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Schuldenkrise 2.0? Dr. Andreas Beck: Was an den Anleihenmärkten gerade passiert

Wissenschaftlich Investieren21:45 270.494 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Zu langsam bricht Panik in den Finanzministerien der betroffenen Länder aus. Die USA haben 970 Milliarden US-Dollar bezahlt für ihre
  2. Zinsbelastung. Auf Deutsch, die Kosten für die Schulden haben sich verachtfacht. Das ist alles nicht mehr tragfähig. Damit kann ich keinen
  3. vernünftigen Haushalt mehr machen. Und jetzt hat die haben die Notenbanken keine Lust, dieses Spiel noch mal in der Form zu spielen. Sind die Haushalte
  4. nicht so stark aus dem Ruder gelaufen, dass das alles gar nicht mehr den Griff zu bekommen ist? dass es eine unvorstellbar große Wählergruppe gibt,
  5. die direkt von der Geldverschwendung profitiert. Herzlich willkommen zu einer Sondersendung.
  6. Es gab Turbulenzen an den Anleihemärten. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen sind in den letzten Wochen stark gestiegen und jetzt ist es
  7. noch mal besonders turbulent geworden. Insofern eine gute Gelegenheit zu berichten, was am Markt eigentlich los ist und welche Folgen das hat für die
  8. Aktien und die Anleihenmärkte. Die Renditen sind äh stark gestiegen, egal wo man hinschaut. Frankreich, Deutschland, USA, Großbritannien, Japan
  9. überall die gleiche Situation und so langsam bricht Panik in den Finanzministerien der betroffenen Länder aus. Gestern gab es eine bemerkenswerte
  10. Intervention des US-Finanzministeriums. Es wurde angekündigt, langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen und die Märkteam auch prompt reagiert. Die
  11. Renditen zehnjähriger US Treasury Bonds fiel von 4,74 auf 4,65. Der US-Dollar fiel um 0,8% zum Euro und Gold ist um 3 % nach oben gesprungen.
  12. Also durchaus eine heftige Reaktion und das alles klingt so ein bisschen wie quantitative easing, also zu Deutsch quantitative Lockerin. Äh mit diesem
  13. Begriff meint man, dass eine Zentralbank neues Geld schafft und damit Staatsanleihen aufkauft, aber sowit sind wir noch gar nicht. Ähm, das was in den
  14. USA passiert, das ist etwas anderes. Es wurde kein neues Geld geschaffen, sondern es wurde nur ungeschuldet. Ja, was wurde gemacht? Also, Langläufer
  15. werden jetzt mit dem Geld gekauft, welches durch die Emission von Kurzläufern in der Regel sind des drei Monatsanleihen eingenommen wird und der
  16. Akteur ist entsprechend auch das Finanzministerium und nicht die Notenbank. Ich möchte heute kurz das Problem erläutern und anhand unserer
  17. wesentlichen Portfolios in der Finanzplanung aufzeigen, was das alles für Aktien und Anleihenmärkte bedeutet. Also zum Problem, die Staatsschulden
  18. sind stark gewachsen und damit die Zinsbelastung der Staaten. Damit man da es mal ein Bild bekommt, wovon ich spreche, ist 2025 haben die
  19. EU-Staaten 380 Milliarden Euro nur für ihre Zinsen bezahlt, die fällig wurden für die ausstehenden Staatsanleihen. Die USA haben 970 Milliarden US-Dollar
  20. bezahlt für ihre Zinsbelastung. Das wird weiter steigen. Wenn ich nur zwei Jahre nach vorne gehe, 2027, dann gehen Prognosen davon aus,
  21. dass die Zinsbelastung der EU-Staaten schon bei 450 Milliarden Euro liegen wird und den USA sogar auf 1200 Milliarden US-Dollar steigen wird. Das
  22. ist alles nicht mehr tragfähig. Damit kann ich keinen vernünftigen Haushalt mehr machen. Und ähm der Punkt ist jetzt, dass diese wachsende
  23. Zinsbelastung eben nicht nur an der wachsenden Staatsverschung liegt, sondern auch an der komplett veränderten Zinssituation, die wir an den Märkten
  24. sehen. Ich möchte das anhand eines konkreten Beispiels erläutern. Also starten die leihen sich ihr Geld meist über
  25. langlaufende Anleihen. Die Benchmark Anleihen haben eine 10 Jahreslaufzeit. Das ist so der Maßstab, an dem man sich orientiert.
