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Das ewige Lied
Das ewige Lied ist ein deutsch-österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 1997, der von dem Pfarrer Joseph Mohr erzählt, dem Textdichter des Weihnachtsliedes …
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Film und Grundkonflikt
Das ewige Lied ist ein deutsch-österreichischer Spielfilm von 1997 mit einer Länge von 120 Minuten und einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren. Regie und Drehbuch stammen von Franz Xaver Bogner; die Vorlage schrieb Thomas Nippold nach einer Idee von Horst Matouch. Im Mittelpunkt steht der Pfarrer Joseph Mohr, Textdichter des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht. Tobias Moretti spielt Mohr, Heio von Stetten den Lehrer und Musiker Franz Xaver Gruber.
Die Handlung spielt 1817 in Oberndorf, das kurz zuvor in einen österreichischen und einen bayerischen Teil geteilt wurde. Mohr wird dort Hilfspfarrer. Die Bevölkerung empfängt den als fremd wahrgenommenen Geistlichen kühl; nur Mesner Alois Hauser begrüßt ihn. Das Dorf ist zugleich von wirtschaftlichen und sozialen Konflikten geprägt: Die Schiffer auf der Salzach besitzen ein Salzmonopol. Dieses widerspricht den Interessen Johann Burgschwaigers, des größten Arbeitgebers des Orts, der eine Eisenbahnlinie bauen will. Außerdem streitet Burgschwaiger mit den Schiffern über die Entschädigung für Mitterer, der bei der Arbeit eine schwere Beinverletzung erlitten hat.
Mohrs Einsatz für das Dorf
Mohr gerät rasch mit Dorfpfarrer Nöstler aneinander. Nöstler unterstützt Burgschwaiger und zeigt sich darüber erfreut, dass die aus seiner Sicht „gottlosen Heiden“ nicht zum Gottesdienst kommen. Franz Xaver Gruber berichtet Mohr ebenfalls von den Missständen. Gruber unterrichtet seit vier Jahren in einer ehemaligen Scheune neben einer Bergkirche und verfügt über keine Schulbücher. Dort arbeitet auch Agnes, eine Frau aus den Bergen, die Kranke behandelt und früher Burgschwaigers Geliebte war.
Burgschwaiger nimmt Mitterers Familie gewaltsam Geld weg, das seine Frau ihr heimlich gegeben hatte. Mitterer stirbt, als er Hilfe holen will. Weil ihm ein Begräbnis auf dem Friedhof der bayerischen Dorfseite verweigert wird, bestattet Mohr ihn auf einer Wiese. Danach möchte Mohr die stumme Maria und ihren Bruder Hannes, die nun verwaisten Kinder Mitterers, gegen Nöstlers Verbot im Pfarrhaus aufnehmen. Die Dorfgemeinschaft unterstützt jedoch Mohr und gibt den Kindern im Schifferhaus Unterkunft. Mohr gewinnt durch seinen Umgang mit den Bewohnern Vertrauen; auch mit dem Gitarristen Gruber schließt er Freundschaft.
Maria und Markus, der Sohn des Sprechers der Schiffer Hans Schlagerer, werden ein Paar; Maria erwartet ein Kind. Zugleich hat Mohr Schwierigkeiten mit der Orgel. Burgschwaiger verweigert den Schiffern Arbeit, um ihr Salzmonopol zu brechen. Ihre Kinder leiden deshalb an Unterernährung. Während Nöstler Mohr die Schuld gibt, leert dieser trotz des Widerstands seines Vorgesetzten die kirchliche Speisekammer und verteilt die Vorräte. Mohr will in Salzburg Nöstlers Machenschaften melden. Nöstler verdächtigt ihn jedoch, Marias Kindsvater zu sein, und möchte dies gegen ihn verwenden. Burgschwaiger lässt Nöstler gefesselt in einem Boot auf der Salzach aussetzen. Den Mitwisser Carl Kreutzer stößt er in den Fluss, obwohl dieser wie viele Einwohner nicht schwimmen kann.
Entstehung des Liedes und Einordnung
Nach Nöstlers Verschwinden übernimmt Mohr die Pfarre. Die Schiffer nehmen, auch aus Not, wieder am religiösen Leben teil. Kurz vor Heiligabend gehen die gemeinsamen Kornvorräte im Schifferhaus aus. Schlagerer und die Schiffer sperren Mohr in der Kirche ein und wollen Burgschwaigers Vorräte im Lagerhaus auf der bayerischen Seite holen. Im Kampf stürzen Schlagerer und Burgschwaiger tödlich ab. Burgschwaigers Frau überlässt den Schiffern die Lebensmittel, da sie sich die frühere Harmonie im Dorf zurückwünscht und sich innerlich bereits von ihrem skrupellosen Mann getrennt hat.
Während Maria ihr Kind bekommt, läuft Hannes in den tief verschneiten Bergen davon, weil er dort seinen verstorbenen Vater vermutet. Mohr sucht ihn erfolglos und bricht erschöpft in der Bergkirche zusammen. Bergbewohner finden Hannes und bringen ihn mit Agnes ins Tal. Die Jodelrufe der Bergbewohner geben Mohr und Gruber die Anregung für ein Lied. Gruber setzt es rasch in Noten und spielt Stille Nacht, heilige Nacht bei der Christmette wegen der nicht funktionierenden Orgel auf der Gitarre. Maria bewegt die Lippen zum Text; auch Burgschwaigers Frau kommt in die Kirche. Mohr blickt hoffnungsvoll auf die Zukunft des Dorfes.
Der von Haindling stammende, im Film gesungene Titel Das ewige Lied gab dem Film seinen Namen. Die Handlung verbindet die Liedentstehung mit Eisenbahnbau; dies ist jedoch zeitlich problematisch, denn die erste dampfbetriebene Bahnstrecke, die Liverpool and Manchester Railway, war damals noch nicht einmal projektiert. Das Lexikon des internationalen Films nennt den Film einen routiniert inszenierten Heimatfilm und hebt die Darsteller hervor. ARTE.tv bezeichnet ihn als modernen Heimatfilm über den sozialen Mikrokosmos eines Bergdorfes; TV Spielfilm nennt ihn einen spannenden „Alpenwestern“.