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Ernst Weymar
Bereits 1970 unterschied er das überprüfbare Sachurteil vom moralischen Werturteil im Geschichtsunterricht, woran Karl-Ernst Jeismann anknüpfte. Grundlegend …
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Historiker und Geschichtsdidaktiker
Ernst Weymar (* 18. Mai 1920 in Waldlaubersheim; † 1. Juni 1986) war ein deutscher Historiker und Geschichtsdidaktiker. Er lehrte ab 1960 als Professor an der Pädagogischen Hochschule Osnabrück. Diese Hochschule wurde 1973 zur Universität ausgebaut.
Seine Arbeit befasste sich besonders mit Geschichtsunterricht, Schulbüchern, politischer Bildung und der Theorie der Geschichtswissenschaft. Damit ist er vor allem für Fragen wichtig, wie Geschichte wissenschaftlich erforscht, erklärt und vermittelt werden kann.
Ausbildung und akademischer Weg
Weymar absolvierte zunächst eine Ausbildung als Kraftfahrzeughandwerker. 1951 erwarb er das Abitur. Anschließend studierte er Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und wurde dort 1958 promoviert.
Nach einer kurzen Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an derselben Universität übernahm er 1960 eine Professur in Osnabrück.
Grundideen für den Geschichtsunterricht
1970 unterschied Weymar im Geschichtsunterricht zwischen zwei Arten von Urteilen:
- Ein Sachurteil ist überprüfbar; es bezieht sich auf historische Tatsachen und Zusammenhänge.
- Ein moralisches Werturteil bewertet historische Vorgänge nach moralischen Maßstäben.
An diese Unterscheidung knüpfte Karl-Ernst Jeismann an. Weymar gliederte die Geschichtswissenschaft außerdem grundlegend in Geschichtsforschung, Geschichtstheorie und Didaktik der Geschichte. Geschichtsforschung untersucht die Vergangenheit, Geschichtstheorie befasst sich mit Grundlagen und Vorgehensweisen des Faches, und Didaktik der Geschichte behandelt das Lehren und Lernen von Geschichte. Zusammen mit anderen rückte Weymar das Geschichtsbewusstsein ins Zentrum der Geschichtswissenschaft.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Zu Weymars Veröffentlichungen gehören „Die neuere Geschichte in den Schulbüchern europäischer Länder“ (1956), „Das Selbstverständnis der Deutschen. Ein Bericht über den Geist des Geschichtsunterrichts der höheren Schulen im 19. Jahrhundert“ (1961; beruhte auf seiner Dissertation von 1958) und „Geschichte und politische Bildung“ (1967).
Seine Überlegungen zu Urteilen im Unterricht veröffentlichte er in „Werturteile im Geschichtsunterricht“ (1970), S. 198–215. Spätere Arbeiten waren „Geschichtswissenschaft und Theorie. Ein Literaturbericht“ (1979), „Dimensionen der Geschichtswissenschaft. Geschichtsforschung – Theorie der Geschichtswissenschaft – Didaktik der Geschichte“ (1982) sowie „Das Europäische Geschichtsbild in deutschen Schulbüchern“ (1983), S. 134–161.
Gemeinsam mit Eberhard Jäckel gab er 1975 „Funktion der Geschichte in unserer Zeit“ heraus.