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Soldaten für Hitler - 3 - Die Verbrechen
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 249 Zeilen
- [Musik] [Musik]
- [Musik] 20. April 1939, der 50. Geburtstag Adolf Hitlers. Die
- deutsche Wehrmacht paradiert vor ihrem obersten Befehlshaber. In ihrem Selbstverständnis ist diese Armee den Idealen des preußischen Adels
- verpflichtet. Ritterlich, aufrecht und ehrenhaft. Doch die Soldaten des Dritten Reiches stehen längst im Dienst eines
- verbrecherischen Regimes. Mit dem Zweiten Weltkrieg erlebt Europa Kriegsverbrechen von noch nie
- dagewesenem Ausmaß. Mehr als einmal kommt es darüber zum Streit, z.B. bei der Division Brandenburg. Die Elitetruppe wird gegen Italiener
- eingesetzt. Italien, der ehemalige Verbündete, hat die Fronten gewechselt. Im Herbst 43 jagen die Deutschen auf dem Balkan versprengte italienische
- Offiziere. Wir haben das gemacht. In zwei Tagen hatten wir 58
- 59 Italiener eingefangen, die gar nicht wussten, was los ist. Nach einigen Tagen wird die Einheit
- durch Hochwasser von ihrem Nachschub abgeschnitten. Die italienischen Gefangenen, alles samt Malaria krank, werden nun nicht mehr wie Kameraden
- behandelt. Dfin erteilte der Wehrmachts oder Befehlshaber den Befehl, diese Leute müssen liquidiert werden. Ihr braucht
- das Essen brauchen und die die Dinge brauchen wir für uns selber. Ja, der Befehl ist für die Soldaten ein Schock. In ihren Unterkünften führen sie
- heftige Diskussionen. Einige sagen ganz offen, die Entscheidung ist Wahnsinn. Jetzt kam eben für mich das Unfasse. Der von mir sehr geachtete
- äh Ober Leutenant sagte: "Was warum regt ihr euch auf? Das sind doch nur Italiener. Und äh als wir morgens dann antreten mussten äh zu dieser Exekution
- sagte der Oberlutant: "Ja, ich brauche 30 Leute, mehr brauche ich nicht, die das Gelände noch absperren." äh
- und die anderen bleiben hier und die, die gestern Abend äh sich da also dagegen ausgesprochen haben, die mit mir daum ge äh gestritten haben wegen dieser
- Exekution, die kommen sowieso nicht in Frage, ich will deren Gewissense nicht belasten. Ja, der Befehl wird ausgeführt und der
- Oberleutnand macht aus der Exekution eine Lehrstunde in hartem Soldatentum. Und der Kompanieschef hat sie also, nachdem sie niedrigen
- mussten, äh hat eigenhändig jeden Durchgen Genickschuss äh getötet. Die staatliche Erziehung im Dritten Reich hat vor allem ein Ziel, aus
- Jugendlichen Millionen von Soldaten zu machen. Der Gleichschritt ist dabei nur die erste Lektion.
- Wir waren durchweg im Jungvolk und in der Hitlerjugend erzogen worden und entsprechend beeinflusst.
- Das hat seine Spuren natürlich hinterlassen und wir hatten als junge Menschen auch teilweise Freude an dieser soldatischen
- Erziehung. Bis aus den netten Jungen eiskalte Soldaten werden, ist es ein weiter Weg. Vor allem ihre Abenteuerlust lässt sich
- ausnutzen. Dass man jetzt so mächtige Autos vor Zochmaschinen mit 100 PS und Kanonen hatte und ich ein 500er Motorrad. Das
- waren doch Dinge, die ließen doch einem jungen Mann das Herz höher schlagen. Und die Propagandamaschinerie zieht alle Register, damit die jungen Männer ihrem
- Einsatz geradezu entgegenfiebern. mit echten Waffen in einem echten Krieg. Am 1. September 1939 beginnt der Krieg gegen Polen und die jungen Soldaten sind
- plötzlich mit dem Tod konfrontiert, mit dem Tod in den eigenen Reihen. [Musik] Auf einmal gab es einen Einschlag von
- Achter. Und der Rauch war gerade vorbei. Und dann gucke ich nach links, sehe ich,
- dass der Schütze Lumpe seinen Kopf nach vorne gefallen war zur Seite und der Hals war hinten durchgedrennt
- und aus dem Hals kam Blut raus in Massen eine Weile. Und als ich, das war der erste Tote und mir war so schlecht und so übel, ich wusste gar nicht, was ich
- damit anfangen sollte. Mit ihren erschütternden Erfahrungen bleiben die Lanze allein. Man spricht nicht viel darüber. Man hat genug damit
- zu tun, das eigene Leben zu retten. In der Truppe gelten die Maßstäbe der sogenannten Mannesucht, zumindest auf
- dem Papier. Es sind Grundsätze, die alt gebrachten Idealen entsprechen. Und viele Soldaten können sie in ihrem Soldbuch nachlesen.
