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Politik der sozial-ökologischen Transformation

Rosa-Luxemburg-Stiftung1:34:30 620 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 614 Zeilen
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  1. die noch anklicken. Ich habe sie jetzt einfach alle angemacht. Ja. Okay. Herzlich willkommen zur
  2. Abendveranstaltung mit dem Titel Politik der sozialökologischen Transformation. Mein Name ist Tobias Kalt. Ich bin
  3. wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und arbeite in einem Projekt ähm zu
  4. Rolle von Industriebeschäftigten in der Transformation zusammen mit Markus Wissen und Jenny Simon. Und bevor wir [applaus]
  5. bevor wir die Veranstaltung beginnen, mich hört man nicht, aber vielleicht müsst ihr auch leiser sein, dann hört man mich besser. Nein, es geht einfach
  6. nicht. Okay, es geht. Okay, hört ihr mich jetzt? Musell,
  7. dann nehme ich dieses Mikro. Hört man mich jetzt? Besser? Okay. Ähm, genau. Das Problem lösen wir vielleicht noch. Äh, bevor wir jetzt
  8. beginnen mit der Armveranstaltung, gibt's noch einen Hinweis ähm zum Open Space. Genau. Also ist vor allen Dingen Hinweis
  9. für alle Workshopgebenden. Ähm ihr habt ja alle hoffentlich die Infos bekommen, wie was ihr sozusagen für den Open Space vorbereiten sollt. Es
  10. sind jetzt noch nicht, also nur ein Plakat angekommen, das habe ich dahinelegt. Das heißt, es fehlen leider noch die Plakate aus euren Workshops,
  11. also auch für morgen relevant. Also, ich würde euch bitten, das auf jeden Fall noch zu machen, damit wir das auch entsprechend vorbereiten können und eure
  12. Plakate denn dort hinzulegen, wo dieser Pfeil ist, nach unten. Ähm, genau. Wenn ihr nicht wisst, worüber ich rede und ihr seid Workshopgebende, dann kommt
  13. gerne noch mal auf mich zu oder äh genau, ich sitze da vorne. Danke schön. Ich gucke jetzt mal, ob das jetzt funktioniert. Jetzt funktioniert's
  14. besser. Okay, also die Idee für dieses äh Abendpodium ist die Frage zu stellen äh
  15. nach den strategischen Perspektiven für eine sozialökologische Transformation im aktuellen gesellschaftlichen Kontext. Und dieser Kontext, der ist geprägt von
  16. äh sich immer weiter verschärfen, eskalierenden multiplen Krisen, äh der eskalierenden Klimakrise, zunehmender sozialer Ungleichheit, Kriege,
  17. geopolitische Konflikte und die Transformation, die zur Bewältigung dieser Krise notwendig wäre,
  18. äh die kommt kaum voran und im Gegenteil, ähm sie scheint vieler Orts blockiert. und eine ökologische Immunisierung oder ein grüner
  19. Kapitalismus, wie er vor ein paar Jahren noch greifbar schien. Ähm äh auch der das hat sich nicht durchgesetzt und stattdessen erleben wir ein fossilen
  20. Rollback. In Deutschland und Europa wird wieder massiv Gasinfrastr Gasinfrastruktur ausgebaut. Ähm, zentraleelemente des Europäischen Green
  21. Deals werden ausgehüllt und auch das Aus äh des Verbrenners steht wieder auf der Kippe. Und auch von der internationalen Klimapolitik
  22. ähm zuletzt sichtbar auf der Kop 30 im in Brasilien ähm da gehen keine Impulse aus. Und dadurch bleiben die Krisen nicht nur
  23. ungelöst, sie verschärfen sich und sie treiben die Welt auch Schritt für Schritt in Richtung eines Klimakollaps. Und gleichzeitig bleiben die Krisen
  24. nicht nur ungelöst. Wir leben auch das Erstarken autoritärer und faschistischer Kräfte und das haben wir heute morgen auf dem Podium diskutiert.
  25. Ähm und diese Kräfte erstärken im Zuge einer blockierten Transformation und dies wiederum eng die Perspektiven für solidarische und progressive
  26. Gegenbewegung ein. Und auch die Klimabewegung ist an ihre Grenzen gestoßen. Der Bewegungszyklus mit dem Hoch von Fridays for Future, der
  27. ist vorbei. Und die dringend notwendigen Allianzen zwischen Klima und Arbeiter in Bewegung, die sind noch eher zögerlich. Also kurz gesagt, die Zeichen stehen auf
  28. Sturm und die Voraussetzung für eine sozialökologische Transformation, die erscheint schlechter zu stehen als je zuvor.
  29. Aber genau deshalb kommen wir auf dieser Konferenz zusammen und wir wollen in diesen dunklen Zeiten verbindende Perspektiven eines Labor
  30. Environmentalism ausloten und die Möglichkeit einer solidarischen sozialökologischen Transformation offen halten. Und dazu freue ich mich heute
  31. zwei renommierte Podiumsgäste zu begrüßen. Zum einen ist es Nora Rezel. Sie ist Soziologin und emeritierte Professorin an der Universität Ümeio in
  32. Schweden und sie hat das Feld der Environmental Labor Studies maßgeblich mitbegründet und forscht zur Rolle von Arbeit und Gewerkschaften in der
  33. sozialökologischen Transformation. Ihre zentralen Punkte sind, dass Arbeit und Ökologie nicht getrennt voneinander betrachtet werden dürfen. Beschäftigte
  34. und ihre Vertretung müssen eine aktive Rolle in der ökologischen Transformation spielen, damit diese sozialgerecht und demokratisch abläuft.
  35. Und sie war auch in der Gastredaktion zur letzten Ausgabe der Proklar Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft ähm zu Thema
  36. Arbeitskämpfen und sozialökologische Transformation. Äh diese und andere Ausgaben lassen sich draußen am Büchertisch auch erwerben.
  37. Äh unser zweiter Gast ist Lukas Oberndorfer. Er ist Rechts- und Politikwissenschaftler, leitet die Abteilung Klima, Umwelt und Verkehr der
  38. Arbeiterkammer Wien äh und er arbeitet zur sozialökonomischen Transformation mit Schwerpunkt auf Mobilitätswende Wirtschaftspolitik. und gute
  39. Arbeitsbedingung und und seine Arbeit tritt er für einen sozialökologischen Umbei ein, der Klimaschutz und Beschäftigte nicht gegeneinander
  40. ausspielt und davon werden wir gleich mehr hören. Ähm und beide Gäste werden uns ihre Perspektiven auf sozialökologische Transformation
  41. vorstellen mit Präsentation von ungefähr 20 Minuten. Danach gibt's die Möglichkeit für kurze Verständnisfragen, sollten welche im Raum sein und im
  42. Anschluss diskutieren wir dann gemeinsam Ansätze und Strategien für eine sozialökologische Transformationspolitik.
  43. Und jetzt haben wir zuerst Nora. [applaus] Ja, vielen Dank, Tobias. Schönen guten Abend. Könnt ihr mich alle hören? Okay.
  44. Ich sehe jetzt hier nichts mehr, aber macht nichts. Ich kann ja dahin auch weg.
  45. Okay, eine Sekunde. Okay, vielen Dank. Ja, Umwälung finden in Sackgassen statt,
  46. hat Bertold Brech gesagt. Tobias hat gerade erklärt, in was für einer Sackgasse wir sind. Also, ich brauche darüber nichts weiter zu sagen.
  47. Äh und jetzt wollte ich hier das weiterdrehen, aber das geht nicht. Eben ging's nur.
  48. Okay. The other way round. Gut. Ähm, bisher hat die sozialökologische Transformation sehr viele Zusammenhänge, sowohl praktisch als auch theoretisch
  49. entwickelt. Einer ist der Zusammenhang zwischen der Notwendigkeit guter Arbeit in der ökologischen Transformation. keit.
  50. Das andere ist die Frage, dass die Klimakrise zum Klassenkampf gehört. Das sind sehr wichtige Perspektive, weil immer wieder gesagt wird, wir sind die
  51. Schuldigen und wir haben diese Klimakrise produziert. Nein, es ist das Produktionssystem, dass das Problem ist und das Kapital und
  52. die Profitorientierung. Also Klimakrise ist auch eine Klassenfrage. Okay, ich muss andersrum gehen. Äh was auch sowohl praktisch als auch
  53. theoretisch entwickelt wird, ist ja Zusammenhang zwischen Klimakrise und Klimagerechtigkeit für marginalisierte Gruppen, für
  54. rassifizierte Gruppen. Z.B. Was fehlt oder heute wurde sehr viel
  55. darüber geredet, aber in der dominanten Frage der Just Transition, der sozialökologischen Transformation fehlt die Frage, was ist eigentlich die Rolle
  56. der Arbeitenden direkt im Produktionsprozess als Akteure und veränderbarer Veränder? Und da gibt es äh das historische Beispiel und ich
  57. zitiere jetzt einen Gewerkschafter aus dieser Zeit, der sagt, statt meine Mitglieder aufzufordern, auf die Entscheidung des Managements zu
  58. reagieren, habe ich Sie ermutigt, Alternativen zu entwickeln. Also nicht reagieren, sondern agieren und eine eigene Perspektive vom Standpunkt der
  59. Arbeitenden im Produktionsprozess entwickeln. Das gibt es auch heute z.B. Viel Arbeitende in der Luftfahrtindustrie in Großbritannien
  60. sagen, die Luftfahrtindustrie steuert auf eine Bruchlandung zu. Das geplante Wachstum der Industrie ist unvereinbar mit der notwendigen Reduktion der
  61. Erderwärmung. Unser Flugverhalten muss sich ändern. Wir müssen eine unabhängige von den arbeitenden geleitete Vision für die Zukunft der Luftfahrtindustrie
  62. entwickeln. Also zwei Elemente sind wichtig in dieser Politik, nämlich auf der einen Seite, wie gesagt, die Perspektive muss von den Arbeitenden
  63. selbst entwickelt werden und auch es kann nicht um grünes Wachstum gehen, sondern es muss Reduktion geben. Allerdings diese gewerkschaftliche
  64. Gruppe hat sehr viel Schwierigkeiten, das in ihrer eigenen Gewerkschaft durchzusetzen. Was muss man dazu sagen?
  65. Ihr könnt das lesen, ne? Also, ich gehe jetzt in die Geschichte zurück und ich fange im 19. Jahrhundert
  66. an, wo die Naturfreunde gegründet wurden und das war eine Zusammenarbeit zwischen Sozialdemokraten und Gewerkschaften und die Gewerkschaften haben halt in der
  67. Zeit nicht nur auf den Arbeitsprozess geschaut, sondern die Arbeitenden als auch Lebewesen außerhalb der Arbeit gesehen und
  68. den Zusammenhang von Arbeit und Natur zum Bestandteil der Gewerkschaftspolitik gemacht. Im 20. Jahrhundert in den USA. Die Frauenbewegung, die für das
  69. Frauenwahlrecht eingetreten ist, das waren auch Gewerkschafterinnen, z.B. Helen Tod, die sagte: "Das Brot des Lebens, ein Zuhause, ein Dach über dem
  70. Kopf, Sicherheit und die Rosen des Lebens. Musik, Bildung, Natur und Bücher sollen das Erbe jedes Kindes sein, das in einem Land geboren wird, wo sie eine
  71. Stimme hat und sie ist gemeint Frauenwahlrecht. Und dieser dieser Slogan Brad and Roses war auch wichtig, z.B. in einer in einem Streik von etwa
  72. 20.000 taus meist migrantischen Sägemühlenarbeiterinnen, diese schönen langen deutschen Wörter in Lawrence in den USA, wo es auch darum
  73. ging, we want bread, but we want roses, too. Also, wir wollen das ganze Leben, nicht nur ein gutes Arbeitsleben. Und das gab es sogar auch in Deutschland
  74. als Perspektive, als 1972 die IG Metall ein riesigen Kongress organisiert hat mit über 1200 Gästen, das hieß Qualität des Lebens und nicht nur Qualität der
  75. Arbeit. Man sprach über Bildung, Verkehr, Umwelt, qualitatives Wachstum, Demokratisierung, Zukunft der Gewerkschaften. Und hier sind ein paar
  76. Zitate äh von Gustav Heinemann damals, der auf der Tagung war. Haben wir insbesondere nicht viel zu lange manche Kosten
  77. unseres Wohlstandes in den Industrieländern auf die Umwelt abgewälzt, in der wir nun zu ersticken drohen oder Heinz Oscar Vetter, DGB
  78. Vorsitzende erster Zeit. Wir müssen radikal brechen mit dem bislang unsere Wirtschaft und Gesellschaft beherrschenden Prinzipien des privaten
  79. Gewinns und des unkritisch gesehenen Wachstums. Und Er hat Eppler, damals Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit
  80. sich scheint, dasselbe Wirtschaftswachstum, das unser Leben in den letzten 100 Jahren in vielen angenehmer gemacht hat, es schließlich
  81. auch unerträglich machen kann. Also, das war 1972 und da war diese Erkenntnis vorhanden und deswegen denke ich, dass die Aufgabe
  82. darin besteht, die Frage wieder umfassender zu stellen. Nicht nur, wie wollen wir arbeiten, sondern wie wollen wir arbeiten und leben und warum.
