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Schuldenkrise 2.0? Dr. Andreas Beck: Was an den Anleihenmärkten gerade passiert
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 141 Zeilen
- Zu langsam bricht Panik in den Finanzministerien der betroffenen Länder aus. Die USA haben 970 Milliarden US-Dollar bezahlt für ihre
- Zinsbelastung. Auf Deutsch, die Kosten für die Schulden haben sich verachtfacht. Das ist alles nicht mehr tragfähig. Damit kann ich keinen
- vernünftigen Haushalt mehr machen. Und jetzt hat die haben die Notenbanken keine Lust, dieses Spiel noch mal in der Form zu spielen. Sind die Haushalte
- nicht so stark aus dem Ruder gelaufen, dass das alles gar nicht mehr den Griff zu bekommen ist? dass es eine unvorstellbar große Wählergruppe gibt,
- die direkt von der Geldverschwendung profitiert. Herzlich willkommen zu einer Sondersendung.
- Es gab Turbulenzen an den Anleihemärten. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen sind in den letzten Wochen stark gestiegen und jetzt ist es
- noch mal besonders turbulent geworden. Insofern eine gute Gelegenheit zu berichten, was am Markt eigentlich los ist und welche Folgen das hat für die
- Aktien und die Anleihenmärkte. Die Renditen sind äh stark gestiegen, egal wo man hinschaut. Frankreich, Deutschland, USA, Großbritannien, Japan
- überall die gleiche Situation und so langsam bricht Panik in den Finanzministerien der betroffenen Länder aus. Gestern gab es eine bemerkenswerte
- Intervention des US-Finanzministeriums. Es wurde angekündigt, langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen und die Märkteam auch prompt reagiert. Die
- Renditen zehnjähriger US Treasury Bonds fiel von 4,74 auf 4,65. Der US-Dollar fiel um 0,8% zum Euro und Gold ist um 3 % nach oben gesprungen.
- Also durchaus eine heftige Reaktion und das alles klingt so ein bisschen wie quantitative easing, also zu Deutsch quantitative Lockerin. Äh mit diesem
- Begriff meint man, dass eine Zentralbank neues Geld schafft und damit Staatsanleihen aufkauft, aber sowit sind wir noch gar nicht. Ähm, das was in den
- USA passiert, das ist etwas anderes. Es wurde kein neues Geld geschaffen, sondern es wurde nur ungeschuldet. Ja, was wurde gemacht? Also, Langläufer
- werden jetzt mit dem Geld gekauft, welches durch die Emission von Kurzläufern in der Regel sind des drei Monatsanleihen eingenommen wird und der
- Akteur ist entsprechend auch das Finanzministerium und nicht die Notenbank. Ich möchte heute kurz das Problem erläutern und anhand unserer
- wesentlichen Portfolios in der Finanzplanung aufzeigen, was das alles für Aktien und Anleihenmärkte bedeutet. Also zum Problem, die Staatsschulden
- sind stark gewachsen und damit die Zinsbelastung der Staaten. Damit man da es mal ein Bild bekommt, wovon ich spreche, ist 2025 haben die
- EU-Staaten 380 Milliarden Euro nur für ihre Zinsen bezahlt, die fällig wurden für die ausstehenden Staatsanleihen. Die USA haben 970 Milliarden US-Dollar
- bezahlt für ihre Zinsbelastung. Das wird weiter steigen. Wenn ich nur zwei Jahre nach vorne gehe, 2027, dann gehen Prognosen davon aus,
- dass die Zinsbelastung der EU-Staaten schon bei 450 Milliarden Euro liegen wird und den USA sogar auf 1200 Milliarden US-Dollar steigen wird. Das
- ist alles nicht mehr tragfähig. Damit kann ich keinen vernünftigen Haushalt mehr machen. Und ähm der Punkt ist jetzt, dass diese wachsende
- Zinsbelastung eben nicht nur an der wachsenden Staatsverschung liegt, sondern auch an der komplett veränderten Zinssituation, die wir an den Märkten
- sehen. Ich möchte das anhand eines konkreten Beispiels erläutern. Also starten die leihen sich ihr Geld meist über
- langlaufende Anleihen. Die Benchmark Anleihen haben eine 10 Jahreslaufzeit. Das ist so der Maßstab, an dem man sich orientiert.