- Die zehn Gebote für die Kriegsführung des deutschen Soldaten. Der deutsche Soldat kämpft ritterlich für den Sieg seines Volkes.
- Grausamkeiten sind seiner unwürdig. Es darf kein Gegner getötet werden, der sich ergibt, auch nicht der Freischer Kriegsgefangene dürfen nicht misshandelt
- oder beleidigt werden. Die Zivilbevölkerung ist unverletzlich. Die Zivilbevölkerung in Polen macht andere Erfahrungen. Willkürlicher
- Verhaftungen sind nur der Anfang. Das deutsche Heer wird zum Wegbereiter eines brutalen Besatzungsregimes. Zu Hundtausenden werden Polen aus ihrer
- Heimat vertrieben. Plünderung, Misshandlung und Morde folgen. Und in Polen beginnt das schlimmste Kapitel des Krieges, die Verfolgung und
- Vernichtung der europäischen Juden. In den größeren Städten werden Ghettos eingerichtet. Die jüdische Bevölkerung auf dem Land wird abgeholt, um hinter
- Stacheldraht ein elendes Leben zu fristen. Die erste Station auf dem Weg zum Völkermord.
- Einige Militärs sind schockiert über diese Maßnahmen. Hitler will es seinen generellen Einstall nicht zumuten, die blutige
- Ausführung seiner verbrecherischen Visionen selbst in die Hand zu nehmen. Er überlässt den Massenmord der SS und ihren Einsatzgruppen.
- [Musik] Generaloberst Johannes Blaskowitz, Befehlshaber der Wehrmacht in Polen, ist von den Verbrechen der SS angewedert. Er
- schickt Hitler Berichte voll scharfer Kritik. Einzige Konsequenz: Blaskowitz wird an die Westfront versetzt.
- Am 10. Mai 1940 beginnt der Angriff gegen Frankreich. Hitler will das dritte Reich zur unumschränkten Herrschaft in Europa führen.
- Nach wenigen Wochen hat die Wehrmacht gesiegt. [Musik]
- Die Deutsche Besatzungsmacht in Frankreich setzt zunächst auf Kollaboration. Die Franzosen sollen freiwillig mit den Deutschen
- zusammenarbeiten. [Musik] Doch die Resistancez formiert sich zum Widerstand. An der Metrostation Barbess
- mitten in Paris wird am 21. August 1941 ein Attentat auf einen Wehrmachtsoldaten verübt.
- Der Kampf gegen die Resistance ist zu diesem Zeitpunkt die Sache der Wehrmacht und sie reagiert mit demonstrativer Schärfe.
- Adam Reiski, Mitglied der Resistance, erinnert sich vor allem an eine blutige Vergeltungsaktion auf dem Pariser Montval Valeria.
- Der erste Geiselerschießung war die Geiselerschießung von 83 Mann in Paris am 15. Dezember. Die Massenhinrichtung erfolgen auf
- persönliche Intervention Hitlers. Stäbe der Wehrmacht sorgen dafür, dass genügend Geiseln greifbar sind. Unter diesen Geiseln in Paris waren mehr
- als 50 Juden. Es waren auch andere nicht Juden, welche waren meine Kameraden. Die Erschießung in Frankreich ziehen sich über Monate hin. Doch die
- Besatzungsmacht muss erkennen, dass die Morde an willkürlich herausgegriffenen Geiseln nur der Resistance in die Hände spielen. Der Militärbefehlshaber Otto
- von Stülbnagel, der im eleganten Hotel Majestik residiert, sucht nach einem Ausweg. Schließlich machte der Wehrmachtsführung
- einen Vorschlag, die Deportation französischer Juden und Kommunisten. Die Deportation da wussten genau z.B. jüdische
- Partisanen, jüdische Kämpfer haben die hat man sie direkt kein Trans geschickt. Man wusste, dass äh sie
- werden tot finden, sie werden getötet in in Auschwitz oder Trlinker oder andere Morte Plätze. Die Deportationen laufen 1942 im großen
- Stil an. Verantwortlich ist dafür die SS. Französische Militionäre wirken mit. Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid. Ich schwöre bei Gott diesen
- Heiligen, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, dass ich dem Führer des Deutschen
- Reiches und Volkes Adolf Hitler Adolf Hitler schon seit 1934, lange vor dem Krieg
- werden die Rekruten der Wehrmacht auf Hitler persönlich vereidigt. Damit sind die Soldaten allen heen Idealen zumtrotz einem Regime
- verpflichtet, das Tod und Vernichtung auf seine Fahnen geschrieben hat. bereit sein will jederzeit für diesen Eid mein Leben
- einzusetzen. jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen. Die Wehrmacht ist nach Hitlers eigenen
- Worten neben der Partei die zweite Säule des Nazistaates. Die Soldaten werden zu erfüllungsgehften der Vernichtungspolitik
- und die militärische Führung ist von Anfang an in Hitlers Pläne eingebunden. Einige Wochen vor dem Überfall auf die Sowjetunion erlässt das Oberkommando der
- Wehrmacht den Kommissarbefehl. Darin heißt es: Die Urheber barbarisch asiatischer Kampfmethoden sind die politischen Kommissare. Sie sind daher,
- wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen.