  83. Wir brauchen das deswegen, weil die Vorstellung von einem grünen Wachstum nichts weiter tut, meiner Ansicht nach, als die Zerstörung der lebensnotwendigen
  84. Erdsysteme zu verschieben vom Ende der Produktion, also Emission auf dem Anfang der Produktion, nehme ich die immer größere Nachfrage nach Mineralien und
  85. Materialien, die genauso zerstörend sind für die Erdsysteme wie die Emission am Ende. Und ich will dazu nur ein ganz ganz kleines Beispiel bringen. Ähm, das
  86. ist eine Silbermiene in Mexiko, die zweitgrößte, die drittgrößte auf der Welt, nur Silber. 103 Qum, also etwas größer als die Insel Süld. Und
  87. natürlich, was passiert, wenn man so eine Mine äh aufbaut? Entwaltung, Zerstörung von Ökosystemen, Verlust von Biodiversität, von Kohlenstoff, Senken,
  88. Zerstörung der Lebensbedingung von Mensch und Tier. Und wenn wir die Energie, die wir jetzt weltweit verbrauchen,
  89. durch erneuerbare Energie ersetzen, würden wir 130 zusätzliche solcher Minen brauchen. Und das ist jetzt nur Silber. Und guckt auf diesen Damm. Äh 11,26 km
  90. Umfang und so hoch wie ein 47 stöckiges Hochhaus. Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn das mal zusammenbricht. wie z.B. vor ein paar Jahren in
  91. Brasilien schon ein Damm zusammengebrochen. Ist nur ein winziges Beispiel, um klarzumachen, was es bedeutet, grünes Wachstum als
  92. Perspektive zu haben. Äh mit diesem Hintergrund haben wir also unser Projekt arbeitende als Akteure der ökologischen Transformation,
  93. sozialökologischen Transformation haben wir mehrere Workshops gemacht. Ich habe jetzt das hier nicht alles schön eingekreist, aber das war in Glasgow, in
  94. Cardiv und in der Nähe von Sheffield, das war Wortley und auch in Spanien, in Barcelona, in Madrid und Ba und das waren Workshops mit der Fragestellung,
  95. wie analysieren wir die Ökolog den ökologischen die ökologischen Folgen unseres Arbeitsprozesses und welche Alternativen können wir entwickeln. An
  96. diesen Workshops haben in den zwei Ländern haben äh 80 Leute teilgenommen aus allen ökonomischen Sektoren, Geschlechtern, Alter und auch aus den
  97. verschiedenen Bereichen dieser Länder. Also die Leute, die in Beesser waren z.B. die kam aus ganz Spanien und das galt auch für die anderen Kurse haben
  98. wir mit Hilfe der Gewerkschaften dort organisiert. Und bevor wir überhaupt irgendetwas gesagt haben in diesen Kursen, haben wir die Leute gebeten,
  99. sich in kleinen Gruppen zusammenzusetzen und ein Bild zu zeichnen von der Gesellschaft, in der sie leben wollen. Und darüber möchte ich heute sprechen.
  100. Das ist z.B. Glasgow, das sind die verschiedenen Menschen in den verschiedenen Ländern. Und äh ich will jetzt nur sprechen über
  101. die Elemente, die in diesen Bildern am häufigsten vorkam, z.B. Demokratie in und aus der Kommune. Was ich jetzt hier vorlese, das ist die Erklärung der
  102. Bilder von den Leuten, die Sie gezeichnet haben. Also jetzt muss ich meine B aufsetzen. Die Idee des Individualismus, wenn jeder
  103. in seinem jeweiligen Silo bleibt, im Silo der Menschen, die genauso denken, wie man selbst, dann die Tür schließt und in diesem Raum nur noch
  104. gegeneinander kämpft. Aber was wirklich brauchen ist, dass die Tür offen bleibt und die Menschen bereit sind zusammenzukommen und an Dialogen
  105. teilzunehmen. Wir möchten mehr Demokratie sehen, eine starke Demokratie, die auf lokaler und regionaler Ebene stattfindet. Dinge wie
  106. Bürgerversammlung, bei denen die Menschen selbst über Budgets, I don't know, German World und die Planung der lokalen Behörden entscheiden. Ein
  107. anderes, sehr häufig genanntes Thema in all diesen Kursen transnationale Solidarität. Hier haben wir Währungssymbole an die
  108. Seite des Globus gesetzt und Pfeile hinzugefügt, um zu zeigen, dass das Geld gleichmäßig um die Welt fließen sollte, statt dass es das Entscheidende ist. Das
  109. Entscheidende sind stattdessen Menschen und der Planet. Die verschiedenen Farben repräsentieren alle verschiedenen Menschen auf der Welt. Herzen stehen für
  110. mehr Harmonie und mehr Respekt zwischen den Menschen. Aber es ist auch in Ordnung, Konflikte zu haben. Daraus lernen wir.
  111. Jenseits des Wachstumskens kam überall vor in allen Bildern, in allen Ländern, in allen Kursen. Das ist ein Beispiel aus Glasgow
  112. und diese Idee, das Geld an erster Stelle steht und die Vorstellung von unendlichem Wachstum, alles muss immer größer und besser sein. Wenn wir weniger
  113. darüber nachdenken würden, hätten wir mehr Zeit. Wir könnten uns auf das Haus konzentrieren, dass es zeigt, unser eigenes Zuhause. Es geht darum, dass man
  114. in seiner Freizeit macht, Dinge macht, die man gerne tut. Die Menschen könnten ein bisschen mehr Zeit haben, um durchzuatmen, darüber nachzudenken, was
  115. sie wollen, sich zusammenun und vielleicht größere Veränderungen zu bewirken, weil sie mehr Zeit hätten, weil sie nicht ständig arbeiten müssen.
  116. Sie könnten über Dinge nachdenken, zusammenkommen, ihren Hobbys nachgehen und ein ganzheitliches Leben führen. Man würde diese Dinge loswerden.
  117. Grüne Transformation ist z.B. aus Spanien. Die haben ganz bewusst gesagt, wir kennen die Probleme und möglichen
  118. Lösungen. Abschaffung aller fossilen Brennstoffe, lokale Industrie, lokale Produktion, saisonaler Konsum. So schützen wir die
  119. Wälder, die Flüsse, die Biodiversität. Also auch ein ganzheitliches Verständnis, worum es eigentlich bei der ökologischen Krise geht.
  120. Verkehr, kollektiver und geteilter Transport und vor allem Warentransport auf die Schiene. Also, wie man sehen kann, sind das ähm ist das ein Bild, was
  121. mehr die technische Seite der Transformation in den Vordergrund steht, nicht so sehr die Beziehung der Menschen untereinander
  122. und ähm Okay, jetzt muss ich das schnell wieder zurückmachen. Und beim Produktionsmodell setzen wir auf Dgrowth Postwachstum. Weniger
  123. konsumieren, mehr Recycling, für eine zirkuläre Ökonomie sorgen. Was das angeht, sind wir uns, glaube ich, alle einig. Also sind das Gegensätze jetzt
  124. mehr die technische Seite der Transformation und mehr die soziale Seite wie in den anderen Bildern. Ich denke, das sind Aspekte eines Ganzens.
  125. Und dazu noch mal etwas von den Menschen, die das Bild von vorher gemalt haben, gezeichnet haben. Das Problem ist, wie erreichen wir das alles durch
  126. sozialen Druck, indem wir uns organisieren? streiken, kollektiv handeln als Umweltorganisation, als Gewerkschaften der Arbeiterklasse,
  127. der Studierenden und wir sind auch zu dem Schluss gekommen, dass wir durch diesen gesellschaftlichen Druck eine Veränderung des Produktionsmodells
  128. erreichen müssen. Der Kapitalismus muss sterben. Lose Utopien Fragezeichen, was Leute sich ausdenken, wenn sie Zeit haben und
  129. gefragt werden, nachdem wie sie leben wollen. Ähm, um das jetzt ein bisschen weiter zu diskutieren, wie viel Zeit habe ich noch?
  130. Sieh, zehn schaffe ich. Äh, [gelächter] habe ich mich habe ich mich der Gedanken von alten weißen toten Männern bedient,
  131. z.B. Ernstbloch, der auf die Frage, sind das bloß Utopien sagt, solange die Wirklichkeit noch unabgeschlossene Möglichkeiten besitzt,
  132. solange kann von bloß faktischer Wirklichkeit kein absoluter Einspruch gegen Utopien ergehen und der unterscheidet zwischen äh konkreter
  133. Utopien und illusorischer Utopie. Und die konkrete Utopie zeichnet sich dadurch aus, dass sie anknüpft an dem, was schon ist. Er formuliert das so: "Wo
  134. der prospektive Horizont durchgehend mitvisiert wird, erscheint das Wirkliche als das, was es in konkreto ist, als Wegegeflecht von dialektischen
  135. Prozessen, die in einer unfertigen Welt geschehen, die überhaupt nicht veränderbar wäre, ohne die riesige Zukunft, die reale Möglichkeit in ihr.
  136. Und von dieser realen Möglichkeit in ihr haben die Arbeitenden in unseren Kursen auch gesprochen. Also die Zukunft, die schon in der Gegenwart vorhanden ist,
  137. z.B. in diesem kleinen Bild ist ein Ausschnitt aus dem größeren Bild, wo jemand sagte, wir wollen auch über die guten Dinge sprechen. Es ist
  138. fantastisch, dass lokale Ökonomie stattfindet, dass Gemeinden in Beziehung treten und auf lokaler Ebene Veränderungen schaffen, aber auch mit
  139. einer globalen Perspektive. Menschen zeigen Gerückgrad, wenden sich einander zu, helfen sich gegenseitig und vielleicht ist das Teil einer
  140. zukünftigen Ökonomie, die auf Fürsorge gründet. Dann kommt noch Antonio Gramschi. Wir erinnern uns alle oder lesen das
  141. vielleicht auch täglich, ne? Wie die eigene Persönlichkeit auf bizarre Weise zusammengesetzt ist. Es finden sich in ihr Elemente des Höhlenmenschen und
  142. Prinzipien der modernsten und fortgeschrittenen Wissenschaft, Vorurteile aller vergangenen, lokal bonierten geschichtlichen Phasen und
  143. Institutionen einer künftigen Philosophie, wie sie in einem weltweit vereinigten Menschengeschlecht zu eigen sein wird. Ich muss sagen, als
  144. ich das jetzt wieder gelesen habe, das Zitat, was man natürlich kennt schon von Jahrzehnten her, ne, habe ich gedacht, okay, hier ist ein Gegensatz hergestellt
  145. zwischen dem modern und fortgeschrittenen und den lokal bonnieren. Und äh hält das wirklich, dieser
  146. Gegensatz? Das war meine Frage und da habe ich mich wieder an dem Bloch gewandt bzw. Also, der hat sich an mich gewandt äh in seinen Schreiben, nämlich
  147. was ist eigentlich der Zusammenhang zwischen der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft? Also, jetzt kommt wieder ein Blochzitat
  148. mit zusammen mit dem Bild, was dazu spricht. Das Wirkliche ist Prozess und dieser ist die weit verzweigte Vermittlung zwischen Gegenwart,
  149. unerledigter Vergangenheit und vor allem möglicher Zukunft. Und was wir in dem Bild sehen, z.B. lokale Märkte, lokale Kooperativen, die
  150. den Arbeitenden gehören, lokale politische Trans Repräsentation, das sind Elemente, die eigentlich auch Elemente der Vergangenheit sind.
  151. Zumindest wie Bloch es formuliert in seiner Schrift Erbschaft dieser Zeit, wo er den das Aufkommen des Faschismus analysiert und da spricht er von dieser
  152. unerledigten Vergangenheit und das finde ich ein besonders wichtiges Element für die Diskussion, die wir heute haben. Er sagt, was der Faschismus gemacht hat
  153. in Deutschland war anzuknöpfen an eine Vergangenheit, die hätte sein sollen, die sich aber nicht realisiert hat. Und diese Vergangenheit existiert
  154. noch als Bedürfnis in dem Bewusstsein und dem Denken der Menschen. Und wenn ich das jetzt auf die Politik von heute übersetze, dann würde ich sagen, diese
  155. unerledigte Vergangenheit, dieser Wunsch nach etwas, was hätte sein sollen, aber sich nicht realisiert hat, das ist das, woran heute die AfD und die Faschisten
  156. anknüpfen. Und als Linke fehlt uns ein Anknüpfen an diese Perspektive, weil das ist eine diese Frage der Vergangenheit, die hätte sein sollen und auch die Frage
  157. der Wünsche und Bedürfnisse nach dem Lokalen, das ist was ganz fragiles, was in die eine Richtung und in die andere Richtung übersetzt werden kann.
