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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Albert Lichtblau

Migration, Rassismus, Erinnerungspolitik, Oral History und Audiovisuelle Geschichte. Er ist Gestalter mehrere Dokumentarfilme. Publikationen (Auswahl).

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Historiker und Forschung
  2. 2. Ausgewählte Arbeiten

Historiker und Forschung

Albert Lichtblau (* 1954 in Blindenmarkt) ist ein österreichischer Historiker und Professor für Zeitgeschichte. Er leitet den Fachbereich Geschichte an der Universität Salzburg und ist stellvertretender Leiter des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte derselben Universität.

Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Wien. 1980 promovierte er dort zum Dr. phil. mit der Arbeit „Anfänge kommunaler Wohnungspolitik in Wien von 1892–1919“. Seine Habilitation an der Universität Salzburg erfolgte 1992 mit einer vergleichenden Untersuchung über Sozialstruktur, soziale Spannung und Antisemitismus in Berlin und Wien von der Emanzipation bis zum Ersten Weltkrieg.

Von 1987 bis 1989 war Lichtblau wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin; anschließend wechselte er an die Universität Salzburg. Bis 2003 arbeitete er außerdem als freier Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Juden in St. Pölten und wirkte am Buchprojekt „Geschichte der Juden in Österreich“ mit. Im Projekt „Survivors of the Shoah“ der Visual History Foundation führte er zahlreiche Interviews.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Migration, Rassismus, Erinnerungspolitik, Oral History und audiovisuelle Geschichte. Oral History bezeichnet die historische Arbeit mit mündlich überlieferten Erinnerungen, etwa mit Interviews. Lichtblau ist zudem Mitinitiator von www.unitv.org und Gestalter mehrerer Dokumentarfilme.

Ausgewählte Arbeiten

Lichtblaus Publikationen behandeln vor allem jüdische Geschichte, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Entschädigungen sowie Wohnungs- und Sozialpolitik.

Wichtige Titel sind „Antisemitismus und soziale Spannung in Berlin und Wien 1867–1914“ (1994), „Als hätten wir dazugehört: österreichisch-jüdische Lebensgeschichten aus der Habsburgermonarchie“ (1999), „‚Arisierungen‘, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Salzburg“ (2004) und „Wiener Wohnungspolitik 1892–1919“ (1984). Arisierung bezeichnet die nationalsozialistische Enteignung und Übertragung jüdischen Eigentums an Nichtjuden.

Weitere Arbeiten betreffen die Debatten über Ritualmordbeschuldigungen im österreichischen Abgeordnetenhaus am Ende des 19. Jahrhunderts sowie die Erinnerungen der jüdischen Kommunistin Prive Friedjung aus der Bukowina. Gemeinsam mit Martin Krist veröffentlichte Lichtblau 2017 „Nationalsozialismus in Wien. Opfer. Täter. Gegner“.

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