  26. Und wenn man jetzt z.B. Frankreich anschaut und äh betrachtet 2026,
  27. dann haben die 2016 eine zehnjährige Anleihe begeben, um sich zu verschulden und mussten 2016 für diese Anleihe nur 0,5 Zinsen zahlen im Jahr, weil eben
  28. seinerzeit die Zentralbanken die Zinsen so nach unten gedrückt haben mit quantitative Easing. dass sie diese Anleihe Laufzeit 2016 bis 2026 belastete
  29. den französischen Haushalt nur mit 0,5% Zinsen. Jetzt 2026 wird diese Anleihe fällig und Frankreich muss eine neue zehnjährige Anleihe begeben.
  30. Das Geld wird ja nicht zurückbezahlt, aber aufgrund der stark gestiegenen Zinsen zahlt Frankreich jetzt für die gleiche zehnjährige Anleihe, also
  31. Laufzeit 2026 bis 2036 4% Zinsen. Auf Deutsch, die Kosten für die Schulden haben sich verachtfacht, ohne dass sich Frankreich jetzt
  32. zusätzlich neu verschuldet hat. Nur durch das Management der bestehenden Schulden haben sich, wie man in diesem Beispiel sieht, die Kosten für die
  33. Verschuldung, spricht die Zinsen, die zu zahlen sind, verachtfacht. Und selbst wenn die Notenbanken die kurzfristigen Zinsen wieder senken
  34. sollten, ähm so bleibt dieses allgemeine Niveau der Neuverschuldung massiv massiv teurer als in der vergangenen Dekade.
  35. Damit sollte deutlich werden, warum diese steile Zinskurve für die Finanz Ministerium ein großes Problem darstellt. Und es gibt nur zwei
  36. Möglichkeiten, wie es weitergeht. Entweder die Zentralbanken kaufen wieder Staatsanleihen und senken damit die Zinsen
  37. oder die Regierungen setzen harte Sparprogramme durch, senken also ihre Ausgaben und das was wir aktuell in Europa und in
  38. den USA beobachten, ist in gewisser Hinsicht ein Machtspiel. Im Moment weigern sich die Notenbanken noch, die Fiskalpolitik der Regierungen
  39. zu finanzieren. Also das, was sie in der Eurokrise z.B. gemacht haben, dieses Quantitative easing, dass die Europäische Zentralbank im ganz großen
  40. Stil äh Staatsanleihen aufgekauft hat und damit so eine Nullzinspolitik durchgesetzt hat. Das war ja nicht unähnlich auch in anderen Ländern, auch
  41. in den USA, aber damals hat Dragi schon gesagt, er kann die Probleme nicht lösen der Haushalte. Er kann den Regierungen nur Zeit kaufen für Reformen und alle
  42. haben gesehen, es gab diese Reformen nicht und jetzt hat die haben die Notenbanken keine Lust, dieses Spiel noch mal in der Form zu spielen.