- Vor dem geplanten Krieg gegen die Sowjetunion wird Jugoslawien überfallen. Nach 12 Tagen muss das Land kapitulieren. Vor allem in Serbien
- treffen die deutschen Truppen noch in der Schlussphase des Kampfes auf zehn Widerstand.
- Nicht weit von Belgrad liegt der Ort Panchivo. Hier kommt es im April 191 zu einem ersten dramatischen Zwischenfall. Ein Tag vor der jugoslawischen
- Kapitulation werden zwei Deutsche von Heckenschützen getötet. Die Ruhe scheint wiederhergestellt zu sein, aber der Zwischenfall ist Tagesgespräch in
- Pchevo. Wie werden die Besatzer reagieren? Am 22. April 1941 werden 36 Bewohner von Panchevo zusammengetrieben.
- Sie wissen nicht, was sie erwartet. [Musik] Die Festgenommenen sind unschuldig. Sie
- wurden zufällig aufgegriffen. Ihr einziges Vergehen besteht darin, dass sie zum falschen Zeitpunkt über die Straße gelaufen sind.
- Schließlich werden sie dorthin gebracht, wo die Serben ihren Anschlag verübt hatten, zum örtlichen Friedhof. Der Wehrmachtsfotograf Gerhard Kronefeld ist
- bei. Ich ging vor meinem Quartier eigentlich ziemlich planlos durch Panch durch um zu der mit der Einheit wieder Kontakt
- aufzunehmen. Und da begegnete mir ein Zug von Serben, gefangenen Serben ins Zivil, die an mir vorbeizogen
- und fragte den begleitenden Offizier, was mit denen ist und der sagte: "Ja, die hängen wir jetzt alle auf, wir gehen auf dem Friedhof." "Wo habt ihr denn die
- her?", fragte ich noch. "Ja, die haben wir uns überall hergegriffen." So. Quer auspservo.
- Ein Kameramann der Wehrmacht dokumentiert das Geschehen für das Archiv seines Regiment. Die Rolle des Henkers übernimmt unter
- Aufsicht deutscher Offiziere. Ein Zivilist, Angehöriger der deutschen Minderheit in Serbien.
- [Musik] [Musik]
- Schlimm war es für mich vor einem Menschen stehen und in dessen Augen schauen und wissen. Das Wissen ist auch bei dem Deliquenten, dass in wenigen
- Minuten der Tod vollzogen wird und diese sehenden Augen brechen sehen.
- Die Menschen, die hier hingerichtet werden, sind keine Partisanen. Die Aktion soll der Abschreckung dienen, soll den Serben Respekt und Angst vor
- den Deutschen einflößen. Das war das Wurverwunderliche für mich, dass sie ganz aufrecht in den Tod gegangen sind.
- Einige riefen sogar Givia, Jugoslawia noch. Die Menschen gingen so aufrecht in den Tod, möchte wissen, ob das ein Deutscher gemacht hätte, so aufrechter
- zu sterben. Auf der anderen Seite der Friedhofsmauer geht die Vergeltung weiter.
- Die Erschießung wird eigenhändig von Soldaten des Wehrmachtsregimements Großdeutschland vorgenommen.
- [Gelächter] Das Vorgehen der Wehrmacht wird immer maßloser. Für jeden getöteten Soldaten
- werden künftig 100, für jeden Verwundeten 50 Geiseln erschossen. Der Kampf gegen die Partisanen wird zum Vorwand für den Judenmord. Durch
- Wehrmachtsbefehl werden die Juden systematisch zu opfern von Geiselerschießungen gemacht. Nach einem Jahr deutscher Besatzung wird Serbien,
- wie es damals heißt, Juden freigemeldet. Das bedeutet, Polizei, SS und Wehrmacht haben in engem Schulterschluss 17 000 Juden umgebracht.