- Und wenn man jetzt z.B. Frankreich anschaut und äh betrachtet 2026,
- dann haben die 2016 eine zehnjährige Anleihe begeben, um sich zu verschulden und mussten 2016 für diese Anleihe nur 0,5 Zinsen zahlen im Jahr, weil eben
- seinerzeit die Zentralbanken die Zinsen so nach unten gedrückt haben mit quantitative Easing. dass sie diese Anleihe Laufzeit 2016 bis 2026 belastete
- den französischen Haushalt nur mit 0,5% Zinsen. Jetzt 2026 wird diese Anleihe fällig und Frankreich muss eine neue zehnjährige Anleihe begeben.
- Das Geld wird ja nicht zurückbezahlt, aber aufgrund der stark gestiegenen Zinsen zahlt Frankreich jetzt für die gleiche zehnjährige Anleihe, also
- Laufzeit 2026 bis 2036 4% Zinsen. Auf Deutsch, die Kosten für die Schulden haben sich verachtfacht, ohne dass sich Frankreich jetzt
- zusätzlich neu verschuldet hat. Nur durch das Management der bestehenden Schulden haben sich, wie man in diesem Beispiel sieht, die Kosten für die
- Verschuldung, spricht die Zinsen, die zu zahlen sind, verachtfacht. Und selbst wenn die Notenbanken die kurzfristigen Zinsen wieder senken
- sollten, ähm so bleibt dieses allgemeine Niveau der Neuverschuldung massiv massiv teurer als in der vergangenen Dekade.
- Damit sollte deutlich werden, warum diese steile Zinskurve für die Finanz Ministerium ein großes Problem darstellt. Und es gibt nur zwei
- Möglichkeiten, wie es weitergeht. Entweder die Zentralbanken kaufen wieder Staatsanleihen und senken damit die Zinsen
- oder die Regierungen setzen harte Sparprogramme durch, senken also ihre Ausgaben und das was wir aktuell in Europa und in
- den USA beobachten, ist in gewisser Hinsicht ein Machtspiel. Im Moment weigern sich die Notenbanken noch, die Fiskalpolitik der Regierungen
- zu finanzieren. Also das, was sie in der Eurokrise z.B. gemacht haben, dieses Quantitative easing, dass die Europäische Zentralbank im ganz großen
- Stil äh Staatsanleihen aufgekauft hat und damit so eine Nullzinspolitik durchgesetzt hat. Das war ja nicht unähnlich auch in anderen Ländern, auch
- in den USA, aber damals hat Dragi schon gesagt, er kann die Probleme nicht lösen der Haushalte. Er kann den Regierungen nur Zeit kaufen für Reformen und alle
- haben gesehen, es gab diese Reformen nicht und jetzt hat die haben die Notenbanken keine Lust, dieses Spiel noch mal in der Form zu spielen.
