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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Dreizeiler

Für deren Reimschema gibt es zahlreiche Varianten, zunächst der Terzinenform entsprechend [aba bab] und außerdem: [aab ccb]: [abc abc]: [aab bcc]: [abc cab].

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Reimschemata
  2. 2. Terzine und Sonett
  3. 3. Vorkommen in europäischen Literaturen
  4. 4. Außereuropäische Formen

Definition und Reimschemata

Ein Dreizeiler, auch Tristichon oder Terzett genannt, ist in der Verslehre eine Strophen- oder Gedichtform aus drei Versen. Er kann als einzelne Strophe oder als ganzes Gedicht auftreten.

Bei gereimten Dreizeilern gibt es vor allem zwei Grundmöglichkeiten: ein Reimpaar mit einer Waisenzeile, also einer nicht gereimten Zeile, oder drei Zeilen mit gleichem Reim. Häufige Reimschemata sind [axa], seltener [xaa] oder [aax]; bei gleichem Reim lautet das Schema [aaa].

Terzine und Sonett

Bekannte dreizeilige Strophenformen der italienischen Dichtung sind das Ritornell und die Terzinenstrophe. Die Terzinenstrophe ist die klassische Strophe in Dantes Divina Commedia.

Die Terzinenform zeigt, wie Reime über einzelne Strophen hinaus miteinander verbunden werden können. Dabei wird der Reim des alleinstehenden Verses in der nächsten Strophe als Paarreim wieder aufgenommen. Das Grundschema lautet: [aba bcb cdc ded ...].

Am Ende kann wieder der Reim des Reimpaars der ersten Strophe aufgegriffen werden. Bei vier Strophen ergibt sich dann: [aba bcb cdc dad]. Eine andere Schlussform ist die sogenannte Waisenterzine, also eine Terzine mit einer ungereimten Waisenzeile: [aba bcb cdc dxd].

Auch die beiden abschließenden Terzette im Sonett gehören zu den Dreizeilern. Für ihre Reimschemata gibt es viele Varianten, zum Beispiel [aba bab], [aab ccb], [abc abc], [aab bcc] oder [abc cab].

Vorkommen in europäischen Literaturen

In der französischen Dichtung gibt es das Tercet als Nachbildung der Terzine. Es erscheint im 16. Jahrhundert bei Baïf, Jodelle und Desportes, im 19. Jahrhundert bei Gautier und Banville und im 20. Jahrhundert bei Aragon und Éluard.

Einreimige Dreizeiler, französisch tercets monorimes, kommen in der mittelfranzösischen lyrischen und dramatischen Dichtung vor. In der Neuzeit nennt der Artikel Auguste Brizeux mit La fleur d'Or als Beispiel.

Im deutschen Volkslied ist der Dreizeiler relativ selten. Ein Beispiel beginnt mit den Versen: „Gar hoch auf jenem berge, / da stet ein rautenstreuchelein / gewunden aus der erden.“ In der deutschen Kunstdichtung erscheinen Dreizeiler verstreut in Gedichten von Brentano, Liliencron, Heym, Trakl und Loerke.

Außereuropäische Formen

Das bekannteste außereuropäische Beispiel ist das japanische Haiku. Es ist eigentlich ein einzeiliges Gedicht, das in drei Wortgruppen gegliedert ist. In europäischen Übertragungen und Nachbildungen erscheint es jedoch meistens als Dreizeiler.

Eine weitere ostasiatische dreizeilige Gedichtform ist das koreanische Sijo.

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