- [Musik] Die Deutschen erfahren aus den kontrollierten Medien nichts über den
- Terror in Polen, in Frankreich und in Serbien. Die meisten wollen noch nichts darüber wissen. Auch im Schreckensjahr 1941 vertrauen sie lieber den Bildern
- von der heilen Welt. Hitler dagegen lässt seine Kommandeure nicht im Unklaren darüber, was im Osten
- geplant ist. Er sagt im März 1941 unter Beifall: "Wir müssen vom Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken. Der
- Kommunist ist vorher kein Kamerad und nachher kein Kamerad. Es handelt sich um einen Vernichtungskampf.
- Vernichtungskrieg. Das bedeutet auch, dass den Soldaten die Hemmschwelle genommen wird. Das Oberkommando der Wehrmacht
- entscheidet, dass Kriegsverbrechen der eigenen Soldaten an der Ostfront nicht mehr bestraft werden sollen. In dem Erlass heißt es: "Für Handlungen, die
- Angehörige der Wehrmacht gegen feindliche Zivilpersonen begehen, besteht kein Verfolgungszwang. Auch dann nicht, wenn die Tat zugleich ein
- militärisches Verbrechen ist." Am 22. Im Juni 41 beginnt der lang geplante Krieg gegen die Sowjetunion.
- Die Richtlinien für das Verhalten der Truppe verlangen rücksichtsloses energisches Durchgreifen gegen Partisanen und Juden. Doch nur wenige
- Soldaten machen sich darüber Gedanken. Die erste Einstimmung geschah schon, als wir im Lastwagen nach Minsk reinfuhren. Und da hielt der LKW plötzlich an und
- wir wurden aufgefordert rauszuschauen und sahen dort einen Galgen. eine Person, es war eine Frau, hatte ein Schild vorm Leib. Äh, wir sind
- Partisanen und haben auf deutsche Soldaten geschossen. Die eine Frau, das war gerade die hier, die dieses Schild hatte, die ist Lehrerin gewesen. Die hat
- nie was mit Partisanen zu tun gehabt. Die Wehrmacht wirft Flugblätter über den gegnerischen Linien ab, um sowjetische Soldaten zum Überlaufen aufzufordern.
- Wenn sie den Zettel vorzeigen, so heißt es darin, geschieht ihnen nichts. Und es gibt durchaus Russen, die die Worte ernst nehmen.
- Von vorne kam also ein Soldat mit einem Überläufer, der hatte immer noch seinen Zettel in der Hand und jeden zeigte er den Zettel und der anderen Hand hatte er
- ein Bild von seiner Frau und seinen Kindern. Und äh der Auftrag war also diesen Mann zum recht mensfand
- wegen Verhör zu bringen. Der Gefreide kam aber nach kurzer Zeit zurück und da wurde dann der arme Kerl gefunden. Den hatte der
- mit seiner Leuchtpistole von hinten in den Kopf geschossen. Und das war so furchtbar, dass da standen nur noch die Ohren
- vom Kopf, ne? Das war buchstäbliche Faulheit und dann natürlich vielleicht in seinem Hinterkopf, dass er sagte, was soll ich
- mit dem Russen, ne? [Applaus] Nicht allein die Russen werden in der Propaganda als Untermenschen
- dargestellt. Der Ostfeldzug schafft die Frausetzung für den Holocaust. Der Antisemitismus wird immer weiter geschürt. Originalton Wochenschau.
- Das sind jene Ostjudentypen, die besonders nach dem Weltkriege die Großstädte Mittel und Westeuropas überschwemmten, wo sie als Parasiten
- ihre Gastvölker zersetzten und tausendjährige Kulturen zu vernichten drohten. In den Sanddünen der lettischen Stadt
- Libau zeigt sich eine neue Stufe der Brutalisierung des Krieges. Hinter der Front rücken die Einsatzgruppen der SS nach, deren Hauptaufgabe die Vernichtung
- der Juden ist. Sie setzen dabei auch lettische Hilfstruppen ein. Ein Marinesoldat hält mit seiner
- Amateurkamera grausiges Szenen fest, wie sie sich während des Sommers 1941 tag für Tag in die Bau abspielen.
- [Musik] Gefilmt wurde so etwas nur selten, aber geschehen ist es oft und an vielen
- Orten. Auf dem Vormarsch nach Minsk wird von der Heresgruppe Mittel das Städtchen
- Slonim in Weißrussland eingenommen. Slony im Winter 1998. Unter dem Schnee liegen die Spuren einer
- blutigen Vergangenheit. Als die Weach die Stadt einnimmt, ist sie mit Flüchtlingen überfüllt. Bis zum Hitler Stalin Pakt 1939 gehörte der Ort
- zu Polen. Seit die Wehrmacht Polen überfallen hat, sind tausende in die Stadt geströmt. Vor allem Juden, die hier bei Verwandten Zuflucht suchen.
