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A.I. – Künstliche Intelligenz
A.I. – Künstliche Intelligenz ; Originaltitel, A.I. Artificial Intelligence ; Produktionsland, USA ; Originalsprache, Englisch ; Erscheinungsjahr, 2001 ; Länge, 146 …
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Film und Grundidee
A.I. – Künstliche Intelligenz (Originaltitel: A.I. Artificial Intelligence) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2001. Regie und Drehbuch stammen von Steven Spielberg; die Vorlage ist Brian Aldiss’ Kurzgeschichte Supertoys Last All Summer Long. Das Projekt war ursprünglich von Stanley Kubrick geplant und wurde nach dessen Tod von Spielberg übernommen. Der 146 Minuten lange Film ist zugleich eine moderne Adaption des Pinocchio-Themas: Ein künstlich geschaffener Junge möchte ein echter Mensch werden, weil er dadurch die Liebe seiner Mutter zurückzugewinnen hofft.
Der Film startete am 13. September 2001 in deutschen Kinos. Er ist ab FSK 12 freigegeben, die JMK-Freigabe lautet 14. Wichtige Figuren sind David (Haley Joel Osment), der Mecha Gigolo Joe (Jude Law), Monica Swinton (Frances O’Connor), Professor Allen Hobby (William Hurt) und Teddy, ein sprechendes, denkendes Supertoy.
Davids Suche nach Liebe
Die Handlung spielt Mitte des 22. Jahrhunderts. Nach Polschmelze infolge von Industrialisierung und Umweltverschmutzung sind Geburten durch Lizenzen begrenzt. Neben Menschen gibt es bewusste Roboter, die „Mechas“ heißen.
Cybertronics entwickelt David als Prototyp eines Mechas in Gestalt eines elfjährigen Jungen. Er kann Menschen lieben und emotionale Bindungen aufbauen. Henry Swinton und seine Frau Monica nehmen ihn auf, weil ihr Sohn Martin mit geringen Überlebenschancen im Koma liegt. Nach einer Probezeit aktiviert Monica mit einer einmalig zu sprechenden „Prägung“ Davids bedingungslose Liebe zu ihr. Diese Aktivierung ist nicht rückgängig zu machen; die Familie könnte David nicht weitergeben, sondern müsste ihn zum Hersteller zurückbringen, wo er zerstört würde. David erhält Teddy als Begleiter.
Als Martin gesund aus dem Koma zurückkehrt, entsteht Rivalität zwischen den beiden Jungen. Nachdem David in Panik Martins Leben gefährdet, setzt Monica ihn im Wald aus, statt ihn zur Zerstörung zu bringen. David erlebt anschließend ein „Fleisch-Fest“ (Flesh Fair), bei dem herrenlose Mechas zur Unterhaltung zerstört werden. Er entkommt, weil er besonders menschlich wirkt.
David glaubt, er sei ungeliebt, weil er kein echter Junge ist. Nach dem Vorbild von Pinocchio sucht er die Blaue Fee, die ihn in einen Menschen verwandeln soll. Teddy begleitet ihn; zeitweise reist auch Gigolo Joe mit ihm, ein wegen des Todes einer Kundin gesuchter Mecha für sexuelle Dienste. Joe beschreibt Menschen als zugleich liebevoll sowie fähig zu Hass, Verachtung und Angst und sagt ihren Niedergang voraus.
In dem größtenteils versunkenen Manhattan trifft David seinen Schöpfer Dr. Hobby. Dieser erklärt, David werde inzwischen serienmäßig hergestellt und sei ursprünglich ein Experiment gewesen: Er sollte zeigen, dass ein Mecha echte, absolute Liebe und damit auch Schmerz empfinden kann. Verzweifelt zerstört David einen weiteren David-Mecha und stürzt sich ins Meer. Joe rettet ihn, wird jedoch von Sicherheitskräften entdeckt und zerstört.
