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Dictionary of the English Language
Das Dictionary of the English Language ist ein von Samuel Johnson verfasstes Wörterbuch des Englischen. ... Neben Angaben zur Rechtschreibung, Aussprache und …
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Bedeutung und Ziel
Das Dictionary of the English Language ist ein von Samuel Johnson verfasstes englisches Wörterbuch. Es erschien am 15. April 1755 und gilt als eines der einflussreichsten Wörterbücher in der Geschichte der englischen Sprache. Johnson wollte keine vollständige Sammlung des damaligen Wortschatzes schaffen, sondern einen Überblick über die seiner Ansicht nach wichtigsten englischen Begriffe des 18. Jahrhunderts geben.
Entstehung
Die frühneuenglische Vokalverschiebung im 15. und 16. Jahrhundert veränderte die Lautstruktur des Englischen stark und trug zu einer sehr uneinheitlichen Rechtschreibung bei. Deshalb bestand Bedarf an einem verlässlichen Nachschlagewerk für Rechtschreibung und Aussprache.
Im Juni 1746 schloss Johnson mit einer Gruppe Londoner Buchhändler einen Vertrag. Für 1575 £ verpflichtete er sich, ein solches Wörterbuch zu verfassen. Statt der zunächst geplanten drei Jahre benötigte er neun Jahre bis zur Veröffentlichung.
Inhalt und Arbeitsweise
Das Wörterbuch enthält 42.773 Wörter. Zu den Einträgen, den sogenannten Lemmata, machte Johnson Angaben zu Rechtschreibung, Aussprache und Bedeutung. Als erster englischer Lexikograf ergänzte er außerdem rund 114.000 literarische Zitate als Belege. Diese entnahm er vor allem den Werken von William Shakespeare, John Milton und John Dryden.
Sprachhistorisch bedeutsam ist auch seine Einteilung von Lemmata in Kategorien wie „Slang“ und „colloquial“ („umgangssprachlich“). Sie hilft dabei, den Gebrauch und die gesellschaftliche Einordnung des Englischen im 18. Jahrhundert zu verstehen.
Sprachauffassung und Besonderheiten
Anders als die moderne, möglichst wertneutrale Lexikografie formulierte Johnson seine Erklärungen häufig wertend, humoristisch oder aphoristisch. „Oat“ (Hafer) definierte er als „a grain which in England is generally given to horses, but in Scotland supports the people“. Auch sich selbst verspottete er: Ein „Lexicographer“ sei „a writer of dictionaries, a harmless drudge ...“, also ein Wörterbuchverfasser und harmloses Arbeitstier.
Johnson vertrat einen präskriptiven Ansatz: Er wollte den seiner Ansicht nach „guten“ und standesgemäßen Sprachgebrauch fördern, statt den tatsächlich vorhandenen Wortschatz nur deskriptiv, also rein beschreibend, zu erfassen. Sein sprachlich konservativer Standpunkt zeigt sich etwa in altertümlichen Schreibweisen wie „olde“ statt „old“. Das modernere „old“ findet sich rund 70 Jahre später im Wörterbuch von Noah Webster.
Grenzen und Wirkung
Aus heutiger Sicht sind Johnsons etymologische Angaben, also seine Erklärungen zur Herkunft der Wörter, unzureichend. Auch seine Hinweise zur Aussprache sind eher grob, etwa bei „Cough“: „A convulsion of the lungs, vellicated by some sharp serosity. It is pronounced coff“.
Trotz dieser Schwächen bot das Werk einen sprachlichen Leitfaden, der zur Überwindung von Standesgrenzen beitragen konnte. Es war das mit Abstand beste und bedeutendste englischsprachige Wörterbuch seiner Zeit. Als Meilenstein der Lexikografie blieb es bis zum Erscheinen des Oxford English Dictionary Ende des 19. Jahrhunderts richtungsweisend.