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Der Holocaust: Völkermord an den europäischen Juden

MrWissen2go Geschichte | Terra X13:52 273.090 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 127 Zeilen
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  1. In diesem Video beschäftigen wir uns mit dem Menschheitsverbrechen des Holocaust, also der Vernichtung der Juden in Europa
  2. während der nationalsozialistischen Herrschaft. Erst einmal zur groben Einordnung,
  3. wann der Holocaust überhaupt passierte und wie viele Opfer er forderte. Für die meisten Historiker markiert der deutsche Überfall auf die Sowjetunion
  4. im Sommer 1941 den Beginn des Holocaust. Die Nationalsozialisten beginnen jetzt, erst in den eroberten Gebieten,
  5. dann aber bald in ihrem ganzen Machtbereich, unterschiedslos jüdische Männer, Frauen und Kinder zu ermorden.
  6. Es geht im Grunde weiter bis zur deutschen Niederlage im Mai 1945. Im Holocaust werden rund sechs Millionen Juden ermordet.
  7. Er gilt als das größte Menschheitsverbrechen aller Zeiten. Der Holocaust setzt nicht schlagartig ein.
  8. Er hat eine lange, bedrückende Vorgeschichte. Die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland
  9. beginnt nicht erst im Jahr 1941, sondern viel früher. Man kann sagen ab dem ersten Tag, an dem
  10. Adolf Hitler an die Macht kommt, also Anfang 1933. Es fängt damit an,
  11. dass Deutsche jüdischer Abstammung aus dem Staatsdienst entlassen werden. Zwei Jahre später, 1935, werden sie zu Bürgern
  12. zweiter Klasse erklärt. „Reichsbürger“, das heißt Bürger mit allen politischen Rechten,
  13. können jetzt nur Nichtjuden sein. Gleichzeitig verbieten die Nationalsozialisten durch das
  14. sogenannte Blutschutzgesetz Ehe und Sex zwischen Juden und Nichtjuden. Die Juden in Deutschland sollen aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden.
  15. Man will sie weghaben, aus Deutschland rausekeln. Indem man sie schrittweise entrechtet und ihnen die Lebensgrundlage entzieht.
  16. Ihre Ermordung aber ist damals noch nicht vorgesehen. Das kommt erst später.
  17. Als Ergebnis einer Zug um Zug fortschreitenden Radikalisierung. Was steckt hinter diesem Judenhass?
  18. Adolf Hitler und seine Gefolgsleute glauben im Grunde an eine große Weltverschwörung.
  19. Hinter allem Unheil, das die Deutschen befallen hat, stecken ihrer Sicht nach die Juden in Deutschland und in aller Welt.
  20. Und Jude zu sein ist in ihrer Sicht keine Frage des Glaubens und der Erziehung, sondern eine Frage des Blutes, der Abstammung.
  21. Auch Menschen, die vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertiert sind, die glühende Deutsche sind, bleiben für sie Juden und damit gefährlich.
  22. Eine abstruse Vorstellung, die damals aber viele Anhänger hat. Wie viele Deutsche
  23. die Ausgrenzung ihrer jüdischen Mitbürger gutheißen, ist schwer zu sagen. Verlässliche Meinungsumfragen dazu gibt es nicht.
  24. Sicher ist aber: Die Mehrheit nimmt es hin. Auch die Novemberpogrome im November 1938, bei denen
  25. mehr als 1000 Synagogen zerstört, Tausende jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert und verwüstet werden.
  26. Hunderte deutsche Jüdinnen und Juden, so schätzt man, sterben in diesen Tagen. Ermordet oder in den Suizid getrieben.
  27. Rund 30.000 werden verhaftet und verschleppt. Gewalt und Zerstörung kommen zwar in der Öffentlichkeit
  28. nicht so gut an, aber es gibt deshalb auch keine Proteste gegen die Regierung. Stattdessen machen viele Deutsche mit
  29. und bereichern sich am Hab und Gut der verfolgten jüdischen Familien. Spätestens jetzt wollen die meisten von ihnen Deutschland verlassen.
  30. Aber viele haben keinen Ort, an den sie gehen können und kein Land, das sie aufnimmt.
  31. Und die Nationalsozialisten nehmen den Verfolgten das meiste ab, was sie besitzen,
  32. egal ob sie aus Deutschland fliehen können oder ob sie bleiben müssen. Rund eine halbe Million Juden leben 1933 in Deutschland.