- Nach Beginn des Unternehmens Barbarossa am 22. Juni 1941 haben die deutschen Truppen innerhalb weniger Tage Slonim erreicht. Von BR an der Grenze des
- besetzten Polen sind es 160 km. Die Bewohner der Sowjetunion gelten als vogelfrei. Sie stehen den Plänen der
- Naziregierung ohnehin nur im Weg. Nach dem Generalplan Ost sollen dreiviertel der Bevölkerung vertrieben oder ermordet werden. Tatsächlich sind während des
- Krieges mehr als zweieinhalb Millionen Weißrussen getötet worden. Und auch hier sind besonders die jüdischen Menschen in Lebensgefahr.
- Slonim hat damals eine blühende jüdische Gemeinde. Es gibt mehrere Synagogen und Bethäuser. Juden bilden hier die Mehrheit der Bevölkerung. Die große
- Synagoge im 17. Jahrhundert erbaut, ist seit dem Krieg dem Verfallpreis gegeben. Der Terror beginnt mit der Besetzung der Stadt.
- Am ersten Tag, als die Deutschen kamen, wurde befohlen, dass die Juden auf der Brust und dem Rücken gelbe Davidsne tragen müssen.
- Luba Abramovic Vater hatte ein Lebensmittelgeschäft. Bei Kriegsbeginn ist Luba mit einem Arzt verheiratet und selbst junge Mutter.
- Mein Mann war bei mir und meinem kleinen Kind. Da kamen sie herein und riefen: "Raus! Raus!"
- Sie schlugen ihn und trieben ihn zum Marktplatz zusammen mit 1200 anderen jungen Männern.
- Im Wald waren schon Gruben ausgehoben und dort wurden sie getötet. Im August 1941 ziehen die Fronttruppen ab und das 72 Infanterieregement drückt
- nach, dessen Hauptaufgabe Sicherung der Nachschubwege und Bekämpfung der Partisanen. Anfangs sind die Partisanen überwiegend
- versprengte Sowjetsoldaten. In den Dörfern sind sie oft unbeliebt, denn sie holen sich einfach, was sie brauchen. Nicht selten werden Menschen
- als Partisan denunziert, zurecht oder zu Unrecht. Aber die Deutschen fragen nicht lange nach. Auf dem Marktplatz von Slonim gibt es
- auf Befehl des Ortskommandanten der Wehrmacht immer wieder Hinrichtung in Slonim. Das ist eine Kreisstadt in Weißrutien.
- Da fuhr dann ein LKW auf den Markt und auf dem LKW war ein Galgen montiert und auf einem zweiten LKW
- waren dann äh angeblich während das Partisanen gewesen, also Männer, die wurden dann an diesem Marktdach öffentlich aufgehängt.
- Als wir Partisanen in die Stadt kamen, da hing einer am Galgen. Das haben wir mit eigenen Augen gesehen. Er war angeblich ein Partisan. Ich weiß nicht,
- ob das stimmte, aber er hing da. Im Herbst 1941 müssen alle Juden innerhalb von zwei Stunden ihre
- Wohnungen verlassen. Auf einer Insel im Fluss wird ein Ghetto eingerichtet, in dem sie jetzt leben müssen. Hinter Stacheldraht in fürchterlicher Enge von
- Soldaten bewacht. Zu essen gibt es 300 g Brot pro Tag. Dann wird eine Zivilverwaltung eingerichtet. Der Gebietskommissar
- ordnet sogenannte Judenaktionen an, bei denen neben einheimischen Polizeikräften auch Wehrmachtsoldaten eingesetzt werden.
- Die erste Aktion beobachtet Luba Abramovic von einem Versteck aus. Sie war unterwegs, um Essen für ihr Kind aufzutreiben.
- Allen wurde befohlen, zum Marktplatz zu laufen. Ich sah, wie die Leute rannten und ich hörte nach einiger Zeit das Lastwagen zu dem Platz fuhren.
- Als die Deutschen abgezogen sind, wagt sie sich aus ihrem Versteck. Ihr erster Gedanke gilt ihrem Baby.
- Ich lief zu dem Haus, in dem meine Eltern wohnten. Da war auch mein Kind. Und als ich dorthin kam, sah ich, das Haus war leer. Niemand mehr da.
- Haus nobody.
- Die Juden sind mit Lastwagen der Wehrmacht in einen Wald außerhalb der Stadt gebracht worden. Dort werden sie der Reihe nach erschossen, Männer,
- Frauen und Kinder. Allein an diesem 14. November 1941 sind es mehr als 10.000 Opfer, vielleicht auch 20.000. Niemand weiß es genau. Und in den Wochen zuvor
- haben Wehrmachtsoldaten in der Umgebung schon tausende Juden erschossen. Von allen ihren Freunden, die auf dem Foto zu sehen sind, hat Lein Juba
- Abramovic den Völkermord überlebt. Keinem der Wehrmachtsoldaten war nachzuweisen, dass er bei der großen Mordaktion im November geschossen hat.