  158. Und Brecht, Quatsch, Bloch spricht davon, das Alpha der vorgeschichtlichen Gentes wird das sehr verwandelte Omega der nachgeschichtlichen
  159. Kommune. Und die Frage ist, ob wir als Linke, als Gewerkschafter innen, die progressiv sind, die für die Transformation sind, ob wir in
  160. genügender Weise auch eine Vision von einer anderen Gesellschaft haben und von einer anderen Form zu leben, die verknüpft werden muss, natürlich mit den
  161. Alltagsbedürfnissen, den Alterskonflikten, aber es war für uns in unserem Projekt sehr lehrreich zu sehen, dass nur wenn wir die Frage gestellt
  162. haben, wie wollt ihr leben? dass praktisch eine Degrowth Gesellschaft rausgekommen ist. Ja, dass die Leute nicht und und die Leute waren
  163. selber erstaunt darüber, die haben gesagt, oh, unsere Wünsche sind ja ganz einfach, wir haben ganz einfache Wünsche letztendlich und die Frage ist, wie
  164. können wir diese Wünsche nach einer ganz anderen Gesellschaft verknüpfen mit den alltäglichen Bedürfnissen, Interessen und Nöten? Danke.
  165. [applaus] Vielen Dank. Vielen Dank. Hallo. Ja. Äh vielen Dank ähm für deinen
  166. Vortrag. Ich fand, der hat noch mal so den utopischen Horizont ähm der sozialökologischen Transformation sehr gut aufgespannt. Er hat noch mal uns auf
  167. die Frage fokussiert, auf die es ankommt, wie wollen wir arbeiten, wie wollen wir leben und auch sehr interessante Einblicke aus diesen
  168. Projekten äh präsentiert äh zu den Gesellschaftsentwürfen, die dann auch kommen, wenn man diese Frage stellt. Dafür dir vielen Dank. Ähm wir haben
  169. jetzt kurz Zeit für Verständnisfragen, also wirklich Fragen, wo es noch mal darum geht, äh etwas zu klären. Weitergehende Fragen machen wir später.
  170. Gibt es Verständnisfragen zu Noras Vortrag vorne.
  171. Ich verstehe diesen letzten Zitat von Bloch nicht. Sorry. Ähm, der Gentis, die alten Formen des Zusammenlebens sind der Ausgangspunkt
  172. für ein neues in die Zukunft gerichtete Kommune. Also, es wird daran angeknüpft und es wird gleichzeitig auch verändert in der Zukunft.
  173. Weitere Verständnisfragen. Sonst, wenn keine da sind, heben wir uns die weiteren Fragen für Diskussion auf.
  174. Danke, Nora. Und dann würde ich jetzt Lukas hoch bitten. Lukas Oberndorfer ähm wird über äh Pläne für den sozialökologischen
  175. Umbau als Transformationsperspektive sprechen. Ja, schönen guten Abend auch von meiner Seite. Wie Markus sich gemeldet hat bei
  176. mir und gesagt hat, wir haben die Idee dieser Tagung. und wie er sich dann noch mal gemeldet hat und gesagt, Lukas, magst du auf dem Pendel oben sein? Habe
  177. ich mich wirklich sehr gefreut und ich möchte euch kurz vielleicht heranführen, warum ich mich gefreut habe. Ähm so ein bisschen entlang von zwei
  178. Interventionspunkten von Leber Environmentalism Studies. Nor hat das, glaube ich, ganz gut aufgeschrieben. Einerseits in Konflikten neigen
  179. Umweltschützerinnen bis zum gewissen Grad aus guten Gründen dazu, die Natur oder den Schutz der Umwelt zu präferieren und auf der
  180. anderen Seite Gewerkschaften, Arbeitsplätze und es geht genau darum, das zu überwinden. Nor argumentiert dann auch, das doppelt
  181. sich noch mal in der Wissenschaft, dass wir quasi einerseits ökologische Forschung haben und auf der anderen Seite Sozialforschung, aber das nicht
  182. miteinander verbunden ist. Und das ist genau der Punkt, wo wir in der AK in den letzten Jahren versuchen anzusetzen. Einerseits mal ganz konkret mit
  183. Interventionen in einer gemeinsamen Arbeit mit der Gewerkschaft. Wie können wir real die soziale und die ökologische Frage miteinander verschränken und die
  184. beiden Fragen nicht gegeneinander ausspielen? Das zweite ist ein Wiener Forschungszusammenhang, der im entstehen ist. Es ist auch sehr fein, dass viele
  185. von denen, die damit dabei sind, heute da sind. Oli Brand, Emma Dauling, Andreas Novi, Melanie Pichler, Max Knapp, Oliver Brausmüller und Astrid
  186. Chuggel, die damit drinnen sind und wir haben die Chance jetzt auch mit einer guten Förderung das auf Dauer zu stellen, also wie können wir soziale und
  187. ökologische Forschung miteinander verbinden? Also das quasi mal zum Grund der Freude und auch noch mal zur Herführung
  188. ähm was das Programm ähm von uns sein könnte. Und damit komme ich zu meinem Fahrplan, der gleichzeitig auch äh meine Thesen umfasst. Ich hätte nämlich drei
  189. Thesen mitgebracht. Das erste wä mal ein Einstieg äh in die Zeitdiagnostik Konjunkturanalyse, wo sind wir gerade und da freue ich mich,
  190. dass Mario da ist, weil ich würde Mario weitgehend zustimmen, dass wir eine blockierte Transformation oder eine blockierte grüne Modernisierung erleben.
  191. Aber ich würde noch mal differenzieren und sagen, das gilt eigentlich nur für den Westen dazugleich. Und dann würde ich mir und vieles von
  192. dem es heute schon angesprochen mit euch noch mal gerne anschauen, was sind die strukturellen Gründe für diese Blockade, die die wir im Westen erleben und im
  193. Kern äh eine These ähm oder einen Grund dafür vertiefen. gibt sicher viele Gründe oder mehrere Gründe dafür, nämlich eine Klimapolitik von oben
  194. hatten wir heute schon am Vormittag ähm am zweiten Pendel und dazu noch einen ein Argument machen, dass ich glaube, wir haben eine dysfunktionale
  195. Staatlichkeit im Westen, um überhaupt grün modernisieren zu können. Und damit es dann quasi in die Richtung geht, was könnte eine dritte Option
  196. sein. Dritter Weg ist ja so ein bisschen ähm nicht ein guter Begriff, der der nicht mehr frei ist, sondern eine dritte Option. Wie könnte ein sozialer und
  197. ökologischer Umbau aussehen? Und das würde ich euch gern bebildern mit einer Arbeit, die wir seit zwei Jahren voranbringen, versuchen voranzubringen,
  198. nämlich wie die Wirtschaftspolitik einer Mobilitätswende aussehen könnte und was wir dazu vorangebracht haben. zur Zeitdiagnostik.
  199. Da wäre es mir wirklich wichtig, dass wir objektiv quasi gut beobachten, was in der Triade passiert, weil das ist, glaube ich, für unsere Ausgangsbedingung
  200. noch mal ganz wichtig und schiebt viele von den geopolitischen Auseinandersetzungen und Entwicklungen an, die wir gerade erleben. Und da würde
  201. ich eben gern das Argument machen, dass wir in China zumindestens Anfänge oder Tendenzen einer grün kapitalistischen Modernisierung,
  202. ungleich sozialer und ökologischer Umbau beobachten können. Das ist die Entwicklung des Endenergieverbrauchs in China, wo wir mittlerweile bei 30%
  203. angelangt sind, quasi kein Block in der Triade ist nur annäher dort. China wird dieses Jahr, das ist sehr ähm sicher, seinen Peak äh bei CO2
  204. Emissionen und dem Verbrauch von fossile Energie erreichen, das viel früher als Studien zuvor angenommen haben. Also Ungleichzeitig
  205. Ungleichzeitigkeit in der Triade schauen wir ganz kurz nach China hinein. wirklich beginnen schon mit 2005 dann verstärkt noch mal
  206. mit Made in China als Strategie 2015 die Orientierung, was sind die Ressourcen vor Ort? relativ wenig fossile vorkommen abseits der Kohle. Deswegen klare
  207. Orientierung auf Elektrifizierung mit dem Wissen, man sitzt auf seltenen Erden. Also nicht normativ äh diese Orientierung, sondern der Versuch
  208. sozusagen auf der Basis der Ausgangsbedingungen ein neues Entwicklungsmodell zu entwickeln und dann die klare Entscheidungen Richtung
  209. Zukunftstechnologien im Bereich der Elektrifizierung zu gehen. gleichzeitig die Herausforderung in den Städten, ökologische Probleme, was die
  210. Legitimität der KP gefährdet und deswegen jeder Versuch eine Antwort zu finden. Und ich glaube, dass ich das mittlerweile in einer Form verdichtet
  211. mit vielen Widersprüchen, mit viele Fragezeichen, ob das langfristig stabil ist, aber ich würde davon ausgehen, dass man sagen kann, es gibt Tendenzen, dass
  212. das eine grünkapitalistische Entwicklungsweise in China sein könnte. Das Interessante ist, ich glaube, dass es dafür auch eine funktionale
  213. Staatlichkeit gibt, dass in diesem Fall quasi die autoritäre Entwicklungsdiktatur in China ähm eine Staatlichkeit die ist, die das
  214. ermöglicht, aber auch und das ist wichtig, ähm dass man aufbaut auf der chinesischen Revolution, das heißt über Grund und Boden verfügt, über die
  215. Zentralbank, über staatliches Eigentum äh in den wichtigen Unternehmen im Energiebereich und im Ressourcenbereich. und die dunkle Seite davon Verschärfung
  216. von Extraktivismus global Repression und Ausbeutung von Arbeit. Das Interessante ist jetzt ähm wie reagiert die USA darauf? Und da wäre es mir, glaube ich,
  217. wichtig herauszuarbeiten, dass die Orientierung, die wir unter Trump sehen, nicht nur Dummheit äh und der Wahnsinn dieser Person ist, sondern dass da
  218. massive materielle Interessen auch dahinter stehen. Ich würde es mal in einer Annäherung versuchen als fossil rüstungsdigitale Faschisierung zu
  219. beschreiben. Ich habe es mir vor allem über die sogenannten Deals, die er abschließt, angesehen und er zieht sich ähm eine Orientierung durch. Es wird
  220. immer quasi eine Verpflichtung ähm abverlangt für Abnahme von fossilen Energien aus den USA, die groß zur Ver zur Verfügung stehen aufgrund von
  221. Fracking. Es gibt sozusagen die Verpflichtung auf ähm Abnahme von Rüstungsgütern und drittens auch eine Verpflichtung, keine Digitalsteuer
  222. einzuführen gegen die großen ähm Monopole, die es in den USA gibt. Das ist eine Orientierung, wo man versucht sozusagen historische Renten im Bereich
  223. Fossiles und militaristisch oder Rüstungskapital zu heben und gleichzeitig auf KI zu setzen. Fan, ein Harvardökonom geht mittlerweile davon
  224. aus, dass 90% des Wachstums in der USA mittlerweile durch die Investitionen in die KI entstehen. Und jetzt komme ich ähm zur Sackgasse. vielleicht ein
  225. bisschen anders definiert als vorher von Norah, aber ich glaube, es passt ganz gut. Die EU befindet sich hier in einer Sackgasse zwischen diesen beiden
  226. Blöcken. Ist für ein bisschen unentschieden, macht ein Teil Rollback der Klima- und Umweltpolitik, ohne dabei wirtschaftspolitisch tragfähige
  227. Strategien zu haben. So, Rollback der Klimapolitik und die strukturellen Gründe. Dafür schauen wir da mal rein an einen Tag, der mich so
  228. ein bisschen äh gefesselt hat, weil da kam in meiner E-Mailbox so drei Meldungen hintereinander hinein. Es ist nur der 9.10.
  229. Unser Wirtschaftsminister sagt Hatmansdorfer, er will auch noch 2034 Gratiszertifikate. Lufthanschef zweifelt an den Klimazielen. März und Klingenbeil
  230. wollen die U-Regeln zum Verbrenner auslockern. Also da ist, glaube ich, ganz schön verdichtet, was dieser Rollback bedeutet.