  43. Wenn die Regierung ihre Zinslast senken will, dann muss sie das durch politische Reformen tun. Nur dann sind die Notenbanken im Moment bereit durch
  44. quantitative easing oder Year Curve Control, wie man das auch nennen könnte, in anderen Form zu unterstützen. Man sieht das ganz konkret bei der
  45. Europäischen Zentralbank, sie sich schon entsprechend vorbereitet hat. Sie hat ein Programm aufgelegt, TPI Transmission Protection Instrument,
  46. welches es der ECB erlaubt, Staatsanleihen einzelner Länder zu kaufen, wenn dessen Zinsen am Markt spekulativ in die Höhe schießen, aber
  47. nur zu harten Bedingungen. Der Staat bekommt diese Unterstützung nur dann, wenn er sich auf Reformen einlässt, um seine Schulden zu senken. Erst dann
  48. greift die EZB Hilfen ein und damit zwingt die EZB die Politik Haushaltsdisziplin zuerst wieder groß zu schreiben und dann
  49. kann die EZB sozusagen unterstützend wirken. Aber es ist nicht so, dass die EZB jetzt einfach wieder blind eingreift ähm und die Staaten ihre
  50. äh Schuldenpolitik weiter bedenkenlos in die Zukunft äh treiben können. Es ist natürlich etwas, was man sich fragt als Wähler, als Bürger,
  51. sind die Haushalte nicht so stark aus dem Ruder gelaufen, dass das alles gar nicht mehr den Griff zu bekommen ist? Ja, man kann ja dann jetzt darüber
  52. nachdenken, bricht vielleicht alles zusammen. Äh, aber wir haben zum Glück Argentinien. Argentinien war in einer
  53. viel schlechteren Verfassung. Die wirtschaftliche Grundlage war viel desaströser, als sie heute in den Eurostaaten ist. In den USA sowieso. Die
  54. USA haben ja sogar noch ein schönes Wirtschaftswachstum. Und dort ist ein Präsident gewählt worden, Javile,
  55. der die Verschuldungsdynamik Argentiniens durch radikale Sanierung innerhalb von weniger Monaten gebrochen hat.
  56. Also er hat es in wenigen Monaten geschafft, den Staatshaushalt wieder auf eine auf einen Sanierungspfad zu legen. Es ist also möglich und das
  57. Kerngeheimnis seines Erfolges lag darin, ähm dass er das Gesetz eingeführt hat, grob gesprochen, dass der Staat nur noch das ausgeben darf, was er auch
  58. tatsächlich einnimmt. Also, jede Form der Neuverschuldung ist damit äh praktisch per Gesetz unmöglich gemacht worden. und bereits im ersten
  59. Halbjahr seiner Amtszeit schaffte Argentinien damit einen Primärüberschuss. Ja, wie war das W möglich? Hav Miley hat
  60. die Anzahl der Ministerien halbiert von 18 auf 9. Er entließtausende Angestellt im öffentlichen Dienst und er hat massiv Subventionen und Transferzahlungen
  61. gestrichen, z.B. staatliche Zuschüsse für Strom und Gas oder den öffentlichen Nahverkehr. Also, er hat äh Sparmaßnahmen
  62. eingeführt, die die Breite der Wählerschaft trifft und trotzdem wird sein Kurs von der Bevölkerung mitgetragen.
  63. Meine persönliche Einschätzung in Deutschland ist die und die trifft sich, glaube ich, mit dem ganzen mit der ganzen Europäischen Union, dass es eine
  64. unvorstellbar große Wählergruppe gibt, die direkt von der Geldverschwendung profitiert. Das sind Transferhilfeempfänger, die
  65. nicht wirklich bedürftig sind. Aber auch die mit den Auszahlungen verbundenen Behörden und NGOs, das sind Subventionshilfeempfänger
  66. und die mit den Auszahlungen verbundenen Behörden und Dienstleister, das sind Berufsgruppen deren Daseinsberechtigung im Abarbeiten
  67. sinnloser bürokratischer Vorgaben liegt und so weiter. Ja, und auch die in rentegehenden geburtenstarken Jaggänge sind eine entscheidende Wählergruppe
  68. und die jährlichen Subventionen steuerlich dieser Rente ist auch nicht mehr haltbar. Ich habe das Gefühl, in Deutschland hat die Regierung schlicht
  69. Angst mit Sparmaßnahmen, die alle betreffen, äh die Wähler in die Hände der Afg zu treiben. Aber ich denke, Kavil hat schon gezeigt, dass es auch
  70. anders geht. Er hat gezeigt, die Mehrheit der Bürger will ein funktionierendes Land mit positiver Zukunft für die kommenden
  71. Generationen und dafür sind die Menschen auch bereit, ihren Beitrag zu leisten. Aber zu allererst muss die Geldverschwendung und die Geldverteilung
  72. innerhalb der politischen Kaste gestockt werden. Soweit zur Situation und auch meiner persönlichen Einschätzung, warum wir uns in Deutschland so schwer tun,
  73. obwohl wir ja eigentlich noch eine gute wirtschaftliche Basis hätten. Ähm, jetzt im zweiten Teil möchte ich äh darauf eingehen, was das alles konkret
  74. für die Aktien und Anleihenmärkte bedeutet und dafür habe ich ein paar Folien vorbereitet. Den direktesten Einfluss haben diese Turbulenzen
  75. natürlich auf den Anleihenmarkt selbst. Und ich habe hier mal eine Grafik mitgebracht, die den Kursverlauf einer französischen Staatsanleihe zeigt,
  76. beginnend am 1.1.2020 2020 bis heute. Die Laufzeit geht bis 2038, also etwas mehr als 10 Jahre und die Anleihe bietet einen 4% Coupon.
