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Demografie Japans
Politik, Medien und Bevölkerung befassen sich mit den zu erwartenden Folgen einer Bevölkerung, bei der ein Viertel der Einwohner 65 oder älter ist. 2025 …
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Grundzüge der Bevölkerungsentwicklung
Japan erlebte im 19. und 20. Jahrhundert ein starkes Bevölkerungswachstum und wurde dadurch zu einem der dichtest besiedelten Industriestaaten der Welt. Heute kennzeichnen eine hohe Lebenserwartung, eine niedrige Geburtenrate und seit 2010 eine rückläufige Bevölkerungszahl die demografische Entwicklung.
Genaue statistische Angaben gibt es erst seit der Meiji-Zeit (1868–1912). 1874 lebten knapp 34 Millionen Menschen in Japan; 1930 waren es etwa 64 Millionen, 1950 etwa 84 Millionen. Ende der 1960er Jahre wurde die Marke von 100 Millionen Einwohnern überschritten. Verbesserte sozioökonomische Bedingungen und insbesondere die medizinische Versorgung trugen zum Wachstum bei. Der Zweite Weltkrieg bremste den Anstieg nur wenig.
Seit den 1940er Jahren sank die Geburtenrate von über 4,0 auf etwa 2,0 in den 1960er Jahren. Die für eine stabile Bevölkerungszahl ohne Zuwanderung notwendige Schwelle von etwa 2,1 Geburten je Frau wurde unterschritten. Die Rate fiel weiter auf 1,26 im Jahr 2005 und erreichte 2024 mit 1,20 einen neuen Tiefstand. Wegen geburtenstarker Jahrgänge wuchs die Bevölkerung dennoch bis 2010 weiter und erreichte mit 128 Millionen ihr Maximum. Danach setzte der Rückgang ein. 2022 schrumpfte die Bevölkerung um mehr als 500.000 Menschen; 2024 standen 720.000 Geburten 900.000 mehr Sterbefällen gegenüber.
Die Tabelle des Artikels weist für 2024 123,802 Millionen Einwohner, eine Altersgruppe der 0- bis 14-Jährigen von 11,2 %, der 15- bis 64-Jährigen von 59,6 % und der über 64-Jährigen von 29,3 % aus. Für 2070 werden 86,996 Millionen Einwohner erwartet; dann sollen 9,2 % jünger als 15, 52,1 % zwischen 15 und 64 und 38,7 % über 64 Jahre alt sein. Prognosen sagen bis zur Jahrhundertmitte einen Rückgang um mehr als 20 Millionen beziehungsweise mehr als 20 % voraus.
Bevölkerungsverteilung und Städte
Japan ist eine stark urbanisierte Gesellschaft. Nur 5 % der Arbeitskräfte arbeiten in der Landwirtschaft; viele Landwirte verdienen zusätzlich in Teilzeit in nahegelegenen Städten. Etwa 80 Millionen Menschen leben dicht konzentriert an der Pazifikküste von Honshū und im Norden Kyūshūs.
Die Bevölkerungsdichte lag 2016 bei 340 Einwohnern je km², die Verteilung ist jedoch extrem ungleich. Die Bevölkerung konzentriert sich auf Küstenstreifen und große Ebenen der Pazifikküste Honshūs. Im überwiegend ländlichen Hokkaidō liegt die Dichte unter 70 Einwohnern je km², in den städtischen Präfekturen Tokio, Kanagawa und Osaka übersteigt sie 3500 Einwohner je km². In den 2005 definierten Gebieten mit extrem hoher Bevölkerungsdichte, die rund 3,3 % der Landesfläche ausmachten, lebten 84 Millionen Menschen, fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung.
2015 hatten zwölf Städte mehr als eine Million Einwohner: Tokio 9,273 Millionen, Yokohama 3,725 Millionen, Osaka 2,691 Millionen, Nagoya 2,296 Millionen, Sapporo 1,952 Millionen, Fukuoka 1,539 Millionen, Kōbe 1,537 Millionen, Kawasaki und Kyōto jeweils 1,475 Millionen, Saitama 1,264 Millionen, Hiroshima 1,194 Millionen und Sendai 1,082 Millionen.