  231. Jetzt zum ersten der Gründe, die ich gerne herausarbeiten würde, warum es zu diesen ähm Blockaden kommt, was da dahinter steht. Ich glaube, ähm Melanie
  232. Pichler, Oli Brand, Danial Maneker, die glaube ich alle auch hier sind und andere haben einen sehr guten Aufsatz dieses Jahr veröffentlicht dazu, dass es
  233. mal die strukturellen Limitationen des kapitalistischen Staates als solches in der Dekarbonisierung gibt. Wirklich große Empfehlungen, dieen sich
  234. anzuschauen. Und darauf aufbauen würde ich aber gerne noch mal mir konkreter oder konkreter herausarbeiten, dass die neoliberale Konfiguration der
  235. Europäischen Union da noch mal drüber hinausgeht, weil sie eigentlich ähm Staatsfunktionen, die dem normalen bürgerlichen Staat zur Verfügung stehen,
  236. sich konstitutionell selbst blockiert hat. jetzt auch im Vergleich zu einem normalen bürgerlichen Staat oder auch im Vergleich zu China Geldpolitik gebunden
  237. durch die Unabhängigkeit der EZB, ein Verbot von öffentlicher Refinanzierung, um die gigantischen Investitionen für eine grüne Modernisierung auch stemmen
  238. zu können durch Mastrichtregeln und EU-Verschuldungsverbot Wettbewerbs- und Beihilfenrecht. Jetzt zum zweiten Grund Klimapolitik von
  239. oben. Simon Schaub hat heute schon angesprochen in seinen eigenen Arbeiten. Ich habe hier auch noch weitere Studien mitgebracht. Die Studienlage ist
  240. wirklich absolut dicht und wir sollten wirklich darauf dringen äh außer Streit zu stellen, dass gelingende Klimapolitik äh für ihre Akzeptanz nur mit sozialer
  241. Gerechtigkeit funktionieren kann. St. Jewe Harvard Soziologin in 20 Ländern ganz klarer Zusammenhang. Die Leute sagen, ein mühsames schwieriges Leben
  242. jetzt noch mal mit der Inflation getrieben. Wenn das durch Klimapolitik noch mal teurer oder schwerer wird, dann wende ich mich gegen diese Klimapolitik.
  243. Gleichzeitig ist abgefragt worden, was wäre denn der Fall, wenn Reiche mitziehen müssten? Plötzlich steigt die Klimapolitik oder die Zustimmung zu
  244. Klimapolitik stark an. Ganz zum Schluss noch eine spannende Studie, die hat sich angesehen, wie die äh Einstellung zu Tempolimits auf den Autobahnen sich
  245. verändert, wenn sie kombiniert wird mit einem Verbot von Privatchats und der Verpflichtung von Politikern in Zukunft mit dem Zug zu fahren. Und die
  246. Zustimmung geht durch die Decke äh für ähm Tempolims auf der Straße. Genau. Und was bedeutet dieses Ausklammen der sozialen Frage in letzter
  247. Instanz? Das befördert die autoritäre fossile Stabilisierung und ermöglicht ein Rollback durch oben und unten Bündnisse. Also oben rechtspopulistische
  248. Parteien machen Angebote und sagen, wir vertreten euch ja da unten. langsamer reden wegen der Übersetzung und dass die Menschen so eine
  249. Klimapolitik von oben und Ungleichheit im Bauch, wir waren ja vorher bei dem ähm Menschen sozusagen der höchste Wissenschaft und Momente des
  250. Höhlenmenschen vereint, durchaus zurecht im Bauch spüren. Das zeigt gute Imperie. Ähm, unsere Ökonominnen in der Arbeiterkammer haben mit einem Set von
  251. LCell ähm der bei Tomas Piketti im Forschungszusammenhang ist, ähm sein Set quasi übertragen auf Österreich und sich angesehen, wie hängt denn Vermögen und
  252. Emissionen in Österreich miteinander zusammen? Und da kommt raus, wenn man das Anlagevermögen, also private
  253. Investitionen, Immobilienbesitz hereinnimmt, Anlagen auf Kapitalmärkten, dass die unterste Hälfte für nur 17% der Emissionen verantwortlich ist in
  254. Österreich, also nicht globale Daten, sondern in Österreich und das ist sicher für Deutschland mehr oder weniger analogisierbar
  255. und die reisten 10 % umgekehrt für 56% der Emissionen. Also ein Verweis darauf, hier müssen wir ran, wenn wir quasi ähm einen sozialen
  256. und ökologischen Umbau voranbringen wollen. Und was bedeutet jetzt diese Patzitation oder die Sackgasse, die ich vorhin
  257. angesprochen habe für die Europäische Union? Ich glaube, dass das deutsche Exportmodell und das europäische Exportmodell damit tief in einer Krise
  258. steckt. Ähm, der deutsche Output, industrielle Output ist mittlerweile auf einem Niveau von 2005 zurückgefallen. 50.000 1000 Menschen in der
  259. Autoindustrie sind allein im letzten Jahr arbeitslos geworden. Ich glaube, man kann zugespitzt sagen, dieses
  260. Exportmodell ist kaputt und das machen nicht nur wir oder ich, sondern mit mittlerweile auch die Chefin der Europäischen Zentralbank, die das
  261. zuletzt in der Financial Times festgestellt hat. Warum ist ähm das eine Sackgasse? Ich möchte das noch mal ähm zugespitzt
  262. formulieren. Einerseits ist quasi der Weg nach vorne blockiert die grün kapitalistische Modernisierung, weil gerade China so erfolgreich ist in
  263. Zukunftstechnologien führend bei Photovoltaik, führend bei Windturbinen, bei Batterietechnologie. Also man kann hier nicht
  264. Exportweltmeister sein bei Dingen, die mittlerweile sehr profitabel geworden sind. Und auf der anderen Seite ist die
  265. Strategie sozusagen das nachzuhüpfen, was die USA vorgehüpft hat unter Trump ebenso blockiert, weil ähm wenig fossile Vorkommen in Europa mittlerweile
  266. vorhanden sind. Ja, man kann vielleicht für die Autoindustrie noch was machen, aber man kann nicht in einer gleichen Art wie die USA auf fossile Energien
  267. sitzen, weil man die importieren müsste. Von 10 € die im Moment für Rüstung ausgegeben werden, gehen 8 € an die USA. Das heißt, die gigantischen
  268. Rüstungsausgaben, die wir haben, sind eigentlich nichts anderes als ein wahnsinniges Konjunkturpaket für die USA. Also auch keine Strategie, wo man
  269. sich entlang äh handeln könnte. Und die digitale Strategie ist blockiert, weil die USA äh auf den entsprechenden Monopolen sitzt. Also, es gibt keine
  270. Wachstumspotentiale in beide Richtungen oder geringe Wachstumspotenziale. Deswegen würde ich argumentieren im Gegensatz zur Krise 2008, wo wir ein
  271. normatives Argument gemacht haben, dass dieses Exportmodell eines ist, das Menschen verletzt und die globale Peripherien, vor allem auch die ähm
  272. Peripherien in der Europäischen Union st ähm schwächt. Sind wir jetzt in einer Situation, wo wir wirklich sagen können, dieses ähm
  273. Entwicklungsmodell funktioniert nicht und es erhöht sich dadurch die Chance, zumindestens mal auf einer abstrakten Ebene zu sagen, wir bräuchten ein Binnen
  274. und Bedürfnisorientiertes Entwicklungsmodell und damit verbunden einen sozialen und ökologischen Umbau. Natürlich, und das ist ganz wichtig, die
  275. Frage, wer sind die Kräfte und die Akteure, die das auch durchsetzen können? Vielleicht können wir darüber diskutieren. Also, ich glaube, dass sich
  276. eine Chance öffnet, aber das muss ja natürlich auch erkämpft werden. Und damit komme ich ähm zum sozialen und ökologischen Umbau. Den mache ich ganz
  277. kurz, weil Max Knapp heute quasi auch schon dazu referiert hat in einem Workshop, was wir dazu versuchen versucht haben anzustoßen. Wir haben das
  278. im Juni 2024 präsentiert und es war der Versuch quasi äh einerseits eine Vision zu zeichnen, wie wir es schaffen können, die Klimakrise abzuwähren und das Leben
  279. der Arbeitenden zu verbessern und andererseits aber auch ganz konkrete und das Leben erleben wir in der Arbeit mit Betriebsräten, die wir doch alltäglich
  280. haben bei uns in der AK ganz konkrete belastbare Einstiegsprojekte zu formulieren, also anknüpfen an den Lebens- und Arbeitsbedingungen und
  281. realistische Projekte für einen Einstieg in den Umstieg zu präsent. präsentieren. Anders formuliert mit Joachim Hirsch äh radikaler Reformismus oder mit Bloch
  282. quasi konkrete Utopie wären andere Namen dafür. Das ist zumindestens der Versuch gewesen, mit dem wir gestartet haben. Wie schaut das aus? Äh wir haben 40
  283. Referentinnen entlang äh des Feldes des Hauses von wirklich Arbeitsschutz bis hin zu Wirtschaftspolitik nach denken lassen und versucht quasi Vorschläge zu
  284. machen und hatten darin quasi zentrale Ecksteine, die so ein bisschen anschließen an das Argument von Melanie Pich Pichler und Ulli Brand, dass wir
  285. einen Transformationsstaat brauchen, das heißt, dass wir Demokratisierung der Wirtschaftspolitik brauchen und eine Stärkung der Mitbestimmung
  286. Und damit das nicht so abstrakt bleibt, möchte ich jetzt noch ein Feld quasi vertiefen. Unsere Idee einer Mobilitätswende und
  287. vor allem der Orientierung darauf, dass wir in einem Bereich vielleicht äh besonders stark sein können als AK, dass wir die Wirtschaftspolitik der
  288. Mobilitätswende beschreiben können. Und da freut es mich quasi einen Ausschnitt zu haben auch von unserer Broschüre, wo vielleicht deutlich wird quasi, wie wir
  289. versuchen mit einer Vision und mit Einstiegsprojekten zu arbeiten. Linkens quasi, wie Verkehr im Moment organisiert ist, fossil, mit schlechten
  290. Arbeitsbedingungen, mit viel Stress und rechts, wie ein Verkehr in Zukunft aussehen könnte, mit der Bahn im Mittelpunkt als Rückrad angebunden durch
  291. gute Busse mit guten Arbeitsbedingungen und einer aktiven Mobilität. und der Staat quasi dieser Orientierung, wie könnte eine Wirtschaftspolitik der
  292. Mobilitätswende aussehen? Vor eineinhalb Jahren war dann die Überlegung, wer könnte uns da gut eine gute Studie dazu produzieren? Und da freut es mich, dass
  293. zwei der Studienautorinnen auch hier bei der Konferenz sind und morgen, ich habe es extra herausgesucht, E3 einen Workshop dazu machen, nämlich Laura
  294. Porak und Lukas Zerjan, die quasi für uns diese Studie produziert haben, nämlich herauszuarbeiten, was wären die Potentiale der Bahnindustrie in
  295. Österreich und bis zu einem gewissen Grad auch in Europa. Und damit äh zu den Zielen äh den europäischen Verkehrszielen, die sind
  296. nämlich wirklich ausgezeichnet. Da gibt's keine Kritik. Hochgeschwindigkeitsbahnverkehr ist ein Beispiel soll bis 2050 verte
  297. verdreifacht werden, um die Kurz und Mittelstrecke zu ersetzen. Schienengüterverkehr bis 2050 verdoppelt werden. Das Problem ist aber, es gibt
  298. tolle Ziele, aber es gibt keinen wirtschaftspolitischen Plan, wie man das umsetzt. Und das ist kein Fehler, sondern es ist eine Verdeutlichung der
  299. immer noch aktiven marktliberalen Ideologie in der Europäischen Kommission. Man setzt sich große Ziele, setzt ein paar Leitplanken und den Rest
  300. überlässt man den Markt. Jetzt zum Investitionsbedarf und zu den Beschäftigungspotenzialen, weil da wird
  301. deutlich, welche Chancen in einer entsprechenden Mobilitätswende stecken würden. Der Ausbau und der Sanierung des Netzes, um diese Ziele zu erreichen,
  302. braucht bis 2050 Investitionen in der Höhe von 850 Milliarden. Die Europäische Kommission selbst hat berechnet, dass jährlich 46
  303. Milliarden in neue Schienenfahrzeuge investiert werden müssten und eines der Ergebnisse unserer Studie zeigt, dass bei Schienenfahrzeugen pro Milliarde
  304. rund 4000 Jahres Arbeitsplätze entstehen würden. Also, da kann man ablesen, wie groß die Beschäftigungspotenziale auch ähm sind. Ich habe jetzt hier vor allem
  305. auch den Fokus äh mitgebracht in Berlin, in Deutschland zu zeigen, dass nicht nur die österreichische Bahnindustrie, sondern die Europäische und vor allem
  306. auch die deutsche Bahnindustrie sehr gut positionier position positioniert ist, um diese Mobilitätswände selber auf den Boden zu bekommen. Die Bahnindustrie ist
  307. immer noch Weltmarkt und Technologieführerin, 650.000 Beschäftigte im Sektor in der Europäischen Union. Deutschland ist bei
  308. den Exporten äh im Moment noch auf Platz 2. Das heißt, das ist ein Stärkefeld, auf das man setzen könnte und nicht quasi ein ähm eine abstrakte Idee der
  309. Entwicklung einer Industrie, sondern man könnte auf dieses Stärkefeld setzen. Welches Gelegenheitsfenster hat sich jetzt in den letzten Wochen äh ergeben,
  310. um hier Druck aufzubauen für eine entsprechende Wirtschaftspolitik der Mobilitätswende? Zum einen hat der Verkehrskommissar Z Costas anfang
  311. November die verkehrspolitischen Ziele der EU noch mal äh konkretisiert mit dem Aktionsplan für den für das Hochgeschwindigkeitsnetz, wo konkret
  312. noch mal Verbindungsziele zwischen den Hauptstädten definiert werden, wie quasi dieses Netz ausgebaut werden muss, mit welchem Tempo. Was aber erneut passiert,
  313. es gibt keine Strategie für die Finanzierung. Es gibt keine Strategie, wie wir das industriepolitisch stemmen können und auch nichts zu
  314. Beschäftigungspolitik. Das zweite Moment, das eine Debatte ähm angestoßen hat für eine aktive äh Wirtschaftspolitik, eine soziale und
  315. ökologisch planende Wirtschaftspolitik ist, dass in Österreich ähm in auch Anfang November ähm chinesisches Rollmaterial zugelassen worden ist im
  316. Personen Schienenverkehr und das eine ganz interessante Debatte losgetreten hat, weil Gewerkschaften und K interveniert haben, auch mit dem
  317. Material, das wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, wo wir versucht haben, das Argument zu machen, das sind zwei Wegrufe für eine aktive
  318. Wirtschaftspolitik. Also zum einen, wie kriegen wir diese Ziele konkret auf den Boden und auf der anderen Seite, wie können wir sicherstellen, dass nicht die
  319. gleichen Fehler gemacht werden wie in Photovoltaik, bei der Batterie äh Technik oder bei den Windturbinen, also wirklich eine Stärke zu auszubauen und
  320. zu nützen, um industrielle Potentiale zu ermöglichen und damit Ersatzarbeitplätze für fossile ähm Beschäftigte zu schaffen.
