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Ambigramm

Als Ambigramm (von lateinisch ambo ‚beide' und griechisch gramma ‚Schrift') bezeichnet man gemeinhin einen Schriftzug oder ein symmetrisches Symbol, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Definition
  2. 2. Lesarten und besondere Form
  3. 3. Aufbau mit Buchstaben und Zahlen
  4. 4. Entwicklung und Anwendungen

Grundidee und Definition

Ein Ambigramm ist ein Schriftzug oder ein symmetrisches Symbol, das nach einer Drehung um einen bestimmten Winkel – meist 180° – wieder als Schriftzug oder Symbol gelesen werden kann. Es ist damit Schrift, die von beiden vorgegebenen Blickwinkeln aus lesbar ist.

Douglas Hofstadter definierte 1987 ein Ambigramm als ein besonderes visuelles Wortspiel: Eine kalligraphische Gestaltung hat zwei oder mehr klare Lesarten. Zwischen ihnen wechselt man meist durch eine Veränderung des Blickwinkels, also indem man die Gestaltung bewegt. Manchmal genügt es, die Wahrnehmung zu ändern. Die Lesarten können dasselbe oder unterschiedliche Wörter bzw. Aussagen enthalten. Allgemein lässt sich ein Ambigramm als typographische Schöpfung mit zwei oder mehr Interpretationen eines Schriftzuges beschreiben.

Lesarten und besondere Form

Wenn für die zweite Lesart kein Drehen nötig ist, sondern ein gedankliches Umstellen der Wahrnehmung, entspricht das Ambigramm in der Kalligraphie einer Kippfigur. Eine Kippfigur ist eine Darstellung, die auf verschiedene Weisen gesehen werden kann.

Eine Sonderform ist das Spinonym, abgeleitet von englisch „(to) spin“ für „drehen“. Dabei werden die einzelnen Schriftzeichen gedreht.

Aufbau mit Buchstaben und Zahlen

Einige Wörter sind schon in gewöhnlichen Schriftarten ohne grafische Veränderungen Ambigramme, etwa „opodo“, „pod“, „NOON“, „SONOS“, „SOS“, „XOX“ und „WM“. Solche häufig wenig sinnvollen Phantasienamen werden gern als Marken- oder Firmennamen verwendet, zum Beispiel „opodo“ und „OWOMO“.

Für solche „echten“ Ambigramm-Ausdrücke sind Groß- und Kleinschreibung sowie passende, vorzugsweise serifenlose Schriftarten wichtig. Beim Drehen um 180° bleiben unter anderem l, o, s, x, z, H, I, N, O, S, X und Z gleich. Buchstaben wie b, d, m, n, p, q, u, w, M, P, U und W lassen sich umgedreht vergleichsweise leicht als andere Buchstaben lesen. Mit ausreichender grafischer Anpassung können Ambigramme jedoch aus sehr vielen Wörtern gestaltet werden.

Auch Zahlen eignen sich: 0, 1 ohne Aufstrich und Serife, 8, 6 und 9. Drehbare Zahlenfolgen sind beispielsweise 0, 1, 8, 11, 69, 88, 96, 101, 111, 181, 609, 619, 689, 808, 818, 888, 906, 916, 986 und 1001. Ein Ambigramm kann, muss aber kein Palindrom sein; ein Palindrom ist vorwärts und rückwärts gleich lesbar.

Entwicklung und Anwendungen

Das erste bekannte Ambigramm veröffentlichte Peter Newell 1893: „THE END / PUZZLE“. Den Begriff „ambigram“ verwendete Douglas Hofstadter zuerst; er schrieb ihn in seinem Buch „Metamagical Themas“ von 1985 einem Freund zu.

Ambigramme können die Werbewirkung erhöhen, weil Produkte von verschiedenen Seiten gleich gelesen werden können. Deshalb sind Logos wie SONOS oder SUN als Ambigramme gestaltet. Als weitere Beispiele nennt der Artikel ein historisches Maoam-Logo aus der Zeit zwischen 1900 und 1931 mit vertikaler Spiegelsymmetrie sowie 180°-Rotationsambigramme wie „Bipedie“, „Terminal“, „Geisha“ und „Ambigramme“. In Dan Browns Roman „Illuminati“ spielen Ambigramme eine große Rolle; auch „Emma Zunz“, der Nachname einer Figur in Jorge Luis Borges’ gleichnamiger Erzählung, ist ein Ambigramm.

Lernvideos zu Ambigramm

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