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Der Mensch im Zentrum | Anthropozentrismus

Ethik-Abi by BOE5:37 17.403 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Der Anthropozentrismus ist eine umweltethische Position, in deren Mittelpunkt der Mensch steht. Tiere, Pflanzen, Ökosysteme und die gesamte
  2. außermenschliche Natur haben keinen eigenen Wert, sondern dienen allein den Interessen des Menschen. Wie eine solche Position Natur- und Umweltschutz
  3. begründet, erfährst du in diesem Video. Im Anthropozentrismus (anthropozentrisch) wird nur dem Menschen ein moralischer Eigenwert zugesprochen. „Anthropos“ ist griechisch
  4. und bedeutet „Mensch“. Nur der Mensch ist intrinsisch wertvoll und dementsprechend bestehen moralische Pflichten auch nur gegenüber Menschen.
  5. Der Vorrang des Menschen vor anderen Lebewesen wird vor allem damit begründet, dass nur er über Vernunft und Sprache verfügt. Der Anthropozentrismus ist stark durch die
  6. christlich-jüdische Religion geprägt. Hier wird der Mensch als das Ebenbild Gottes und die Krone der Schöpfung betrachtet. Der Mensch hat von Gott einen Herrschafts- und einen
  7. Bewahrungsauftrag erhalten. Er soll sich die Erde untertan machen, sie bebauen und bewahren. Kriterien für die moralische Berücksichtigungswürdigkeit des Menschen sind Menschsein, Personalität,
  8. Sprache, Vernunft bzw. - aus jüdisch-christlicher Sicht - Gottesebenbildlichkeit. Wichtige Vertreter des Anthropozentrismus sind der deutsche Philosoph Immanuel Kant
  9. (1724-1804) sowie christliche Schöpfungstheologen wie Augustinus (364-430), Thomas von Aquin (1225-1274) und Martin Luther (1483- 1546). Im Anthropozentrismus gibt es keine direkte
  10. Schutzpflicht gegenüber nicht-menschlichen Lebewesen. Nur der Mensch ist moralisches Objekt, muss also direkt moralisch berücksichtigt werden. Dennoch argumentiert die anthropozentrische
  11. Umweltethik für den Schutz der außermenschlichen Natur. Umweltschutz ist im Anthropozentrismus notwendig, da die Natur einen instrumentellen Wert für
  12. den Menschen besitzt. Naturschutz ist also gleichzeitig Schutz des Menschen. Natur und Umwelt haben laut dieser Position zwar keinen Eigenwert, sind aber instrumentell wertvoll,
  13. nämlich insofern sie für den Menschen nützlich sind. Im Wesentlichen begründet der Anthropozentrismus Natur- und Umweltschutz mit 3 Argumenten:
  14. 1.) Das Basic-Need-Argument besagt, dass die Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse von natürlichen Bedingungen abhängt. Zerstört der Mensch die Natur, zerstört er seine eigenen
  15. Lebensgrundlagen. Damit wird der Natur ein instrumenteller Wert zugeschrieben. Natur ist kein Eigenwert, sondern ein Wert, den es um etwas anderem willen zu achten gilt.
  16. Verschmutzt der Mensch beispielsweise Seen und Flüsse, so schadet er sich selbst, weil er dann kein sauberes Trinkwasser mehr hat. 2.) Das Ästhetische Argument betrachtet die
  17. Natur als Quelle angenehmer körperlicher und seelischer Empfindungen. Der Mensch schätzt die Natur um ihrer Ästhetik, ihrer Schönheit, um ihrer Gegenwart willen. Damit wird der
  18. Natur zwar ein inhärenter Wert zugesprochen, doch zentral ist nach wie vor der Mensch. Der Mensch braucht die Natur, um gut und glücklich leben zu können.
  19. Wälder dienen beispielsweise der Erholung und dem ästhetischen Genuss von Menschen. Ein Teil des Schwarzwalds ist seit 2014 Nationalpark und genießt einen besonderen Schutz, auch
  20. als Rückzugs- und Erholungsort für den Menschen. Naturerlebnisse wie beispielsweise das Waldbaden verhelfen dem Menschen zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit und schaffen einen Ausgleich
  21. zum stressigen Alltag. 3.) Das Pädagogische Argument oder Verrohungsargument besagt, dass ein grausamer Umgang mit der Natur - vor allem mit Tieren - auch negative
  22. Auswirkungen auf den Umgang mit Menschen hat. Ein respektvoller und guter Umgang mit der Natur hingegen erzieht den Menschen zu einem friedvolleren und besseren Umgang mit anderen
  23. Menschen. Immanuel Kant beispielsweise bezeichnete Tiere als bloße Sachen, welche der Mensch als Mittel für seine Zwecke benutzen darf. Dennoch spricht
  24. er sich aus indirekten Gründen für die Rücksicht auf Tiere aus: Wer Tiere misshandelt und ihnen gegenüber grausam ist, wird moralisch abstumpfen - verrohen - und dann auch im Umgang mit Menschen
  25. zu Grausamkeit tendieren. Häufig wird die Grundannahme des Anthropozentrismus kritisiert und verneint, dass der Mensch eine Sonderstellung innerhalb der Natur hat.
  26. Seit Darwins Evolutionstheorie wird angezweifelt, dass sich der Mensch wesentlich vom Tier unterscheidet. Der australische Philosoph Peter Singer kritisiert eine Bevorzugung von Artgenossen (also Menschen)
  27. explizit als Speziesismus. Dieser sei ebenso abzulehnen wie Sexismus oder Rassismus in der Menschenwelt. Der zweite wichtige Kritikpunkt richtet sich
  28. gegen die Konsequenzen, die der Mensch aus einer anthropozentrischen Sichtweise ziehen kann. Wenn die Natur nämlich nur einen instrumentellen Wert hat, also nur dem Nutzen des Menschen
  29. dient, ist jede Ausbeutung von Tieren, Pflanzen und Ökosystemen erlaubt, solange diese Ausbeutung dem Menschen nicht direkt schadet. Artensterben und selbst die gezielte Ausrottung bestimmter
  30. Tierarten durch den Menschen wären laut dieser umweltethischen Position kein moralisches Problem. Ein solcher Umgang mit der Natur - vor allem mit empfindungsfähigen Lebewesen
  31. wie Tieren - widerspricht der moralischen Intuition vieler Menschen. Wie ist deine Meinung? Überzeugen dich die Argumente, die der Anthropozentrismus
  32. für Natur- und Umweltschutz vorbringt? Schreibe deine Gedanken sehr gerne unten in die Kommentare. Mit dem Quizlet-Lernset „Anthropozentrismus“
  33. kannst du dein Wissen jetzt überprüfen und vertiefen. Viel Spaß beim Lernen und bis bald!

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