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Deklarativsatz

Der Deklarativsatz (lateinisch declaratio, ‚Kundmachung', ‚Offenbarung'; auch: deklarativer Satz, Aussagesatz, Behauptungssatz, Erzählsatz, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Deklarativsätze im Deutschen
  3. 3. Ältere sprachwissenschaftliche Definition
  4. 4. Neuere Definition und Merkmale
  5. 5. Kennzeichnung in verschiedenen Sprachen

Grundbegriff

Ein Deklarativsatz ist eine grundlegende Satzart. Er wird auch deklarativer Satz, Aussagesatz, Behauptungssatz, Erzählsatz oder Konstativsatz genannt. Neben dem Fragesatz und dem Aufforderungssatz gehört er zu den drei grundlegenden Satzarten.

Seine zentrale Funktion ist es, eine Behauptung oder Aussage zu machen. Eine solche Aussage kann wahr oder falsch sein. Deshalb ist der Deklarativsatz besonders wichtig, wenn man in der Grammatik zwischen Aussagen, Fragen und Aufforderungen unterscheidet.

Deklarativsätze im Deutschen

Im Deutschen stellen Deklarativsätze eine Behauptung auf. Sie drücken also etwas aus, das als Aussage verstanden wird und grundsätzlich überprüfbar ist.

Beispiele aus dem Artikel sind: „Sie machte schnell die Tür zu.“ und „Paul hat gestern nicht zu Mittag gegessen.“ Beide Sätze behaupten etwas über ein Ereignis oder einen Zustand.

Dass eine Äußerung als Behauptung gemeint ist, kann auch ausdrücklich durch Formulierungen wie „der Meinung sein“, „behaupten“, „feststellen“ oder „sagen … dass“ signalisiert werden.

Ältere sprachwissenschaftliche Definition

Ross entwickelte den Begriff 1968 für die Transformationsgrammatik. Nach dieser älteren Definition ist ein Deklarativsatz ein Satz, der in der Tiefenstruktur von Verben des Sagens, sogenannten verba dicendi, oder von Wahrnehmungsverben, sogenannten verba sentiendi, abhängt.

Gemeint sind also Verben wie „der Meinung sein“, „behaupten“, „feststellen“ oder „sagen“. Ein Beispiel ist: „Ich bin der Meinung, dass etwas geschehen muss.“ Diese Definition gilt im Artikel ausdrücklich als veraltet.

Neuere Definition und Merkmale

Später ergaben sich Probleme mit der Definition von Ross. In der performativen Analyse konnte eine einfache, unmarkierte Äußerung aus einem gedachten Deklarativsatz in der Tiefenstruktur abgeleitet werden. Beispiel: „Die Preise fallen.“ wurde zurückgeführt auf „Ich sage dir (hiermit), (dass) die Preise fallen.“

Schwierigkeiten entstanden aber bei Sätzen wie „Kinder zu bekommen ist sozial.“ oder „Chomskys Minimalismus ist radikal.“, die aus Formen wie „Ich behaupte, dass …“ hergeleitet wurden. Unter anderem Grewendorf und Fries lehnten diese Herleitung als inadäquat ab.

Die neuere Umdefinition versteht den Deklarativsatz als Satzart, deren Wortstellung der normalen Wortstellung der jeweiligen Sprache entspricht, also nicht markiert ist, und die eine Feststellung bekundet. Eine solche Äußerung ist ein Assertiv, also eine Aussagehandlung, mit der etwas behauptet oder festgestellt wird.

Kennzeichnung in verschiedenen Sprachen

Im Deutschen wird der Deklarativ im Hauptsatz durch eine Kombination aus Verb-Zweitstellung, Topikalisierung und Verbform, also Modus, markiert. Verb-Zweitstellung bedeutet, dass das finite Verb typischerweise an zweiter Position steht. Vereinzelt kann aber auch Verberststellung vorkommen.

Andere Sprachen können Deklarativsätze anders kennzeichnen. Manche nutzen Intonation, also einen steigenden oder fallenden Tonverlauf. Wieder andere Sprachen, zum Beispiel Walisisch, verwenden ausdrücklich deklarative Funktionswörter. Diese Funktionswörter sind in der Satzkonstruktion nur im Hauptsatz zugelassen, nicht aber in abhängigen oder eingebetteten Sätzen.

Ein deutsches Beispiel aus dem Artikel zeigt den Unterschied zwischen Hauptsatz und eingebettetem Satz: „Er kommt ja.“ gegenüber „Ich weiß, dass er ja kommt.“

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