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4. Armee (Deutsches Kaiserreich)
Als 4. Armee / Armeeoberkommando 4 (A.O.K. 4) wurde ein Großverband und die dazugehörige Kommandobehörde des deutschen Heeres während des Ersten Weltkrieges …
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Aufgabe und Aufbau
Die 4. Armee beziehungsweise das Armeeoberkommando 4 (A.O.K. 4) war im Ersten Weltkrieg (1914–1918) ein Großverband des deutschen Heeres mit der zugehörigen Kommandobehörde. Ihr waren mehrere Armee- und Reservekorps sowie zahlreiche Spezialtruppen unterstellt.
Bei der Mobilmachung am 2. August 1914 entstanden aus den acht Armee-Inspektionen des Deutschen Kaiserreichs acht Armeen. Das A.O.K. 4 wurde in Berlin aus der VI. Armee-Inspektion gebildet. Die Verbände sammelten sich bei Sankt Vith. Im August 1914 gehörten dazu das VI., VIII. und XVIII. Armee-Korps sowie das VIII. und XVIII. Reserve-Korps.
Oberbefehlshaber war ab 2. August 1914 Generaloberst Albrecht Herzog von Württemberg, ab 25. Februar 1917 General der Infanterie Friedrich Sixt von Armin. Die Chefs des Stabes waren Walther von Lüttwitz (ab 2. August 1914), Emil Ilse (ab 26. September 1914), Max Stapff (ab 25. Mai 1917), Fritz von Loßberg (ab 3. August 1917) und Wilhelm Humser (ab 6. August 1918).
Einsatz an der Westfront
Zusammen mit der 5. Armee bildete die 4. Armee die Mittelgruppe des deutschen Westheeres. Nach dem Schlieffen-Plan sollte dieses Heer offensiv gegen Frankreich vorgehen. Ende August 1914 wehrten die 4. und 5. Armee einen französischen Vorstoß an Maas und Ardennen ab; dabei werden die Schlacht bei Neufchâteau und Longwy genannt. Danach drängten sie die gegnerischen Truppen bis hinter die Aisne zurück.
Nach der Niederlage in der Marne-Schlacht Anfang September 1914 zogen sich die deutsche 1. und 2. Armee zurück. Deshalb musste auch die 4. Armee zurückgenommen werden und bezog neue Stellungen in der Champagne. Die Front erstarrte anschließend im Stellungskrieg, also in einem Krieg mit weitgehend festen Frontlinien.
Während des „Wettlaufs zum Meer“ versuchten beide Seiten, die nördliche Flanke des Gegners zu umgehen. In der zweiten Oktoberhälfte führte die Oberste Heeresleitung neue Reservekorps heran, die bei Ypern in Flandern eingesetzt werden sollten. Das A.O.K. 4 wurde dafür aus der Front herausgelöst und nach Norden verlegt; seine bisherigen Truppen wurden den Nachbararmeen zugeteilt. Danach kam es in Flandern zu den Flandernschlachten.
Das Hauptquartier der 4. Armee lag vom 20. Oktober 1914 bis zum 21. Oktober 1918 in Tielt und wurde nur kurzzeitig nach Courtrai und Roubaix verlegt. Der Rückmarsch endete am 28. November 1918 in Münster.
Feldbuchhandlung
Die Feldbuchhandlung der 4. Armee wird als einer von mehreren deutschen Verlagen genannt, die im Ersten Weltkrieg Feldpostkarten vertrieben. Vergleichbare Karten wurden auch von belgischen Verlagen sowie unter anderem von Dr. Trenkler & Co., C. Hünich in Berlin-Charlottenburg, Friedrich Stünkel in Elberfeld und dem Hannoverschen Kunstverlag Heinrich Carle herausgegeben.
Trotz der 2009 von C. Brocks veröffentlichten Schrift Zwischen Heimat und Front sind diese Verlage und ihre wissenschaftliche Bedeutung für die Geschichte des Ersten Weltkriegs laut Artikel bisher nicht detailliert erforscht.