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Alevitische Gemeinde Deutschland

Die Alevitische Gemeinde Deutschland ist eine anerkannte Religionsgemeinschaft nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes und vertritt als berufenes Mitglied der …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Organisation und Rolle
  2. 2. Anerkennung, Arbeit und Ziele
  3. 3. Zeitschrift

Organisation und Rolle

Die Alevitische Gemeinde Deutschland (türkisch: Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu, AABF) ist die Dachorganisation der in Deutschland lebenden Alevitinnen und Aleviten. Sie ist ein eingetragener Verein, wurde 1989 gegründet und hat ihren Sitz in Köln, Stolberger Straße 317, 50933 Köln. Bundesvorsitzender ist Hüseyin Mat.

Die AABF beansprucht, die in Deutschland lebenden, mehrheitlich aus Anatolien stammenden Alevitinnen und Aleviten allein zu vertreten. Sie ist föderal aufgebaut: Landesvertretungen und Gemeinden auf Stadt- und Gemeindeebene gehören zu ihrer Struktur. Bei Mitgliederzahlen nennt der Artikel unterschiedliche Angaben: 160 Ortsgemeinden mit etwa 500.000 Mitgliedern, 164 Mitgliedsgemeinden sowie etwa 700.000 Angehörige. Sie zählt damit zu den großen Religionsgemeinschaften und zu den größten von Menschen mit Migrationshintergrund gegründeten Organisationen in Deutschland.

Die Gemeinde ist als Religionsgemeinschaft nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes anerkannt. Sie stellt berufene Vertreter bei der Deutschen Islamkonferenz und beim Integrationsgipfel der Bundesregierung. Außerdem ist sie Mitglied der Alevitischen Union Europa (AABK).

Anerkennung, Arbeit und Ziele

Die angeschlossenen Ortsgemeinden bieten Bildungs-, Beratungs-, Kultur-, Sport- und religiöse Angebote an. Diese richten sich nach ihrem Selbstverständnis an alle Menschen der jeweiligen Region, unabhängig von Herkunft und Religion. Sie arbeiten mit kommunalen Regeleinrichtungen zusammen und orientieren sich am Leitbild „Gemeinsam für Vielfalt leben und praktizieren“.

Die AABF wird als ein deutsches Phänomen beschrieben, da sie keine Vorläuferstrukturen in der Türkei hat. Zu ihren wichtigen Ergebnissen gehören die Wiederbelebung des alevitischen Glaubens, die Etablierung alevitischer Lehre und Forschung an deutschen Universitäten sowie die Einführung eines eigenen alevitischen Religionsunterrichts.

Ein zentrales Ziel ist die Integration und Partizipation der Mitglieder in der deutschen Gesellschaft. Der alevitische Religionsunterricht wurde erstmals im Schuljahr 2006/2007 in Baden-Württemberg zugelassen. Zur Zahl der Bundesländer enthält der Artikel unterschiedliche Angaben: an einer Stelle acht, im Abschnitt zu den Zielen neun Bundesländer. Die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist ein wichtiges politisches Ziel: Nordrhein-Westfalen verlieh diesen Status am 10. Dezember 2020 erstmals nach Anhörung des Hauptausschusses im Landtag; Berlin folgte im Dezember 2022.

2012 schloss sich die AABF dem Aktionsbündnis Umfairteilen an. Im August 2013 würdigte Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin das Engagement der Gemeinde.

Zeitschrift

„Alevilerin Sesi“ („Stimme der Aleviten“) ist die monatlich erscheinende Zeitschrift der AABF. Sie veröffentlicht Texte auf Türkisch sowie Beiträge auf Deutsch und Französisch. Themen sind das Alevitentum, die innenpolitische Situation in der Türkei und in Deutschland sowie die Tätigkeiten alevitischer Vereine.

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