Was versteht die Soziologie unter „Sozialisation“? - WiSoPOLITIKMrG? 👨‍🏫 Abitur SOWI Sozialkunde WiSoPOLITIK? - MrGSK Mr G's School KIT https://www.youtube.com/watch?v=xUgH2Zpcf-w Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Was versteht man unter „Sozialisation“? Menschen sind soziale Wesen, denn sie müssen in Gesellschaft leben. 0:09 Ohne Gesellschaft würden Menschen ihre Geburt nicht überstehen und könnten niemals in die Lage versetzt werden, selbstständig zu überleben. 0:18 Jeder Mensch ist also von Geburt an auf die Gesellschaft angewiesen. Aus soziologischer Sicht werden Menschen nicht als Menschen geboren, sondern im soziologischen Sinne, 0:30 erst durch die Gesellschaft zu Menschen gemacht. Wenn Menschen auf die Welt kommen, müssen sie also erst einmal lernen, sich in einer Gesellschaft zurecht zu finden, da 0:39 sie diese zum Überleben brauchen. Diesen Lernprozess nennt man Sozialisation. Den Begriff Sozialisation kann man daher auch als „Erlernen von Gesellschaft“ und 0:51 „Vergesellschaftung“ des Individuums verstehen. Im Sozialisationsprozess erlernen Menschen also das Leben in Gesellschaft. 1:00 Hiermit sind vor allen Dingen Wertvorstellungen (Was ist gut und was ist böse? - Was ist richtig und was ist falsch?), Verhaltensweisen (Wie soll man sich in unterschiedlichen Situationen 1:12 verhalten?) und gesellschaftliche Regeln (Was muss man tun und was muss man lassen?) gemeint. Je nach Gesellschaft können sich Wertvorstellungen, 1:22 Verhaltensweisen und Regeln durchaus deutlich unterscheiden. Im Sozialisationsprozess unterscheidet man zwischen der primären Sozialisation, 1:32 der sekundären und tertiären Sozialisation. Ganz besonders stark ist der Einfluss der primären Sozialisation, da das Elternhaus und die 1:42 Familie einen Menschen ganz besonders prägen. Je nachdem in welcher Familie man aufwächst, wird man 1:49 selbstverständlich unterschiedlich sozialisiert. Die Familie und die Eltern gelten für die meisten 1:56 Menschen ein Leben lang als eine Art Orientierungspunkt. Hier lernen Menschen sehr frühzeitig Wertvorstellungen, 2:04 Verhaltensweisen und eigene Interpretationen von gesellschaftlichen Regeln. Wie stark dieser Einfluss wirken kann, wird vielleicht deutlich, 2:14 wenn man sich verschiedene Familien im Vergleich einmal anschaut und sich vorstellt, dass dasselbe Kind in unterschiedlichen Familien groß geworden wäre… 2:24 Tja… Man wird wohl davon ausgehen, dass sich dasselbe Kind jeweils unterschiedlich entwickelt hätte. 2:30 Diesen prägnanten Einfluss auf die kindliche Entwicklung beschreibt der Prozess der primären Sozialisation. 2:38 Dieser Gedanke wird umso deutlicher, wenn man zeitliche und kulturelle Einflüsse berücksichtigt. Zeit und Kultur prägen die Familie und eben auch den einzelnen jungen Menschen. 2:51 Um Menschen zu verstehen, gibt es im Deutschen die Redewendung: „Er war ein Kind seiner Zeit“. Dieser einfache Satz macht deutlich, 3:00 dass gesellschaftliche Verhältnisse Menschen entscheidend prägen und ihr Handeln nur vor dem Hintergrund der jeweiligen Gesellschaft verständlich ist. 3:09 Die zweite Sozialisationphase wird daher eben auch durch gesellschaftliche Einflüsse bestimmt, die sich vollziehen, sobald ein Kind den Kreis 3:18 der Familie und das Elternhaus verlässt, die Gesellschaft betritt und dort in der Gesellschaft beispielsweise den Kindergarten und die Schule besucht, Freundschaften schließt, 3:29 gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten in Vereinen ausübt oder später eine Ausbildung beginnt. In der zweiten Sozialisationsphase wird vor allen Dingen der Einfluss der Gesellschaft 3:41 deutlich und dieser gesellschaftliche Einfluss drängt den Einfluss des Elternhauses zurück. Bedeutende Sozialisationsinstanzen sind nun z.B. der Kindergarten, die Schule, 3:54 der Freundeskreis, die peer-groups – also die Gruppe gleichaltriger, gleichartiger, gleichgesinnter Menschen -, Vereine und Freizeiteinrichtungen. 4:06 Die dritte Sozialisationsphase beschreibt die Weiterentwicklung des Menschen im Berufs- und Privatleben. Der Begriff „lebenslanges Lernen“ ist hier eine treffende Bezeichnung. 4:18 Sozialisationsinstanzen sind nun z.B. Berufsgruppen, Organisationen des politischen und gesellschaftlichen Lebens und die Medien. 4:28 Fazit: Wenn die Soziologie also das Handeln von Menschen versucht zu verstehen, betrachtet sie die Menschen in ihrer Identitätsentwicklung vor dem 4:38 Hintergrund ihrer gesellschaftlichen Einflüsse, die sie geprägt haben. Die soziologische Perspektive verlangt daher, dass ein Verständnis des Sozialisationsprozess 4:48 eines Menschen entscheidend ist, wenn man die Identität von Menschen verstehen will.