser endete auch nach dem Freitod Detlef Kortes im Jahr 1995 nicht. 1999 war die Verlängerung von Uwe Dankers Stelle unter anderem dadurch gefährdet, dass er nicht in die Liste der Berufungskommission aufgenommen wurde, der auch Gerhard Paul angehörte. Danker setzte sich schließlich mit anwaltlicher Hilfe durch. Nachdem Paul aus dem Institut ausgeschieden war, begann Danker 1999 gemeinsam mit dem neu hinzugewonnenen Kollegen Robert Bohn einen Neuanfang.

Am 9. November 2002 feierte das Institut in Schleswig mit einer Tagung zum Thema „Nationalsozialismus in der Provinz“ und in Anwesenheit der schleswig-holsteinischen Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave seinen zehnten Geburtstag. Erdsiek-Rave lobte die Arbeit des Instituts; Professor Bohn bezeichnete es als Erfolgsmodell. Nach einem Zeitungsbericht waren auch Grüne, FDP und CDU der Ansicht, das Institut sei aus turbulenten Phasen in ruhiges Fahrwasser gelangt. Danach übernahm es zahlreiche weitere Arbeitsaufträge und legte eine große Zahl von Veröffentlichungen vor.

Forschung und Vermittlung

Die frzph bearbeitet ihre Themen in Einzelvorhaben und größeren Projekten. Ihr zeitlicher und räumlicher Schwerpunkt liegt auf der schleswig-holsteinischen Zeit- und Regionalgeschichte seit dem Beginn der Industrialisierung.

Weitere Arbeitsbereiche sind die Fachdidaktik Geschichte und die Vermittlung historischer Inhalte mithilfe Neuer Medien. Inhaltlich mitverantwortlich ist die Forschungsstelle außerdem für VIMU, das „Virtuelle Museum – dansk-deutsche regionalhistorie“.

Die Forschungsergebnisse werden durch Publikationen und Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für Multiplikatoren, also Personen, die historische Inhalte an andere weitergeben, bietet die Einrichtung Schulungen und Materialien an.

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