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Biologe
Biologen analysieren und erforschen Strukturen und Vorgänge bei Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Dazu führen sie Experimente mit biochemischen, …
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Aufgabe und Tätigkeiten
Biologen erforschen Strukturen und Vorgänge bei Menschen, Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen. Dafür führen sie Experimente durch, zum Beispiel mit biochemischen, mikroskopischen oder biophysikalischen Verfahren. Im engeren Sinn sind Biologen Naturwissenschaftler mit einem Studium der Biowissenschaften. In Deutschland vertritt der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin die Interessen von Biologen.
Biologiestudium
Bachelor- und Masterstudienplätze im Fach Biologie werden in Deutschland von den einzelnen Universitäten vergeben. Für das Biologie-Lehramt vergibt nur in Nordrhein-Westfalen die Stiftung für Hochschulzulassung Studienplätze; sonst bewirbt man sich direkt bei den Hochschulen.
Da Hochschulen eigene Auswahlkriterien festlegen dürfen, müssen Bewerber die Bedingungen des jeweiligen Studienortes genau prüfen. Schätzungsweise mehr als 60 Prozent der Biologiestudierenden in Deutschland sind weiblich. Für ein Lehramtstudium mit Biologie empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit als zweites Fach Chemie oder ein anderes naturwissenschaftliches Fach.
Entwicklung des Fachs und Beschäftigung
Vorläufer der heutigen Biologen waren Naturforscher: Akademiker und Privatgelehrte, die teilweise Philosophie oder Medizin studiert hatten, sowie naturwissenschaftlich forschende Laien.
Bis in die 1970er-Jahre standen im Biologie-Grundstudium vor allem Artenvielfalt sowie die physiologischen Vorgänge in Zellen und Organen von Tieren und Pflanzen im Mittelpunkt. Physiologie bezeichnet die Lehre von den Funktionen von Lebewesen und ihren Organen. Später wurden ökologische und neurobiologische Fragestellungen wichtiger. Heute sind besonders Genetik, Gentechnik, Mikrobiologie und Molekularbiologie typische Arbeitsfelder.
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass Industrie und Handel häufig promovierte, berufserfahrene und jüngere Bewerber suchen. Direkt nach dem Studium bestehen für Biologen oft vor allem an Forschungseinrichtungen Möglichkeiten zur Promotion. Dort werden jedoch meist keine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vermittelt, die Unternehmen häufig erwarten.
In Baden-Württemberg lag der Frauenanteil unter den Absolventen eines Erststudiengangs im Fachgebiet Biologie im Januar 2021 bei 70,3 %, unter den Professorinnen und Professoren der Biologie dagegen bei 29,6 %.
Arbeitsmarkt und Einkommen
2004 arbeiteten rund zwei Drittel aller Biologie-Absolventen in Schule, Hochschule und Forschung; die Mehrheit davon war Lehrer an öffentlichen Schulen. Außerhalb des Lehramts ist eine dauerhafte Beschäftigung nach dem Studium in Deutschland seit vielen Jahren relativ schwer zu finden. Rund 7000 neue jobsuchende Absolventen bewarben sich jährlich um Stellen (Stand: Februar 2019) und konkurrierten dabei auch mit Chemikern und Mathematikern. Häufig beginnen Biologen daher mit befristeten Stellen oder arbeiten dauerhaft freiberuflich.
In der Privatwirtschaft konkurrieren sie außerdem mit Biochemikern, Ärzten und Pharmazeuten. Vorteile haben Biologen mit Kenntnissen in Pharmazie, Pharmakologie, Betriebswirtschaft, EDV und Fremdsprachen sowie mit Auslandserfahrung. Konkurrenz besteht auch durch praxisnäher ausgebildete Biologisch-technische Assistenten.
Dauerhafte Stellen gibt es unter anderem als Pharmaberater, in der klinischen Prüfung von Arzneimitteln, im Produktmanagement von Pharmaunternehmen, in wissenschaftlicher Dokumentation, Museumspädagogik und Wissenschaftsjournalismus. Biologen werden auch für Wartung und Reparatur technischer Laborgeräte beschäftigt.
Im öffentlichen Dienst liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2900 Euro brutto monatlich mit Bachelor und etwa 3800 Euro brutto monatlich mit Master. In Unternehmen kann es deutlich höher sein. Fest angestellte promovierte Biologen können langfristig bis zu 70.000 Euro jährlich verdienen (Stand: März 2019). Die Kinderlosenquote erwerbstätiger Biologinnen betrug 2016 in Deutschland 30 %, bei berufstätigen Frauen insgesamt 22 %.