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Christiane Taubira

Christiane Taubira (* 2. Februar 1952 in Cayenne, Französisch-Guayana) ist eine französische Politikerin der Partei Walwari bzw. der Parti radical de gauche …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Herkunft und Ausbildung
  3. 3. Parlament und zentrale Gesetze
  4. 4. Präsidentschaftswahlen und Justizministerium
  5. 5. Schrift

Überblick

Christiane Taubira (* 2. Februar 1952 in Cayenne, Französisch-Guayana) ist eine französische Politikerin von Walwari beziehungsweise der Parti radical de gauche (PRG). Sie vertrat Französisch-Guyana von 1993 bis 2012 in der französischen Nationalversammlung, war von 1994 bis 1999 Mitglied des Europäischen Parlaments und kandidierte 2002 für das Präsidentenamt.

Besonders wichtig sind ihre Rolle bei der loi Taubira von 2001, durch die Frankreich Sklavenhandel und Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannte, sowie ihre Tätigkeit als Justizministerin. Laut Einleitung hatte sie dieses Amt vom 16. Mai 2012 bis zum 27. Januar 2016 in den Kabinetten Ayrault I, Ayrault II, Valls I und Valls II inne; im Abschnitt zur politischen Laufbahn wird ihre Berufung dagegen auf den 16. Juni 2012 datiert.

Herkunft und Ausbildung

Taubira wuchs mit acht Geschwistern auf; ihre Mutter, eine Krankenpflegehelferin, zog die Kinder allein auf. Ihr älterer Bruder Jean-Marie Taubira ist ebenfalls Politiker.

Nach dem Lycée in Cayenne studierte sie im französischen Mutterland Wirtschaftswissenschaften an der Universität Panthéon-Assas (Paris II), Soziologie sowie afro-amerikanische Ethnologie an der Universität Paris IV (Paris-Sorbonne) und der Universität Pierre und Marie Curie (Paris 6) sowie Lebensmittelwirtschaft am Centre français de la coopération agricole (CFCA). In Ökonomie und Lebensmittelwirtschaft erwarb sie jeweils einen Abschluss des 3e cycle, ein Diplôme d’études approfondies. Dieser Abschluss wurde in manchen Quellen fälschlich als Doktorat bezeichnet.

Ab 1978 lehrte sie Wirtschaftswissenschaften in Cayenne. Sie leitete außerdem die örtliche Außenstelle des Conservatoire national des arts et métiers, eine karibische Organisation für landwirtschaftliche Zusammenarbeit und später eine Einrichtung für die Fortbildung von Küstenfischern. 1990 wurde sie Generaldirektorin des Amts für Zusammenarbeit und Außenhandel von Französisch-Guyana.

Parlament und zentrale Gesetze

Seit 1978 engagierte sich Taubira zunächst in der antikolonialen Bewegung Mouvement Guyanais de Décolonisation (MOGUYDE), die die Unabhängigkeit Guyanas von Frankreich forderte. In den 1980er-Jahren gab sie dieses Ziel auf und trat für einen autonomen Status des Übersee-Départements ein. 1992 gründete sie mit Roland Delannon die sozialistisch orientierte Partei Walwari und wurde deren Vorsitzende.

1993 wurde sie erstmals in die Nationalversammlung gewählt und 1997, 2002 sowie 2007 wiedergewählt. Von 1993 bis 1997 gehörte sie der Fraktion République et liberté an. Ab 1997 war sie meist als Apparentée, also als einer Fraktion verbundene Abgeordnete ohne reguläre Mitgliedschaft, der Sozialistischen Fraktion zugeordnet. Von November 2001 bis Juni 2002 war sie Mitglied der Fraktion Radical-citoyen-vert. Im Europäischen Parlament saß sie von 1994 bis 1999 für die linksliberale Liste Énergie radicale in der Fraktion der Radikalen Europäischen Allianz.

Als Berichterstatterin der Nationalversammlung prägte sie 2001 die loi Taubira. Das Gesetz erkannte den Sklavenhandel und die Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.

Präsidentschaftswahlen und Justizministerium

Bei der Präsidentschaftswahl 2002 trat Taubira für die PRG an. Im ersten Wahlgang erhielt sie rund 660.000 Stimmen beziehungsweise 2,3 Prozent. Ihre Kandidatur trug zur Zersplitterung des linken Lagers bei: Der sozialistische Kandidat Lionel Jospin wurde Dritter, sodass Jacques Chirac und Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl gelangten. 2007 arbeitete Taubira im Wahlkampfteam von Ségolène Royal, 2011 unterstützte sie Arnaud Montebourg in den sozialistischen Vorwahlen.

Als Justizministerin war sie für die Gesetzgebung der Mariage pour tous zuständig, welche die Ehe für homosexuelle Paare öffnete. Im Januar 2014 stellte sie Entwürfe für eine Reform des französischen Justizsystems vor. Am 27. Januar 2016 trat sie auf Aufforderung von Präsident François Hollande zurück. Zuvor hatte sie sich mehrfach gegen Maßnahmen nach den Anschlägen vom 13. November 2015 in Paris gewandt, besonders gegen den geplanten Entzug der französischen Staatsbürgerschaft bei wegen Terrorismus verurteilten Personen.

Am 15. Januar 2022 erklärte sie erneut ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl. Bei der primaire populaire erhielt sie unter linken Wählern die beste Durchschnittsnote, vor Anne Hidalgo und Jean-Luc Mélenchon. Weil ihr jedoch nicht genügend parrainages, also Unterstützungserklärungen von Amts- und Mandatsträgern, vorlagen, zog sie ihre Kandidatur am 2. März 2022 zurück.

Schrift

2012 veröffentlichte Taubira ihre Memoiren Mes météores : combats politiques au long cours bei Flammarion in Paris (ISBN 978-2-08-127895-0).

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