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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Apokoinu

Das Apokoinu [apokɔi̯ˈnuː] (aus altgriechisch ἀπὸ κοινοῦ apo koinou, deutsch ‚vom Gemeinsamen') ist ein rhetorisches Stilmittel der Worteinsparung ähnlich …

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Definition und Funktion
  2. 2. Beispiele

Definition und Funktion

Ein Apokoinu [apokɔi̯ˈnuː] ist ein rhetorisches Stilmittel der Worteinsparung. Es ähnelt Ellipse, Syllepse und Zeugma und gehört zu den Formen der Brachylogie, also einer knappen Ausdrucksweise.

Bei dieser syntaktischen Konstruktion wird ein Wort oder Satzteil gleichzeitig auf zwei andere Teile eines Satzes bezogen. Dieser gemeinsame Teil heißt Koinon. Meist steht das Koinon in der Mitte: Es gehört sowohl zum vorhergehenden als auch zum nachfolgenden Text. Dadurch lassen sich aus der Konstruktion zwei vollständige Sätze bilden.

Beispiele

In der antiken griechischen und römischen Dichtung sowie in mittelhochdeutschen Texten kommt das Apokoinu häufig vor. Im Anfang des Nibelungenliedes in der Bearbeitung „C“ ist „von helden […] strîten“ das Koinon. Es gehört zugleich zu „Uns ist … vil geseit von helden … strîten.“ und zu „Von helden … strîten muget ir … hœren sagen.“.

In Friedrich Schillers Wilhelm Tell (3. Akt, 1. Szene, „Walthers Lied“, 3. Strophe) verbindet „Das ist seine Beute“ die Aussagen „Was sein Pfeil erreicht, das ist seine Beute.“ und „Das ist seine Beute, was da kreucht und fleugt.“.

In der gesprochenen Sprache kann ein Apokoinu auch als Flüchtigkeitsfehler auftreten, etwa: „Wir trinken jetzt Kaffee mit Marina ist aufgestanden.“

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