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Fidula-Verlag

Die Fidula-Verlag Holzmeister GmbH ist ein Musikverlag, der sich auf Publikationen für Musik- und Tanzpädagogen spezialisiert hat.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entwicklung des Verlags
  3. 3. Tonträger und Standorte
  4. 4. Programm und Zielgruppen
  5. 5. Die Zeitschrift musikpraxis
  6. 6. Autorinnen und Autoren

Überblick

Die Fidula-Verlag Holzmeister GmbH ist ein deutscher Musikverlag. Er ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Emmelshausen im Hunsrück und spezialisiert sich auf Veröffentlichungen für Musik- und Tanzpädagogen. Zum Programm gehören Bücher, Noten und CDs mit Kinderliedern, Tänzen für jung und alt, musikpädagogische Fachbücher, Chorliteratur, Schul-Musicals und Materialien zum Klassenmusizieren.

Der Name Fidula ist der lateinische Name für die Fidel, ein mit der Violine verwandtes Instrument, das leicht zu bauen und leicht zu spielen ist. Der Name steht damit für ein pädagogisches Programm: Musik soll zugänglich sein und gemeinsames Singen, Spielen und Tanzen fördern.

Johannes Holzmeister gründete den Verlag 1948, wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Gründungszeit sollten neue Lieder Lebensfreude vermitteln, oft aus christlicher Sicht und als Gegenposition zu den „völkischen Ideen“ des Nationalsozialismus. Auch europäische Völkerverständigung war ein wichtiges Anliegen. Seit 1961 produzierte Fidula Schallplatten, später Musikkassetten, seit 1989 CDs sowie außerdem DVDs und Musicals.

Entwicklung des Verlags

Der Verlag wurde 1948 von Johannes Holzmeister (* 1923) in Stuttgart-Sillenbuch gegründet. Er wollte an Musikkulturen vor der Zeit des Nationalsozialismus anknüpfen, etwa an die Wandervogel-Bewegung und christliche Freizeiten. Die ersten Veröffentlichungen entstanden unter schwierigen Bedingungen: Papier war knapp, die Zuteilungen durch die englische Besatzungsmacht waren rationiert, und die Papierqualität war eher einfach.

Holzmeister sammelte Autorinnen und Autoren um sich, regte Neukompositionen an und gestaltete viele Veröffentlichungen mit eigenen Illustrationen und handgeschriebenem Notenbild. Seine Frau Lieselotte Holzmeister unterstützte den Verlag mit eigenen Liedtexten und Übersetzungen von Volks- und Kinderliedern, besonders aus Frankreich und anderen europäischen Ländern. Zu den frühen Veröffentlichungen gehörten der Fidula-Almanach, Liedpostkarten, die Liedblattreihe „Die Fidel“ von 1949 bis 1955 und die Reihe „Mosaik“ von 1956 bis 1990.

Ein wichtiger Bestandteil der Verlagstradition ist die Fidula-Tagung. Sie wurde laut Kurzbeschreibung seit 1951 jährlich durchgeführt; im Abschnitt zur Verlagsgeschichte wird die erste Tagung für 1952 in Ochsenhausen genannt. Sie richtet sich an Lehrer, Erzieher und Dozenten und findet im Juli oder August statt. In Arbeitskreisen, Vorträgen, beim Chorsingen und beim geselligen Tanzen erhalten die Teilnehmenden Anregungen für die musikalische Erziehung.

Tonträger und Standorte

Am 1. Oktober 1958 zog der Verlag nach Boppard-Buchenau. Diese Phase war stark durch Tonträger geprägt. Weil in Schulen, Vereinen und Gruppen zunehmend Plattenspieler genutzt wurden, begann Fidula mit Schallplattenproduktionen. Die erste Schallplatte erschien 1961 unter dem Titel „Lieder aus dem Zündschlüssel“ mit der Bestellnummer FF (FidulaFON) 1111. Die Schallplatten wurden von Anfang der 1960er Jahre an bei Pallas in Diepholz hergestellt.

1981 umfasste die FidulaFON-Liste über 100 verschiedene Schallplatten. Häufig wurden dazu Partituren oder Tanzbeschreibungen separat angeboten. Ab Anfang der 1980er Jahre erschienen viele Musikstücke auf Musikkassetten, rund zehn Jahre später überwiegend auf CDs. 1979 kam außerdem die erste Ausgabe der Zeitschrift „musikpraxis“ für Lehrerinnen und Lehrer heraus.