David findet auf dem versunkenen Coney Island eine Figur, die er für die Blaue Fee hält. Sein Unterwasserfahrzeug wird eingeklemmt, während er die Figur immer wieder um Verwandlung bittet. Nach 2000 Jahren, einer neuen Eiszeit und dem Aussterben der Menschheit entdecken weiterentwickelte Mechas ihn im Eis. Sie erwecken ihn und erklären, dass eine Wiederbelebung aus DNA nur einen Tag dauern kann, weil die wiederhergestellten Menschen nach dem Einschlafen sterben. Teddy besitzt eine Haarlocke von Monica. David lässt sie wiedererschaffen, verbringt einen Tag mit ihr und hört von ihr, dass sie ihn immer geliebt hat. Danach legt er sich neben die eingeschlafene Monica und schließt die Augen.
Musik und deutsche Fassung
Die Filmmusik schrieb John Williams. Sie verbindet elektronische und weltfremde Klänge mit einem emotionalen Thema für Davids Liebe zu seiner Mutter. Dieses Thema ist im Abspann mit einer textlosen Frauenstimme zu hören. Das Titellied „For Always“ singen Josh Groban und Lara Fabian im Duett.
Die deutsche Synchronisation wurde im Auftrag der Interopa Film GmbH in Berlin hergestellt. Filipe Pirl spricht David, Ulrike Stürzbecher Monica Swinton, Dietmar Wunder Gigolo Joe, Jürgen Heinrich Professor Hobby, Dagmar Dempe die Blaue Fee, Klaus Sonnenschein Teddy und Peter Matić den Erzähler.
Einordnung, Erfolg und Auszeichnungen
Die Produktionskosten wurden auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt; weltweit spielte der Film im Kino rund 236 Millionen US-Dollar ein. Die erste deutsche Free-TV-Ausstrahlung lief am 7. November 2004 auf ProSieben. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sahen 3,39 Millionen Menschen zu, bei 23,1 Prozent Marktanteil.
Die Kritiken fielen unterschiedlich aus. Das Lexikon des internationalen Films würdigte die existenzphilosophischen Ansätze, sah aber keinen durchgehend einheitlichen Stil. Prisma kritisierte Story und Umsetzung, erkannte jedoch weiterhin aktuelle zivilisationskritische Ansätze.
Bei den Oscars 2002 erhielt der Film Nominierungen für John Williams’ Originalmusik sowie für visuelle Effekte von Dennis Muren, Scott Farrar, Stan Winston und Michael Lantieri. Bei den Golden Globe Awards 2002 wurde Spielberg für Beste Regie, Jude Law als Bester Nebendarsteller und John Williams für Beste Filmmusik nominiert. 2016 erreichte der Film bei der BBC-Umfrage zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts Platz 83. Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW verlieh das Prädikat „besonders wertvoll“.
Produktions- und Deutungshinweise
Der Zusatz Artificial Intelligence wurde gewählt, weil „A.I.“ im angelsächsischen Raum mit der Steak-Sauce-Marke A1 verbunden werden konnte. Kubrick wünschte Richard Strauss’ „Der Rosenkavalier“ für die Ankunftsszene in Rouge City. Die Twin Towers bleiben im Film sichtbar, obwohl sie wenige Wochen nach Fertigstellung des Films einstürzten; Spielberg ließ sie auch später nicht entfernen.
Die versunkene Coney-Island-Szenerie entstand mit Modellen in Dry-for-wet-Technik: Sie wurde im Trockenen mit Nebel oder Rauch gefilmt, Luftblasen und Fische kamen später als Computer-Effekte hinzu. Der Erzähler ist nach dem Hintergrundmaterial ein Anführer der zukünftigen „Super-Mechas“; der Film wird damit aus deren Sicht erzählt. Die sieben Prägewörter lauten „Cirrus, Socrates, Particle, Decibel, Hurricane, Dolphin, Tulip“, gefolgt von „Monica, David, Monica“. Professor Hobby schuf David nach dem Abbild seines verstorbenen Sohnes. Die fremdartigen Wesen der Zukunft werden im Film nicht eindeutig erklärt; erst DVD-Bonusmaterial bezeichnet sie als weiterentwickelte Mechas.