Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Demoaufnahme
Eine Demoaufnahme (auch Demoband, Demotape, Demokassette, Demo-CD; kurz Demo; englisch show reel) ist in der Musik- und Filmindustrie eine Zusammenstellung …
Inhalt3 Abschnitte
Begriff und grundlegender Zweck
Eine Demoaufnahme, auch Demoband, Demotape, Demokassette oder Demo-CD genannt, ist in der Musik- und Filmindustrie eine Zusammenstellung von Arbeitsproben. Musiker oder Schauspieler stellen sie für Musikproduzenten, Filmproduzenten oder Schallplattenfirmen her.
Hauptzweck ist die akustische oder optische Präsentation eines Künstlers oder eines Musikstückes als Muster. Eine Demo soll einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten, dem Stil und der möglichen Zuordnung eines Künstlers vermitteln. Dazu wird sie an Agenturen, Veranstalter, die Presse und Plattenfirmen verschickt oder im Internet präsentiert.
Musiker-Demos sind häufig reine Audioaufnahmen, die im Homerecording entstehen. Showreels von Schauspielern bestehen dagegen meist aus Ausschnitten von Film- und Fernsehproduktionen, an denen die betreffenden Personen beteiligt waren. Musik-Demos werden teilweise auch als selbstveröffentlichte Tonträger oder als Download direkt vertrieben. Während früher Musikkassetten, Audio-CDs und VHS-Videokassetten verbreitet waren, werden Demoaufnahmen heute hauptsächlich als Audiodateien, DVDs und Internetvideos verbreitet.
Demos in der Musikindustrie
Komponisten oder Texter lassen von neu geschaffenen Werken oft Demoaufnahmen anfertigen. Damit vermitteln sie Musikverlagen oder Plattenfirmen eine Vorstellung davon, inwieweit ein Werk vermarktbar ist. Das Stück kann selbst aufgenommen oder im Tonstudio mit Studiomusikern eingespielt werden. Auch eine eingeschränkte Klangqualität einer zu Hause aufgenommenen Komposition kann eine genaue Vorstellung des Werkes vermitteln und eine Entscheidung darüber ermöglichen, ob es für eine Studioproduktion mit anschließender Vermarktung geeignet ist.
Demos sind auch außerhalb des Musik-Mainstreams wichtig. Viele Underground-Bands verfügen nicht über die finanziellen Mittel, ganze Alben im Studio aufzunehmen. Deshalb veröffentlichen sie häufig Demos, die teilweise Kultstatus erreichen können. Demos später berühmter Bands können außerdem einen erheblichen Sammlerwert erlangen.
Ein Promotion-Demo ist eine Aufnahme, die trotz eines bestehenden Plattenvertrags erstellt wird, damit die Plattenfirma vorab eine Hörprobe erhält. Die Bezeichnung ist insofern verwirrend, als auch Demos von Bands ohne Vertrag Promotionszwecken dienen. Autoren mit einem Vertrag bei einem Musikverlag stellen diesem Promotions-Demos zur Verfügung, damit der Verlag neue Stücke interessierten Interpreten oder deren Produzenten vorspielen kann.
Über diesen Weg gelangten bei bekannten Künstlern wie Bob Dylan und Bruce Springsteen Aufnahmen von Stücken in Umlauf, die auf keinem regulär erschienenen Album enthalten waren. Solche Bootlegs sind bei Sammlern aus diesem Grund sehr umstritten. Eine Ausnahme zur üblichen Verbreitung innerhalb der Musikindustrie war das im Oktober 2010 erschienene Album „The Bootleg Series Vol. 9 – The Witmark Demos: 1962–1964“. Es enthält Demoaufnahmen von Bob Dylan, die zwischen 1962 und 1964 für seine ersten beiden Musikverlage Leeds Music und M. Witmark & Sons entstanden. Allgemein sind Demoaufnahmen jedoch nicht zur Veröffentlichung vorgesehen.
Showreels für Film und Fernsehen
Für Schauspieler, die sich bei Film- und Fernsehproduktionen oder bei Schauspiel- beziehungsweise Casting-Agenturen bewerben, gehört ein aktuelles Demo zum branchenüblichen Bewerbungsmaterial. In diesem Zusammenhang wird meist der Begriff Showreel verwendet.
Showreels sind ansprechend aufbereitete Kollagen aus vielen, meist kurzen Szenen der eigenen Produktionspalette. Sie sollen die schauspielerischen Arbeitsproben übersichtlich präsentieren.
Als Hausrolle werden Demos von Filmproduktionsfirmen oder Werbeagenturen bezeichnet, die der Eigenpräsentation dienen. Darin zeigen diese Unternehmen ihre bisherigen Arbeiten in Form von kurzfilmähnlichen Videos. Hausrollen werden auf DVD oder im Internet veröffentlicht und dauern meist 2 bis 10 Minuten.