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Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

... Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit derzeit etwa 20.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Sie setzen sich für den jüdisch-christlichen Dialog und die …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Entstehung
  2. 2. Aktivitäten und Einrichtungen
  3. 3. Die Ausstellung über das polnische Judentum
  4. 4. Präsidium und Mitgliedsgesellschaften
  5. 5. Internationale Bezüge und Veröffentlichung

Aufgabe und Entstehung

Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) ist ein Dachverband in Deutschland. In ihm sind 83 lokale und regionale Gesellschaften und Vereine mit derzeit etwa 20.000 Mitgliedern zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist der jüdisch-christliche Dialog, die Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden sowie die Aufarbeitung des Holocaust.

Der DKR wurde am 10. November 1949 nach US-amerikanischem Vorbild und mit finanzieller Unterstützung der National Conference of Christians and Jews (NCCJ) gegründet. Sein Sitz befindet sich in Bad Nauheim. Knud Knudsen war Literarischer Direktor und erster Geschäftsführer. Anfang der 1950er Jahre wirkte Hermann Ebeling, der aus Deutschland emigriert war, als Verbindungsmann zwischen DKR und NCCJ. Er hatte 1952 maßgeblichen Anteil an der Durchführung der ersten nationalen Woche der Brüderlichkeit.

Josef Foschepoth war Anfang der 1990er Jahre Generalsekretär des DKR. 1993 veröffentlichte er die Studie Im Schatten der Vergangenheit, die sich kritisch vor allem mit der Gründungsgeschichte und den Gründungsmythen des DKR auseinandersetzt.

Aktivitäten und Einrichtungen

Seit 1952 veranstalten die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit jedes Jahr im März die Woche der Brüderlichkeit. Diese Veranstaltung gehört zu den zentralen Aktivitäten des DKR.

International ist der DKR das größte Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ). In diesem Rat sind 32 nationale Vereinigungen für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vertreten. Die beteiligten Organisationen widmen sich zunehmend auch dem sogenannten abrahamischen Dialog zwischen Juden, Christen und Muslimen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung im interreligiösen Dialog kann der ICCJ dafür Modelle zur Verfügung stellen.

Schirmherr des DKR ist der jeweilige Bundespräsident. Außerdem verleiht der DKR jedes Jahr die Buber-Rosenzweig-Medaille. Die im DKR vertretenen Gesellschaften gründeten 1989 die Buber-Rosenzweig-Stiftung. 1992 eröffnete diese Stiftung in Bad Nauheim eine eigene Bildungs- und Tagungsstätte. Das Haus steht auch anderen Veranstaltern offen, die im Sinne der Stiftung arbeiten.

Die Ausstellung über das polnische Judentum

1982 organisierte der DKR die Fotoausstellung Gesichter einer verlorenen Welt – Fotos aus dem Leben des polnischen Judentums 1864–1939, die unter anderem in Berlin gezeigt wurde. Sie umfasste fast 400 seltene Fotografien.

Die Bilder stammten aus dem YIVO-Institute for Jewish Research und dem Beth Hatefutsoth-Museum in Tel Aviv. Das Vorwort des Ausstellungskatalogs und die Übersetzung aus dem Englischen verfasste Hans Lamm. Der englische Titel der Ausstellung lautete Image before my eyes.

Präsidium und Mitgliedsgesellschaften

Bis Mai 2016 bestand das Präsidium aus Henry G. Brandt als jüdischem Präsidenten, Andreas Nachama als weiterem jüdischem Präsidenten seit Mai 2016, Friedhelm Pieper als evangelischem Präsidenten und Eva-Maria Schulz-Jander als katholischer Präsidentin bis Mai 2016.

Seit Mai 2016 gehören Andreas Nachama, Rabbiner und Direktor der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, Friedhelm Pieper, Pfarrer aus Bad Nauheim, und Margaretha Hackermeier aus Augsburg zum Präsidium. Nachama ist jüdischer, Pieper evangelischer und Hackermeier katholische Präsidentin.

Zu den im Artikel ausgewählten Gesellschaften gehören die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin, Frankfurt am Main, Hannover, Kassel, Moers, München und Stuttgart sowie die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Die Münchner Gesellschaft wird als älteste der Gesellschaften in Deutschland bezeichnet.

Internationale Bezüge und Veröffentlichung

In anderen Ländern gibt es ähnliche Zusammenschlüsse und Aktivitäten. In der Schweiz gründete der gebürtige Wiener Hans Ornstein, der 1938 in die Schweiz geflüchtet war, 1946 die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung des Antisemitismus. In Frankreich ist die Amitié Judéo-Chrétienne de France vergleichbar tätig. In Österreich entstand 1956 der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit; er wurde durch Kardinal Franz König als Referat der katholischen Friedensbewegung Pax Christi gegründet.

Als Veröffentlichung ist der von Ulrich Werner Grimm herausgegebene Band Aufstörung tut not. Christen und Juden im Gespräch genannt. Er erschien 2014 im Verlag Hentrich & Hentrich in Berlin und trägt die ISBN 978-3-941450-27-1.

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