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Diamantweg
Die anderen Schulen des tibetischen Buddhismus, die zum Vajrayana gehören, verwenden eher den Sanskritbegriff vajrayāna oder die Begriffe Vajra-Fahrzeug, …
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Begriff und Zugehörigkeit
„Diamantweg“ bezeichnet im deutschsprachigen Raum hauptsächlich die von Ole Nydahl gegründeten Diamantweg-Zentren und ihre Lehrpräsentation als Diamantweg-Buddhismus. Sie gehören zur Karma-Kagyü-Linie des tibetischen Buddhismus und damit zum Vajrayana. Die Zentren beziehen sich auf den 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981) und betrachten Thaye Dorje als den 17. Karmapa.
Lehre und Praxis
Die Zentren richten sich an Menschen aus dem westlichen Kulturkreis; dort praktizieren ausschließlich Laien, also Menschen ohne Mönchs- oder Nonnenamt. Nach eigenen Angaben wird die buddhistische Lehre in einer für den Westen besonders geeigneten Form vermittelt: mit weitestmöglicher Verwendung der jeweiligen Landessprache und mit Einbeziehung weiterer Lebensbereiche.
Besonders betont werden Guruyoga und die Identifikation mit dem Lehrer. Guruyoga ist hier die Meditation auf den 16. Karmapa und zugleich die Hauptpraxis der Zentren. Außerdem soll die „Reine Sicht“ im Alltag umgesetzt werden.
Zentren, Verbände und Lehrer
Zum weltweiten Verbund gehören etwa 635 Zentren und Gruppen, darunter rund 139 in Deutschland (Stand: 2024). 2007 ermöglichte der Kauf eines Gutshofes in Immenstadt die Gründung des international ausgerichteten Europazentrums, das der Buddhismus Stiftung Diamantweg gehört.
In Deutschland sind die Zentren im Buddhistischen Dachverband Diamantweg (BDD; früher Karma Kagyue Dachverband, KKD) organisiert. In Österreich besteht der Verbund Karma Kagyü-Diamantweg, früher Karma Kagyü Österreich (KKÖ), und in der Schweiz der Verbund Karma Kagyü-Linie Schweiz. Der österreichische Verbund gehört der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) an.
Übertragungen und Einweihungen geben unter anderem Thaye Dorje, Künzig Shamar Rinpoche, Jigme Rinpoche, Sherab Gyaltsen Rinpoche und Ole Nydahl. Früher lehrte auch Lopön Tsechu Rinpoche (1918–2003).
Konflikt mit der Deutschen Buddhistischen Union
Ab Anfang 2019 forderten mehrere Delegierte der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) den Ausschluss des BDD. Als Gründe nannten sie Ole Nydahls Nähe zu rechtspopulistischen Politikern wie Geert Wilders und der dänischen Pegida sowie seine Aussagen zum Islam. Der DBU-Delegierte und Theologe Frank Hendrik Hortz warf Nydahl pauschale Angriffe auf Muslime sowie Hass gegen andere Ethnien, Asiaten und Afrikaner vor.
Im Juni 2019 verließ der Diamantweg die DBU, um einem Ausschluss zuvorzukommen. Die DBU begründete das Ausschlussverfahren mit rassistischen, sexistischen und gewaltbereiten Aussagen Nydahls. Damit endete ein jahrelanger Streit zwischen DBU und Diamantweg.
Kritik und unterschiedliche Beurteilungen
Der Diamantweg wird vielfach als sektenähnlich kritisiert. Ehemalige Mitglieder berichten von strikten Hierarchien, einer starken Prägung der Lehren durch Ole Nydahls persönliche Interpretation, unterdrückten abweichenden Ansichten, sozialer Ausgrenzung kritischer Mitglieder sowie einer starken Ausrichtung auf Spenden und den Aufbau neuer Zentren. Seit dem 8. November 2023 besteht ein Netzwerk, das Ehemaligen eine Plattform zum Austausch bietet.
Burkhard Scherer beschreibt 2018 zwei mögliche Sichtweisen: Eine „Hermeneutik des Verdachts“ könne autoritären Führungsstil, Konformitätsdruck, unterdrückten Dissens und Persönlichkeitskult als sektenhafte Merkmale deuten. Eine „Hermeneutik des Vertrauens“ könne die stärkere Geschlossenheit dagegen als Versuch verstehen, eine Bewegung nach der spät-charismatischen Phase zusammenzuhalten. Offen seien insbesondere die künftige Beziehung zur tibetischen Karma-Kagyü-Hierarchie, die spirituelle Autorität der Lehrenden und Verwaltungspersonen sowie der regionale und globale Zusammenhalt der Zentren.