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Erasmus Darwin

April 1802 in Derby) war ein britischer Universalgelehrter. Sein wissenschaftliches Hauptwerk ist die zweibändige medizinische Abhandlung Zoonomia (1794–1796), …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lebensweg
  2. 2. Ideen zur Entwicklung des Lebens
  3. 3. Erfindungen und technische Vorschläge
  4. 4. Digitalis bei Wassersucht
  5. 5. Schriften, Dichtung und Erinnerung

Überblick und Lebensweg

Erasmus Darwin (* 12. Dezember 1731 in Elston; † 18. April 1802 in Derby) war ein britischer Universalgelehrter, also ein vielseitig tätiger Gelehrter. Er arbeitete als Arzt, Naturwissenschaftler, Dichter und Erfinder. Sein wissenschaftliches Hauptwerk war die medizinische Abhandlung Zoonomia, or, The Laws of Organic Life, die 1794–1796 in zwei Bänden erschien und insgesamt drei Auflagen erlebte. Er war der Vater von Robert Darwin sowie Großvater von Charles Darwin und Francis Galton.

Darwin studierte ab 1750 am St John’s College in Cambridge und anschließend Medizin an der Edinburgh Medical School (Oktober 1753 bis Frühsommer 1756). Den Bachelor der Medizin erwarb er im Juni 1755 in Cambridge. Am 9. April 1761 wurde er Mitglied der Royal Society. Er gehörte außerdem zu den Mitbegründern der Lunar Society, deren Mitglieder unter anderem James Watt und Matthew Boulton waren; Benjamin Franklin war korrespondierendes Mitglied.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Mary Howard lebte Darwin mit Mary Parker zusammen; aus dieser Verbindung gingen zwei uneheliche Töchter hervor. 1781 heiratete er Elizabeth Sacheveral Pole. Mit ihr hatte er sieben weitere Kinder, darunter Frances Anne Violetta, die Mutter von Francis Galton. Seit 1792 war Darwin Mitglied der American Philosophical Society.

Darwin gründete für botanische Übersetzungen eine Botanical Society at Lichfield. Diese gab 1783 A system of vegetables heraus, eine Übersetzung von Carl von Linnés Systema vegetabilium in der Ausgabe Johan Andreas Murrays von 1774. 1787 folgte The families of plants nach der 7. Auflage von Linnés Genera Plantarum, herausgegeben von Johann Jacob Reichard 1778.

Ideen zur Entwicklung des Lebens

In Zoonomia formulierte Darwin Vorstellungen über die stammesgeschichtliche Entwicklung der Organismen. Er vertrat die Idee, dass alles Lebendige von einem gemeinsamen Vorfahren abstamme. Daraus folgerte er, dass sich ein Stammbaum aller Lebensformen konstruieren lassen müsse.

Fossilien ausgestorbener Tierarten führten ihn zu dem Schluss, das Leben auf der Erde habe sich aus mikroskopisch kleinen Muscheln entwickelt. Für die Entstehung neuer Arten entwickelte er Gedanken, die teilweise den späteren Ideen Jean-Baptiste de Lamarcks beziehungsweise dem Lamarckismus ähnelten. Außerdem dachte Darwin über die Wirkung von „sexual selection“ und Konkurrenz auf die Bildung von Arten nach. „Sexual selection“ bezeichnet hier die Auslese durch Unterschiede beim Fortpflanzungserfolg.

Der Artikel weist darauf hin, dass die Angaben im Abschnitt zu Darwins Wirken nicht hinreichend belegt sind; einzelne Aussagen könnten daher unsicher sein.

Erfindungen und technische Vorschläge

Darwin betätigte sich neben Medizin, Dichtung und Naturwissenschaft auch als Erfinder. Für Josiah Wedgwood entwickelte er beispielsweise eine horizontale Windmühle.

Er entwarf außerdem eine verbesserte Kutschenlenkung. Sein Achsschenkel-Design wurde mit vier Gelenkstangen rekonstruiert, die ein gleichschenkliges Trapez bilden. Richard Lovell Edgeworth erfuhr 1765 von diesem Entwurf, veranlasste eine Untersuchung durch die Society of Arts und besuchte Darwin anschließend selbst.

Auf Fahrten zu Hausbesuchen notierte Darwin weitere mögliche Erfindungen, darunter Wasserklosetts, eine Kohlenlore, eine „Sprechmaschine“, eine mechanische Fähre, Kreiselpumpen und Raketenantriebe. Er ließ jedoch keine Erfindung patentieren, weil dies nach seiner Auffassung seinem Ruf als Arzt geschadet hätte. Stattdessen ermunterte er Freunde, eigene Veränderungen seiner Arbeiten patentieren zu lassen.

Digitalis bei Wassersucht

1780 veröffentlichte Darwin die englische Übersetzung der Dissertation seines Sohnes Charles. Sie enthielt neun Fallberichte zur therapeutischen Wirkung von „Digitalis“ bei „Wassersucht“ und gilt im Artikel als die ersten jemals veröffentlichten Fallberichte dieser Art. Sie erschienen fünf Jahre vor William Witherings Schrift An account of the foxglove, and some of its medical uses, deren Vorwort auf den 1. Juli 1785 datiert ist.

In einem am 14. Januar 1785 datierten, am 16. März 1785 vor dem Royal College of Physicians of London vorgelesenen Beitrag erklärte Darwin, dass er die Fallberichte ergänzt habe. Beim Wiederabdruck der Dissertation in Zoonomia (1794) fügte er eine ähnliche Anmerkung hinzu. Beide Male nannte er Withering nicht und erläuterte nicht, wie er auf die Behandlungsmethode gekommen war.

Witherings vierte Krankengeschichte entspricht Darwins erstem Fallbeispiel: Beide wurden am 25. Juli 1776 zu einer an Wassersucht leidenden Miss Hill gerufen, bei der übliche Behandlungen nicht geholfen hatten. Withering schlug Digitalis vor, mit dem er bereits Erfahrung hatte. Auch in The loves of the plants (1789) verwies Darwin in einer Fußnote zu Digitalis auf die übersetzte Dissertation seines Sohnes.

Schriften, Dichtung und Erinnerung

Zu Darwins wichtigsten Büchern zählen The botanic garden in zwei Teilen: The loves of the plants (1789) und The economy of vegetation (1791, tatsächlich 1792). Zoonomia erschien zuerst 1794–1796 in zwei Bänden, danach 1796 in zweiter Auflage und 1801 als dritte, korrigierte Auflage in vier Bänden. Weitere Werke waren A plan for the conduct of female education in boarding schools (1797), Phytologia; or the philosophy of agriculture and gardening (1800) und das nach seinem Tod erschienene Gedicht The Temple of Nature; or, The Origin of Society (1803).

Er veröffentlichte zudem Beiträge unter anderem zu Wasserdampf, Bluthusten, tierischen Flüssigkeiten, Schielen, einer künstlichen Wasserquelle, Digitalis, der Ausdehnung von Luft und atmosphärischer Kälte. Seine poetische Arbeit wurde auch parodiert: George Canning veröffentlichte am 16. April 1798 in The Anti-Jacobin, or, Weekly Examiner die Parodie The Loves of the Triangles auf The loves of the plants.

1815 benannte Edward Rudge die Pflanzengattung Darwinia aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) nach Erasmus Darwin.

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