- Doch sicher ist, sie haben Straßen gesperrt, Opfer zusammengetrieben, sie zum Erschießungsplatz gebracht, ihnen Wertsachen und Kleider abgenommen,
- Massengräber ausgehoben und zugeschaufelt und den Erschießungskommandos Schnaps gebracht.
- Die jüdische Gemeinde von Slonim existiert nicht mehr. Die wenigen Überlebenden sind heute in Amerika oder Israel.
- In der ganzen Sowjetunion wurden mehr als 2,5 Millionen Juden ermordet. Sie lebten in Gebieten, die nach Hitlers Visionen Lebensraum für Deutsche werden
- sollten, mit gerade so vielen Einheimischen wie das Herrenvolk Arbeitssklaven brauchte. Die Juden waren Zielscheibe des ganzen
- Hasses, den die menschenverachtende Naziideologie produzierte. Die Wehrmacht schuf die Voraussetzungen und der Völkermord geschah mit ihrer
- Unterstützung. in Sloh nehmen und anderswo [Musik] unser Zugführer, das war Leuten hat der
- kam abends zu uns rein und sagte Jungs, morgen haben wir eine schwere Aufgabe, wenn ich mitmachen braucher will, brauch nicht mitmachen. Hat ja keiner gesagt,
- dass mach nicht mit, ne? Wir sind da in der Stadt haben in die Häuser gegangen und haben die die Leute gesagt, raus auf dem Marktplatz müsst ihr euch melden.
- Und nachmittags dann ging es aus dem Stadt raus. Der Wehrmachtssoldat Bruno Menzel erinnert sich sein Leben lang, was mit
- den Juden geschah, die dort zusammengetrieben wurden. Hab das gesehen hier die mussten Oberkleider frei machen und d kriegt
- hinten wurde die kleine Pistole, was er da hatte, hat er nicht geknallt, wurde hinten angesetzt und ging smer knack und da putzelten s mal rein. Da kommen die
- nächsten gleich wieder, ne? Die Zeit der Blitzkriege und der Blitzsiege von Hitlers Soldaten ist Ende
- 1941 vorbei. Stalingrad bringt dann endgültig die Wände. Ab 43 wird für die Wehrmacht fast nur noch Rückzugsgefechte.
- Nicht zuletzt ihre brutalen Übergriffe gegen Zivilisten haben den erbitterten Widerstand der sowjetischen Bevölkerung geweckt.
- Auch die Wehrmachtsoldaten erleben schweres Leid. Auch sie opfern Leib und Leben und manch einer weiß nichts von den Verbrechen seiner Landsleute.
- Die deutschen Armeen verfolgen auf ihren Rückzügen eine menschenverachtende Taktik, die sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung richtet, die Taktik der
- verbrannten Erde. Das heißt, es gab den Befehl ja dem Russen nichts zu überlassen.
- Wir als Bion waren eigentlich mit dem Zerstörungswerk beauftragt, aber ich will dabei nicht ausschließen,
- dass natürlich in den Häusern nur noch Menschen waren, denn wir haben die Häuser nicht irgendwie untersucht durch rein, haben
- die Minenlein gehen lass wegwen zwischen russischen Bauern und deutschen Soldaten hatte es oft freundschaftliche Kontakte gegeben. Doch im
- Vernichtungskrieg ist es nur ein kleiner Schritt zum sadistischen Mord. Walter Fernau erinnert sich an einen Abend mit Kameraden.
- Es hatte Rotwein gegeben. Wir waren nicht betrunken. Das will ich nicht sagen, aber doch, wir hatten im Rotwein getrunken
- und ich habe ihm dann gesagt, bis morgen, ich musste ein Haus weiterlaufen. Er ging ins Haus und als er im Haus war,
- hörte ich auf einmal so ein Stoß aus der Maschinenpistole und da bin ich reingelaufen ins Haus und da sehe ich nun, dass der die zwei alten
- Russen erschossen hat. Ich habe ihm Vorhaltungen gemacht und dann hat er dazu lediglich gesagt, nur ein toter Russe wä ein guter Russe.
- [Musik] Die Verachtung für den Gegner zeigt sich am krassesten in dem Schicksal, dass die
- sowjetischen Kriegsgefangenen erleiden. Die Zuständigkeit ist klar, für Gefangene ist bis 1944 allein die Wehrmacht verantwortlich.
