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Ōtsuki Fumihiko
Ab 1872 beteiligte er sich an der Herausgabe eines Englisch-Japanisch Wörterbuch, später arbeitete er an Lehrbüchern und gab Unterricht in Schulen der Präfektur …
Person und Bedeutung
Ōtsuki Fumihiko (japanisch 大槻 文彦), eigentlich Ōtsuki Kiyomata, wurde am 15. Oktober 1847 in Edo geboren und starb am 17. Februar 1928. Er war ein japanischer Lexikograph, Linguist und Historiker. Ein Lexikograph erstellt Wörterbücher; ein Linguist erforscht Sprache.
Bekannt wurde Ōtsuki vor allem durch seine Wörterbücher des Japanischen: das Genkai (言海, wörtlich „Meer der Worte“, 1891) und dessen Nachfolger Daigenkai (大言海, wörtlich „Großes Meer der Worte“, 1932–37). Außerdem verfasste er wichtige Studien und Lehrbücher zur japanischen Grammatik.
Ausbildung und frühe Arbeit
Ōtsuki wuchs im Edoer Stadtteil Kobiki-chō (木挽町) auf, der heute Teil der Tokyoter Ginza ist. Er war der dritte Sohn des konfuzianischen Gelehrten und Experten für Schießwesen Ōtsuki Bankei (大槻 磐渓) und der Enkel des Konfuzianers und Rangaku-Gelehrten Ōtsuki Gentaku (大槻 玄沢). Rangaku bezeichnete in Japan die Beschäftigung mit westlichem Wissen, besonders über niederländische Vermittlung.
Der Familientradition folgend begann Ōtsuki mit „westlichen Studien“. An der Kaiseijo-Schule, einer Vorgängerin der Universität Tokio, studierte er Englisch und Mathematik. Später arbeitete er als Übersetzer und lernte in der Hafenstadt Yokohama Englisch von Amerikanern. Ab 1872 beteiligte er sich an der Herausgabe eines Englisch-Japanisch Wörterbuchs. Danach arbeitete er an Lehrbüchern und unterrichtete an Schulen der Präfektur Miyagi.
Wörterbücher
Das Genkai war Ōtsukis wichtigstes Wörterbuch. Obwohl er die Druckkosten der Erstauflage selbst bezahlte, wurde es bald neu aufgelegt und zu kommerziellen Ausgaben erweitert. Diese erreichten Auflagen von über 1000 Exemplaren.
Das Genkai war teilweise nach dem Vorbild westlicher einsprachiger Wörterbücher entworfen. Es enthielt nicht nur Informationen über Wörter, ihre Schreibung in Kanji, Katakana und Hiragana sowie Definitionen auf Japanisch. Es gab auch die Aussprache, die Etymologie, also die Herkunft der Wörter, und Zitate ihres Gebrauchs an.
Der Nachfolger Daigenkai erschien als vierbändiges Werk in den Jahren 1932–37. Obwohl es unter Ōtsukis Namen veröffentlicht wurde und teilweise auf seiner Arbeit beruhte, erschien es erst einige Jahre nach seinem Tod. Andere Lexikographen vollendeten das Werk.
Grammatik
Neben seinen Wörterbüchern war Ōtsuki auch für seine Grammatikbücher bedeutend. Besonders wichtig waren „Eine umfangreiche Grammatik des Japanischen“ (広日本文典, Kō Nihon Bunten) und „Grammatik der japanischen Umgangssprache“ (口語法, Kōgohō).
Diese Werke beeinflussten die schulische Lehre der japanischen Grammatik noch für nachfolgende Generationen. Damit prägte Ōtsuki nicht nur die wissenschaftliche Beschreibung der japanischen Sprache, sondern auch den Unterricht, in dem Schülerinnen und Schüler japanische Grammatik lernten.