  321. Damit komme ich dann auch quasi zum Abschluss, indem ich kurz versuch noch äh zu definieren, wie eine solche sozialökologisch planende
  322. Wirtschaftspolitik aussehen könnte, was wir versuchen jetzt auch in die Debatte zu bringen. Und zwar ist es eigentlich ähm das Argument zu machen, es gibt
  323. diese guten Ziele, aber jetzt brauchen wir eine wirtschaftspolitische Strategie, um das auch wirklich zu ermöglichen. Erster Punkt, wie schaffen
  324. wir es die entsprechenden Investitionen? 850 Milliarden allein für das Netz notwendig bis 2050. Da argumentieren wir, dass im Moment ein
  325. Möglichkeitenfenster offen ist, weil es die Verhandlungen zum EU-Budget gibt und sagen Ausweitung auf 100 Milliarden, um Europa mit der Schiene zu verbinden.
  326. Zweiter Punkt, Ausnahme von den Maßrichtkriterien für solche Investitionen. Die waren lange heilig, sind nie
  327. angegriffen worden. Vor einem Jahr ist dann beschlossen worden, na ja, für Militärinvestitionen müssen wir eine Ausnahme machen. Für Investitionen in
  328. die Schiene gilt das nicht. Also hier versuchen wir Druck aufzubauen. Zweites Moment Industriepolitik und zwar nachfrageseitige Industriepolitik. Wie
  329. können wir durch öffentliche Beschaffung soziale, ökologische und regionale Vergabekriterien sicherstellen, dass eine Industrie entstehen kann für die
  330. Mobilitätswende, die Ersatzarbeitplätze für den fossilen Sektor bietet. Und zweiter Punkt, wie schaffen wir es auch damit durch öffentliche Beschaffung
  331. andere Bereiche mitzuziehen, weil wir in der Bahn darüber bestimmen können, was beschafft wird und wie beschafft wird. Also z.B. die Frage grüner Stahl, eine
  332. Grünstahlquote vorzusehen für alle Beschaffungen von der Deutschen Bahn oder bei der Nutzung von europäischen Mitteln.
  333. Und letzter Punkt ganz zentral, das fand ich heute eine sehr spannende Debatte, weil es geht ja darum, quasi die Mikroebene mit der Makroebe zu koppeln.
  334. Wir hatten einen Workshop heute unter anderem koordiniert von Julia Kaiser und da gab's viele Beispiele von oder einige Beispiele von Konversionen von unten.
  335. Alle von euch kennen das Chckn Beispiel, es gab noch andere Beispiele und die müssten gekoppelt werden mit einer höheren Maßstabsebene, wie man solche
  336. konkrete Konversionskämpfe koppeln kann mit einem industriepolitischen Plan. Und dabei sollten auch darauf gesetzt werden, dass Instrumente der
  337. öffentlichen Beteiligungen Unternehmen genutzt werden und die Mitbestimmung ausgebaut wird. Also, dass es eine Verbindung gibt dieser konkreten
  338. Konversionskämpfe mit einer europäischen Wirtschaftsstrategie. Letzter Punkt quasi, wie heben wir Produzentinnen stolz? Ähm, da sind wir
  339. ähm sehr happy, dass wir jetzt was in trockene Tücher bekommen haben, weil wir werden im Mai in diesem Jahr in Donowitz in Leoben eine Betriebsrätekonferenz
  340. machen von allen Betriebsräten aus der Eisenbahnindustrie ähm in Österreich, damit mal alle zusammenkommen an einem Standort, der
  341. grünen Stahl produziert, der grüne Weichen produziert in Donawitz, um betriebliches Wissen abzuholen, aber auch zu ermutigen offensiv voranzugehen
  342. und Forderungen an die Poliz Politik äh zu stellen, also wirklich auch die Verbindung zu unseren Kolleginnen in den Betrieben hinzubekommen und damit bin
  343. ich am Schluss. Danke. [applaus] [applaus]
  344. Vielen Dank, Lukas für deinen Vortrag und für die Präsentation der Ansätze Perspektiven von einer planenden Wirtschaftspolitik für die
  345. sozialökologische Transformation. Ähm auch gut zu hören, dass es in Österreich einen Plan für die Zukunftsfähigkeit der Bahn gibt. Das kann sich vielleicht die
  346. Deutsche Bahn auch von explodieren lassen. Ich würde Wir haben eh europäisch formuliert, also okay, dann ist gut. Ähm,
  347. Verständnisfragen. Wir gehen gleich in Diskussion, aber wenn es konkret noch zu dem Vortrag von Lukas jetzt Verständnisfragen gibt, dann jetzt gerne
  348. hier vorne. Ja, ganz einfach ganz einfache Frage. Gibt's das, was du jetzt in Kurzform
  349. vorgetragen hast auch im habt ihr das in dem Buch drin stehen in der Langform durchformuliert oder was? Ja.
  350. Da sind wir gerade dran. Also, wir sind gerade am Vorbereiten von dem Buch, das wird hoffentlich 26 noch erscheinen und da werden unterschiedliche Perspektiven
  351. ähm, die wir in den letzten Jahren erarbeitet haben, drin vorhanden sein. Der Umbauplan wird dargestellt, aber auch ein eigenes Kapitel zur
  352. Eisenbahnenindustrie und wie wir die Mobilitätswende produzieren können. Also, das wird die Langfassung. So, kleinere Texte gibt's jetzt schon. kann
  353. ich dann gerne bilateral quasi zur Verfügung stellen. Gibt's noch weitere Verständnisfragen? Wenn das nicht der Fall ist, dann würde
  354. ich Nora dich auch noch auf die aufs Podium bitten, dann können wir hier Platz nehmen und in die Diskussion starten.
  355. Ihr gerne vor, also ihr könnt euch gerne setzen. Ihr könnt, also wä mein Vorschlag.
  356. Ähm und ich starte vielleicht einfach mal mit einer Frage, Nora an dich. Und zwar hast du deinen Vortrag ja geendet mit die offene Frage ist, wie
  357. kommen wir denn jetzt dahin zu diesen sozialökologischen Utopien? Und die Frage würde ich jetzt gerne an dich stellen und ich würde es auch mal gerne
  358. noch mal verkomplizieren, weil ähm heute in einem Workshop hat Thomas Bart gesagt, es gibt die Notwendigkeit eines klimapolitischen
  359. Realismus und die Frage ist nämlich wie in Zeiten von zunehmender Faschisierung von CM Rollback und des vorstehenden
  360. Klimakollaps, wie viele von diesen sozialökologischen Utopien sind eigentlich überhaupt noch möglich und wie kommt man dahin, wenn die
  361. Gesellschaften eigentlich in eine andere Richtung gehen? schreien oder? Ja, danke für die Frage. Also, ich
  362. glaube, die Voraussetzung ist erstmal äh andere Fragen zu stellen, weil es ist interessant ähm wie wir in diesen Kursen angefangen haben mit dieser Frage, wie
  363. wollen wir eigentlich leben? während die Diskussionen, die wir normalerweise in der sozialökologischen Transformation haben, äh eingeengt sind auf die Frage,
  364. wie sollen wir arbeiten, was für Arbeitsplätze haben wir, wie können wir alternative Arbeitsplätze entwickeln oder wie können wir unseren Arbeitsplatz
  365. behalten, was sehr wichtig ist. Ich will jetzt nicht sagen, darüber reden wir nicht mehr, sondern das Interessante ist und ich komme gerade aus dem Workshop in
  366. Malme und da waren Forscher aus Schweden, die ich überhaupt nicht kannte, aber die ganz ähnliche Ergebnisse hatten bei ihrer Forschung,
  367. wenn sie Leute gefragt haben äh welche Gesellschaft wollt ihr haben und welche Gesellschaft auf welche Gesellschaft laufen wir zu? Und die Leute wollten
  368. alle eine Gesellschaft haben, in der sie mehr Zeit haben, mehr Zeit für sich, mehr Zeit für Leute, mehr Zeit für Fürsorge und so weiter und so fort. Und
  369. ich denke, ähm gerade in Zeiten, in denen es diese Blockaden gibt und in denen die faschistischen Bewegung, wie ich denke, auf dieses Bedürfnis nach
  370. einer ganz anderen Welt anknüpfen, weil das ist ja die Alternative für Deutschland, ne? Alles, was wir haben ist schlecht. Wir wollen was ganz
  371. anderes haben und diese dieses Bedürfnis nach etwas ganz anderem, ich glaube, das müssen wir als Gewerkschafter innen und als Linke daran anknüpfen, um das nicht
  372. den anderen zu überlassen. Und anfangen kann man damit, indem man zuhört und fragt, wie möchten die Leute eigentlich leben?
  373. Danke schön, Lukas, an dich vielleicht eine ganz ähnliche Frage. Ähm, du hast es ja noch mal so ein bigger Picture aufgemacht. Du hast den globalen Kontext
  374. aufgemacht. Du hast gezeigt, welche Transformationsstrategien in China in den USA verfolgt werden und deine Schlussvorgang war in Europa sind
  375. ähnliche nicht möglich. ist es es kommt zu einer blockierten Transformation und du hast das Ganze dann aber und als Chance gedeutet für eine du hast glaube
  376. ich binnen äh und Bedürfnisorientiertes Entwicklungsmodell und dann hast du auch schon diese Frage in Raum gestellt und nicht beantwortet,
  377. deswegen gebe ich sie jetzt zurück. Ähm wieso ist das eine Chance und was wären da Schritte dahinzukommen? Was wären da die Kräfte, die sowas treiben könnten?
  378. Ja, ich glaube, da haben wir eh gemeinsam in den in heutigen Tag schon viel drüber nachgedacht, ne? Also einerseits mal die konkret Betroffenen
  379. oder? Also wir werden weiter in der nächsten Zeit, auch wenn die ähm Prognosen jetzt in die Richtung gehen, dass es nicht weiter Rezession, sondern
  380. eher sowas wie eine Starknation geben wird. Wir werden weiter massiv industrielle Betriebe sehen, die unterdrucken und in eine Krise kommen.