- Ein OKW Befehl sagt ausdrücklich, dass die Sowjets nicht als ehrenhafte Soldaten zu behandeln sind, wie es das Kriegsvölkerrecht vorschreibt. So
- erleben Russen die ganze Niederträchtigkeit, zu der Menschen fähig sind. [Musik]
- Natürlich hatte die Propaganda sie beeinflusst. Sie haben uns nicht anders angeredet als Russenschwein oder [ __ ]
- Schläge, Faustiebe, das wurde alles als ganz normal betrachtet. Es bleibt nicht bei Faustieben. In den gefangenen Sammelstellen der ersten
- Station auf ihrem Leidensweg fehlt es an den elementarsten Voraussetzungen zum Überleben. Der Tod eines großen Teils der
- Gefangenen Rotarmisten wird bewusst einkalkuliert. In der ersten Zeit sammelte man uns einfach auf einem riesigen Feld. Dort
- haben wir die ersten zwei Tage überhaupt nichts zu essen bekommen. Die Leute starben meistens vor Hunger und auch an Misshandlungen. Es gab Fälle
- von Erschießungen. Wenn jemand eine falsche Bewegung machte oder zu nah an den Zaun heranging, wurde geschossen.
- Sie entwürdigten uns. Es war entsetzlich. Das erste war ein Todeslager, auch wenn es kein KZ war, sondern ein Gefangenenlager.
- In der Anfangszeit sterben Gefangene in Massen an Hunger, Tyfus und Fleckfieber und ztausende krepieren auf den langen Transportwegen.
- [Musik] In offenen Wagons drei Tage und drei Nächte zusammengepfercht, sodass man die ganze Zeit stehen musste. So
- transportierte man uns nach Minsk. Milsketz hoch hielt und dann wurden die erstmal die ganzen erfrorenen und verhungerten
- Toten rausgebracht. Die wurden alle auf den Haufen gelegt und die anderen wurden dann zusammengetrieben und dann wurden die in Marsch gesetzt und zum Teil
- konnten die gar nicht mehr laufen. Die waren so geschwächt, dass sie denn zusammenbrachen und den ganzen Weg da lagen überall tote erschossene Soldaten.
- Die wurden einfach dann, wenn sie nicht mehr laufen konnten, an Ort und Stelle erschossen. In Fällen wie diesem sind es nicht
- SS-Männer oder Kollaborateure, die kurzen Prozess machen, sondern reguläre Soldaten. Und dann kommt der Winter 19412.
- Die Kälte setzte ein und sehr viele starben. Anfangs schaffte man sie noch auf Handkarren weg, dann wurden sie nur noch über den Boden geschleift.
- Misshandlung von Kriegsgefangenen gibt es auch mitten in Deutschland. Im Lager Stukenbrock müssen sie sich anfangs Erdhöhlen graben.
- Die Leute haben mit den bloßen Händen die Erde umgewühlt. Sie haben nicht nur alle Blätter gegessen, sondern auch die Rinde von den Bäumen abgenagt.
- Allein im ersten Jahr des Krieges mit der Sowjetunion sterben mehr als 2 Millionen Gefangene. Insgesamt kommen von 5,7 Millionen Rotarmisten in
- deutsche Hand, 3,3 Millionen ums Leben, fast 60%. In der Toscana, södlich von Florenz, liegt das Dorf Chivitella. Im Juni 1944
- wird es zum Schauplatz eines der vielen unbekannten Massaker dieses Krieges. In den Bergen gibt es zu dieser Zeit viele deutsche Soldaten. Die Kampfmoral
- steht nicht zum Besten. Es gibt immer mehr Deserteure. Die Front der vorrückenden Alliierten ist nicht mehr weit. Am 18. Juni kommen ein paar Lanzer
- nach Chibitella. Für uns Jugendliche waren die Deutschen eine Attraktion. jung und munter,
- lächelnd. Sie haben sich allerdings ein wenig misstrauisch umgesehen. Bevor sie heraufkamen, hatten sie einen Bauern gefragt, ob es hier Partisanen gibt. Er
- sagte: "Nein und im Dorf gab es ja wirklich keine." [Musik] Die italienischen Partisanen bereiten
- den Kommandeuren der Wehrmacht erhebliches Kopf zerbrechen. Zwar erzielen sie kaum militärische Erfolge, aber sie untergraben mit ihren Aktionen
- die Macht der deutschen Armee. Die Vergeltungsbefehle werden immer schärfer und nicht nur die Befehle.
- Am 18. Juni kehren die deutschen Lanzer in Chivitella in einer kleinen Schenke ein, die heute nicht mehr existiert.
- Wir gingen hinein, neugierig. Wir wollten diese Soldaten sehen. Sie saßen am Tisch und spielten Karten.