Die starke Konzentration ließ die Landpreise steigen. Zwischen 1955 und 1989 erhöhten sie sich in den sechs größten Städten durchschnittlich um 15.000 %. Zwischen 1980 und 1987 stiegen die Preise insgesamt um 40 %; in Tōkyō, Yokohama, Nagoya, Kyōto, Osaka und Kōbe verdoppelten sie sich. Nach 1991 sanken sie in der Deflationskrise, blieben wegen der hohen Dichte aber hoch. Viele Menschen können sich Wohnungen in Großstädten nicht leisten und pendeln weit; im Großraum Tokio sind Fahrten von bis zu zwei Stunden je Richtung nicht ungewöhnlich. Städte haben außerdem weniger und kleinere Parks als große westliche Städte.
Regierungen fördern Transport, soziale Dienste, Industrie und Bildung in kleineren Städten und ländlichen Gebieten. Die Großstädte, besonders Tōkyō, bleiben für junge Menschen wegen Ausbildung und Arbeitsplätzen attraktiv.
Alterung, Geburten und Lebenserwartung
Japan hat wie andere postindustrielle Staaten eine alternde Bevölkerung. 1989 waren 11,6 % der Einwohner mindestens 65 Jahre alt; für 2030 werden 25,6 % erwartet. Die Alterung verläuft schneller als in jedem anderen Land. Hauptursachen sind die niedrige Fertilitätsrate und die hohe Lebenserwartung.
Zur Entwicklung kleiner Familien tragen späte Heirat, die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen auch nach der Hochzeit, kleine Wohnungen und hohe Ausbildungskosten für Kinder bei. Die Fertilitätsrate lag 1950 bei 3,65, 1960 bei 2,00, 1975 bei 1,91, 2000 bei 1,36 und 2005 bei 1,26. Sie stieg 2015 vorübergehend auf 1,45, fiel aber 2021 auf 1,30 und 2024 auf 1,20.
Gleichzeitig stieg die Lebenserwartung stark. 1950 betrug sie 59,57 Jahre für Männer und 62,97 Jahre für Frauen; 2021 waren es 81,47 beziehungsweise 87,57 Jahre. Die Säuglingssterblichkeit sank von 60,1 pro 1000 Lebendgeburten 1950 auf 1,7 im Jahr 2021. Die Sterberate wurde für 2008 auf 9,26 pro 1000 Einwohner geschätzt. Häufigste Todesursachen sind Krebs, Herzerkrankungen und zerebrovaskuläre Erkrankungen.
Die Abhängigkeitsrate bezeichnet das Verhältnis der unter 15- und über 65-Jährigen zu den 15- bis 64-Jährigen. Für 2025 wurde ein Wert von 0,66 erwartet, also zwei abhängige Personen auf drei Arbeitsfähige. Diese Definition fällt eher günstig aus, weil kaum jemand mit 16 Jahren erwerbstätig ist und viele nicht bis 65 arbeiten können.
Die Alterung beeinflusst Arbeitsmarkt, Löhne, Zusatzleistungen, die Rolle der Frauen und die Staatsausgaben. Die Sozialausgaben stiegen von etwa 6 % des Nationaleinkommens in den 1970er Jahren auf 11,8 % des BIP beziehungsweise 18 % des Haushalts 1992 und 19,1 % 2003. Für 2025 wurden 27 % des Nationaleinkommens erwartet. Der Anteil der 75- bis 85-Jährigen sollte von 6 % 1985 auf 15 % 2025 steigen. Deshalb wurden Pflegeheime, Tagespflege und Hauspflege stärker ausgebaut; zugleich wurden die Finanzierung von Gesundheitsfürsorge und Pensionen neu geregelt.
Binnenwanderung und internationale Migration
In den 1980er Jahren wechselten jährlich 6 bis 7 Millionen Einwohner ihren Wohnort; etwa 50 % der Umzüge blieben innerhalb derselben Präfektur. Während der Urbanisierung in den 1950er und 1960er Jahren zogen viele Menschen aus ländlichen Gebieten in Metropolen, um bessere Arbeit und Ausbildung zu finden. Dieser Wegzug setzte sich abgeschwächt bis in die späten 1980er Jahre fort.