  33. Bis 1939, also dem Jahr, in dem der Zweite Weltkrieg ausbricht, verlässt etwa die Hälfte von ihnen das Land.
  34. Für die, die bleiben, wird die Heimat zur Falle. Denn im Krieg verbieten die Nazis ihre Auswanderung in sichere Länder.
  35. Ab September 1939 erobert die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg immer mehr Gebiete, in denen weitere Juden leben.
  36. Mehr als drei Millionen Juden leben allein in Polen, als die Deutschen das Land überfallen.
  37. Und je mehr Länder und Gebiete die Wehrmacht erobert, desto mehr Juden kommen dazu.
  38. Auch sie werden Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Die Nationalsozialisten wollen Deutschland und die eroberten Gebiete
  39. „judenfrei“ machen. An diesem Wort könnt ihr wieder einmal erkennen, wie teuflisch
  40. die Sprache der Nationalsozialisten ist und wie sie sie einsetzen. Der Begriff ist schrecklich, denn „frei“ signalisiert etwas Positives.
  41. Frei zu sein ist für uns Menschen sehr wichtig. Der Begriff verschleiert, was wirklich getan wird.
  42. Im besetzten Polen fangen die Nationalsozialisten 1939 damit an, die jüdische Bevölkerung zu ghettoisieren.
  43. Das bedeutet, dass Menschen jüdischen Glaubens oder mit jüdischen Vorfahren nicht mehr selbst entscheiden dürfen, wo sie gerne leben möchten.
  44. Alle Juden in einem Gebiet werden in bestimmte Stadtviertel oder in Lagern zusammengepfercht und eingesperrt.
  45. Dort haben die Sicherheitsorgane sie leichter unter Kontrolle. In Warschau werden mehr als 400.000 Menschen
  46. in ein abgesperrtes Viertel, das Warschauer Ghetto, verschleppt. Diese Menschen leben hinter einer drei Meter hohen und 18 Kilometer langen Mauer.
  47. Sie werden weggesperrt und müssen Zwangsarbeit leisten. Viele Menschen in den Ghettos sterben an Unterernährung und Krankheiten.
  48. Zeitgleich werden auch die in Deutschland noch lebenden Jüdinnen und Juden zusammengepfercht.
  49. Zwar nicht in Ghettos, aber in sogenannte Judenhäuser. Sie müssen ihre Wohnungen und Häuser zwangsweise räumen, um in völlig
  50. überfüllte Sammelunterkünfte zu ziehen, wo sie ab jetzt in qualvoller Enge leben. In ihre früheren Wohnungen ziehen nichtjüdische "Mitbürger" ein.
  51. Noch aber ist die systematische Ermordung der Juden, also der Holocaust, keine beschlossene Sache.
  52. Auch wenn ihre Verfolgung immer radikaler wird. Eine Etappe auf diesem Weg ist der sogenannte Madagaskar-Plan.
  53. Nach dem deutschen Sieg über Frankreich 1940 diskutieren die Nationalsozialisten intern und mit Verbündeten die Idee, alle Juden
  54. auf die Insel Madagaskar zu deportieren, die damals eine französische Kolonie ist. Madagaskar liegt an der Südostküste Afrikas, also wirklich weit weg.
  55. Dieser Plan scheitert aber schon daran, dass die britische Marine die Seewege blockiert und eine solche Deportation gar nicht möglich wäre.
  56. Die Frage ist aber ohnehin, was nach den Plänen der Nationalsozialisten mit den Juden in Madagaskar hätte passieren sollen.
  57. Es war nicht beabsichtigt, sie dort freizulassen. Sie sollten auch in Madagaskar unter deutscher Kontrolle bleiben.
  58. Und die Nationalsozialisten gingen davon aus, dass unter den schwierigen klimatischen
  59. und wirtschaftlichen Bedingungen viele Juden dort sterben würden. Am Ende wäre der Madagaskar-Plan wahrscheinlich
  60. nur ein „Holocaust auf Raten“ gewesen. Aber schon bald ist der Plan ohnehin vom Tisch.
  61. Im Juni 1941 überfällt die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Hinter der Front machen sogenannte Einsatzgruppen der SS
  62. und der Polizei Jagd auf Juden in den neu eroberten Gebieten. Sie werden zusammengetrieben und viele von ihnen erschossen.