  381. Und die Frage ist, was können wir in diesem Moment den Kolleginnen und Kollegen vor Ort anbieten? Und ich glaube, dass es extrem wichtig ist, was
  382. in den letzten Jahren ähm passiert ist rund um die Aufarbeitung und genaue Beschreibung dieser Kämpfe. Ähm, also die Arbeit von Julia z.B. zu Chck oder
  383. die Arbeit von Kim Lucht, glaube ich, zu Bosch war das. ähm ähm auch zu wir fahren gemeinsam natürlich, aber noch mal ganz genau herauszuarbeiten. Heute
  384. hatten wir einen Vortrag zu einem Beispiel aus dem dem Baskenland. Was passiert da vor Ort und was sind Chancen und Perspektiven
  385. und damit quasi noch mal ein konkretes Angebot zu machen. Ähm wenn diese Betriebe in eine Krise geraten, dann kann gekämpft werden und das ist noch
  386. nicht vorbei, weil ähm das Unternehmen äh das Kapital sagt, das ist aus. Was gleichzeitig aber wichtig ist und das wäre ähm das, was glaube ich in den
  387. letzten Jahren zu wenig stattgefunden hat. Das darf man natürlich nie den Kolleginnen vor Ort vorwerfen, weil die haben schon genug am Hut und müssen
  388. genug tun. ähm aber dass es zu wenig quasi Wissen und auch intellektuelle Arbeit gab, auch organisch intellektuelle Arbeit, um das
  389. so zu formulieren, wie diese Kämpfe auf einer regionalen Ebene, auf einer Meso, auf einer Makroebene begleitet werden können. Also konkret ähm wie wird's denn
  390. ausschauen wenn es einen Vorgebe, der die ähm Löhne weiterzahlt in Italien oder wenn es eine italienische Strategie für eine Mobilitätswende gäbe, auf die
  391. JKN schon einzahlen könnte, wenn man sagt, diesen Teil ähm dieses Teil oder dieses ähm diese Komponente quasi in einer Mobilitätswende können wir
  392. aufgrund der Produktionslinie, die wir haben, gut herstellen. Also, das haben wir die Kolleginnen erhoben. Ähm gab auch eine wissenschaftliche Begleitung,
  393. habe ich heute noch mal gehört, und dann aber einen Gesamtplan zu haben auf der nationalen oder auf der europäischen Ebene, wie man dieses Unternehmen in
  394. einen Kluster für eine Mobilitätswende einbringen und einpassen kann. Also, das hat, glaube ich, wirklich gefehlt und ich möchte es noch mal un unterstreichen
  395. und bebildern mit einem österreichischen Beispiel, nämlich Steier, äh, das vor mehreren Jahren schon in die Krise gekommen ist, weil der MAN Konzern
  396. entschieden hat, dass es quasi herausnimmt äh und verkauft das Unternehmen. Ist ein Unternehmen, das äh schon 1975 das erste E-MOPED gebaut hat,
  397. ähm in den 80er Jahren den ersten Wasserstoffbus, also mit extrem viel betrieblichem Wissen der Kolleginnen vor Ort. sehr kreativ auch. Und dann gab es
  398. quasi Verhandlungen ähm wird das jetzt quasi geht das in eine fossile Richtung oder geht's in Richtung Ebusproduktion und weil noch zu wenig vorbereitet war,
  399. ja, und auch natürlich die entsprechenden Kräfte und Kämpfe nicht da waren, um es wirklich zu schaffen, obwohl es eine heftige
  400. Auseinandersetzung gab, ist es dann in die Richtung gegangen, dass es quasi auf den Markt geworfen worden ist und nicht äh eine Konversion in Richtung E-Busse
  401. erfolgt ist. und ein Arbeitspaket, das ich noch gar nicht erwähnt hatte von unserer Studie, hat sich das angesehen und hat gesagt, das wäre eigentlich der
  402. Zeitpunkt gewesen, wo sich eine E-Busproduktion quasi gut ermöglichen hätte können und das ist jetzt aufgrund der Zeit, die man verloren hat,
  403. schwierig ist, das noch hinzubekommen. Also kurz gesagt, wie gelingt uns diese Krise mit konkreten makropolitischen Wirtschaftsstrategien
  404. zu verbinden und betriebliche Kämpfe und wirtschaftliche Strategien miteinander zu koppeln? Und vielleicht ganz kurz noch auch da
  405. darauf zu achten, dass wir in den weiteren Auseinandersetzungen ähm klimapolitische und umweltpolitische Aspekte weiter mit einbeziehen und dann
  406. nämlich teilweise sogar bei der Klimabewegung so übersteuern in die andere Richtung war ähm dass man quasi einen Social Turn vollzogen hat und dann
  407. manchmal Klimapolitik gar nicht mehr so wichtig ist. Also zumindestens in Österreich gibt's das in der einen oder anderen Auseinandersetzung, wo du so
  408. junge Kolleginnen von Fridays for Future hast, die mittlerweile so nur noch auf Arbeit und Wirtschaftspolitik setzen und dabei Umwelt und Klimapolitik manchmal
  409. hinten runter fällt. Also es darf man nicht verallgemeinern, aber das beobachte ich teilweise. Also wie schaffen wir das auch am Leben zu halten
  410. und eine gute Bündnispolitik zu haben? Danke dir. Dann würden wir jetzt öffnen für Fragen aus dem Publikum. Gibt es Fragen an die beiden?
  411. Hier vorne ist eine Meldung. Äh Hans Jörg herf, vielen Dank für die äh wirklich super Vorträge. Ich habe zum
  412. zweiten Vortrag eine Frage. Äh das klingt sehr stark nach dem radikalen Green New Deal. Äh, also man setzt auf auf Wachstum,
  413. aber auf auf starke ökologische Transformation. Und äh wenn man nach China schaut, die wollen natürlich weiter auch noch massiv
  414. wachsen und äh viele andere Länder wahrscheinlich auch. Meine Frage ist äh gehst du eigentlich davon aus, dass man
  415. die nächsten des nächsten Jahrhundert oder so, dass man noch kräftig wachsen kann oder äh stimmst du? dem ersten Vortrag zu, dass man da äh doch
  416. vorsichtig sein muss. Und äh wie stehst du zu dem Green New Deal? Ist das ein Modell für die mittlere Frist oder für die
  417. lange Frist? Das wird mich noch mal interessieren. Danke schön. Weitere Fragen?
  418. Eine ganz konkrete Frage mit Blick auf China und was hier global tut. Ähm, ich habe keine frischeren Analysen dazu, aber es hieß, dass China genau die
  419. Koalition, die jetzt ausgebrochen ist aus dem Kopens, nämlich, dass es keinen fossilen Faceout verankert äh gab in, also jetzt auf der letzten COP, der 30er
  420. COP in Bel, dass China hier eine Doppelrolle gespielt haben soll und die Koalition eben nicht unterstützt hat, die den fossilen Faceout unterstützt hat
  421. und das sind ja jetzt diejenigen, Also, wo es jetzt heißt, dass Kolumbien und Niederlande einen eigenen Kongress ausrichten wollen im April und auch eine
  422. Fossil Faceout Treaty vorantreiben. Und ich wollte nur fragen, ob euch was untergekommen ist, weil das würde ja, was macht China da? Also einerseits wird
  423. es auch jetzt projiziert das der erste Electro State, also so in diese Richtung, aber wie ist dann diese Doppelrolle möglicherweise erklärbar?
  424. Und das zweite, das ist näher noch mal dran am Leber in Wier Metallism. Wie schätzt sie aktuelle Entwicklungen ein? Also in einer Diskussion mit Dani Alman
  425. haben wir das Antiklimakorporatismus genannt. Also die Gmall hat ja offenkundig unterstützt, dass das Verbrenner ausfällt und wird ja da
  426. weiter wahrscheinlicher die Räuberleiter halten und auch andere Gewerkschaften weit über Deutschland hinaus ähm verabschieden sich auch schrittweise von
  427. so etwas, was man sozialökologische Konversion als als sozialökologische Konversion erhofft hat, sondern in Richtung
  428. militärische Gegenkonversion. Also wie schätzt ihr da diese aktuellen Entwicklungen? Danke schön für die Frage.
  429. Dann war hier vorne noch eine Meldung. Ja, nehmen wir die und dann nehmen wir die und dann machen wir erstmal die Runde zu. Ja. äh auch von meiner Seite
  430. vielen Dank äh für die spannenden Vorträge. Ich ähm habe bei der vor allen bei der Überlegung so sozusagen zu dieser
  431. zu den wirtschaftspolitischen äh Überlegungen, die ihr oder die du vor allem vorgestellt hattest, Lukas, mir so ein bisschen die Frage nach dem
  432. Verhältnis zu bürgerlicher Staatlichkeit gestellt. Also, wer auf welcher Ebene äh agiert man da und wen wen adressiert man als Akteur sozusagen in dieser in dieser
  433. Wirtschaftspolitik und was wie wie würdet ihr das auch gerade vor dem Hintergrund von so ähm autoritärm Stad zum so
  434. also was ist die was wäre sozusagen eure Vorstellung davon ähm wer da sozusagen zum Akteur wird und wen man adressiert und was man sozusagen in diesem Rahmen
  435. überhaupt ähm erreichen kann? Danke schön. Dann nehmen wir noch eine vierte Meldung und dann schließen wir die erste Runde.
  436. Ja, auch meinerseits danke für das, was ihr vorgetragen habt. Und ich wende mich aber an Nora mit der Frage zumal der eine Punkt. Ähm,
  437. ich habe zweimal in deinem Vortrag gehört, dass die AfD irgendwas hat, was die Leute ja zieht, anzieht und die der Hinweis darauf, dass den Linken etwas
  438. fehlt oder den Gewerkschaften, nämlich es war dieses es braucht ein eine Vision einer anderen Zukunft oder einer anderen Welt oder ähm und das zu verknüpfen mit
  439. den alltäglichen Bedürfnissen. Mir fällt da unverzüglich Freer Haug ein und die 4 in1 Perspektive. Sie hat das ausgearbeitet. Wo taucht das auf? Also
  440. wird mich interessieren, ob das irgendwo mehr thematisiert wird. Danke schön. Kannst du das noch mal wiederholen? Ich
  441. habe das akustisch nicht verstanden. Der let den letzten Teil Friger Haug und die vier in ein Perspektive. Also ich weiß es war, dass die linken
  442. Feministinnen sich da kümmern, aber gibt's noch andere? Also oder ist das nur so ein Ding?
  443. Ihr könnt gerne Wer von euch möchte gerne anfangen? Vielen Dank für die Nachfrage zum New Deal, weil die gibt mir die Möglichkeit
  444. noch mal nachzuschärfen, weil ich da offensichtlich ähm noch nicht eindeutig verständlich war. Also meines Erachtens ähm meine ich mit sozialökologischer
  445. Wirtschaftspolitik oder sozialökologisch planender Wirtschaftspolitik gerade nicht eine New Deal Perspektive. Ich würde nämlich unterstellen, dass
  446. eigentlich in ziemlich vielen guten heterodoxen Strengen der Ökonomie eine Debatte rundum ähm unterschiedliche Formen von Planung aufgetaucht ist, ne?
  447. Wenn ich es richtig gesehen habe, ist auch Elias Schmelzer heute da. äh hat einen super Aufsatz geschrieben mit ähm Elena Hoffert, glaube ich, wenn ich es
  448. richtig im Kopf habe. Wo noch mal so aus einer Degrowth Perspektive nachschärfen und sagen, Degrowth ist ja gar nicht das Entscheidende. Was entscheidend ist, ist
  449. wir den Donut planen, also soziale Minima sicherstellen und ökologische Grenzen dabei nicht überschreiten. Und das finde ich ein sehr gutes Bild, weil
  450. es geht ja nicht primär den Deggrowth Leuten darum, dass wir schrumpfen in allen Bereichen, sondern es geht darum in gewissen Bereichen umfassend zu
  451. wachsen, sogar in der sozialen Infrastruktur in Europa, im globalen Maßstab ganz sicher. Und umgekehrt zu schauen, damit wir dieses Wachstum
  452. hinbekommen, dieses umfassende Wachstum gleichzeitig in planetaren Grenzen zu sein und deswegen besonders stark fossile Sektoren runterschrauben zu
  453. können, um das überhaupt hinzubekommen. Also das meint sozial und ökologisch planende Wirtschaftspolitik ist ein Ernstnehmen von planetaran Grenzen und
  454. es ist keine Argumentation für grünes Wachstum generell, sondern es ist eine Argumentation dafür, dass es in gewissen Bereichen Mobilität
  455. erneuerbare natürlich noch umfassendes Wachstum braucht, aber dass wir umgekehrt darstellen müssen, welche Fossil in Sektoren deswegen besonders
  456. schnell geschlossen werden müssen und natürlich auch über Endenergieverbrauch Suffizienz und Ressourcen sprechen müssen. Also die Argumentation wäre
  457. gerade nicht für ein grünes Wachstum, sondern das Planen dieses Prozesses, welche Ressourcen, welche Energiepotentiale
  458. wir zur Verfügung haben. Das meinte ich mit sozial und ökologisch planender Wirtschaftspolitik zu ähm dem Antiklima Kooperatismus. Ich
  459. glaube, die muss man entgegnen. Äh, also diese Frage, die muss man entgegnen mit äh der Argumentation, dass sich in den 70er und in den 80er Jahren es
  460. vielleicht noch ausgegangen ist, das Problem nach hinten zu verschieben und dann diese Entscheidung für Arbeitsplätze äh oder
  461. Wettbewerbskooperatismus eine gewisse Rationalität hat. Um dieses Problem kümmern wir uns später, dann wählen wir in der Konfliktsituation die
  462. Entscheidung für Wachstum und Arbeitsplätze. Heute muss man eigentlich herausarbeiten, dass es nur noch zwei Optionen gibt. Nämlich entweder und das
  463. ist finde ich bei den vielen Dingen, die quasi gegen eine positive Entwicklung sprechen, eine der positiven Chancen, die wir haben. Darauf hinzuweisen, es
  464. gibt eigentlich nur noch zwei Optionen. Das eine ist eine Transformation by Design und das andere ist Degrowthaster.