1991 übernahm Georg Holzmeister (1947–2023), der Sohn des Gründers, die alleinige Geschäftsführung; seit 1977 war er bereits Mit-Geschäftsführer. Johannes Holzmeister lebte seit 1977 mit seiner Frau in Salzburg, blieb nach seinem Rückzug aus der Geschäftsführung dort und starb 2002; Lieselotte Holzmeister starb 1994. 2012 übernahm Katharina Holzmeister die Geschäftsführung. Seit 1997 gibt es einen Fidula-Internetshop.

Von 2017 bis 2021 hatte der Verlag seinen Sitz in Koblenz. Seit Anfang 2022 befindet sich der Verlagssitz in Emmelshausen im Rhein-Hunsrück-Kreis. 2024 erhielt der Fidula-Verlag als erster deutscher Musikverlag den Deutschen Verlagspreis.

Programm und Zielgruppen

Das Verlagsprogramm umfasst über 1500 verschiedene Noten, Bücher und Tonträger. Es richtet sich besonders an Menschen, die Musik praktisch vermitteln: etwa Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Chorleitungen sowie Tanz- und Musikpädagogen.

Die wichtigsten Programmbereiche sind Liederbücher und Hörspiele für Kinder, junge Leute und Erwachsene; Tänze für Kinder, jedes Alter, Tanzgeübte, Senioren und Behinderte; musikpädagogische Materialien; Instrumentalmusik; Schulmusicals für Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe; sowie Chormusik.

Zur Musikpädagogik gehören unter anderem die Zeitschrift „musikpraxis“, Materialien zu Stimme und Rhythmus, Theater und Bühne, Klassenmusizieren, Vielfalt Musik und Spiele mit Musik. Bei der Instrumentalmusik erscheinen Klaviermusik, Instrumentalschulen sowie Stücke für Rhythmusensembles und gemischte Ensembles. Außerdem wurden bereits über 20 Reihenveröffentlichungen publiziert.

Die Zeitschrift musikpraxis

Seit 1979 erscheint im Fidula-Verlag die Zeitschrift „musikpraxis – Arbeitshilfen für Musik in Kindergarten und Grundschule“. Sie ist als praktische Unterstützung für Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte gedacht. Hermann Große Jäger war bis 1997 Herausgeber; unter seiner Verantwortung erschienen insgesamt 76 Hefte. Ab 1998 übernahmen fünf Jahre lang Klaus Holthaus und Brigitte Schmitter-Wallenhorst die Herausgabe. Von 2003 bis 2023 leitete Werner Beidinger das Autorenteam. Seit 2024 wird die Zeitschrift verlagsintern geleitet.

Die pädagogische Grundidee der Zeitschrift betont spielerische, emotionale, bildhafte und körperbezogene Zugänge zur Musik. Eine rein kognitive Ausrichtung soll bei Grundschulkindern nicht im Vordergrund stehen. Viele Materialien sind nicht streng an eine Altersgruppe gebunden, sondern können durch Varianten für unterschiedliche Zielgruppen angepasst werden.

Ein zentrales Prinzip ist die Verbindung von Musik und Bewegung. Beide Ausdrucksformen sollen gleichwertig wirken und Kindern verschiedene Zugänge zu Themen, Klängen, Rhythmen und Gestaltungsformen eröffnen. Die Zeitschrift stellt regelmäßig Lieder, Verse, Tänze, Bewegungsspiele, Bilderbücher, Hörbeispiele und Stimmbildungsübungen vor. Sie behandelt auch Reihen wie Pentatonik, Instrumentenbau und „InFlagranti: Musikgeschichte“. Ihr Schwerpunkt liegt auf lebendigen Praxisbeispielen, die Musikalität, Kommunikation und Kreativität fördern sollen.

Autorinnen und Autoren

Fidula veröffentlichte bisher Werke von über 160 Autorinnen und Autoren. Zu den prägenden Personen der ersten 25 Jahre gehörten unter anderem Lieselotte Holzmeister, Hannes Hepp, Anneliese Gass-Tutt, Wilhelm Keller, Richard Rudolf Klein, Felicitas Kukuck, Heinz Lemmermann, Hans-Günter Lenders, Heinz Maruhn und Hans Poser.

Diese Autorinnen und Autoren trugen mit Liedtexten, Kanons, Tanzbeschreibungen, musikpädagogischen Reihen, Instrumentalsätzen, Kinderliedern, Kantaten und Singspielen zum Profil des Verlags bei. Später kamen zahlreiche weitere Autorinnen und Autoren hinzu, darunter Tjark Baumann, Werner Beidinger, Yela Brodesser, Uli Führe, Erwin Grosche, Wolfgang Hering, Klaus Holthaus, Michel Widmer und viele andere. Für das Verständnis des Verlags ist vor allem wichtig, dass sein Programm stark von praktischer Musikpädagogik, gemeinschaftlichem Singen, Tanzen und Arbeiten mit Kindern geprägt ist.

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