- Plötzlich zerrissen Maschinengewehrsalven die dörfliche Stille. Eine Gruppe Partisanen war in das Lokal gekommen und hatte die
- deutschen Soldaten überfallen. Zwei von ihnen wurden getötet. Einer entkam. Mein Bruder, der zufällig dabei war, wurde an den Beinen verletzt.
- Un terzo era riuscito a scappare. Mio fratello era rimasto ferito alle gambe. Meine Mutter entschloss sich bei meinem
- verletzten Bruder zu bleiben. Mein Vater und ich sind weggegangen in den Wald. Die Deutschen beobachten den Ort genau, aber sie halten still. Sie sehen, dass
- ihre Kameraden auf dem Friedhof von Chivitella sogar ein ordentliches Begräbnis bekommen. Eine Woche später kehren die
- geflüchteten Dorfbewohner nach und nach zurück. denn sie rechnen nicht mehr mit Vergeltung. Am 29. Juni, 11 Tage nach dem Anschlag auf die deutschen Soldaten,
- ist morgens um 7 Uhr alles ruhig. Ich war im Zimmer zusammen mit meinem Vater und meinem Bruder, der immer noch
- verletzt war. Plötzlich kam meine Tante ins Haus und sie heulte und schrie ganz hysterisch: "Sie bringen alle um!
- Leonardo P ist zu dieser Zeit 3 Jahre alt, doch er kann sich noch gut erinnern.
- Als mein Vater hörte, dass gegen die Tür geschlagen wurde, stürzte er die Treppe hinunter und meine Mutter hinter ihm her.
- Er wurde sofort in den Bauch geschossen und brach besinnungslos in den Armen meiner Mutter zusammen.
- Ich stand vor meinem Vater, der röchelnd in einer riesigen Blutlache lag, denn die Schüsse hatten ihm das ganze Gesicht aufgerissen.
- Viele Dorfbewohner sind an diesem Sonntagmorgen in der Kirche. Es ist der Tag der Heiligen Peter und Paul. [Musik]
- Eine Frau kam herein und schrie: "Die Deutschen bringen alle um. Sie zünden die Häuser an." Da wandte sich der Pfahrer zu uns und sagte: "Seid ganz
- ruhig." Die Soldaten jagen alle auf den Platz vor der Kirche. Frauen und Kinder werden
- weggeschickt. Die Männer mussten sich am Brunnen versammeln, dann wurden sie fünfmann
- Weise hingerichtet. Die Täter gehören zur Division Hermann Göring, überwiegend junge Leute von 17
- und 18 Jahren. Sie werfen die Leichen in die Häuser, zünden sie an, zerstören alles. Ida Ballot hofft unterdessen, dass ihr Vater noch lebt, denn er hat
- sich in den nahen Steinbruch geflüchtet, der ihm gehört. Bis spät am Abend stand ich auf der Straße, um zu sehen, wer zurückkam.
- Einer kam und schrie: "Bei uns sind alle tot." Ein Junge kam und sagte: "Alle, die auf dem Platz waren, sind umgebracht worden."
- Dann kam eine Schulfreundin von mir, sie hatte den Spitznamen Pupa und ich fragte sie: "Hast du meinen Vater gesehen?"
- Das war der Moment, als ich wusste, was los ist. Sie sagte: "Was suchst du ihn noch? Sie haben ihn unten am Steinbruch umgebracht an der Brücke.
- Alle, die sie finden konnten, haben sie getötet. Ich habe ihn nie mehr gesehen. 150 Opfer werden an diesem Tag in Chivitella gezählt. 100 weitere in den
- Nachbarorten. Militärisch völlig sinnlos. Ein unbegreifliches Verbrechen.
- Das war wie ein Ritual, das überall nach dem gleichen Schima ablief. Genauso ist es auch in irgendeinem kleinen Dorf in der Ukraine oder in Weißrussland
- geschehen oder in Polen. Es ist das immer gleiche Ritual, ein Ritual des Todes.
- Das sind nun Deutsche, das sind also praktisch unsere Landsleute, die das gemacht haben. Und da haben wir gesagt, ja, wir machen keine kein Menschen
- erschossen und haben gesagt, trotzdem sind wir irgendwie schuldig. Ja, denn wir haben ja äh mitgeholfen. Nachdenklichkeit wird in Hitlers Armee
- als Humanitätsduselei verächtlich gemacht. Am Ende haben die meisten Lanzer sich ein dickes Fell wachsen lassen, hin und her gerissen zwischen
- Größenwarn und Todesangst. Nicht jeder der 18 Millionen deutschen Soldaten hat sich schuldig gemacht.
- Viele wurden zum Mitmachen gezwungen, andere taten schlimmeres, als verlangt wurde. Aber alle dienten sie eine Armee, die
- verbrecherische Ziele verfolgte. [Musik]
- [Gelächter] [Musik]
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