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Chemielabor
In vielen Chemielabors sind spezielle chemikalienfeste Böden eingebaut und das Mobiliar ist auf die Erfordernisse bei Handhabung von Gefahrstoffen abgestimmt.
Inhalt6 Abschnitte
Grundidee und Zweck
Ein Chemielabor ist der Sammelbegriff für Räumlichkeiten, in denen chemische Arbeiten im nichtindustriellen Maßstab durchgeführt werden. Für industrielle Maßstäbe verweist der Artikel auf Technikum oder Großproduktion. Ein Chemielabor ist normalerweise in Ausstattung und Bauweise genau auf seine Nutzung zugeschnitten und enthält die Laborgeräte, die für chemische Arbeitsverfahren nötig sind.
Chemielabore sind wichtig, weil dort Stoffe hergestellt, untersucht, getrennt, nachgewiesen und gemessen werden. Sie dienen damit Forschung, Ausbildung, Qualitätskontrolle, Materialanalyse und der Überwachung von Produktionsprozessen.
Bauweise und Sicherheit
Viele Chemielabore haben chemikalienfeste Böden. Auch das Mobiliar ist auf den Umgang mit Gefahrstoffen abgestimmt. Gefahrstoffe sind Stoffe, die zum Beispiel ätzend, giftig, entzündlich oder auf andere Weise gefährlich sein können.
Typisch sind Arbeitsplätze mit speziellen Luftabzugssystemen, die Digestorium oder Gasabzug genannt werden. In Speziallabors kann ein permanenter Unterdruck herrschen. Dadurch sollen Gase oder Stäube nicht unkontrolliert über Fugen, Fenster oder Türen aus dem Labor entweichen.
Zur Sicherheitsausstattung gehören unter anderem Not-Aus-Knopf, Feuerlöscher, Feuerlöschdecke, Augen- und Personendusche sowie passende Erste-Hilfe-Ausrüstung. Eine Notdusche dient dazu, verspritzte, ätzende oder heiße Chemikalien schnell abzuspülen, zu verdünnen oder abzukühlen. Eine Augendusche ist ein Beispiel für Ausrüstung, die an die Arbeiten im Labor angepasst ist.
Arbeitsplätze und Geräte
In Chemielaboren gibt es Regale und Schränke mit Laborreagenzien, also chemischen Stoffen, die bei Versuchen und Analysen verwendet werden. Ein Teil davon kann zu den Gefahrstoffen gehören. Außerdem finden sich Messgeräte, Laborapparaturen für Stoffumwandlungen sowie Ver- und Entsorgungseinrichtungen.
Ein Gasabzug ist ein geschützter Arbeitsplatz. Er kann mit einer höhenverstellbaren Frontscheibe vollständig abgeschlossen werden. Im einfachen Fall werden Dämpfe und Gase durch eine Deckenabsaugung aus dem Arbeitsraum entfernt, ähnlich wie bei einer Küchenabzugshaube.
Aufwendigere Gasabzüge arbeiten mit unterschiedlichen Luftströmen, zum Beispiel direkt hinter der Frontscheibe. Dadurch soll verhindert werden, dass Gase, Dämpfe oder andere Gefahrstoffe beim Zugriff nach außen gelangen. Moderne Sterilabzüge kombinieren verschiedene Abzugssysteme, etwa laminare Strömungen mit konventioneller Absaugung an Front und Decke. Laminare Strömung bedeutet hier eine geordnete Luftströmung, die den Arbeitsbereich kontrolliert belüftet.
Schutzkleidung und Verhalten
Im Laboralltag wird über der normalen Kleidung meist ein üblicherweise weißer Mantel aus Baumwollgewebe getragen. Baumwolle wird genannt, weil Kunstfasergewebe bei Verbrennung schmelzen können. Schuhe oder Pantoffel haben meist eine geschlossene Vorderkappe, damit abtropfende Gefahrstoffe nicht so leicht Verätzungen verursachen.
Bei gefährlichen Arbeiten wird zusätzliche Schutzausrüstung verwendet. Dazu gehören Schutzkittel, Schutzbrille oder Schutzvisier, gegebenenfalls Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe und Atemschutz. Essen, Trinken und Rauchen sind am Arbeitsplatz Chemielabor untersagt.
Der Artikel erwähnt außerdem, dass sich in Chemielaboren für bestimmte Tätigkeiten und Bezeichnungen ein eigener Laborjargon entwickelt hat. Laborjargon bedeutet eine besondere Fachsprache, die im Arbeitsalltag eines Labors verwendet wird.
Typische Tätigkeiten
In Chemielaboren werden Stoffe produziert, zum Beispiel durch Synthese oder als Präparate. Synthese bedeutet die Herstellung eines Stoffes durch chemische Reaktionen. Außerdem werden Stoffe untersucht, etwa in der Qualitätskontrolle oder bei der Analyse von Materialien.
Wichtige Verfahren sind das Trennen von Stoffgemischen, zum Beispiel durch Destillation oder Filtration. Bei der Destillation werden Stoffe aufgrund unterschiedlicher Siedepunkte getrennt. Bei der Filtration trennt man feste Bestandteile von Flüssigkeiten oder Gasen mithilfe eines Filters. Der Artikel nennt auch den Kationentrennungsgang als Beispiel für ein Trennverfahren.
Weitere Tätigkeiten sind der Nachweis von Stoffen durch Nachweisreaktionen und die Analytik. Analytik bedeutet die Untersuchung, welche Stoffe vorhanden sind oder in welcher Menge sie vorliegen. Zudem werden chemische Reaktionen und Messungen durchgeführt, um Stoffe und Prozesse zu verstehen oder zu kontrollieren.
Berufe im Labor
In Chemielaboren arbeiten Menschen aus verschiedenen chemischen und verwandten Berufen. Solche Labore gibt es in Forschungs- und Produktionsunternehmen, Lehr- und Ausbildungsbetrieben sowie Untersuchungsämtern.
Der Artikel nennt als Berufstätige Chemielaboranten, chemisch-technische Assistenten (CTA), Chemikanten, Produktionsfachkräfte Chemie beziehungsweise Chemiebetriebsjungwerker, Lack- und Biologielaboranten, umwelttechnische Assistenten sowie promovierte Chemiker. Gemeinsam ist diesen Berufen, dass sie an chemischen Untersuchungen, Herstellungsverfahren, Kontrollen oder verwandten Laboraufgaben beteiligt sein können.