- Wenn die Regierung ihre Zinslast senken will, dann muss sie das durch politische Reformen tun. Nur dann sind die Notenbanken im Moment bereit durch
- quantitative easing oder Year Curve Control, wie man das auch nennen könnte, in anderen Form zu unterstützen. Man sieht das ganz konkret bei der
- Europäischen Zentralbank, sie sich schon entsprechend vorbereitet hat. Sie hat ein Programm aufgelegt, TPI Transmission Protection Instrument,
- welches es der ECB erlaubt, Staatsanleihen einzelner Länder zu kaufen, wenn dessen Zinsen am Markt spekulativ in die Höhe schießen, aber
- nur zu harten Bedingungen. Der Staat bekommt diese Unterstützung nur dann, wenn er sich auf Reformen einlässt, um seine Schulden zu senken. Erst dann
- greift die EZB Hilfen ein und damit zwingt die EZB die Politik Haushaltsdisziplin zuerst wieder groß zu schreiben und dann
- kann die EZB sozusagen unterstützend wirken. Aber es ist nicht so, dass die EZB jetzt einfach wieder blind eingreift ähm und die Staaten ihre
- äh Schuldenpolitik weiter bedenkenlos in die Zukunft äh treiben können. Es ist natürlich etwas, was man sich fragt als Wähler, als Bürger,
- sind die Haushalte nicht so stark aus dem Ruder gelaufen, dass das alles gar nicht mehr den Griff zu bekommen ist? Ja, man kann ja dann jetzt darüber
- nachdenken, bricht vielleicht alles zusammen. Äh, aber wir haben zum Glück Argentinien. Argentinien war in einer
- viel schlechteren Verfassung. Die wirtschaftliche Grundlage war viel desaströser, als sie heute in den Eurostaaten ist. In den USA sowieso. Die
- USA haben ja sogar noch ein schönes Wirtschaftswachstum. Und dort ist ein Präsident gewählt worden, Javile,
- der die Verschuldungsdynamik Argentiniens durch radikale Sanierung innerhalb von weniger Monaten gebrochen hat.
- Also er hat es in wenigen Monaten geschafft, den Staatshaushalt wieder auf eine auf einen Sanierungspfad zu legen. Es ist also möglich und das
- Kerngeheimnis seines Erfolges lag darin, ähm dass er das Gesetz eingeführt hat, grob gesprochen, dass der Staat nur noch das ausgeben darf, was er auch
- tatsächlich einnimmt. Also, jede Form der Neuverschuldung ist damit äh praktisch per Gesetz unmöglich gemacht worden. und bereits im ersten
- Halbjahr seiner Amtszeit schaffte Argentinien damit einen Primärüberschuss. Ja, wie war das W möglich? Hav Miley hat
- die Anzahl der Ministerien halbiert von 18 auf 9. Er entließtausende Angestellt im öffentlichen Dienst und er hat massiv Subventionen und Transferzahlungen
- gestrichen, z.B. staatliche Zuschüsse für Strom und Gas oder den öffentlichen Nahverkehr. Also, er hat äh Sparmaßnahmen
- eingeführt, die die Breite der Wählerschaft trifft und trotzdem wird sein Kurs von der Bevölkerung mitgetragen.
- Meine persönliche Einschätzung in Deutschland ist die und die trifft sich, glaube ich, mit dem ganzen mit der ganzen Europäischen Union, dass es eine
- unvorstellbar große Wählergruppe gibt, die direkt von der Geldverschwendung profitiert. Das sind Transferhilfeempfänger, die
- nicht wirklich bedürftig sind. Aber auch die mit den Auszahlungen verbundenen Behörden und NGOs, das sind Subventionshilfeempfänger
- und die mit den Auszahlungen verbundenen Behörden und Dienstleister, das sind Berufsgruppen deren Daseinsberechtigung im Abarbeiten
- sinnloser bürokratischer Vorgaben liegt und so weiter. Ja, und auch die in rentegehenden geburtenstarken Jaggänge sind eine entscheidende Wählergruppe
- und die jährlichen Subventionen steuerlich dieser Rente ist auch nicht mehr haltbar. Ich habe das Gefühl, in Deutschland hat die Regierung schlicht
- Angst mit Sparmaßnahmen, die alle betreffen, äh die Wähler in die Hände der Afg zu treiben. Aber ich denke, Kavil hat schon gezeigt, dass es auch
- anders geht. Er hat gezeigt, die Mehrheit der Bürger will ein funktionierendes Land mit positiver Zukunft für die kommenden
- Generationen und dafür sind die Menschen auch bereit, ihren Beitrag zu leisten. Aber zu allererst muss die Geldverschwendung und die Geldverteilung
- innerhalb der politischen Kaste gestockt werden. Soweit zur Situation und auch meiner persönlichen Einschätzung, warum wir uns in Deutschland so schwer tun,
- obwohl wir ja eigentlich noch eine gute wirtschaftliche Basis hätten. Ähm, jetzt im zweiten Teil möchte ich äh darauf eingehen, was das alles konkret
- für die Aktien und Anleihenmärkte bedeutet und dafür habe ich ein paar Folien vorbereitet. Den direktesten Einfluss haben diese Turbulenzen
- natürlich auf den Anleihenmarkt selbst. Und ich habe hier mal eine Grafik mitgebracht, die den Kursverlauf einer französischen Staatsanleihe zeigt,
- beginnend am 1.1.2020 2020 bis heute. Die Laufzeit geht bis 2038, also etwas mehr als 10 Jahre und die Anleihe bietet einen 4% Coupon.