  465. Ähm, weil wenn man sich anschaut, was mittlerweile eingestellt ist an Schäden durch Extremwerterignissen, dass sogar die EZB sagt, wir haben jetzt
  466. schon 0,5% der Inflation nur wegen Extremwetterereignissen und der Klimaerhitzung und die Prognose bis 2030 ist, dass es auf 1% der Inflation
  467. wächst, dann weiß man, was quasi eingestellt ist. oder zuletzt äh Potzdam Institut für Klimafolgenforschung in Nature, dass schon jetzt bis 2040 ähm
  468. ähm Einkommen um 20% sinken werden. Also, wenn jetzt Akteure äh auftauchen, egal woher die kommen, von der Unternehmensseite oder auch quasi in
  469. einem Kooperatismus von der Seite der Arbeit, muss man glaube ich darauf hinweisen, dass das Problem nicht mehr verschiebbar ist, dass das eine Illusion
  470. ist, quasi da äh nachzuziehen. Dann hätte ich nur noch ähm die bürgerliche Staatlichkeit mir quasi noch aufgeschrieben. Ich finde, dass der
  471. Aufsatz quasi der ähm genannte quasi von von Melanie, von Danial und von Uli dafür eine ganz gute Antwort gibt, weil es eben aufzeigt, was sind Limitationen
  472. des bürgerlichen Staates für einen Umbau. Ihr Aufrufe ist ja dann der für einen Transformationsstaat, also Kämpfe würde ich jetzt mal interpretieren, ja,
  473. Kämpfe und Auseinandersetzungen zu organisieren, um einen solchen Transformationsstat zu erreichen. Und das fe ich eine gute Orientierung, ja,
  474. also, dass man sagt, äh Durchkämpfe, durch Auseinandersetzung gibt's eine Transformation von Staatlichkeit, ich würde aber auch sagen von Demokratie.
  475. Also eigentlich geht's um einen Kampf für Wirtschaftsdemokratie. Ähm, also so so würde ich das auflösen und ähm zur konkreten Konfiguration von
  476. Staatlichkeit würde ich noch was dazu stellen wollen, nämlich dass die äh Autoritarisierungsprozesse, die Stefanie Hürtgener heute super reingeholt hat,
  477. die ja schon weit vor der Faschisierung gelaufen sind, gerade auch in der Europäischen Union, eigentlich dazu führen, dass diese neoliberale
  478. Staatlichkeit über ihre neoliberalen Muster hinaus noch mal dysfunktionaler geworden ist. Warum? Weil man mit Pulas und anderen guten Staatstheoretikerinnen
  479. sehr gut argumentieren kann, eine Funk oder mit Neumann auch. Ja, eine funktionierende Staatlichkeit, bürgerliche Staatlichkeit dient dazu,
  480. ein langfristiges strategisches Interesse des Kapitals zu organisieren. Das heißt eben auch ähm Kompromisse einzelnen Kapitalfraktionen z.B. dem
  481. fossilen Kapital aufzuzwingen, um langfristig eine einen Kapitalismus zu ermöglichen. Also grüne Modernisierung, grünkapitalistische
  482. Modernisierung. Durch die Autoritarisierung der letzten Jahre und Jahrzehnte mit zugespitzt noch mal ab 2008 die Krisenbearbeitung in der
  483. Europäischen Union ist bürgerliche Staatlichkeit nicht mehr in der Lage das zu tun, weil nicht mehr quasi strategisch unterschiedliche Interessen
  484. zusammengebunden werden können in ein langfristiges Interesse. Und das ist, glaube ich, noch eine zusätzliche Dysfunktionalität der Staatlichkeit, die
  485. wir im Moment haben. ist ein bisschen theoretisch, aber glaube ich sehr wichtig quasi das in den Blick zu nehmen.
  486. Ja, kann ich nur unterstreichen. Äh, ich wollte zur Frage von Akteuren was sagen. Ähm, ich würde sagen, auf den Staat kann man nicht vertrauen,
  487. unter anderem zu dem, was du gesagt hast und die Akteure müssen tatsächlich die Arbeitenden selbst sein. Jemand hat mich mal gefragt, heißt es dann, dass dann
  488. nur noch gute Vorschläge kommen? Nein, glaube ich nicht, weil die Arbeitenden auch in sich widersprüchlich sind, keine homogene progressive Gruppe,
  489. aber aus demokratischen Gründen. Einerseits, glaube ich, müssen wir von unten anfangen zu mobilisieren und auch, weil die arbeitenden Fähigkeiten und
  490. Kenntnisse haben von Arbeitsplätzen, wie die funktionieren und welche Alternativen möglich sind, die man von außen nicht hat. Das Problem ist, ähm,
  491. ich weiß nicht, was Thomas gesagt hat in dem in dem Workshop über Realismus. Im Grunde genommen bin ich auch für Realismus in dem Sinne, ich weiß nicht,
  492. ob das derselbe Sinn ist, den Thomas gemeint hat, äh dass man den Leuten reinen Wein einschenken muss, dass grünes Wachstum ein Oxyon ist, dass es
  493. nicht möglich ist und dass wir tatsächlich in bestimmten Bereichen weniger machen müssen, aber dass es auch eine Perspektive ist, ne? und aber dass
  494. es auch weh tut, dass wir uns von Sachen verabschieden müssen, an die wir gewöhnt sind, die wir lieben und wo es schmerzt sich davon zu verabschieden. Und ich
  495. finde, es ist sehr problematisch, nur sozialökologische Transformation, Just Transition Politik zu entwickeln, wo wir Leuten versprechen, dass sich im Grunde
  496. genommen nichts ändert, nur dass alles jetzt grün wird. Das funktioniert nicht. Und das funktioniert vor allen Dingen dann nicht, wenn wir auch eine globale
  497. Perspektive entwickeln, wenn wir sagen, okay, wir bauen jetzt dieses und jenes aus, aber woher kriegen wir die Ressourcen und was bedeutet das äh für
  498. die Menschen, die diese Ressourcen dann aus dem Boden holen? Ich war neulich auf einer großen Konferenz auch People Platform for Ecological Transformation.
  499. Da waren Menschen aus 15 Ländern, die meisten waren aus dem globalen Süden und wir haben das Thema Degrowth gehabt und alle Leute haben natürlich gedacht,
  500. okay, globaler Süden, die sind natürlich dagegen, aber das war sehr unterschiedlich und differenziert. Z.B. Die Leute, die aus Lateinamerika kamen,
  501. äh aus Peru und aus Brasilien und aus Kolumbien, die haben gesagt, nee, wir brauchen Dekressimiento Degroveh, weil unsere Lebensbedingungen
  502. kaputt gemacht werden durch diesen größeren Bedarf an Mineralien und durch den Extraktivismus. Leute in Südafrika waren ganz ander
  503. Auffassung und waren für Wachstum und so, weil es Energiearmut gibt und so weiter und so fort. Ich möchte damit nur sagen, wir müssen die spezifischen
  504. Lebens und Arbeitsbedingung auch global betrachten und dann wird es klar, in welchen Bereichen wir nicht weiter wachsen können und wie du gesagt hast,
  505. in welchen Bereichen wir wachsen können, aber auch da nicht einfach so unendlich, sondern die Frage der regenerativen Ökonomie auf die Tagesordnung setzen.
  506. Wie viel können wir rausnehmen, was sich dann wieder regenerieren kann? Und all diese Fragen tun weh. Aber was wir in unseren Kursen und in anderen
  507. Forschungsprojekten gesehen haben, wir wir haben auch eine Alternative zu bieten, nämlich ein anderes Leben, was mehr ähm Lebenswertes
  508. Zusammensein und Fürsorge und so weiter bedeutet. ähm kann ich jetzt nicht weiter ausführen, weil ich habe ja den Vortrag
  509. schon gehalten. Und äh nein, äh zu deiner Frage, das gibt es tatsächlich nicht als nicht, dass ich es kenne aus den Gewerkschaften z.B. so eine
  510. Perspektive, sondern wie ich in der Vergangenheit, ja, hat's diese Frage gegeben, was ich sehr interessant finde, aber die ist verschwunden und die Frage
  511. ist, können wir das wieder auf die Tagesordnung setzen? Danke euch. Was mir noch aufgefallen ist, weil wir
  512. jetzt K nicht äh vertieft haben und das noch eine Frage war, da finde ich es wirklich spannend, dass in der ähm letzten Zeit halt zunehmend ein
  513. holistischeres ganzheitliches Verständnis der kapitalistischen Produktionsweise entstanden ist, ne? Also Cara hat's ja heute in der Früh
  514. gemacht. Man kann Produktion nicht denken ohne quasi Reproduktion. Man kann sie nicht denken ohne die Vernutzung von Natur und den Zugriff auf ähm Kolonien
  515. und damit quasi Rassifizierung und äh Kolonialismus. Also, das finde ich sehr wichtig. nenn sie Fraser ist ja erwähnt worden und ich glaube, da müsste man
  516. drauf bleiben und auch auf den damit verbundenen kämpfen. Äh, ich kann zwei Dinge aus ähm Österreich mitnehmen. Das ist einerseits oder darstellen, dass wir
  517. einerseits bei unserer letzten Akademie für sozialen und ökologischen Umbau, wo wir mit Klimaaktivistinnen, Gewerkschafternen und Wissenschaft
  518. zusammenarbeiten, versucht haben, darauf einzugehen, dass wir halt gesagt haben, es gibt nur noch zwei große Blöcke. Das eine ist die Mobilitätswende und das
  519. andere ist K. Und wir haben es dann absichtlich so organisiert, dass ähm alle Kolleginnen aus den Gewerkschaften beim Kbereich das dabei sein mussten und
  520. auch umgekehrt alle Kehrleute und Feministinnen bei den industriellen Produktionsfragen, weil bei unserer ersten Akademie wir erlebt haben, dass
  521. sich das quasi aufgeteilt hat, total gegendert und das war dann der Versuch ähm darauf zu antworten und zu intervenieren. Und was ich auch
  522. mitbringen kann, ist echt eine schöne Entwicklung auch finde ich, dass aus den Praktiken, die ähm bei wir fahren ähm zusammen in Deutschland entwickelt, das
  523. sind die sind migriert nach Österreich, da hieß es dann, wir fahren gemeinsam, weil zusammenfahren heißt bei uns ja einen Unfall produzieren. Ähm und ähm da
  524. haben wirklich viele junge Kolleginnen gute Organizing Methoden entwickelt, sind ähm 20 Jahre jung und stabilste Organizer mittlerweile und jetzt gibt's
  525. es sozusagen im Kbereich. Ähm also man wird versuchen, die Ordenspitälle in Oberösterreich und in Wien mal als Beginn zu organisieren. Ist eine echt
  526. schöne Entwicklung und ähm jetzt gibt's mittlerweile auch einen Titel und der heißt wir sorgen gemeinsam. Danke euch auch noch mal einen wichtigen
  527. Punkt, das richtige Framing für Kampagne zu finden. Ähm, ich würde jetzt vielleicht noch so zwei Fragen nehmen. Wir sind so knapp jetzt am Ende, aber
  528. genau, wir haben auch ein bisschen spät angefangen, deswegen noch zwei Fragen. Ähm, hier vorne einmal und einmal ganz hinten,
  529. also im Rot und dann hinten. Ich habe mich gerade umgedreht, um zu schauen, wer wo ganz hinten ist. Danke schön. Sophie Lampel von Greenpeieace.
