Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Der Marsianer – Rettet Mark Watney
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (Originaltitel: The Martian) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Ridley Scott aus dem Jahr 2015 …
Inhalt6 Abschnitte
Überblick
Der Marsianer – Rettet Mark Watney (Originaltitel: The Martian) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Ridley Scott aus dem Jahr 2015. Er beruht auf dem Roman Der Marsianer von Andy Weir; das Drehbuch schrieb Drew Goddard. Der 144 Minuten lange, englischsprachige Film erzählt vom Astronauten und Botaniker Mark Watney, gespielt von Matt Damon. Nach einem Unfall wird er auf dem Mars zurückgelassen und muss mit naturwissenschaftlichem Wissen, technischem Improvisieren und Hilfe von der Erde überleben und gerettet werden. Der Film wird häufig als Hard-Science-Fiction bezeichnet, also als Science-Fiction mit vergleichsweise realistischer Darstellung von Wissenschaft, Technik und Raumfahrt.
Überleben auf dem Mars
Die Mission Ares III erforscht im Jahr 2035 den Mars. Am 18. Tag zwingt ein gefährlicher Sandsturm die Crew zur Flucht. Mark Watney wird von einer Antenne verletzt, sein Raumanzug sendet keine Biosignale mehr und die anderen halten ihn für tot. Kommandantin Melissa Lewis lässt ihn zurück, weil das Mars-Rückkehr-Modul im Sturm zu kippen droht.
Watney hat überlebt: Geronnenes Blut dichtet die beschädigte Stelle seines Anzugs ab. In der Basisstation, dem „Hab“, versorgt er seine Wunde und plant, bis zur Ares-IV-Mission in vier Jahren zu überleben. Er baut Kartoffeln in Marserde an, die er mit den Exkrementen der Crew anreichert. Wasser gewinnt er, indem er verbliebenes Hydrazin mit Iridium katalytisch zerlegt und den entstehenden Wasserstoff im Hab verbrennt. Seine Lage und Arbeit dokumentiert er in einem Videologbuch.
Watney repariert beschädigte Systeme und baut einen Rover für längere Fahrten um. Er nutzt Batterien eines zweiten Rovers, verzichtet auf die Heizung und verwendet einen Radioisotopengenerator als Wärmequelle. Mit dem seit 1997 stillgelegten Marsroboter Pathfinder stellt er Kontakt zur Erde her. Zunächst kommuniziert er mithilfe von Hexadezimalzeichen und ASCII-Zeichen, später kann er per Tastatur Nachrichten mit der NASA austauschen.
Rettungsaktion
Die NASA erkennt durch Satellitenbilder, dass Watney lebt: Solarmodule wurden gereinigt und ein Rover bewegt. NASA-Direktor Teddy Sanders hatte eine Untersuchung zunächst aus Sorge vor negativer PR und Budgetkürzungen untersagt. Die Nachricht von Watneys Überleben wird weltweit bekannt; die Ares-III-Crew erfährt sie erst später.
Als eine Druckschleuse explodiert, sterben Watneys Kartoffelpflanzen. Seine verbleibende Nahrung reicht etwa 200 Tage weniger als nötig. Eine unbemannte NASA-Versorgungsrakete explodiert kurz nach dem Start. Die China National Space Administration bietet daraufhin eine eigene, geheime Trägerrakete an.
Der Astrodynamiker Rich Purnell entwickelt einen Plan: Die Hermes soll nicht auf der Erde landen, sondern durch die Erdanziehungskraft umgelenkt werden, Versorgung aufnehmen und zum Mars zurückfliegen. Sanders lehnt das zusätzliche Risiko für die Crew ab. Flugdirektor Mitch Henderson übermittelt den Plan jedoch heimlich an die Hermes-Crew, die beschließt, zum Mars zurückzukehren.
