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Der blutige Pfad Gottes
Der blutige Pfad Gottes (Originaltitel The Boondock Saints; Untertitel: Missionare des Todes) aus dem Jahr 1999 ist ein kanadisch-US-amerikanischer …
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Gegenstand und Einordnung
Der blutige Pfad Gottes (Originaltitel: The Boondock Saints; Untertitel: Missionare des Todes) ist ein 1999 erschienener kanadisch-US-amerikanischer, schwarzhumoriger Actionthriller. Troy Duffy schrieb das Drehbuch und führte Regie. Im Mittelpunkt stehen die irischstämmigen Brüder Connor und Murphy MacManus aus Boston. Sie glauben, in göttlicher Mission zu handeln, und beginnen, durch Selbstjustiz das organisierte Verbrechen zu bekämpfen. Dabei werden sie zu Killern.
Der englischsprachige Film dauert 104 Minuten und spielt überwiegend in Boston. Er erhielt trotz eher mäßiger Kritiken Kultfilmstatus. Die Fortsetzung Der blutige Pfad Gottes 2 erschien im Oktober 2009.
Handlung und Figuren
Connor und Murphy MacManus leben in einem von Iren geprägten Viertel South Bostons. Am Saint Patrick’s Day setzen sie sich gegen Schläger der Russen-Mafia zur Wehr, die ihren Stammpub schließen wollen. Am folgenden Tag greifen die verletzten Russen die Brüder in ihrer Wohnung an. Connor kann sich befreien und Murphy retten. Die Polizei bleibt zunächst im Unklaren über Tathergang und Motive. FBI-Agent Paul Smecker hält die Tat schließlich für Notwehr. Dadurch werden die Brüder in der Öffentlichkeit zu den „Saints“ ihres Viertels.
Eine nächtliche Vision bestärkt Connor und Murphy in dem Gefühl, berufen zu sein. Sie beschließen, das organisierte Verbrechen Bostons zu bekämpfen. Mit einer zusammengestellten Waffensammlung dringen sie über die Belüftungsschächte des Copley-Plaza-Hotels in die Suite des russischen Mafiabosses Yuri Petrov ein und töten ihn, seine Unterbosse und seine Leibwächter. Die Toten legen sie mit überkreuzten Armen und Münzen auf den Augen zurück.
Ihr Freund Rocco, ein Laufbursche der Mafia, wird in die Ereignisse hineingezogen. Er erkennt, dass Don „Papa Joe“ Yakavetta ihn wahrscheinlich als Teil eines Selbstmordkommandos gegen Petrov eingesetzt hat. Nachdem Rocco zwei junge Mafiosi und den Betreiber der Lakeview-Bar erschossen hat, schließt er sich den Brüdern an. Gemeinsam töten sie unter anderem den Mafia-Unterboss Vincenzo Lapazzi und weitere Mafiosi.
Yakavetta beauftragt schließlich den legendären Killer Il Duce. Dieser tötet bei einem Angriff mit sechs verschiedenen Waffen beinahe alle drei Männer. Smecker identifiziert Rocco anhand eines abgeschossenen Fingerglieds und erkennt die Verbindung zu den Brüdern. Die MacManus-Brüder lehnen es ab, Smecker zu ermorden, weil sie ihn für einen guten Mann halten. Smecker deutet ihre Taten nach einem durch Rocco beeinflussten Beichtgespräch als richtig und notwendig und beschließt, ihnen zu helfen.
In Yakavettas Villa werden die drei gefangen genommen und gefoltert. Yakavetta erschießt Rocco, als sich herausstellt, dass dieser ein Verräter der Mafia ist. Connor und Murphy befreien sich später, beten für Rocco und erkennen, dass Il Duce ihr Vater ist. Der Vater verbündet sich mit ihnen. Einige Wochen später ermöglichen Smecker und drei Bostoner Detectives Vater und Söhnen den Zugang zu Yakavettas Gerichtsprozess. Vor dem Gericht inszenieren sie die Hinrichtung des Angeklagten und erklären ihre Motive. Am Ende äußern sich Menschen in Fernsehinterviews zu den „Saints“.
Veröffentlichung und Altersfreigabe
Der Film lief in Deutschland nicht im Kino, sondern erschien 2000 als Video-Premiere. Columbia TriStar Home Video veröffentlichte zunächst über das Label Helkon eine etwa 104 Minuten lange VHS-Verleihversion. Diese weitläufig als ungeschnitten angesehene Fassung hatte keine FSK-Altersfreigabe und durfte deshalb nur an Volljährige vermietet oder verkauft werden. Ein Gutachten der Juristenkommission der SPIO stufte sie als strafrechtlich unbedenklich ein.
Seit April 2001 stand der Film auf dem Index, unter anderem wegen der Einschätzung, er glorifiziere Selbstjustiz. Zwei Jahre später veröffentlichte Columbia eine identische Fassung auf DVD. Im Juni 2012 wurde der Film nach elf Jahren vom Index gestrichen. Bei der Neuprüfung gab die FSK die ungeschnittene Fassung ab 18 Jahren frei.
Produktion und Gestaltung
Das Budget betrug etwa 6 Millionen US-Dollar. Gedreht wurde vom 10. August bis zum 26. September 1998 in Boston, unter anderem auf der Longfellow Bridge, sowie in Toronto. Die Premiere fand am 4. August 1999 beim Fantasy Filmfest in München statt.
Troy Duffy war nicht nur Autor und Regisseur, sondern steuerte auch einen Teil des Soundtracks bei. Seine Band The Boondock Saints spielte die Titel „Holy Fool“ und „Pipes“ ein und hatte einen Kurzauftritt im Film. Der Soundtrack trägt den Namen „The Blood of Cú Chulainn“ und wurde von Mychael Danna und seinem Bruder Jeff komponiert.
Die Tattoos auf den Zeigefingern der Brüder lauten VERITAS, lateinisch „Wahrheit“, und AEQUITAS, „Gleichheit“. Der in der Besetzung genannte Schauspieler Bob Marley ist nicht der verstorbene Reggae-Musiker, sondern ein Schauspieler mit demselben Namen. Die Aussage, Rocco habe Troy Duffy bereits als Kind kennengelernt, wird im Artikel als Irrtum dargestellt; laut Rocco lernten sich beide in einer Bar in Los Angeles kennen.
Rezeption und Einfluss
Die Kritiken fielen eher mäßig aus. Rotten Tomatoes verzeichnet 5 positive von 25 untersuchten Kritiken, entsprechend 20 %. Gelobt wurden unter anderem die ungewöhnliche Geschichte, witzige Details, groteske Situationen, die Darsteller – besonders Willem Dafoe als exzentrischer FBI-Agent – sowie die Mischung aus Gangsterfilm, Thriller und Farce. Zugleich wurde kritisiert, dass sich die zunehmende Gewaltbereitschaft der Rächer bedenklich der Selbstjustiz annähere.
Der Film beeinflusste verschiedene Musiker. Mehrere Bands und Musikprojekte verwendeten Ausschnitte oder Monologe aus dem Film, darunter A Day to Remember, Aiden, Combichrist, Forever It Shall Be, Nargaroth, Feindflug, Bleeding Through, Reaper und das deutsche Projekt Milking the Goatmachine. Auch der niederländische DJ Headhunterz nutzte das Familiengebet der MacManus. Der Rapper Marc Reis entlieh für sein Mixtape „Gottes blutiger Pfad“ aus dem Jahr 2008 den Filmtitel und verwendete Zitate der deutschen Fassung.