  530. Ähm, genau. Erstmal vielen herzlichen Dank für die für die ausgezeichneten Vorträge und ich kann nur sozusagen aus der Praxis zustimmen, dass wir es noch
  531. nicht geschafft haben, die Brücke zwischen Soziales und Ökologie ähm ausreichend hinzubekommen. Bei Greenpeace haben wir uns auf dem Weg
  532. gemacht, seit zwei Jahren versuchen wir sozialökologische Transformation als Rahmen unserer Arbeit äh zu nehmen. ähm einfach aus der Erkenntnis ähm und das
  533. wurde heute ja angesprochen, dass wir die Klimafrage nur dann lösen können, wenn wir die soziale Frage ausreichend berücksichtigen, um die Leute eben auch
  534. mitzunehmen auf der einen Seite und auf der anderen Seite, dass wir so wie wirtschaften produzieren und konsumieren, die planetan Grenzen
  535. einfach nicht einhalten können. Also so viel dazu. Ähm aber genau, es gelingt uns mal besser, mal weniger konsequent, würde ich jetzt sagen. Ähm, aber zu den
  536. Vorträen, ich habe eine Anmerkung und eine Frage. Die Anmerkung betrifft sozuschung von CO2 Emissionen durch Superreiche. Wir hatten das auch bei der
  537. Konferenz bei der ausgezeichneten Konferenz der Hans Bckler Stiftung vor drei Wochen. Da ist mir nur wichtig, dass wir wirklich da alle drei
  538. Dimensionen im Blick behalten, nämlich einerseits die CO2 Emissionen durch tatsächlich deren Konsum, zweitens die CO2 Emissionen durch deren
  539. Investitionen, was ja noch mal eine ganz andere Dimension plötzlich hat. Und drittens aber die CO2 Emissionen, die Sie verursachen, indem sie entweder
  540. direkt durch persönliche Kontakte oder indirekt über Lobbingnetzwerke direkt Einfluss auf Politik nehmen und auf Gesetzgebung, die eben sich negativ dann
  541. auswirkt auf CO2 Emissionen. Wir hatten in Deutschland die Investigativrecherche zur Familien zur Stiftung Familienunternehmen, nicht der Verband,
  542. sondern die Stiftung, wo wir eben gezeigt haben, dass unter diesen harmlosen Namen sich eigentlich die größten Konzerne zusammenun und die auch
  543. noch sehr stolz darauf sind, solche Gesetze zu beeinflussen. So viel die Anmerkung und meine Frage dann sehr konkret ähm und Nora, du hast das glaube
  544. ich auch noch Lukas ein bisschen in im Vortrag mit angewandt. Wir haben ja schon noch die Herausforderung. Ich kenne es jetzt von der Wid, das ist so
  545. das Pondon zu Werdi aus Österreich, aber eben auch bei der IG Metall, die sagen, ja, es gibt Konzepte, aber unsere Belegschaft glaubt uns das gar nicht. So
  546. die inhaltlich können wir die gar nicht mitnehmen. Die glauben nicht daran, dass unsere Industrie vor die Hunde gehen wird, wenn wir uns dann nicht auf dem
  547. neuen Weg machen. Und was sind da ähm die Rezepte dafür? Vielen Dank. Dann noch ein letzte Meldung ganz hinten. Gerne kurz und
  548. knapp. Ich versuch's, Stefanie Htgin, ich versuch's kurz und knapp. Das Mikro Echot. Ähm, erstens kurz noch
  549. mal an meine Vorredner ran. Also in unseren Workshop war auch der Eindruck, dass dieses Zusammenbringen von Ökologie äh und Sozialem, ich würde immer auch
  550. gerne sagen, der Klassendimension, ja, äh dass das eine Suchbewegung ist. Also, ich glaube, das ist keine Schande, das festzustellen, also konzeptionell,
  551. praktisch und so weiter. Das war auch ganz klar bei unseren Workshops zu Tesla und Erschöpfung in der Batterieproduktion sichtbar. Ähm, ich
  552. habe eine Bemerkung oder verbunden mit einer Frage eher an Nora, aber wenn ihr mögt auch beide. Und zwar ähm noch mal eine Anknüpfung auch an Alltagspraxen
  553. von heute Vormittag. mich freuen deine Nora, deine Gesellschaftsbilder, ja, mit einer anderen Aufzähl auf Splittung von Zeit
  554. und einem größeren äh Zusammenleben fürs Sorge, füreinander, was da gezeichnet wurde gegen so eine krasse Individualisierung und so weiter. Ähm
  555. auch übrigens transnational, was du gezeichnet hast, ne? Also quasi auch über die eigenen regionalen, nationalen global, also kontinentalen Grenzen
  556. hinaus. Das freut und gleichzeitig überrascht es mich nicht. Und ich würde auch sagen, dass das nicht nur entsteht, wenn man nach Leben fragt, sondern wir
  557. hatten das eben vor 15, 10 Jahren erforscht auch mit Bezug auf Arbeit. Also das, was ich heute früh ausgeführt habe, ist es genau dasselbe. Wir wollen
  558. eine menschliche, eine ruhigere, eine sinnvolle, eine ähm auf of auf sozusagen unser auch miteinander abzielende Ausrichtung von Arbeit und damit eben
  559. auch von Produktion und Wirtschaft im weiteren. Ähm was aber ja gleichzeitig passiert, das ist dieser Prozess des autoritären Neoliberalismus,
  560. dass diese Vorstellungswelten quasi zurückgeschoben werden durch sowas wie so einen ökonomischen Sachzwan und die Naturalisierung von Konkurrenz, von
  561. immer zu neusteigender Effektivität, von immer zu neusteigenden Kostensenkungen, von immer neuen, man könnte sagen, im Wachstums Strategien auch wesentlich auf
  562. Kosten der Körper und des Lebens ähm der Arbeiterinnen. Und das kam jetzt in deiner Präsentation, wenn ich es nicht überhört habe, nicht vor. Also meine
  563. Frage ist so ein bisschen, weil das wäre meine These nach meiner eigenen Forschung, dass bevor es zu dieser kompletten Umdrehung und der
  564. Faschisierung auch Unterbeiterinnen kommt, teilweise gibt's einen anderen Prozess, nämlich diese Gesellschaftsbilder werden mit Bloch
  565. nicht mehr mögliche, sondern illusorische Utopien. Sie werden sozusagen losgelöst. Sie bleiben noch im Kopf, aber sie werden losgelöst von dem,
  566. was machbar scheint. Und das haben wir in unserer Forschung sehr stark gesehen und das geht, das ist ein Prozess, der unter dem Neoliberalismus stattfindet.
  567. Die Faschisierung setzt da drauf, weil quasi alles, was Solidarität, Zusammenhalt, Fürsorge ist, dann weggewischt wird. Aber davor wurde es
  568. bereits Illusion, weil wir uns alle diesem Wettbewerb der weltweiten Konkurrenz, des Gürtelengerschnalls, des Standort Konkurrenz und so weiter und so
  569. weiter stellen müssten, eine andere Chance gibt es nicht, dass es das Naturgesetz etc. Ja. Ähm, also meine Rückfrage an dich ist, habt ihr das auch
  570. diskutiert? Was sind da eure Befunde, deine Überlegungen? Ähm, und es passt aber natürlich auch zu Lukas, weil ähm da ja auch die Frage ist, ne, also wie
  571. krockt man an Staatsfinanzen und so weiter? Das ist ja auch in dem europäischen mindestens mal Wettbewerbregime, Wettbewerbsregime, was
  572. du angedeutet hast. Danke schön. Und die Fragen passen auch ganz gut zusammen. Also die Fragen nach Utopien der Illusion von Utopien und die
  573. Frage von vor mit Konzepten haben wir, aber irgendwie ist auch erscheint es nicht machbar. Vielleicht könnt ihr da dran anknüpfen, die Frage beantworten
  574. und dann vielleicht euer Schlusswort auch sprechen und dann machen wir so langsam Schluss. Ähm dieser Satz, unsere Belegschaft
  575. glaubt uns das nicht, zeigt schon, dass man nicht die Belegschaft gefragt hat, sondern ihnen was erzählt hat. Und das denke ich ist das Problem, ähm
  576. dass wir diese Bedürfnisse und Interessen und Kenntnisse, wir meine ich jetzt insgesamt äh Forscher und auch Gewerkschafterin,
  577. dass das nicht ernst genommen wird. Also wir haben z.B. will in unseren Kursen dann das habe da habe ich nicht drüber geredet einen zweiten Schritt gehabt.
  578. Okay, das sind das ist jetzt die Gesellschaft in der wir leben wollen. Wie kommen wir dahin?
  579. Was sind die Dinge, die Probleme? Was sind die Strategien, um diese Probleme anzugehen? Also ein Workshop darüber, wie man diese ähm Utopien in
  580. Anführungszeichen, aber jetzt positiv diese konkreten Utopien, wie man die realisieren kann. das ernst zu nehmen, weil zum Teil nehmen die Arbeitenden
  581. selbst das nicht ernst, was sie sagen. Das möchten wir gerne, aber ist eh nicht drin, ne? Und ich denke, da kam ganz interessante Strategien heraus, was die
  582. Leute sich überlegt haben, wogegen müssen wir sein, wen müssen wir einbeziehen, mit wem müssen wir uns verbinden und so weiter und so fort.
  583. Also meine kurz äh zusammengefasste Antwort auf diese langen Fragen ist zuhören, die Bedürfnisse ernst nehmen und die als Bestandteil einer Strategie
  584. von unten entwickeln. Das ist jetzt nicht ähm die das ist ähm die Richtung der Lösung. Ich sag nicht, dass es einfach ist und
  585. dass man dann garantiert auf eine andere Form von Politik kommt, aber ich glaube, es ist eine Notwendigkeit, wenigstens zuzuhören und Strategien zu
  586. entwickeln von unten und an diesen Bedürfnissen anzusetzen, weil wie ich gesagt habe, die Faschisierung setzt an diesen Bedürfnissen an und der
  587. Unterschied ist bloß, dass sie interpretiert werden in der Form, die sagt, okay, ihr wollt das alles, ihr wollt eine total andere Gesellschaft und
  588. Wir werden das für euch organisieren und was wir machen müssen, okay, ihr wollt eine total andere Gesellschaft, eine andere Perspektive und wie stellt
  589. ihr euch vor, dass ihr dahinkommt? Was sind eure Strategien und wie können wir die in die Politik einbeziehen?
  590. Ja, ich glaube vor allem es geht um die Verbindung bei der Pole, ne? Also, das eine ist, ähm wir werden, und das fällt uns quasi auch in unserer alltäglichen
  591. Arbeit äh auf äh in Österreich, wir werden sozusagen keinen sozialen und ökologischen Umbau hinbekommen, wenn wir es nicht schaffen, unsere Mitglieder zu
  592. repolitisieren, handlungsfähig zu machen. Max Frisch hat mal gesagt, ähm Politik ist die eigenen Angelegenheiten in seine Hände nehmen. um diesen Prozess
  593. geht. Ähm, weil die Stellvertreterinnenpolitik zwar, das darf man auch nicht unterschätzen, die funktioniert ja sehr
  594. lange. Also, man geht auf Kredit oder man hat quasi eine gewisse Kampfkraft und Organisierungsgrad gehabt in den ähm im letzten Jahrhundert hat das Mühsam
  595. erkämpft und aufgebaut. Und dann hat man äh auf dieser Basis sehr lange äh durchaus auch in Etappen erfolgreiche Stellvertreterinnenpolitik gemacht, aber
  596. hat diesen Muskel, der dahinter steht, überhaupt institutionelle Erfolge zu haben, nicht gestärkt, weil man gesagt hat, wir machen das für euch, ihr müsst
  597. selber nicht aktiv sein. Und deswegen freue ich mich sehr über ähm diese unglaublich neue Welle von Organizing, die es gibt. ähm ist jetzt für viele
  598. vielleicht äh übertrieben, es als unglaubliche Welle zu bezeichnen, aber es es gibt zumindestens diese Pflanzen bei Werdi, bei EG Metall ähm auch bei
  599. politischen Parteien blicken wir ähm auf das, was bei Mamdani im Hintergrund war. 150 000 Freiwillige, 2,2 Millionen Haustüren, die man geklopft hat. Das
  600. sind fast alle Haushalte, die es in den in New York gibt. Ich habe es nicht glauben können, habe extra noch mal nachgeschaut. heißt nicht, dass die mit
  601. allen gesprochen haben, aber an fast alle Haustüren geklopft. Was mir aber ganz wichtig ist, den zweiten Pol dabei nicht zu vergessen. Wir hatten heute
  602. einen Workshop Namen werden nicht genannt und hat ein Kollege gesagt, es geht nur darum, we have to build power. Und das war quasi nur diese Perspektive
  603. auf wir müssen wieder Macht von unten aufbauen. Ich glaube, es ist genauso wichtig, gleichzeitig den anderen Poli und zu sagen, was ist quasi die äh
  604. intellektuelle, organisch intellektuelle Arbeit, Konzepte und Ideen zu entwickeln. Und das Problem entsteht, wenn man nur das eine oder das andere
  605. macht. Ja, und Gewerkschaften, Parteien, Institutionen sind genau der Ort, die Kohenz zwischen diesen beiden Polen herzustellen und die Verbindung
  606. hinzubekommen. Also da daher quasi noch mal ein Argument auf beide Pole zu achten und nicht zu sagen: "Hey, er macht's nur Konzepte, das das reicht ja
  607. nicht aus. Wir müssen Durchsetzungsmacht entwickeln oder umgekehrt." Vielen Dank. auch ein schönes Schlusswort und äh ich freue mich, dass
  608. wir noch mal auf die strategischen Fragen zur Sozialökon Transformation eingegangen sind, dass wir so paar der Prinzipien, an denen sich die Kämpfe
  609. ausz ausrichten, eben noch mal beleuchtet haben. Demokratisierung, Planung, ähm transnationale Solidarität, Degrowth ähm und auch das rausgekommen
  610. ist, dass es eben zwar schwieriger wird, sozialökologisch Transformationsbürlich zu machen und gleichzeitig ist es das Gegenmittel auch gegen die
  611. voranschreitende Faschisierung und genau. Danke euch für eure Einsichten und für eure Perspektiven, die ihr geteilt habt. Danke auch dem Publikum
  612. für euer engagierte Diskussion. Ähm und ich wünsche euch allen noch eine gute Zeit auf der Konferenz. Morgen geht es weiter um 9 Uhr mit einem Podium zu
  613. Justin im internationalen Vergleich mit Dennis Eversberg, Vera Trappmann und Oli Brand. Ähm, freue mich dann viele von euch morgen dort wieder zu sehen. Und
  614. jetzt erstmal einen guten Abend. Tschüss. [applaus]