  77. Jetzt was sieht man, wenn man diesen Chart betrachtet? Dann sieht man 2020 ähm stand diese Anleihe bei einem bestimmten Wert. Ich habe den jetzt hier
  78. mit 100 indexiert, damit wir einen Startzeitpunkt haben. Und dann 2022 fingen die Zinsen an deutlich zu
  79. steigen und man sieht, dass diese Anleihe im Kurs gefallen ist und zwar fast 40% Kursverlust. Also bemerkenswert, die Zinsen
  80. gestiegen. Wir haben vorhin gesehen, sie haben sich verachtfacht für den französischen Staat bei 10jahrer Laufzeit
  81. und das hat dazu geführt, dass eine Anleihe, die eben noch eine Restlaufzeit hat bis 2038, dass die zu so hohen Kursverlusten
  82. geführt hat. seit äh 2000 26 ähm oder eigentlich seit 2024 geht's
  83. auch leicht backup noch mal mit dem Kurs. Das liegt daran, dass die Zinsen am langen Ende sich halt immer weiter erhöht haben, obwohl die Europäische
  84. Zentralbank die kurzfristigen Zinsen ja angefangen hat ähm zu senken. Wie gesagt, darum geht's ja nicht. Hier geht's um die langfristigen Zinsen und
  85. das ist im Moment noch ein Marktzins, solange der Europäische Zentralbank nicht eingreift. Also höhere Zinsen bedeuten Kursverluste
  86. bei den Anleihen. Für den Anleihen Investor hat es immer ein lachendes und ein weinendes Auge. Das lachende, weil er jetzt höhere
  87. Umlaufzinsen bekommt, das weinende, weil er ein Kursverlust hat. Jetzt schauen wir uns mal die gleiche Situation in den USA an.
  88. Das heißt, ich nehme jetzt eine Anleihe mit einer ähnlich langen Laufzeit aus den USA. Hier eine, die bis 2037 läuft in rot.
