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Dirk Bronger
Dirk Bronger (* 24. Februar 1938 in Nordhausen; † 2020) war ein deutscher Geograph und Hochschullehrer. Inhaltsverzeichnis. 1 Leben und Wirken …
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Person und Bedeutung
Dirk Bronger (24. Februar 1938 in Nordhausen – 2020) war ein deutscher Geograph und Hochschullehrer. Seine wissenschaftliche Bedeutung lag vor allem in der Erforschung der Geographie der Entwicklungsländer, besonders Asiens. Ein weiterer Schwerpunkt waren große Metropolen und „Megastädte“, also sehr große städtische Räume, deren räumliche Strukturen, Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung untersucht werden.
Akademischer Werdegang
Bronger studierte Geographie und Osteuropäische Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dort promovierte er 1966 bei Georg von Rauch. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum und habilitierte sich dort 1973. 1976 wurde er an dieser Universität zum Professor ernannt; seit 1982 lehrte er als Ordinarius für Geographie. 2003 wurde er emeritiert.
Forschung und Veröffentlichungen
Seine Veröffentlichungen behandeln sowohl historische und politische Fragen als auch angewandte Geographie, Entwicklungsplanung und die Entwicklung asiatischer Staaten und Städte. Die Dissertation „Der Kampf um die sowjetische Agrarpolitik. 1925–1929“ von 1967 untersucht einen Beitrag zur Geschichte der kommunistischen Opposition in Sowjetrussland. Die Habilitationsschrift „Formen räumlicher Verflechtung von Regionen in Andhra Pradesh, Indien, als Grundlage einer Entwicklungsplanung“ von 1976 verbindet regionale Raumstrukturen mit Entwicklungsplanung.
Weitere Arbeiten widmen sich der Industrie und den Raumstrukturen der Philippinen: „Die Industrie der Philippinen. Geschichte, Struktur, Entwicklungsprobleme“ erschien 1979, „Die Philippinen. Raumstrukturen – Entwicklungsprobleme - regionale Entwicklungsplanung“ 1987. Zusammen mit Marcus Strelow veröffentlichte Bronger 1996 „Manila – Bangkok – Seoul. Regionalentwicklung und Raumwirtschaftspolitik in den Philippinen, Thailand und Südkorea“. Hinzu kamen Darstellungen und Bearbeitungen zu Südasien und Ostasien sowie das von ihm herausgegebene Werk „Indien“ von 1996.
Ein zentraler späterer Schwerpunkt waren Metropolen und Megastädte. Gemeinsam mit Peter Feldbauer wirkte Bronger an „Mega-Cities. Die Metropolen des Südens zwischen Globalisierung und Fragmentierung“ (1997) mit. Seine Studie „Lhasa. Vom Zentrum des Tibetischen Buddhismus zu einem Chinesischen Regionalzentrum. Historische, strukturelle und funktionale Entwicklung 633–1998 n. Chr.“ erschien 2001. „Metropolen, Megastädte, Global Cities. Die Metropolisierung der Erde“ wurde 2004 veröffentlicht und 2016 als 2. überarbeitete Auflage herausgegeben. Spätere Arbeiten behandelten unter anderem die Entwicklungswege von Indien und China (2005), Marginalsiedlungen in Megastädten Asiens (2007), die heutigen Megastädte und Global Cities (2011) sowie das Kastenwesen und die Identität Indiens (2021).