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Be.four

be.four ist ein Musikalbum des Klavierensembles Gershwin Piano Quartet. Es erschien 2010 bei ZHdK Records und enthält klassische Musik und Jazz in einem …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Album und Besetzung
  2. 2. Musikalisches Konzept
  3. 3. Entstehung und Aufnahme
  4. 4. Inhalt von CD und DVD
  5. 5. Kritische Aufnahme

Album und Besetzung

be.four ist ein 2010 bei ZHdK Records veröffentlichtes Studioalbum des Gershwin Piano Quartet. Das Ensemble besteht auf dieser Aufnahme aus André Desponds, Stefan Wirth, Benjamin Engeli und Mischa Cheung. Seine Besonderheit ist die Bearbeitung klassischer Musik und von Jazz für vier Konzertflügel.

Das Album erschien als Kombination aus CD und DVD. Die CD enthält zwölf Titel mit einer Gesamtlänge von 68:44 Minuten, die DVD sechs Beiträge mit insgesamt 36:18 Minuten. Eingespielt wurde die Musik mit drei Steinway-D-Flügeln und einem Fazioli-Flügel. In der Chronologie des Ensembles folgt be.four auf Playing on 4 Pianos von 1999; das nachfolgende Album heißt Transatlantiques.

Musikalisches Konzept

Die Stücke stammen überwiegend aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Viele waren ursprünglich Orchesterwerke. Zwar existierten teilweise bereits Klavierfassungen der Komponisten: Igor Strawinsky hatte sein Ballett Petruschka zunächst als Klavierkonzert geplant, George Gershwin schrieb eine Klavierversion von An American in Paris, und Maurice Ravel schuf von La Valse eine Fassung für zwei Klaviere. Das Quartett übernahm diese Versionen jedoch nicht einfach und verteilte auch nicht nur die Orchesterstimmen auf vier Instrumente, sondern entwickelte eigene Arrangements.

Diese Bearbeitungen beziehen die räumliche Verteilung der Stimmen auf die vier Flügel ein und erweitern die üblichen Spielweisen. Unter anderem werden die Klaviersaiten mit weichen Schlägeln angeschlagen oder Glissandi – gleitende Tonfolgen – mit den Fingern direkt auf den Saiten erzeugt. Stefan Wirth verwandelte ein Thema aus einem Kanon von Astor Piazzolla in eine Fuge, also ein mehrstimmiges Stück, in dem ein Thema nacheinander von verschiedenen Stimmen aufgegriffen wird. Dabei dienen auch Holzblocks als Perkussionsinstrumente.

Entstehung und Aufnahme

Das 1996 gegründete Gershwin Piano Quartet arrangierte und spielte zunächst vor allem Werke George Gershwins für vier Klaviere. 1999 erschien bei Jecklin Edition die CD Playing on 4 Pianos. Später nahm das Ensemble insbesondere Werke europäischer Komponisten in sein Repertoire auf. Nachdem Marlis Walter und Nik Bärtsch die Gruppe verlassen hatten, kamen 2007 Mischa Cheung und Benjamin Engeli hinzu.

In der neuen Besetzung entstand die Idee, Musik europäischer und amerikanischer Komponisten vom Anfang des 20. Jahrhunderts auf einem Album gegenüberzustellen und miteinander in Beziehung zu setzen. Die CD wurde im Oktober 2008 im Großen Konzertsaal der Zürcher Hochschule der Künste in der Florhofgasse 6 aufgenommen. Aufnahme und Audiobearbeitung übernahm das Silent Work Studio unter der technischen Leitung von Lasse Nipkow. Verwendet wurde die räumliche Aufnahmetechnik Auro-3D.

Weil die Auftritte auch von ihrer visuellen Wirkung leben, wurde der CD eine DVD mit Konzertmitschnitten und eigens produzierten Dokumentationen beigelegt. Das Zusammenspiel ist etwa bei An American in Paris als Schwarzes Theater und bei der Tango-Fuge mit einem viergeteilten Bildschirm zu sehen, der jedem Pianisten ein Viertel des Bildes zuordnet. Die Videoaufnahmen entstanden 2009 überwiegend unter der Regie von Georg Lendorff; einige Videos veröffentlichte das Quartett auch auf seiner Website.

Inhalt von CD und DVD

Die CD beginnt mit sechs Teilen aus Strawinskys Petruschka: The Shrovetide Fair (05:25, Arrangement Benjamin Engeli), Petrushkas Cell (02:56, Mischa Cheung), Russian Dance (02:00, André Desponds), Dance of the Wet Nurses (01:45, Stefan Wirth), Dance of the Coachmen And Grooms (01:57, Stefan Wirth) und The Masqueraders (01:35, Stefan Wirth).

Darauf folgen Tango-Fugue on a Theme by Astor Piazzolla (04:57, Stefan Wirth nach einem Thema von Astor Piazzolla), Maurice Ravels La Valse (12:18, Arrangement Stefan Wirth), Cole Porters Night and Day (07:22, Arrangement Gershwin Piano Quartet) sowie drei Werke George Gershwins: An American in Paris (16:11, Arrangement Stefan Wirth und Marlis Walter), The Man I Love (06:34, Arrangement Gershwin Piano Quartet) und I Got Rhythm (05:42, Arrangement André Desponds).

Die DVD enthält einen Trailer (7:19), An American in Paris als Schwarzes Theater (7:12), die Tango-Fugue on a Theme by Piazzolla mit viergeteiltem Bildschirm (5:07) und eine Liveaufnahme von I Got Rhythm (5:24). Trip to China (6:02) dokumentiert eine Konzertreise nach China im November 2009 und ist mit Rhapsody in Blue unterlegt. Oh, Lady Be Good! (1:14) wurde live im Dolder Grand-Hotel in Zürich aufgenommen.

Kritische Aufnahme

Die Rezensionen bewerteten das Album überwiegend positiv. Roland Wächter hob im Kulturtipp von DRS 2 die klangliche Feinheit, die rhythmische Präzision und die Musizierfreude des Quartetts hervor.

Susanne Kübler schrieb im Tages-Anzeiger, die Bearbeitungen seien mehr als bloße Fingerübungen: Trotz der Klangfülle von vier Flügeln wirkten sie durchsichtig und durch die Aufnahmetechnik räumlich. Besonders passend fand sie die Auswahl rhythmisch geprägter Werke von Strawinsky und Gershwin. Sie bemerkte zugleich, dass nur André Desponds über einschlägige Jazzerfahrung verfüge, sprach den anderen Musikern aber ebenfalls ein Gespür für diese Musik zu.

Bruno Rauch betonte 2012 in Musik&Theater neben Präzision, Koordination und Spielwitz besonders die visuelle Wirkung des Quartetts und der Bonus-DVD. Nach seiner Einschätzung können die vier Pianisten durch traditionelle und erweiterte Spielweisen – bis hin zum Spiel im Inneren der Flügel sowie zum Einsatz kleiner Schlägel und Autohupen – die Wirkung eines ganzen Orchesters erreichen.

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