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Bleisatz

Bleisatz ist ein Verfahren zur Herstellung von Druckformen für den Buchdruck. Einzelne Lettern oder Einzelbuchstaben, die aus Letternmetall, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip des Bleisatzes
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Handsatz und Maschinensatz
  4. 4. Setzersprache und typografische Berechnung

Grundprinzip des Bleisatzes

Bleisatz ist ein Verfahren zur Herstellung von Druckformen für den Buchdruck. Einzelne Lettern, also gegossene Drucktypen für einzelne Buchstaben, werden zu einer vollständigen Druckform für eine Seite zusammengesetzt. Die Lettern bestehen aus Letternmetall, einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung.

Nach dem Abdruck kann die Druckform wieder in ihre Einzelteile zerlegt werden. Dieser Vorgang heißt „Ablegen“. Die einzelnen Lettern können danach erneut verwendet werden. Das gilt für den Einzelletternsatz im Handsatz und für den Satz mit der Monotype-Setzmaschine. Maschinensatz mit gegossenen Zeilen, wie ihn die Linotype- oder die Ludlow-Gießmaschine herstellen, wird dagegen nach der Nutzung wieder eingeschmolzen und neu gegossen.

Historische Entwicklung

Funde aus der heutigen Volksrepublik China und Korea lassen vermuten, dass dort bereits ähnliche Systeme existierten. Die erste Mobilletterndruckmaschine aus Lehm wurde dem Chinesen Bi Sheng (972–1051) zugeschrieben. Eine erste Metallmaschine für lateinische Buchstaben entwickelte Johannes Gutenberg um 1440. Damit wurde der Druck mit beweglichen Lettern, auch „Mobilletterndruck“ genannt, in Europa neu entwickelt.

Der asiatische Satz und der europäische Satz unterschieden sich in der verwendeten Einheit: Im asiatischen Satz ging es um Zeichenfolgen beziehungsweise bildzeichenhafte Wörter, im europäischen Satz um einzelne Buchstaben. Als wichtige Neuerungen gelten außerdem die Verwendung von Weichmetallen wie Blei und Zinn sowie ein Gießinstrument mit auswechselbarer Matrize. Der historische Abschnitt ist im Artikel allerdings als nicht hinreichend mit Belegen ausgestattet gekennzeichnet; einzelne Angaben könnten daher ohne ausreichende Belege entfernt werden.

Handsatz und Maschinensatz

Man unterscheidet den Handsatz und den Maschinensatz. Der Handsatz ist die älteste Form des Bleisatzes und verschwand erst in den 1970er Jahren weitgehend. Beim Maschinensatz gibt es drei Funktionsprinzipien:

  • Typensetzmaschinen verwenden Schrifttypen aus dem Handsatz, zum Beispiel die Kastenbein-Setzmaschine. Das Ausschließen, also das genaue Ausrichten und Füllen einer Zeile, wird weiterhin von Hand ausgeführt oder nachträglich korrigiert.
  • Bei der Monotype-Setzmaschine werden mit Matrizen neue einzelne Lettern gegossen. Dadurch gehört sie zum Einzelbuchstabensatz und zur Einzelbuchstabengießmaschine.
  • Bei Zeilengussmaschinen wie der Linotype-Setzmaschine oder dem Typograph besteht eine Schriftzeile aus einem einzigen Stück. Eine fehlerhafte Zeile muss deshalb vollständig neu gesetzt und abgegossen werden. Ausschluss und Formatierung werden bereits im ersten Satzschritt vorgenommen und können später nicht mehr korrigiert werden.

Die verschiedenen Techniken wurden häufig nebeneinander eingesetzt. Gießmaschinen erreichten etwa 6000 Zeichen pro Stunde und übertrafen damit die Leistung eines Handsetzers von bis zu 1500 Zeichen deutlich. Später wurden auch diese Maschinensatzarten durch neuere Techniken wie Fotosatz und Computersatz abgelöst.

Setzersprache und typografische Berechnung

Viele typografische Begriffe und Regeln aus der Zeit des Bleisatzes gelten bis heute und wurden auch auf das Desktop-Publishing übertragen. Eine wichtige Besonderheit der Handsatzmathematik war die Berechnung der Formatierung. Durch die systematische Kombination von Schriftmaterial und Ausschlussmaterial wird ein genaues Rechteck hergestellt.

Die Grundlage des typografischen Systems bilden der typografische Punkt und ein dodekaedrisches Rechenmodell. Dabei gilt: 1 Cicero = 12 pt und 1 Konkordanz = 4 Cicero. Für unterschiedliche Abstände und Formate gibt es Zwischenstücke von ½ Punkt bis zur Größe mehrerer Konkordanzen.

Beispiele für Begriffe aus der Setzersprache sind Fliegenkopf, Satzrechner, Satzbrett, Satzschließer, Setzkasten, stehender Satz, Laufweite, Winkelhaken, Hurenkind und Schusterjunge sowie Zwiebelfisch.

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