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Agamemnon
Inhaltsverzeichnis · 1 Mythos · 2 Genealogie · 3 Goldmaske des Agamemnon · 4 Namensgebung · 5 Trivia · 6 Literatur · 7 Weblinks · 8 Einzelnachweise …
Inhalt4 Abschnitte
Rolle und Herkunft
Agamemnon ist in der griechischen Mythologie der Anführer der Griechen im Trojanischen Krieg und in den meisten erhaltenen Fassungen Herrscher von Mykene. Er ist Sohn des Atreus und der Aërope, gehört damit zu den Atriden und stammt von Tantalus ab. Deshalb unterliegt er dem Fluch der Tantaliden.
Seine Ehefrau ist Klytaimnestra. Mit ihr hat er Iphigenie, Elektra, Orestes und Chrysothemis. Eine späte, wahrscheinlich von Euripides erdichtete Version erzählt, Klytaimnestra sei zuvor mit Tantalos, einem Sohn des Thyestes oder des Broteas, verheiratet gewesen; Agamemnon habe diesen Tantalos getötet.
Oberbefehl im Trojanischen Krieg
Der Krieg beginnt mythisch mit der Entführung Helenas, der Frau von Agamemnons Bruder Menelaos, durch Paris nach Troja. Agamemnon führt als Oberbefehlshaber die achaiischen Fürsten gegen Troja und trägt den Titel ἄναξ ἀνδρῶν (Ánax andrṓn), „Herr der Männer“.
In Aulis kann die Flotte zunächst nicht auslaufen, weil Artemis Gegenwinde sendet: Agamemnon hatte eine ihrer heiligen Hirschkühe getötet. Der Seher Kalchas rät ihm daher, Iphigenie zu opfern. Im letzten Moment ersetzt Artemis das Mädchen durch eine Hirschkuh auf dem Altar und bringt Iphigenie nach Tauris.
Die Ilias stellt Agamemnon zum Teil arrogant und egoistisch dar. Besonders folgenreich ist sein Streit mit Achilleus: Agamemnon weist die gefangene Chryseis, Tochter des Apollon-Priesters Chryses, als Ehrgeschenk für sich zu. Als Chryses sie freikaufen will, bedroht und vertreibt Agamemnon ihn. Apollon sendet daraufhin eine Seuche in das griechische Lager. Agamemnon muss Chryseis zurückgeben, verlangt aber als Ersatz ein Ehrgeschenk und nimmt Achilleus dessen Kriegsbeute Briseis weg. Achilleus zieht sich deshalb gekränkt vom Kampf zurück; die Achaier geraten in eine schwere Krise.
Im 11. Gesang der Ilias erlebt Agamemnon seine Aristie, also die Darstellung außergewöhnlicher kämpferischer Leistung: Er wird beim Anlegen seiner Rüstung und als unbesiegbarer Kämpfer gezeigt, der viele Trojaner tötet.
Rückkehr und Tod
Nach zehnjähriger Belagerung fällt Troja. Auf der Heimfahrt verschlägt ein Sturm Agamemnon nach Kreta. Dort gründet er drei Städte: Zwei benennt er nach Orten seiner Heimat, die dritte nennt er zum Andenken an seinen Sieg Pergamon.
Danach kehrt er mit der trojanischen Seherin Kassandra nach Mykene zurück. Klytaimnestra und/oder ihr Geliebter Aigisthos ermorden ihn im Bad, als Strafe für die beabsichtigte Opferung Iphigenies. Nach einer verbreiteten Fassung wird Kassandra zugleich getötet; nach einer anderen verschont Klytaimnestra sie. Jahre später tötet Orestes wegen des Mordes an seinem Vater seine Mutter.
Die Spartaner betrachteten sich als Nachfahren Agamemnons und begründeten damit ihre Führungsrolle in Griechenland; deshalb wurden die Gebeine des Orestes nach Sparta überführt. In der modernen Forschung wird außerdem die Ansicht vertreten, Agamemnon sei ursprünglich König von Sparta gewesen und habe mit Menelaos ein Doppelkönigtum ausgeübt. Erst die homerischen Epen hätten ihn zum König von Mykene gemacht.
Goldmaske und spätere Benennungen
1876 fand Heinrich Schliemann bei Ausgrabungen in Mykene eine goldene Maske, die er dem mythischen Agamemnon zuschrieb. Nach heutigen Erkenntnissen stammt sie jedoch aus dem 16. Jahrhundert v. Chr. und damit ungefähr drei Jahrhunderte vor der Zeit, die als möglicher historischer Kern der Troja-Sagen angenommen wird.
Nach Agamemnon sind Mount Agamemnon in der Antarktis sowie der Jupiter-Trojaner (911) Agamemnon benannt.