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André Sainte-Laguë

Sainte-Laguë zeigte das in einer Überschlagsrechnung unter Annahme flacher, glatter Tragflügel, wusste aber selbst, dass seine Annahmen nicht zutreffen konnten.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung, Beruf und Kriegserfahrungen
  3. 3. Gesellschaftliches und politisches Engagement
  4. 4. Graphentheorie und Veröffentlichungen

Überblick und Bedeutung

André Sainte-Laguë (* 20. April 1882 in Saint-Martin-Curton; † 18. Januar 1950) war ein französischer Mathematiker und Professor für Mathematik am Conservatoire national des arts et métiers in Paris. Er gilt als Pionier der Graphentheorie. Sein Nachlass wurde dem International Institute of Social History vermacht.

Besonders bekannt ist er auch als Namensgeber des Sainte-Laguë-Verfahrens. Dieses Sitzzuteilungsverfahren veröffentlichte er 1910.

Ausbildung, Beruf und Kriegserfahrungen

Sainte-Laguë studierte an der École normale supérieure (ENS). Anschließend arbeitete er als Lehrer in der französischen Provinz und in Paris.

Im Ersten Weltkrieg wurde er dreimal verwundet und erhielt das Croix de guerre. Von 1917 bis 1919 arbeitete er im Labor der ENS zu Fragen der Ballistik, also der Bewegung von Geschossen, sowie – davon angeregt – zum Vogelflug. Seine Überschlagsrechnung zu Hummeln nahm flache, glatte Tragflügel an. Sie führte möglicherweise zum Mythos, ein Wissenschaftler habe bewiesen, dass Hummeln nicht fliegen könnten. Sainte-Laguë wusste jedoch selbst, dass diese Annahmen nicht zutreffen konnten.

Nach dem Krieg unterrichtete er wieder an einem Gymnasium in Paris. Gleichzeitig war er Maître de conférences am Conservatoire National des Arts et Métiers. Dort wurde er 1938 Professor für Angewandte Mathematik und widmete sich der Ingenieursausbildung. Außerdem organisierte er die Mathematik-Abteilung des Museums Palais de la découverte.

Gesellschaftliches und politisches Engagement

Sainte-Laguë war aktives Mitglied der Gewerkschaft Confédération des travailleurs intellectuels und 1929 deren Präsident. Im Zweiten Weltkrieg gehörte er zur Résistance und war zeitweise in Haft.

Er erhielt die Medaille der Résistance, war Offizier der Ehrenlegion und gehörte dem Rat (Conseil général) der Banque de France an.

Graphentheorie und Veröffentlichungen

1926 schrieb Sainte-Laguë mit „Les réseaux (ou graphes)“ noch vor Dénes Kőnig das erste Buch über Graphentheorie. Daneben veröffentlichte er mehrere populärwissenschaftliche Bücher.

Zu seinen Schriften zählen:

  • „Les réseaux (ou graphes)“, Gauthier-Villars, Paris 1926
  • „Géométrie de situation et jeux“, Gauthier-Villars, Paris 1929
  • „Avec des nombres et des lignes“, Vuiberg, Paris 1937
  • „Du connu à l’inconnu“, Gallimard, Paris 1941
  • „Le monde des formes“, Fayard, Paris 1948
  • „L’utilisation pratique des mathématiques“, Eyrolles, Paris 1949
  • „De l’homme au robot“, Fayard, Paris 1953

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