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Was versteht die Soziologie unter „Sozialisation“? - WiSoPOLITIKMrG? 👨🏫 Abitur SOWI Sozialkunde
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 30 Zeilen
- Was versteht man unter „Sozialisation“? Menschen sind soziale Wesen, denn sie müssen in Gesellschaft leben.
- Ohne Gesellschaft würden Menschen ihre Geburt nicht überstehen und könnten niemals in die Lage versetzt werden, selbstständig zu überleben.
- Jeder Mensch ist also von Geburt an auf die Gesellschaft angewiesen. Aus soziologischer Sicht werden Menschen nicht als Menschen geboren, sondern im soziologischen Sinne,
- erst durch die Gesellschaft zu Menschen gemacht. Wenn Menschen auf die Welt kommen, müssen sie also erst einmal lernen, sich in einer Gesellschaft zurecht zu finden, da
- sie diese zum Überleben brauchen. Diesen Lernprozess nennt man Sozialisation. Den Begriff Sozialisation kann man daher auch als „Erlernen von Gesellschaft“ und
- „Vergesellschaftung“ des Individuums verstehen. Im Sozialisationsprozess erlernen Menschen also das Leben in Gesellschaft.
- Hiermit sind vor allen Dingen Wertvorstellungen (Was ist gut und was ist böse? - Was ist richtig und was ist falsch?), Verhaltensweisen (Wie soll man sich in unterschiedlichen Situationen
- verhalten?) und gesellschaftliche Regeln (Was muss man tun und was muss man lassen?) gemeint. Je nach Gesellschaft können sich Wertvorstellungen,
- Verhaltensweisen und Regeln durchaus deutlich unterscheiden. Im Sozialisationsprozess unterscheidet man zwischen der primären Sozialisation,
- der sekundären und tertiären Sozialisation. Ganz besonders stark ist der Einfluss der primären Sozialisation, da das Elternhaus und die
- Familie einen Menschen ganz besonders prägen. Je nachdem in welcher Familie man aufwächst, wird man
- selbstverständlich unterschiedlich sozialisiert. Die Familie und die Eltern gelten für die meisten
- Menschen ein Leben lang als eine Art Orientierungspunkt. Hier lernen Menschen sehr frühzeitig Wertvorstellungen,
- Verhaltensweisen und eigene Interpretationen von gesellschaftlichen Regeln. Wie stark dieser Einfluss wirken kann, wird vielleicht deutlich,
- wenn man sich verschiedene Familien im Vergleich einmal anschaut und sich vorstellt, dass dasselbe Kind in unterschiedlichen Familien groß geworden wäre…
- Tja… Man wird wohl davon ausgehen, dass sich dasselbe Kind jeweils unterschiedlich entwickelt hätte.
- Diesen prägnanten Einfluss auf die kindliche Entwicklung beschreibt der Prozess der primären Sozialisation.
- Dieser Gedanke wird umso deutlicher, wenn man zeitliche und kulturelle Einflüsse berücksichtigt. Zeit und Kultur prägen die Familie und eben auch den einzelnen jungen Menschen.
- Um Menschen zu verstehen, gibt es im Deutschen die Redewendung: „Er war ein Kind seiner Zeit“. Dieser einfache Satz macht deutlich,
- dass gesellschaftliche Verhältnisse Menschen entscheidend prägen und ihr Handeln nur vor dem Hintergrund der jeweiligen Gesellschaft verständlich ist.
- Die zweite Sozialisationphase wird daher eben auch durch gesellschaftliche Einflüsse bestimmt, die sich vollziehen, sobald ein Kind den Kreis
- der Familie und das Elternhaus verlässt, die Gesellschaft betritt und dort in der Gesellschaft beispielsweise den Kindergarten und die Schule besucht, Freundschaften schließt,
- gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten in Vereinen ausübt oder später eine Ausbildung beginnt. In der zweiten Sozialisationsphase wird vor allen Dingen der Einfluss der Gesellschaft
- deutlich und dieser gesellschaftliche Einfluss drängt den Einfluss des Elternhauses zurück. Bedeutende Sozialisationsinstanzen sind nun z.B. der Kindergarten, die Schule,
- der Freundeskreis, die peer-groups – also die Gruppe gleichaltriger, gleichartiger, gleichgesinnter Menschen -, Vereine und Freizeiteinrichtungen.
- Die dritte Sozialisationsphase beschreibt die Weiterentwicklung des Menschen im Berufs- und Privatleben. Der Begriff „lebenslanges Lernen“ ist hier eine treffende Bezeichnung.
- Sozialisationsinstanzen sind nun z.B. Berufsgruppen, Organisationen des politischen und gesellschaftlichen Lebens und die Medien.
- Fazit: Wenn die Soziologie also das Handeln von Menschen versucht zu verstehen, betrachtet sie die Menschen in ihrer Identitätsentwicklung vor dem
- Hintergrund ihrer gesellschaftlichen Einflüsse, die sie geprägt haben. Die soziologische Perspektive verlangt daher, dass ein Verständnis des Sozialisationsprozess
- eines Menschen entscheidend ist, wenn man die Identität von Menschen verstehen will.
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