  89. Ich habe die wieder bei 100 indexiert, damit man sieht diese ähnlichen Verhältnisse. Man sieht, die Amerikaner haben jetzt eine ähnliche Situation. Die
  90. Zinsen sind stark gestiegen, Mitte 2022 und äh die amerikanischen Staatsanleihen sind entsprechend im Kurs gefallen oder umgekehrt die Umlaufrenditeit ist
  91. entsprechend gestiegen. Interessant ist natürlich die Amerikaner sind nicht ganz so stark gefallen wie die Franzosen, weil in den USA wurde ja auch keine
  92. Nullzinspolitik, sondern nur eine Niedrigzinspolitik gefahren. Das heißt, die Zinsveränderungen waren jetzt relativ gesehen auf die Anleihe nicht
  93. ganz so extrem ähm wie in im europäischen Raum. Und jetzt das die Auflösung, warum ich das alles zeige, ist jetzt schauen wir
  94. uns mal eine argentinische Anleihe an, auch mit einer ähnlichen Laufzeit, die läuft bis 38. In der nächsten Folie, da sieht man, wie die reagiert hat in dem
  95. Moment, wo Cavile seine Reformen begonnen hat äh im Jahre 2023. Das heißt, die hatte auch ein Problem im
  96. Kurs, weil die Kosten, in diesem Fall ist es eine Euroanleihe. Also, ich bitte um Nachsicht nicht, die US-Dollar, die US-Anleihe ist eine US-Dollaranleihe,
  97. die argentinische Anleihe ist eine Euroanleihe und die französische Anlei ist natürlich auch eine Euroanleihe. Über geht's ja nicht um die Währungen,
  98. sondern einfach nur um den Effekt Kurs Umlaufrendite und da sieht man wie sofort mit der Ankündigung von harten Wirtschaftsreformen
  99. mit Sparmaßnahmen mit einer neuen Haushaltspolitik, wie sofort die Zinskosten des Staates fallen oder umgekehrt, wie sprunghaft die Kurse der
  100. Anleihen in die Höhe springen. Also das kann einem wirklich Hoffnung machen. Es müsste, da wir eine viel bessere Ausgangsbasis in Europa haben als in
  101. Argentinien, es müsste schon eine halbwegs vernünftige zukunftsorientierte Haushaltsdisziplin
  102. bei den EU-Staaten ausreichen und wir hätten sofort eine ganz andere Situation äh wieder, was die Staatsverschuldung angeht.
  103. So, jetzt kommen wir zu unseren Portfolios, wie sich das dort ausgewirkt hat. Wir haben ja ein reines Anleihen Portfolio, Fixed Income One, hier die
  104. grüne Linie. Wir haben das äh gestartet, als die Zinsen gestiegen waren, weil jetzt hatte es wieder Sinn, in Anleihen zu investieren. In der Nullzinsphase war
  105. es mehr oder weniger sinnlos. Ähm, also reine Anlageklasse. Und ähm wir haben ja gestartet. Ich habe ja als Vergleich
  106. in dunkelblau ähm den Referenzindex hier über ein ETF Global Agregate Bond Euro hatged. Das ist also ohne Währungsrisiko der
  107. weltweite Anleihenmarkt oder auch hellblau äh Euro Aggregate Bond. Das ist jetzt der europäische Anleihenmarkt, also nur
  108. in Euro. Und ähm da sieht man, dass es sich eigentlich ganz gut geschlagen hat. Das liegt, es ist auch kein Zufall. Es gibt ja eine spezifische
  109. Laufzeitsteuerung ähm die in so einem Index nicht vorhanden ist. Und jetzt [räuspern] wenn wir uns das letzte Jahr anschauen, was
  110. halt doch turbulent war, weil die Umlaufrenditen deutlich gestiegen sind, dann sieht man also folgenden Effekt und darauf möchte ich hier besonders eben
  111. hinweisen. Nehmen wir wieder äh die grüne Kurve. Das ist das unser Fixed Income One.
  112. Dann äh stellt man überraschenderweise fest, obwohl die Umlaufrenditen so stark gestiegen sind und die Kurse der Anleihen entsprechend gefallen sind,
  113. liegt das Portfolio insgesamt noch im Plus. Ja, das liegt daran, dass man ja zwar die Kursverluste hat bei den Anleihen,
  114. dadurch dass die Zinsen gestiegen sind, aber man hat ja auch schon die hohen Anleihen Zinscoupons, da man eben schon zu hohen Niveaus eingestiegen ist. Und
  115. jetzt würde man hier auf Portfolioebene erst dann einen Verlust haben, wenn die Kursverluste der Anleihen doch noch weiter steigenden Zinsen höher wäre als
  116. die Zinsen, die man eh schon laufen vereinnahmt. Und das ist Gott sei Dank nicht der Fall. So, dass man jetzt hier diesen Effekt hat. Wir haben besonders
  117. attraktive Zinsniveaus. Wir sind jetzt bei einer Umlaufrendite von knapp 4% in diesem Portfolio und ähm obwohl wir uns hier
  118. angenähert haben eben diesen noch höheren Umlaufrenditen als sie schon vorher waren, ähm gab es keinen Kursverlust aufs letzte Jahr gezogen.