Die Regierung förderte anschließend regionale Zentren und neue urbane Strukturen außerhalb der großen Städte. Sie sollten jungen Menschen ein vertrautes Umfeld, geringere Lebenshaltungskosten, kürzere Arbeitswege und einen entspannteren Lebensstil bieten. Dennoch zogen viele Jugendliche weiterhin für Studium und Arbeit in die Metropolen.
1988 verließ mehr als eine halbe Million Menschen Tōkyō; unter Berücksichtigung der Zuzüge entstand ein Nettoverlust von fast 73.000. Osaka verlor netto fast 36.000 Einwohner. Die Gewinne der nahe gelegenen Präfekturen Saitama, Chiba, Ibaraki, Kanazawa, Hyōgo, Nara und Shiga deuteten jedoch eher auf Suburbanisation als auf echte Dezentralisierung hin: Menschen suchten günstigeren Wohnraum, pendelten aber weiterhin in die Großstädte. 2007 verzeichnete Tokio wieder einen Nettozuzug von 94.500; Tokio, Chiba, Kanagawa und Saitama zusammen kamen auf ein Wanderungssaldo von über 150.000.
1990 reisten etwa 11 Millionen Japaner ins Ausland, mehr als 80 % davon als Touristen. 663.100 Japaner lebten im Ausland, etwa 75.000 dauerhaft. Mehr als 200.000 verließen Japan für längere Studien-, Forschungs- oder Geschäftsaufenthalte. Rückkehrer konnten Diskriminierung erfahren, insbesondere Kinder in Schulen.
Zur ethnischen Zusammensetzung wird häufig eine weitgehende Homogenität behauptet. Genetische Untersuchungen zeigen jedoch eine Mischung aus Jōmon-Genen und Genen südchinesischer und koreanischer Einwanderer der Yayoi-Zeit. Ainu und Ryukyuaner bilden nationale Minderheiten. Ethnozentrische Vorstellungen können die Vielfalt individueller Lebensstile und Entscheidungen im postindustriellen Japan verdecken.
Wichtige Kennzahlen
Für 2020 nennt der Artikel 125,5 Millionen Einwohner und 47,1 Millionen Haushalte. 78,7 % lebten im Juli 2000 in Städten. Die allgemeine Bevölkerungsdichte wird mit 337 Einwohnern je km² angegeben; auf dem bewohnbaren Land konzentrierten sich im Juli 1993 1523 Einwohner je km², und mehr als 50 % der Bevölkerung lebten auf 2 % der Fläche.
Das geschätzte Bevölkerungswachstum betrug 2020 −0,27 %. Die Geburtenrate lag bei 7,30 Geburten je 1000 Einwohner, die Sterberate bei 10,2. Für 2012 wurden eine Fruchtbarkeitsrate von 1,39 Kindern je Frau, eine Lebenserwartung von 83,91 Jahren insgesamt, 80,57 Jahren für Männer und 87,43 Jahren für Frauen sowie eine Kindersterblichkeit von 2,21 pro 1000 Lebendgeburten geschätzt.
Für 2012 wurde die Altersstruktur mit 13,1 % unter 15-Jährigen, 64 % 15- bis 64-Jährigen und 22,9 % mindestens 65-Jährigen angegeben. Das Geschlechterverhältnis der Gesamtbevölkerung betrug 0,94 Männer je Frau; bei den über 65-Jährigen 0,76. Die Alphabetisierungsrate der über 15-Jährigen wurde 2002 auf 99 % geschätzt.
Der Artikel nennt außerdem mehr als 2,5 Millionen ausländische Einwohner, darunter etwa 1 Million Koreaner, 500.000 Chinesen, 500.000 Filipinos und 250.000 Brasilianer. Als ethnische Gruppen werden 99,4 % Japaner und 0,6 % andere genannt; diese Angaben stehen neben der beschriebenen genetischen Vielfalt. Eine zuverlässige Religionsstatistik existiert laut Artikel nicht, weil der Zensus keine Fragen zur Religion enthält. Die Netto-Migrationsrate wurde für 2008 als nicht verfügbar und für 2005 als 0 Migranten je 1000 Einwohner angegeben.