Watney fährt zum Schiaparelli-Krater, wo das Mars-Rückkehr-Modul von Ares IV wartet. Um es für das Rendezvous mit der Hermes leicht genug zu machen, entfernt er unter anderem Sitze, Steuereinheiten, redundante Systeme, Fenster und die 400 kg schwere Deckenplatte; ein Fallschirm ersetzt diese Platte. Im Marsorbit reicht die Annäherung zunächst nicht aus. Die Hermes bremst durch das Aufsprengen einer Luftschleuse. Schließlich schneidet Watney seinen Handschuh auf und nutzt die entweichende Luft als Antrieb, damit Lewis ihn erreichen kann. Fünf Jahre später ist Watney NASA-Dozent für neue Astronauten; während des Abspanns startet Ares V erfolgreich zum Mars.
Herstellung und Veröffentlichung
Matt Damon spielt Mark Watney, Jessica Chastain Commander Melissa Lewis. Weitere zentrale Rollen sind Kate Mara als Beth Johanssen, Michael Peña als Rick Martinez, Aksel Hennie als Dr. Alex Vogel, Sebastian Stan als Dr. Chris Beck, Jeff Daniels als Teddy Sanders, Chiwetel Ejiofor als Vincent Kapoor, Sean Bean als Mitch Henderson und Donald Glover als Rich Purnell.
Gedreht wurde überwiegend in den Korda Studios in Etyek bei Budapest; Außenaufnahmen entstanden im Wadi Rum in Jordanien. Die deutsche Synchronfassung erstellte Interopa Film, die Dialogregie führte Axel Malzacher nach einem Dialogbuch von Klaus Bickert. Simon Jäger spricht Mark Watney und Manja Doering Melissa Lewis.
Die Premiere fand am 11. September 2015 beim Toronto International Film Festival statt. In deutschsprachigen Kinos lief der Film ab dem 8. Oktober 2015, auch in 3D und IMAX. In den USA erschien für den Videomarkt eine um rund zehn Minuten längere Extended Edition. Die Altersfreigabe in Deutschland lautet FSK 12; dramatische Situationen seien für Kinder ab 12 Jahren verarbeitbar, wobei Humor emotionale Distanz ermögliche.
Einordnung, Resonanz und Auszeichnungen
Der Film verbindet eine realistische, wissenschaftlich geprägte Überlebensgeschichte mit einer humorvollen Tonlage. Wiederkehrende ABBA-Musik und ironische Kommentare Watneys bilden einen Kontrast zur gefährlichen Marsmission. Der Literaturwissenschaftler Ruprecht L. Tauchmann ordnet die Geschichte als moderne Robinsonade ein: Watney ist eine technisch und naturwissenschaftlich handelnde Variante einer auf sich gestellten Überlebensfigur.
Kritiken beschrieben den Film als intelligenten, plausiblen und optimistischen Blockbuster. Bei Rotten Tomatoes überzeugte er 91 Prozent der Kritiker, basierend auf 383 Kritiken. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh das Prädikat „besonders wertvoll“.
Das Budget betrug 108 Millionen US-Dollar. Im April 2016 lagen die weltweiten Einnahmen bei über 630 Millionen US-Dollar. Der Film erhielt über 100 Nominierungen. Bei den Golden Globe Awards 2016 gewann er als Bester Film – Komödie oder Musical; Matt Damon gewann als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical. Ridley Scott erhielt 2016 einen Saturn Award für die Beste Regie. Bei der Oscarverleihung 2016 war der Film unter anderem für Besten Film, Matt Damon als Besten Hauptdarsteller und Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. Den Hugo Award 2016 gewann er als Best Dramatic Presentation – Long Form.
Musik
Die Filmmusik stammt von Harry Gregson-Williams. Der Original-Soundtrack erschien am 2. November 2015 und hat eine Gesamtlänge von 52:53 Minuten. Am 6. November 2015 folgte eine Deluxe-Version mit neun zusätzlichen Liedern und einer Gesamtlänge von 85:59 Minuten. Zu den zusätzlichen Titeln gehören „Starman“ von David Bowie, „Waterloo“ von ABBA und „I Will Survive“ von Gloria Gaynor.