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Detritus (Ökologie)
In der Ökologie bezeichnet Detritus (von lateinisch detere ‚zerreiben') leblose, organische Zersetzungsprodukte aus tierischen und pflanzlichen Geweben und …
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Definition und zentrale Bedeutung
Detritus bezeichnet in der Ökologie leblose organische Zersetzungsprodukte aus pflanzlichen und tierischen Geweben sowie aus Exkrementen. Dieses Material entsteht an Land oder im Wasser, sinkt zu Boden und wird von Mikroorganismen besiedelt.
Als Biomasse ist Detritus eine wichtige Nahrungsgrundlage. Detritusfresser, darunter zahlreiche Würmer, Larven und Gliederfüßer, ernähren sich davon. Auch Destruenten – vor allem Pilze und Bakterien, die organisches Material abbauen – nutzen ihn als Nahrung.
Arten und Herkunft
Nach seiner biologischen Herkunft wird zwischen Phytodetritus aus pflanzlichem Material und Zoodetritus aus tierischem Material unterschieden.
Bei aquatischem, also im Wasser vorkommendem Detritus, gibt es eine weitere Einteilung:
- Autochthoner Detritus entsteht innerhalb des Gewässers.
- Allochthoner Detritus entsteht aus Biomasse, die von außen in das Gewässer gelangt, beispielsweise durch Laubfall oder Vogelkot.
Im Wasser werden auch mineralische Schwebstoffe wie Abiosestos und Tripton zum Detritus gezählt. Faulschlamm kann ebenfalls ein Ausgangsmaterial sein.
Terrestrischer Detritus bildet sich an Land. Zu seinen Ausgangsstoffen gehören unter anderem Aas, Kot, Mulm, Totholz, Naturharz und Laub.
Rolle in Lebensräumen
In zahlreichen Fließgewässern ist Detritus für die Ernährung der dort lebenden Organismen wichtiger als lebende Pflanzen und Algen.
An Land benötigen viele Insekten organisches Material in unterschiedlichen Zersetzungsstadien, entweder als Larven oder als ausgewachsene Tiere. Ein Großteil der Bockkäfer ist mittlerweile gefährdet. Besonders ihre Larven sind auf Detritus angewiesen, der in Lebensräumen mit alten Bäumen und Totholz häufiger vorkommt als in herkömmlich bewirtschafteten Wäldern.
Nahrungsketten und Beispiel
Detritus bildet die Grundlage verschiedener Nahrungsketten und Nahrungsnetze. Die auf Detritus beruhende Nahrungskette der Detritusfresser wird in der Fachliteratur mitunter als Detritusnahrungskette bezeichnet. Dazu werden auch Destruenten und Saprobionten gerechnet; Saprobionten sind Organismen, die von abgestorbenem organischem Material leben.
Ein Beispiel liefern die Mangrovenwälder in den Brackwassergebieten im Süden Floridas: Das von den Mangroven eingetragene Laub wird zur Nahrungsquelle für aquatische Tiere.