- Jetzt was sieht man, wenn man diesen Chart betrachtet? Dann sieht man 2020 ähm stand diese Anleihe bei einem bestimmten Wert. Ich habe den jetzt hier
- mit 100 indexiert, damit wir einen Startzeitpunkt haben. Und dann 2022 fingen die Zinsen an deutlich zu
- steigen und man sieht, dass diese Anleihe im Kurs gefallen ist und zwar fast 40% Kursverlust. Also bemerkenswert, die Zinsen
- gestiegen. Wir haben vorhin gesehen, sie haben sich verachtfacht für den französischen Staat bei 10jahrer Laufzeit
- und das hat dazu geführt, dass eine Anleihe, die eben noch eine Restlaufzeit hat bis 2038, dass die zu so hohen Kursverlusten
- geführt hat. seit äh 2000 26 ähm oder eigentlich seit 2024 geht's
- auch leicht backup noch mal mit dem Kurs. Das liegt daran, dass die Zinsen am langen Ende sich halt immer weiter erhöht haben, obwohl die Europäische
- Zentralbank die kurzfristigen Zinsen ja angefangen hat ähm zu senken. Wie gesagt, darum geht's ja nicht. Hier geht's um die langfristigen Zinsen und
- das ist im Moment noch ein Marktzins, solange der Europäische Zentralbank nicht eingreift. Also höhere Zinsen bedeuten Kursverluste
- bei den Anleihen. Für den Anleihen Investor hat es immer ein lachendes und ein weinendes Auge. Das lachende, weil er jetzt höhere
- Umlaufzinsen bekommt, das weinende, weil er ein Kursverlust hat. Jetzt schauen wir uns mal die gleiche Situation in den USA an.
- Das heißt, ich nehme jetzt eine Anleihe mit einer ähnlich langen Laufzeit aus den USA. Hier eine, die bis 2037 läuft in rot.