  63. Erst sind es nur jüdische Männer, die ermordet werden. Aber bald gehen die Einsatzgruppen dazu über, auch Frauen und Kinder zu ermorden.
  64. Die unterschiedslose Ermordung von Männern, Frauen und Kindern im Sommer 1941 markiert für die meisten Historiker den Beginn des Holocaust.
  65. Und wie kommt es dazu? Das beschäftigt Historiker bis heute.
  66. Denn ein schriftlicher Befehl Adolf Hitlers, alle Juden zu ermorden, ist bisher nicht gefunden worden.
  67. Andererseits ist nicht daran zu zweifeln, dass der Holocaust von ihm gewollt war. In einer berühmten Rede von 1939, noch vor dem Krieg,
  68. hat er zum Beispiel offen angekündigt: Aus diesem berühmten Zitat kann man zweierlei lesen.
  69. Einmal Hitlers Verschwörungsphantasie, derzufolge die Juden hinter allem Bösen stecken, auch hinter dem Krieg, obwohl er den selber vom Zaun bricht.
  70. Und zum anderen seine darauf fußende Absicht, die Juden zu vernichten. Die konkrete Umsetzung aber überlässt er anderen.
  71. Das übernimmt die SS, der Terrorapparat des NS-Staats.
  72. Die Federführung hat Reinhard Heydrich, der nach Heinrich Himmler der mächtigste Mann in der SS ist.
  73. Er erhält, nicht von Hitler persönlich, sondern von dessen mächtigsten Gefolgsmann Hermann Göring im Juli 1941 den Auftrag:
  74. Zitat Ende. „Endlösung“, auch das ist ein Beispiel
  75. für die verharmlosende Sprache der Nationalsozialisten. „Lösung“ klingt positiv.
  76. Probleme werden gelöst. Gemeint ist damit natürlich etwas anderes,
  77. nämlich die Ermordung von Millionen europäischen Juden. Am 20. Januar 1942 treffen sich auf Einladung Heydrichs 15 Vertreter von Reichsbehörden
  78. in einer Villa am Berliner Wannsee zur sogenannten Wannseekonferenz, um dort die Deportationen, also die Zwangsverschleppung, und Tötung
  79. aller Juden im deutschen Machtbereich, zu organisieren. Der brutale Plan der Nationalsozialisten ist es, alle Juden systematisch
  80. in den Osten Europas zu transportieren und dort umzubringen. Es geht jetzt also nicht mehr nur um die Ermordung der Juden in den neu
  81. eroberten Gebieten im Osten, sondern auch die Juden in Deutschland und allen deutschbesetzten Gebieten wie Frankreich, Niederlande, Griechenland usw.
  82. sollen in den Osten verschleppt und dort ermordet werden. Diese Ermordung findet auf verschiedene Weisen statt.
  83. Es gibt einmal den „Holocaust durch Kugeln“. So nennt man die Massenerschießungen.
  84. Oft müssen die Gefangenen selbst die Massengräber ausheben, in die sie dann verscharrt werden.
  85. Berühmt ist das Massaker von Babyn Jar bei Kyjiw. Hier erschießen SS- und Polizeieinheiten Ende September 1941
  86. mehr als 33.000 Juden aus Kyjiw an nur zwei Tagen. Die Wehrmacht unterstützt sie dabei, indem sie den Erschießungsort
  87. abschirmt und beim Zuschütten des Massengrabs hilft. Rund zwei Millionen Jüdinnen und Juden, so schätzt man,
  88. fallen diesem „Holocaust durch Kugeln“ zum Opfer. Das wäre ungefähr ein Drittel aller Ermordeten.
  89. Der Großteil der Morde findet allerdings in den sogenannten Vernichtungslagern statt. Die berühmtesten sind Belzec, Sobibor, Treblinka und natürlich Auschwitz.
  90. Aus den Ghettos in Polen und aus allen Teilen des von Deutschland besetzten Europas werden Jüdinnen und Juden in Eisenbahnwaggons zusammengepfercht
  91. und vor allem in diese Lager transportiert. Etliche sterben schon auf dem Weg.
  92. Allein in Auschwitz-Birkenau werden mehr als eine Million Menschen, vor allem Juden, ermordet.
  93. Das Lager ist heute eine Gedenkstätte, die man besuchen kann und das, was man dort sieht, macht wirklich betroffen.
  94. Ein riesiges Lager, das darauf ausgerichtet war, Menschen zu töten. Eine Mordfabrik.
  95. Von den Gaskammern und den Verbrennungsöfen ist nicht mehr viel zu sehen,
  96. denn die Nationalsozialisten haben sie abgebaut bzw. zerstört, als die sowjetische Armee am Ende des Kriegs immer näher kam.