  119. Beim Agregate Bond ähm Index haben wir den Effekt den Effekt nicht ganz so stark, aber auch zumindest ähm hier eben diese empirische Bestätigung. Es ist
  120. risikotechnisch etwas ganz anderes, wenn ich Anleihen bei hohen Zinsen einkaufe, als wenn ich sie bei niedrigen Zinsen einkaufe, weil ich eben einen Puffer hab
  121. durch die laufenden Erträge gegenüber einen möglichen weiteren Anstieg der Zinsen. Gehen wir auf ein gemischtes Portfolio,
  122. also Zielgröße 50 Aktien, 50 Anleihen, dann sind wir bei unserem ältesten Portfolio XTERS Portfolio ETF. der hat ja schon 2008 gestartet.
  123. Insofern hier eine sehr lange Kursreihe, da sein Mischportfolio ist hier die Peergroup als äh als Vergleichsindex und wenn man sich da das letzte Jahr
  124. anschaut, dann sieht man, dass nicht viel passiert ist. Die Aktienmärkte haben ja toll performt, also insbesondere die Euphorie rund um KI
  125. ähm hat er die Aktienmärkte sehr stark getrieben und dann sieht man, dass die Turbulenzen an den Anleihenmärkte hier keine großen Probleme bereitet haben.
  126. Aktienrenditen haben hier Anleihen geschlagen. Und wenn ich jetzt unser aktienlastiges Portfolio anschaue, das Global Portfolio
  127. One, welches ja in normalen Marktphasen 80% Aktien und 20% Anleihen hält, ähm dann hier wieder seit Auflage ähm die schöne Entwicklung. Bald haben
  128. wir das Kapital verdoppelt. Die ursprüngliche Zielstellung ist ja, dass man mit einer solchen offensiven, breitgestreuten Strategie in der
  129. Vergangenheit davon ausgehen durfte, Kapital alle 10 Jahre zu verdoppeln. Das sieht es fast so aus, als wä man deutlich schneller, aber das liegt halt
  130. auch daran, dass wir eine Phase hatten mit einer sehr hohen Inflation zwischendrin. Deswegen darf man diese nominalen Renditen nicht
  131. überinterpretieren, wenn es um den persönlichen Wohlstand geht. Und auch hier, wenn ich das letzte Jahr betrachte, dann sieht man ja die
  132. Anleihenrenditen jetzt haben nachgegeben, man sieht schon ein bisschen Volatilität, aber eben in diesem Portfolio nur 20 % und der
  133. Aktienmarkt hat das geschlagen. So, das alles soll keine Anlageberatung sein und vor allem soll es kein Appell sein zu sagen, ach so, ja, dann sind Aktien ja
  134. viel attraktiver als Anleihen. Wir haben hier jetzt ein Jahr angeschaut, das besonders ungünstig war für Anleihen, weil die Renditen
  135. weitergestiegen sind. Also die Zinsen der Anleihen weitergestiegen sind. Wir hatten auch ein Jahr mit überraschend guten Aktienmärkten.
  136. Ähm und kein Mensch weiß, wie das nächste Jahr ist und deswegen bleibt es dabei. Professionelle Portfolios, egal welche man betrachtet, norwegische
  137. Staatsf was auch immer, sind immer gemischte Portfolios, Aktien und Anleihen. Anleihenmarkt ist grundsätzlich größer als der Aktienmarkt
  138. und die eigene Vermögensplanung sollte sich darin orientieren und man kann lange darüber nachdenken, ob die Anleihenquote klein oder groß sein
  139. sollte, aber ganz auf Anleihen zu verzichten ist doch ein recht einseitiges Spiel. Insofern heute eine kurze Sondersendung zum Markt, zu der
  140. Einschätzung, was da eigentlich los ist an den Anleihenmärkten und warum die Politik gerade Panik bekommt. Und dann glaube ich, das etwas Beruhigende, wenn
  141. ich gemischt, breitgestreut investiert bin, dann sind die negativen Einflüsse bis jetzt auch sehr begrenzt gewesen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. M.

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