- Ich habe die wieder bei 100 indexiert, damit man sieht diese ähnlichen Verhältnisse. Man sieht, die Amerikaner haben jetzt eine ähnliche Situation. Die
- Zinsen sind stark gestiegen, Mitte 2022 und äh die amerikanischen Staatsanleihen sind entsprechend im Kurs gefallen oder umgekehrt die Umlaufrenditeit ist
- entsprechend gestiegen. Interessant ist natürlich die Amerikaner sind nicht ganz so stark gefallen wie die Franzosen, weil in den USA wurde ja auch keine
- Nullzinspolitik, sondern nur eine Niedrigzinspolitik gefahren. Das heißt, die Zinsveränderungen waren jetzt relativ gesehen auf die Anleihe nicht
- ganz so extrem ähm wie in im europäischen Raum. Und jetzt das die Auflösung, warum ich das alles zeige, ist jetzt schauen wir
- uns mal eine argentinische Anleihe an, auch mit einer ähnlichen Laufzeit, die läuft bis 38. In der nächsten Folie, da sieht man, wie die reagiert hat in dem
- Moment, wo Cavile seine Reformen begonnen hat äh im Jahre 2023. Das heißt, die hatte auch ein Problem im
- Kurs, weil die Kosten, in diesem Fall ist es eine Euroanleihe. Also, ich bitte um Nachsicht nicht, die US-Dollar, die US-Anleihe ist eine US-Dollaranleihe,
- die argentinische Anleihe ist eine Euroanleihe und die französische Anlei ist natürlich auch eine Euroanleihe. Über geht's ja nicht um die Währungen,
- sondern einfach nur um den Effekt Kurs Umlaufrendite und da sieht man wie sofort mit der Ankündigung von harten Wirtschaftsreformen
- mit Sparmaßnahmen mit einer neuen Haushaltspolitik, wie sofort die Zinskosten des Staates fallen oder umgekehrt, wie sprunghaft die Kurse der
- Anleihen in die Höhe springen. Also das kann einem wirklich Hoffnung machen. Es müsste, da wir eine viel bessere Ausgangsbasis in Europa haben als in
- Argentinien, es müsste schon eine halbwegs vernünftige zukunftsorientierte Haushaltsdisziplin
- bei den EU-Staaten ausreichen und wir hätten sofort eine ganz andere Situation äh wieder, was die Staatsverschuldung angeht.
- So, jetzt kommen wir zu unseren Portfolios, wie sich das dort ausgewirkt hat. Wir haben ja ein reines Anleihen Portfolio, Fixed Income One, hier die
- grüne Linie. Wir haben das äh gestartet, als die Zinsen gestiegen waren, weil jetzt hatte es wieder Sinn, in Anleihen zu investieren. In der Nullzinsphase war
- es mehr oder weniger sinnlos. Ähm, also reine Anlageklasse. Und ähm wir haben ja gestartet. Ich habe ja als Vergleich
- in dunkelblau ähm den Referenzindex hier über ein ETF Global Agregate Bond Euro hatged. Das ist also ohne Währungsrisiko der
- weltweite Anleihenmarkt oder auch hellblau äh Euro Aggregate Bond. Das ist jetzt der europäische Anleihenmarkt, also nur
- in Euro. Und ähm da sieht man, dass es sich eigentlich ganz gut geschlagen hat. Das liegt, es ist auch kein Zufall. Es gibt ja eine spezifische
- Laufzeitsteuerung ähm die in so einem Index nicht vorhanden ist. Und jetzt [räuspern] wenn wir uns das letzte Jahr anschauen, was
- halt doch turbulent war, weil die Umlaufrenditen deutlich gestiegen sind, dann sieht man also folgenden Effekt und darauf möchte ich hier besonders eben
- hinweisen. Nehmen wir wieder äh die grüne Kurve. Das ist das unser Fixed Income One.
- Dann äh stellt man überraschenderweise fest, obwohl die Umlaufrenditen so stark gestiegen sind und die Kurse der Anleihen entsprechend gefallen sind,
- liegt das Portfolio insgesamt noch im Plus. Ja, das liegt daran, dass man ja zwar die Kursverluste hat bei den Anleihen,
- dadurch dass die Zinsen gestiegen sind, aber man hat ja auch schon die hohen Anleihen Zinscoupons, da man eben schon zu hohen Niveaus eingestiegen ist. Und
- jetzt würde man hier auf Portfolioebene erst dann einen Verlust haben, wenn die Kursverluste der Anleihen doch noch weiter steigenden Zinsen höher wäre als
- die Zinsen, die man eh schon laufen vereinnahmt. Und das ist Gott sei Dank nicht der Fall. So, dass man jetzt hier diesen Effekt hat. Wir haben besonders
- attraktive Zinsniveaus. Wir sind jetzt bei einer Umlaufrendite von knapp 4% in diesem Portfolio und ähm obwohl wir uns hier
- angenähert haben eben diesen noch höheren Umlaufrenditen als sie schon vorher waren, ähm gab es keinen Kursverlust aufs letzte Jahr gezogen.