  97. Aber auch wenn man das nicht mehr alles sieht, ist die Stimmung bedrückend. Man sieht dort Haare, Brillen, Koffer,
  98. Schuhe und andere Gegenstände der Menschen, die nach Auschwitz kamen. Das ist wirklich sehr, sehr eindrücklich.
  99. Ich war auch schon dort und war fassungslos, als ich vor diesen Riesenbergen von Koffern, von Schuhen und vielem mehr stand.
  100. Die Opfer in Auschwitz werden meist in Gaskammern mit Zyklon B umgebracht, einem Blausäuregas, das als Mittel gegen Ungeziefer produziert wurde.
  101. In anderen Lagern tötet man die Opfer durch Motorabgase, das heißt durch Kohlenstoffmonoxid.
  102. Ein quasi industrieller Massenmord. Aber die Menschen sterben dort nicht nur durch Gas.
  103. Viele Häftlinge müssen zunächst Zwangsarbeit leisten. Sie müssen sich buchstäblich zu Tode arbeiten.
  104. Sie sterben aus Schwäche, an Krankheiten, durch Misshandlungen oder schlicht an Hunger. SS-Ärzte führen
  105. außerdem grausame Menschenversuche an den Lagerinsassen durch. Der Mord an den europäischen Juden, der Holocaust, ist ein Zivilisationsbruch.
  106. Aber was bedeutet das? Die Grundlagen, die vernunftmäßigen und moralischen Grundlagen,
  107. wie Menschen zusammenleben, sind gebrochen worden. Der gigantische Massenmord wird rational geplant und ohne Mitleid durchgezogen
  108. von einem hochzivilisierten Volk in einer der damals höchstentwickelten Gegenden der Welt.
  109. Die Weltgeschichte ist voll von grausamen Ereignissen, von Völkermorden, von schlimmen Verbrechen.
  110. Aber was damals in den Mordfabriken geschah, ist einzigartig, grausam, pervers, unvorstellbar.
  111. Wer tut so etwas? Schätzungen zufolge waren mehr als 200.000 Menschen, vor allem Deutsche
  112. und Österreicher, Männer und auch Frauen, als Täter am Holocaust beteiligt. Manche haben den Holocaust an Schreibtischen organisiert,
  113. sich um die Logistik gekümmert oder ihn aktiv in den Lagern durchgeführt. Sie haben Menschen umgebracht, zum Beispiel, indem sie die Gaskammern
  114. betrieben, indem sie Menschen erschossen oder totgeschlagen haben. Es gibt die Aussage,
  115. die Täter wären ja selbst erschossen worden, wenn sie nicht gemordet hätten. Aber es gab auch unter den SS-Leuten einige, die nicht mitgemacht haben.
  116. Passiert ist ihnen nichts. Alle bekannten Fälle weisen darauf hin, dass SS-Männer und Polizisten,
  117. die sich geweigert haben, Erschießungen mitzumachen, keine schweren Konsequenzen zu befürchten hatten.
  118. Es ist Tatsache, dass abertausende ganz normale Deutsche direkt an diesen Verbrechen beteiligt waren.
  119. Das ist einer der Gründe, warum wir uns immer wieder damit befassen müssen, um zu verstehen, wie es dazu kommen konnte
  120. und um Strategien zu entwickeln, dass es nie wieder dazu kommt. Wir, die wir heute leben, haben natürlich keine Schuld an diesen Verbrechen.
  121. Aber wir haben eine Verantwortung, dass so etwas niemals wieder passiert. Es gibt Menschen, die behaupten, den Holocaust hätte es gar nicht gegeben
  122. oder nur in einem kleineren Ausmaß. Lasst euch bitte nicht verunsichern.
  123. Diese Menschen lügen. Die Beweislast zum Holocaust ist erdrückend.
  124. Welche Lügen Holocaustleugner verbreiten und wie ihr die Lügen erkennt, dazu findet ihr hier ein Video von uns.
  125. Und wie ihr sicher wisst, neben den Juden wurden auch viele andere Menschen
  126. von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet. Dazu gehören die Sinti und Roma.
  127. Ein Video über ihre Geschichte findet ihr hier. Danke euch fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.

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