Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Assonanz
Assonanzen betreffen daher nicht selten ähnlich klingende Konsonanten wie m und n (z. B. kommen/zerronnen) oder b, d und g (z. B. Lied/Trieb), oder aber …
Inhalt5 Abschnitte
Definition und Grundlagen
Die Assonanz (von lateinisch assonare „anklingen“) ist als vokalischer Halbreim ein Stilmittel in Dichtung und Rede. Dabei haben eine oder mehrere Silben in entsprechender Position denselben vokalischen Laut (Phonem), während sich die Konsonanten unterscheiden. Beispiele: Schwindsucht / Bindung, kehren / Segen, Ledas Schwan / Megastar. Wie beim Reim beginnt die Assonanz meist mit einer betonten Silbe.
Assonanz im Deutschen
In der althochdeutschen Dichtung verwendete Otfried von Weißenburg Assonanzen neben echten Endreimen; der Halbreim war damit ein Vorläufer des Endreims. Dieser setzte sich etwa im 12. Jahrhundert als gehobener Standard der mittelhochdeutschen Lyrik durch und hielt sich bis heute. In der volkstümlichen Dichtung (z. B. Volksliedern) blieben Assonanzen aber verbreitet. Im Deutschen gelten Assonanzen am Versende als fehlerhaft („falsche Reime“, im Unterschied zu erlaubten „unreinen Reimen“) bzw. als Zeichen ungeübter Dichter – obwohl selbst Goethe solche „Fehler“ unterliefen (am Schluss von Faust II reimt er „Unbegreifliche“ auf „Weibliche“). Oft wird die Assonanz genutzt, weil Wendungen sich nicht reimen, aber klanglich ähnlich sind: So betreffen Assonanzen häufig ähnliche Konsonanten wie m/n (kommen/zerronnen) oder b/d/g (Lied/Trieb), oder Konsonanten am Versende werden weggelassen oder angehängt (Flachse/gewachsen bei Rückert). Binnenassonanzen, also Assonanzen innerhalb der Verse, gelten dagegen nicht als fehlerhaft.
Assonanz in romanischen Sprachen und Romantik
In den romanischen und keltischen Sprachen gelten Assonanzen bis heute als gleichberechtigt neben dem Vollreim. Sie fanden früh in Spanien Verwendung (Cantar de Mio Cid) und verbreiteten sich im mittelalterlichen Provenzalischen (La Chanson de Roland). Über das Spanische gelangte die Assonanz in der Romantik erneut in die deutsche Dichtkunst; Dichter wie Ludwig Tieck, Achim von Arnim und Clemens Brentano nutzten sie. Außerhalb der Romantik wurde sie jedoch wieder als minderwertig abgelehnt und fand insgesamt wenig Verbreitung in der deutschen Lyrik.
Beispiele
Brentanos erste Strophe von Rosablankens Traum (Romanzen vom Rosenkranz) zeigt Assonanzen am Versende: Büschen/…blühen und …schlafen/Atem. Die Assonanz tritt hier als Versbindungsmittel an gleicher Stelle und Funktion wie ein Kreuzreim abab auf. In Die Gebüsche von Friedrich Schlegel sind alle geraden Zeilen durch eine zweisilbige Endassonanz …au…e… verknüpft (z. B. Auen/Augen, Brausen/rauschen, trauren/hauchen, lauschet/Erdentraume) – eine Verbindung, die dem flüchtigen Leser oder Hörer leicht entgehen kann.
Assonanz in Rap und außerhalb der Lyrik
Die Assonanz gehört heute zu den im Rap beliebten Formen des Sprachschmucks. Auch außerhalb der Lyrik wird sie als Stilmittel verwendet: Luther übersetzte Lukas 2,12 mit einer neunfachen Assonanz auf den Vokal i: „Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippen liegen.“ Verwandt ist die Konsonanz (Verslehre), bei der die Konsonanten statt der Vokale übereinstimmen.