- Beim Agregate Bond ähm Index haben wir den Effekt den Effekt nicht ganz so stark, aber auch zumindest ähm hier eben diese empirische Bestätigung. Es ist
- risikotechnisch etwas ganz anderes, wenn ich Anleihen bei hohen Zinsen einkaufe, als wenn ich sie bei niedrigen Zinsen einkaufe, weil ich eben einen Puffer hab
- durch die laufenden Erträge gegenüber einen möglichen weiteren Anstieg der Zinsen. Gehen wir auf ein gemischtes Portfolio,
- also Zielgröße 50 Aktien, 50 Anleihen, dann sind wir bei unserem ältesten Portfolio XTERS Portfolio ETF. der hat ja schon 2008 gestartet.
- Insofern hier eine sehr lange Kursreihe, da sein Mischportfolio ist hier die Peergroup als äh als Vergleichsindex und wenn man sich da das letzte Jahr
- anschaut, dann sieht man, dass nicht viel passiert ist. Die Aktienmärkte haben ja toll performt, also insbesondere die Euphorie rund um KI
- ähm hat er die Aktienmärkte sehr stark getrieben und dann sieht man, dass die Turbulenzen an den Anleihenmärkte hier keine großen Probleme bereitet haben.
- Aktienrenditen haben hier Anleihen geschlagen. Und wenn ich jetzt unser aktienlastiges Portfolio anschaue, das Global Portfolio
- One, welches ja in normalen Marktphasen 80% Aktien und 20% Anleihen hält, ähm dann hier wieder seit Auflage ähm die schöne Entwicklung. Bald haben
- wir das Kapital verdoppelt. Die ursprüngliche Zielstellung ist ja, dass man mit einer solchen offensiven, breitgestreuten Strategie in der
- Vergangenheit davon ausgehen durfte, Kapital alle 10 Jahre zu verdoppeln. Das sieht es fast so aus, als wä man deutlich schneller, aber das liegt halt
- auch daran, dass wir eine Phase hatten mit einer sehr hohen Inflation zwischendrin. Deswegen darf man diese nominalen Renditen nicht
- überinterpretieren, wenn es um den persönlichen Wohlstand geht. Und auch hier, wenn ich das letzte Jahr betrachte, dann sieht man ja die
- Anleihenrenditen jetzt haben nachgegeben, man sieht schon ein bisschen Volatilität, aber eben in diesem Portfolio nur 20 % und der
- Aktienmarkt hat das geschlagen. So, das alles soll keine Anlageberatung sein und vor allem soll es kein Appell sein zu sagen, ach so, ja, dann sind Aktien ja
- viel attraktiver als Anleihen. Wir haben hier jetzt ein Jahr angeschaut, das besonders ungünstig war für Anleihen, weil die Renditen
- weitergestiegen sind. Also die Zinsen der Anleihen weitergestiegen sind. Wir hatten auch ein Jahr mit überraschend guten Aktienmärkten.
- Ähm und kein Mensch weiß, wie das nächste Jahr ist und deswegen bleibt es dabei. Professionelle Portfolios, egal welche man betrachtet, norwegische
- Staatsf was auch immer, sind immer gemischte Portfolios, Aktien und Anleihen. Anleihenmarkt ist grundsätzlich größer als der Aktienmarkt
- und die eigene Vermögensplanung sollte sich darin orientieren und man kann lange darüber nachdenken, ob die Anleihenquote klein oder groß sein
- sollte, aber ganz auf Anleihen zu verzichten ist doch ein recht einseitiges Spiel. Insofern heute eine kurze Sondersendung zum Markt, zu der
- Einschätzung, was da eigentlich los ist an den Anleihenmärkten und warum die Politik gerade Panik bekommt. Und dann glaube ich, das etwas Beruhigende, wenn
- ich gemischt, breitgestreut investiert bin, dann sind die negativen Einflüsse bis jetzt auch sehr begrenzt gewesen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. M.
Zum Nachlesen
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