Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Etteln

Etteln ist der südliche Ortsteil der Gemeinde Borchen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Etteln. Gemeinde Borchen.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Geschichtliche Entwicklung
  3. 3. Bevölkerung und Politik
  4. 4. Verkehr, Bildung und Digitalisierung
  5. 5. Kirche und Sehenswürdigkeiten

Überblick und Lage

Etteln ist der südliche Ortsteil der Gemeinde Borchen im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen. Der Ort liegt bei 51° 37′ 38″ N, 8° 45′ 47″ O auf 162 m ü. NN. Seine Fläche beträgt 23,28 km². Am 15. Mai 2022 hatte Etteln etwa 1.740 Einwohner; dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 75 Einwohnern je km².

Etteln liegt auf der Paderborner Hochfläche und wird von der Altenau durchflossen. Angrenzende Orte sind, vom Westen aus im Uhrzeigersinn, Niederntudorf, Alfen, Kirchborchen, Dörenhagen, Henglarn, Helmern und Haaren.

Geschichtliche Entwicklung

In der Nähe von Etteln liegt die Wallburg Gellinghausen. Sie wurde vermutlich bereits von Kelten genutzt und diente offenbar bis ins Hochmittelalter als Schutzburg für die Bewohner der Umgebung.

Die erste schriftliche Erwähnung Ettelns stammt aus dem Jahr 1031; der Ort heißt dort „Etlinun“. Der Ortsname wird als „An der Berglehne“ oder „Am Abhang“ gedeutet.

Von 1597 bis etwa 1611 fanden auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Borchen Hexenprozesse statt. In Etteln wurden 13 Menschen angeklagt; neun Personen wurden wegen angeblicher Zauberei verbrannt.

1646 brannten schwedische Truppen den Ort nieder. Weitere Dorfbrände ereigneten sich 1731 und 1733. Bis zu den Napoleonischen Kriegen gehörte Etteln zum Hochstift Paderborn. Von 1807 bis 1813 war der Ort im Königreich Westphalen eine Gemeinde im Kanton Atteln, Distrikt Paderborn, Departement der Fulda. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum neuen Kreis Büren und dort zum Amt Atteln.

Im Juli 1965 traf die Heinrichsflut Etteln schwer; vier Kinder ertranken. Durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde Etteln am 1. Januar 1975 in die Gemeinde Borchen eingegliedert und kam mit ihr zum Kreis Paderborn.

Bevölkerung und Politik

Die Einwohnerzahl entwickelte sich unterschiedlich: 1818 lebten 860 Menschen in Etteln, 1871 waren es 1.096. Nach 1.067 Einwohnern 1885 sank die Zahl auf 988 im Jahr 1905. 1933 wurden 1.071 und 1939 1.066 Einwohner gezählt. 1946 stieg die Zahl auf 1.565, 1961 lag sie bei 1.276. Danach wurden 1.391 Einwohner 1970, 1.451 im Jahr 1974, 1.944 im Jahr 2005 und 1.857 im Jahr 2019 angegeben.

Ortsvorsteherin ist seit 2025 Kornelia Wegener (CDU). Bei der Kommunalwahl 2009 für den Borchener Gemeinderat entfielen in Etteln 54,90 % der Stimmen auf die CDU, 22,04 % auf die SPD, 14,80 % auf die Borchener Bürger Union, 4,90 % auf die Freie Wählergemeinschaft Borchen und 3,37 % auf die FDP.

Verkehr, Bildung und Digitalisierung

Der Autobahnanschluss Borchen-Etteln liegt an der A 33 (Bad Wünnenberg–Paderborn–Bielefeld), drei Kilometer nördlich des Autobahnkreuzes Wünnenberg-Haaren mit der A 44 Dortmund–Kassel. Die südliche Verlängerung der A 33 ist die B 480 in Richtung Brilon–Winterberg.

An Werktagen verbindet die Buslinie R82 Etteln im Halbstundentakt nach Norden mit Kirchborchen und Paderborn sowie nach Süden mit dem Altenautal und Lichtenau. Im Ort bestehen eine Grundschule und ein katholischer Kindergarten.

Am 31. Oktober 2024 erhielt Etteln für das Projekt „Digitaler Dorfzwilling“ den ersten Preis des weltweiten Smart-City-Wettbewerbs des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), vor Hongkong. Mehr als 60 Freiwillige verlegten dabei in über 3.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit rund 30 Kilometer Glasfaserleitungen.

Kirche und Sehenswürdigkeiten

Die katholische Pfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus wurde 1748 im barocken Stil errichtet und den Aposteln Simon und Judas Thaddäus geweiht. 1953 wurde ein Querschiff angebaut. Die evangelisch-lutherischen Einwohner gehören zur Kirchengemeinde Lichtenau.

Etwas außerhalb des Ortes steht die Kluskapelle St. Lucia. Sie wurde 1677 erbaut und am 21. Oktober 1681 durch Nicolaus Steno (Niels Stensen) der heiligen Lucia geweiht. Anlass war die Genesung des Bischofs Ferdinand von Fürstenberg von einer schweren Krankheit. Nachdem die ursprüngliche Glocke gestohlen worden war, erhielt die Kapelle 1867 eine neue Glocke.

Die Hünenburg Gellinghausen nordwestlich von Etteln weist Nutzungsphasen zwischen 700 v. Chr. und 1200 n. Chr. auf. Zum Teufelsstein am Steg gehört eine Sage: Der Teufel soll einen Felsbrocken nach einem christlichen Missionar und bekehrungswilligen Heiden geworfen haben; der Stein sei jedoch am Abhang liegen geblieben und werde seitdem Teufelsstein genannt.

Weiterlesen